Mit Firefox 157 verteilt Mozilla seit dem 29. September das Nova-Design an alle Nutzer und holt den 2021 versteckten Kompaktmodus zurück in die Einstellungen. Firmen mit der Langzeitversion ESR bekommen die neue Oberfläche vorerst nicht zu sehen. Für diese Unternehmen zählt ein anderes Datum: Mit dem Update 140.17.0 endet die Unterstützung für ESR 140.

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Firefox hat im deutschsprachigen Raum am Schreibtisch deutlich mehr Gewicht als im Rest der Welt. Auf Desktop-Rechnern kam der Browser im August in Deutschland auf 15,49 % Marktanteil, in Österreich auf 15,03 % und in der Schweiz auf 11,73 %, weltweit dagegen nur auf 5,31 %.[1] Jede Änderung an Tabs und Symbolleisten erreicht hierzulande also überdurchschnittlich viele Rechner. Mozilla hatte das Redesign unter dem Projektnamen Nova im Mai angekündigt und seither monatelang in der Testversion Nightly erprobt.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Firefox 157 bringt das Nova-Design mit neuen Farben, Symbolen und Themes auf Desktop-Rechner und Mobilgeräte.
  • Der Kompaktmodus lässt sich nach gut fünf Jahren wieder direkt in den Einstellungen einschalten.
  • Die Langzeitversion Firefox ESR 153 enthält das neue Design nicht, für ESR 140 erscheint mit Version 140.17.0 das letzte Update.
  • In Österreich und der Schweiz zeigt die Adressleiste ab sofort Vorschläge von Firefox Suggest, darunter gekennzeichnete Werbung.

Was ändert sich mit Firefox 157?

Porzellanfuchs mit blauem Schwanz und Schild „FRISCH GESTRICHEN“
Firefox 157 erneuert Design mit neuen Farben, Symbolen und Themes. Update enthält helle und dunkle Varianten, neue Tab-Seite und Kompaktmodus

Firefox 157 erneuert Farben, Symbole und Themes im ganzen Browser, von den Tabs über die Seitenleiste bis zum privaten Modus. Das Paket umfasst außerdem eine Theme-Auswahl mit hellen und dunklen Varianten, eine Seite für neue Tabs mit angehefteten Verknüpfungen sowie den Kompaktmodus.[2][3]

Mozilla stellt das Update unter die Überschrift „Moderner. Flexibler. Immer noch Firefox.“ und verspricht, dass die neue Optik keine Leistung kostet.[2] In den Release Notes spricht der Hersteller von der größten optischen Auffrischung seit Jahren.[3] Am Kern des Browsers ändert Mozilla nichts: Firefox bleibt quelloffen, Tracking-Schutz und ein optionales VPN sind weiter eingebaut.[2]

Die überarbeitete Seitenleiste ist ab dieser Version für alle aktiv. Zurück zur alten Leiste führt vorerst der Schalter sidebar.revamp in about:config. Mit dem Wert false verschwinden allerdings auch die vertikalen Tabs.[3]

Tastaturnutzer bemerken eine weitere Detailänderung: Die Tab-Taste springt jetzt direkt ins Textfeld der Adressleiste, ohne Zwischenstopp an der Schaltfläche der Suchmaschine. Weitere Abkürzungen für den Alltag sammelt unsere Übersicht der Firefox-Tastenkürzel. Amazon fehlt ab sofort in der Liste der vorinstallierten Suchmaschinen, lässt sich aber von Hand nachtragen.[3]

Warum kommt der Kompaktmodus erst jetzt zurück?

Mit dem Redesign von Firefox 89 im Juni 2021 verschob Mozilla den Kompaktmodus in das Konfigurationsmenü about:config, nur bisherige Nutzer des Modus konnten ihn weiter verwenden. Seit Firefox 157 steht der Modus wieder regulär in den Einstellungen.[4][5]

Den Grund nannte das Firefox-Team damals im Fehlerticket: Statt zwei Modi für die Tab-Leiste zu entwerfen, wollte Mozilla eine einzige Darstellung pflegen, die ihren Zweck gut erfüllt.[4] Jede zusätzliche Dichtestufe verlangt eigene Abstände und Symbolgrößen, die das Team bei jeder Änderung mittesten muss. Offiziell unterstützt war der versteckte Modus seither nicht mehr.

Firefox 157 vollzieht damit eine Kehrtwende. Die Release Notes nennen den Kompaktmodus nützlich für kleine Bildschirme und geteilte Fensteransichten.[3] Eine Zusatzoption schaltet den Modus auf kleinen Displays automatisch ein.[2] Seit 2014 hat Mozilla die Oberfläche alle drei bis fünf Jahre grundlegend umgebaut: mit Version 29 im April 2014, mit Version 57 im November 2017, mit Version 89 im Juni 2021 und nun mit Version 157.

Neu ist diesmal ein Rückweg mit Ablaufdatum: Den Schalter für die alte Seitenleiste lässt Mozilla bis Ende 2027 stehen.[3] IT-Abteilungen gewinnen damit gut ein Jahr, um Schulungsunterlagen und Screenshots in internen Anleitungen anzupassen.

Mozilla holt den Kompaktmodus auf Wunsch vieler Nutzer zurück und lässt für die alte Seitenleiste einen Rückweg bis Ende 2027 offen. Beim letzten großen Umbau 2021 zeigte Mozilla weniger Rücksicht auf Gewohnheiten.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Firefox 157 und die großen Umbauten seit 2014
Umbauten der Oberfläche, Marktanteil am Desktop und die Lage der Langzeitversion ESR

Große Umbauten der Firefox-Oberfläche

Firefox 29
April 2014
Neues Menü rechts oben, schlankere Tabs, eigener Anpassungsmodus
Firefox 57
November 2017
Quantum mit neuer Engine und neu gestalteter Oberfläche
Firefox 89
Juni 2021
Aufgeräumte Menüs, Kompaktmodus nur noch über about:config
Firefox 157
September 2026
Nova-Design, Kompaktmodus wieder regulär in den Einstellungen

Marktanteil von Firefox am Desktop im August 2026

Deutschland
15,49 %
Österreich
15,03 %
Schweiz
11,73 %
Weltweit
5,31 %

Was gilt für die Langzeitversion?

ESR 140
Version 140.17.0 ist das letzte Update, danach enden die Sicherheitskorrekturen.
ESR 153
Aktuelle Langzeitversion, noch ohne Nova-Design, dafür mit der KI-Richtlinie AIControls.

Was müssen IT-Abteilungen im DACH-Raum jetzt tun?

Firmen mit Firefox ESR 140 sollten jetzt auf ESR 153 wechseln, denn Version 140.17.0 ist das letzte Update dieser Reihe. Das Nova-Design steckt in ESR 153 noch nicht, weil die aktuelle Langzeitversion auf Firefox 153 aufbaut.[6]

Der Wechsel bringt für verwaltete Rechner einen handfesten Vorteil. Die Richtlinie AIControls steht in der Langzeitversion erst ab ESR 153 bereit. Ein Eintrag in der Datei policies.json setzt den Standardwert auf blocked, die Sperre Locked verhindert Änderungen durch die Nutzer. Übersetzungen, der Chatbot in der Seitenleiste, KI-Tab-Gruppen und KI-Linkvorschauen sind so auf einen Schlag abgeschaltet. Bereits heruntergeladene lokale Modelle entfernt Firefox dabei, einzelne Funktionen wie Übersetzungen lassen sich gezielt wieder freigeben.[7]

Firefox 157 ergänzt die Liste um die Spracherkennung auf dem Gerät.[6] Zum Vergleich: Google lud das KI-Modell Gemini Nano über Chrome ohne Rückfrage auf die Rechner der Nutzer und lieferte den Schalter zum Abschalten erst im Februar 2026 nach.

In Österreich und der Schweiz zeigt die Adressleiste ab Firefox 157 Vorschläge von Firefox Suggest, ebenso in 14 weiteren europäischen Ländern.[3] Dazwischen stehen gekennzeichnete Werbevorschläge, die Mozilla über Partner wie adMarketplace, Yelp und AccuWeather bezieht; einige dieser Partnerschaften gelten nur in den USA.[8] Jeder Klick darauf bringt Mozilla Geld.[8] Die Werbeeinnahmen kommen zum Geld aus den Suchmaschinen-Verträgen hinzu, von dem Mozilla stark abhängt: 2024 stammten rund 86 % der Vertragsumsätze von einem einzigen Kunden, wie unsere Analyse des Mozilla-Geschäftsmodells zeigt. Abschalten lassen sich die Werbevorschläge in den Einstellungen unter Suche.

Firefox 157 zeigt außerdem eine Warnung im Schildsymbol der Adressleiste und in den Einstellungen, sobald der Browser seine Sitzungsschlüssel in eine Datei schreibt. Andere Programme auf dem Rechner könnten damit verschlüsselten Datenverkehr mitlesen.[3] Entwickler aktivieren diese Protokollierung über die Umgebungsvariable SSLKEYLOGFILE, um Verbindungen zu analysieren. Auf einem gewöhnlichen Büro-PC hat die Variable nichts zu suchen.

Steht ohnehin eine Grundsatzentscheidung zum Firmen-Browser an, stellt der Browser-Vergleich für den DACH-Raum 20 Kandidaten mit ihren Stärken bei Sicherheit und Datenschutz vor. Für den Firefox-Rollout empfehlen sich vier Schritte:

  • ESR-140-Installationen jetzt auf ESR 153 umstellen, weil die alte Reihe keine Sicherheitskorrekturen mehr erhält.
  • Die Richtlinie AIControls mit Default auf blocked und Locked auf true setzen, falls KI-Funktionen im Unternehmen nicht freigegeben sind.
  • In Österreich und der Schweiz die gesponserten Suggest-Vorschläge auf Firmenrechnern prüfen und bei Bedarf abschalten.
  • Bei der neuen Warnung zur Schlüsselprotokollierung die Umgebungsvariable SSLKEYLOGFILE auf dem betroffenen Rechner kontrollieren.

Quellen

[1] StatCounter: „Desktop Browser Market Share Germany“

[2] Mozilla: „More modern. More flexible. Still Firefox.“

[3] Mozilla: „Firefox 157.0 Release Notes“

[4] Mozilla Bugzilla: „Bug 1703254: Maintain compact mode for current users and move to about:config preference“

[5] Mozilla Support: „Compact mode workaround in Firefox“

[6] Mozilla: „Firefox 157 release notes for enterprise admins“

[7] Mozilla: „AIControls (Firefox-Administratorreferenz)“

[8] Mozilla Support: „Customize Firefox Suggest settings“

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