ServiceNow entlässt erneut Beschäftigte in Großbritannien, den USA und Indien. Wie viele Stellen wegfallen, sagt der Konzern nicht. Zehn Tage zuvor hatte der Verwaltungsrat fünf Spitzenmanagern Aktienpakete von zusammen rund 110 Millionen Euro zugesagt, die nur bekommt, wer bleibt.
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ServiceNow hat am 5. November eine weitere Entlassungsrunde begonnen, wie die israelische Wirtschaftsseite Calcalist berichtet.[1] Das Unternehmen verwies auf „notwendige Änderungen“ an seiner Struktur und nannte keine Zahl (Stand: Samstag, 7. November 2026). Die Aktie hat vom 23. Oktober bis zum 5. November 35 % verloren.
Das Wichtigste in Kürze
- Die neue Runde trifft Beschäftigte in Großbritannien, den USA und Indien, eine Stellenzahl nennt ServiceNow nicht.
- Am 26. Oktober bewilligte der Verwaltungsrat Aktienpakete mit einem Zielwert von 127 Millionen Dollar (110 Millionen Euro, Kurs 0,87).
- Konzernchef Bill McDermott erhält davon 43,5 Millionen Euro, rund 39 % der Summe.
- Die Abfindungskosten stiegen in neun Monaten auf 145 Millionen Euro, mehr als das Dreifache des Vorjahres.
Wofür zahlt ServiceNow 110 Millionen Euro an fünf Manager?

Die Aktienpakete sollen die Führung halten. Laut Quartalsbericht herrscht eine „außergewöhnlich umkämpfte Phase“ um Fachkräfte der Unternehmenstechnik.[2] Außer McDermott sind Amit Zavery, Paul Fipps, Finanzchefin Gina Mastantuono und Personalchefin Jacqueline Canney bedacht. Die Sperrfrist läuft gestaffelt: 25 % der Aktien werden Ende 2027 frei, 35 % Ende 2028 und 40 % Ende 2029. Bei einem Abgang vorher verfallen sie.
Die Zusage fiel zwei Tage vor den Quartalszahlen und drei Tage vor dem Kurssturz. Ob die Stückzahl der Aktien fest ist oder sich am Kurs orientiert, geht aus dem Bericht nicht hervor.[2]
Was kostet der Umbau, und wie begründet ihn die Führung?
Im dritten Quartal fielen 76 Millionen Euro Abfindungskosten an, vor einem Jahr waren es 21 Millionen. In den ersten neun Monaten summiert sich der Posten auf 145 Millionen Euro, davon flossen 133 Millionen bereits als Bargeld.[1] Der Bericht beschreibt das Programm als Straffung einzelner Bereiche durch KI-Effizienz bei gleichzeitigen Investitionen in strategische Felder.[3]
McDermott nannte die kleinere Belegschaft nach Angaben von Calcalist eine „großartige Lage“. Finanzchefin Mastantuono sagte, der Vertriebsbetrieb sei „deutlich“ geschrumpft, während die Verkäufer mit Umsatzziel zweistellig zugelegt hätten. Die KI-Effizienz beziffert sie auf über 870 Millionen Euro im Jahr.[1] Insgesamt will der Konzern 2026 mit so vielen Beschäftigten enden wie zu Jahresbeginn. Stellen entfallen also in Funktionen wie dem Vertriebsbetrieb, im Verkauf entstehen neue.
Microsoft bot 60.000 Beschäftigten ein Abfindungsangebot an. Fiserv streicht 3.000 Stellen. Bei ServiceNow kommt die Börse dazu: Nach den Zahlen vom 28. Oktober sank die Aktie, weil der Auftragsbestand langsamer wachsen soll.
Was heißt das für Kunden und Beschäftigte in Europa?
An laufenden Verträgen ändert die Runde nichts. Kunden merken sie eher an wechselnden Ansprechpartnern. Die NIS-2-Richtlinie verlangt in Artikel 21 ein Risikomanagement auch für die Lieferkette. Prüfen Sie deshalb, ob Servicezeiten und Reaktionsfristen für Ihre ServiceNow-Instanz schriftlich vereinbart sind. Lassen Sie sich außerdem Ihren Ansprechpartner benennen.
Calcalist nennt Deutschland nicht. Beträfe die Runde einen deutschen Standort, müsste der Betriebsrat vor jeder Kündigung angehört werden (§ 102 BetrVG), bei Massenentlassungen kommt die Anzeige bei der Agentur für Arbeit nach § 17 KSchG hinzu. Ob weitere Länder folgen, ist offen.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Calcalist (CTech)ServiceNow lays off more employees as its shares fall 35% in under two weeks
- Calcalist (CTech)ServiceNow’s board approves $127 million in retention awards as it cuts jobs (5. November 2026, nach dem Quartalsbericht)
- ServiceNow, Inc.Form 10-Q für das Quartal zum 30. September 2026 (SEC)
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