Die Deutsche Post will ab dem 1. Januar 2027 für Standardbrief und Postkarte 1,15 Euro statt 95 Cent verlangen, den Maxibrief verteuert der Konzern von 2,90 auf 5 Euro. Dokumente zwischen 500 Gramm und einem Kilogramm verschicken Firmen dagegen günstiger als heute, weil die Post zugleich die Formatgrenzen verschiebt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin Vertragsentwurf mit 700 Gramm kostet heute als Maxibrief 2,90 Euro. Ab Januar darf derselbe Umschlag als Großbrief laufen, sofern er höchstens drei Zentimeter dick ist, und kostet dann 2,35 Euro.[1] Wie stark das Porto steigt, hängt deshalb vom Format ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Standardbrief und Postkarte kosten ab 1. Januar 2027 je 1,15 Euro, der Kompaktbrief 1,25 Euro.
- Der Großbrief kostet 2,35 Euro, darf künftig aber bis zu ein Kilogramm wiegen und drei Zentimeter dick sein.
- Der Maxibrief bis zwei Kilogramm kostet 5 Euro, der bisherige Aufpreis von 2,20 Euro für Übergrößen fällt weg.
- Die Preise gelten bis Ende 2028 und brauchen noch die Genehmigung der Bundesnetzagentur.
Warum steigt der Maxibrief um 72 Prozent?

Die im August angekündigte Formatreform erklärt den größten Sprung. Bisher endete der Großbrief bei 500 Gramm und zwei Zentimetern, schwerere Sendungen bis ein Kilogramm liefen als Maxibrief.[1] Künftig deckt der Großbrief diesen Bereich ab, und der Maxibrief bleibt für größere Umschläge bis zwei Kilogramm. Für zwei Kilogramm verlangte die Post bisher 2,90 Euro plus 2,20 Euro Zusatzentgelt, zusammen 5,10 Euro. Ab Januar kostet dieselbe Sendung 10 Cent weniger, sofern der Umschlag in die neuen Maße passt.
Ein Postsprecher verweist laut ZDFheute auf die unterschiedliche Gewichtung der Briefarten und auf Verschiebungen zwischen ihnen durch die neuen Maße. Den Rahmen hatte die Bundesnetzagentur am 12. Oktober vorgelegt: im Schnitt 20,35 Prozent mehr.[2] Wie die Post diesen Spielraum auf einzelne Produkte verteilt, entscheidet laut Behörde das Unternehmen.
Mehr zahlen Versender von dicken Sendungen. Bücher oder Kleinteile bis fünf Zentimeter passten bisher für 2,90 Euro in den Maxibrief. Ab Januar bleibt dafür die Warensendung für 3,10 Euro mit rund vier Werktagen Laufzeit. Alternativ geht das Päckchen, dessen neuen Preis die Post noch nicht genannt hat.[1]
Welche Versender trifft die Erhöhung am stärksten?
Der Standardbrief steigt um 21 Prozent und damit etwas stärker als der Durchschnitt. Kompaktbrief und Warensendung legen um 14 und 15 Prozent zu, die Zuschläge für Einschreiben bleiben gleich.[1] Spürbar wird der Aufschlag vor allem für Firmen, die Rechnungen und Mahnungen auf Papier verschicken. Private Haushalte belaste die Erhöhung im Schnitt mit 75 Cent im Monat, rechnet die Post laut ZDFheute vor.
Für Geschäftskunden kann ein zweiter Posten hinzukommen: Das Kabinett plant Umsatzsteuer auf vorsortierte Geschäftspost, die Firmen selbst einliefern, und der Betriebsrat der Post stemmt sich dagegen. Sechs Wettbewerber bündeln ihr Großkundengeschäft bereits im Gemeinschaftsunternehmen Deutschlandversand.
Die Schlagzeile macht der Maxibrief, die Rechnung zahlen Firmen mit Papierrechnungen: 21 Prozent mehr auf jeden Standardbrief.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Versender jetzt prüfen?
Versandabteilungen wiegen ihre typischen Sendungen am besten jetzt nach. Dokumente über 500 Gramm werden als Großbrief günstiger, leichtere Großbriefe kosten 55 Cent mehr, und alles über drei Zentimeter fällt aus dem Briefnetz. Onlinehändler kalkulieren Bücher und Kleinteile neu, bevor die Päckchenpreise feststehen; was eine zu große Schachtel kostet, zeigt der teure Anfängerfehler im Onlineshop.
Für Rechnungsversender rechnet sich der Umstieg auf die E-Rechnung schneller, einen Überblick über Programme gibt der E-Rechnungssoftware-Vergleich. Stellungnahmen zum Entwurf der Bundesnetzagentur sind bis zum 30. Oktober möglich, die endgültige Entscheidung erwartet die Behörde im November.[2] Erst danach beantragt die Post die Genehmigung der Einzelpreise.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Deutsche PostBrief und Paket: Das ändert sich 2027 (Preis- und Formatübersicht, Preise vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur, abgerufen am 21. Oktober 2026)
- BundesnetzagenturBundesnetzagentur veröffentlicht geplanten Spielraum für Porti (Pressemitteilung vom 12. Oktober 2026)
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