Mit Firefox 153 wandert eine beliebte Erweiterung direkt in den Browser: Container-Tabs sperren Konten, Cookies und Werbetracker in getrennte Bereiche. Der Schutz hat allerdings eine Grenze, die in der Ankündigung untergeht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenOhne Add-on stecken die Firefox Container-Tabs seit Version 153 fest im Browser. Bislang brauchte das berufliche und das private Google-Konto im selben Fenster eine Erweiterung oder ein zweites Profil. Genau diese Trennung liefert Mozilla jetzt ab Werk, samt eigener Farbe und eigenem Namen pro Bereich.
Das Wichtigste in Kürze
- Firefox 153 baut die Container-Tabs als Vorschau und ohne Add-on ein, ausgeliefert seit dem 20. Juli 2026.
- Jeder Bereich erhält einen eigenen Cookie-Behälter, die Aktivität aus einem Container bleibt für die anderen unsichtbar.
- Die Isolation trennt Cookies und Speicher, nicht aber den Geräte-Fingerabdruck.
- Der eingebauten Fassung fehlen noch Funktionen der alten Erweiterung, etwa die feste Zuordnung einzelner Seiten.
Was ein Container tatsächlich isoliert

Ein eigener Cookie-Behälter steckt hinter jedem Container. Firefox hängt jeder Registerkarte eine Kontext-Kennung an und hält Cookies, lokalen Speicher und Cache pro Bereich strikt getrennt.[1] Ein im Shopping-Bereich gesetzter Werbe-Cookie taucht im Banking-Bereich schlicht nicht auf.
Kein Cross-Site-Tracking mehr über eine wandernde Cookie-ID: Genau den Wiedererkennungstrick, mit dem ein Anbieter dieselbe Kennung über viele Seiten hinweg verfolgt, unterbindet die Trennung. Praktisch bleiben mehrere Konten desselben Dienstes parallel offen, ohne ständiges Ab- und Anmelden. Unter den Browsern im DACH-Raum gehört Firefox damit zu den wenigen, die diese Funktion fest eingebaut mitbringen.
Wo endet der Schutz?
Beim Geräte-Fingerabdruck. Container teilen den Cookie-Vorrat auf, sie ändern aber nichts an den technischen Merkmalen, die Ihr Rechner bei jedem Seitenaufruf preisgibt: Schriftarten, Canvas-Rendering, Grafikchip und feine Eigenheiten der JavaScript-Engine.
Fingerprinting rechnet diese Signale zu einer stabilen Kennung zusammen und findet Sie über jeden Container hinweg wieder. Wie fein ein einzelnes Signal ausfallen kann, hat zuletzt eine einzige Rechenfunktion gezeigt, die das Betriebssystem des Nutzers verrät.
Ausdrücklich eine Vorschau ist die native Fassung. Die zugrundeliegende Technik steckt über die Erweiterung Multi-Account Containers bereits seit Jahren in Firefox, doch Feinheiten wie die automatische Zuordnung fester Seiten zu einem Container fehlen der eingebauten Variante bisher. Dass Mozilla die Browserwahl gerade öffentlich zum Thema macht, passt ins Bild.
Die eingebauten Container sortieren Cookies sauber nach Bereichen. Den Fingerabdruck Ihres Geräts fassen sie jedoch nicht an.
Das trennt der Container
Cookies je Bereich, ein eigener Cookie-Behälter pro Container
Lokaler Speicher und Cache
Angemeldete Sitzungen, mehrere Konten desselben Dienstes parallel
Das bleibt sichtbar
Canvas-Fingerabdruck des Browsers
Installierte Schriftarten
Merkmale des Grafikchips
IP-Adresse des Anschlusses
Container sortieren die Cookie-Schublade neu, doch der Fingerabdruck des Geräts bleibt liegen. Als Komfort für getrennte Konten überzeugt die Funktion, als Datenschutz-Versprechen verkauft sie sich über Wert.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was Unternehmen im DACH-Raum davon haben
Ein Alltagsproblem weniger für Teams: Mehrere Mandanten, Test- und Produktivzugänge oder getrennte Kunden-Accounts laufen jetzt sauber nach Bereichen sortiert in einem einzigen Fenster.
Kein DSGVO-Baustein ist der Container trotzdem. Die Einwilligung nach Cookie-Recht regeln Betreiber weiter serverseitig, etwa über den Consent Mode v2 oder ein sauber eingerichtetes Cookie-Banner.
Zwei Handgriffe lohnen sich: die Vorschau kurz im Team testen und dabei festlegen, welcher Dienst in welchen Bereich gehört. Für echten Schutz vor Fingerprinting schalten Sie zusätzlich die strikte Abwehr in den Firefox-Einstellungen scharf, denn die übernimmt der Container nicht.
Quelle
[1] Mozilla: „Containers now available in Firefox 153“ ↩
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