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Rund 217 Millionen Euro fließen in Mahe Xin Technology, die neue Chip-Gesellschaft des Autobauers Li Auto. Mehr als 60 Prozent davon zahlt der Konzern selbst, die vier externen Geldgeber erhalten zusammen 3,8 Prozent der Anteile. Für Beschäftigte und Management reserviert die Tochter mehr als das Fünffache dieses Anteils.

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Gegründet wurde Mahe Xin Technology am 12. August 2026 in Shanghai. Laut der Mitteilung von Li Auto an die Hongkonger Börse hat die Firma bisher weder Umsatz noch eigenes Vermögen.[1] Vor der Finanzierungsrunde setzen Li Auto und die Investoren den Wert der Firma trotzdem auf 15 Milliarden Yuan an, rund 2 Milliarden Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Li Autos Chip-Tochter sammelt 1,625 Milliarden Yuan ein, rund 217 Millionen Euro.
  • 1 Milliarde Yuan davon zahlt Li Auto selbst, vier Finanzinvestoren steuern 625 Millionen Yuan bei.
  • Bis zu 20 Prozent der Anteile gehen in Beteiligungsprogramme für Beschäftigte und Management.
  • Mahe Xin soll auch an fremde Autobauer und Kunden aus anderen Branchen verkaufen.

Warum ist eine Firma ohne Umsatz 2 Milliarden Euro wert?

Ein Chip in einem Glaskasten auf einem Podest mit dem Anhänger „bewertet“ und einem Text
Neue Gesellschaft übernimmt Chipgeschäft mit Fahrassistenz-Chip Mach M100, Steuergeräten und Betriebssystem. Anlagen und Schutzrechte gehen nach Finanzierungsabschluss über

Die neue Gesellschaft übernimmt das Chipgeschäft des Konzerns: den selbst entwickelten Fahrassistenz-Chip Mach M100, die Steuergeräte, in denen er steckt, und das zugehörige Betriebssystem. Anlagen und Schutzrechte gehen erst nach Abschluss der Runde vom Konzern auf die Tochter über, einen Teil des frischen Geldes will Mahe Xin laut Mitteilung für genau diesen Erwerb verwenden.

Den Preis begründet Li Auto mit börsennotierten Vergleichsfirmen aus den USA und Hongkong. Nach der Runde liegt die Bewertung bei rund 16,6 Milliarden Yuan (2,2 Milliarden Euro). Zieht der Leitinvestor Hangzhou Jingtao bis Jahresende eine Option über weitere 500 Millionen Yuan, steigt sie auf gut 17,1 Milliarden Yuan.

Warum bekommen die Mitarbeiter mehr als die Investoren?

Hangzhou Jingtao, Lanchi Ventures und Huaye Tiancheng zahlen je 200 Millionen Yuan, der Frühphasenfonds MiraclePlus 25 Millionen. Zusammen halten die vier danach 3,8 Prozent. Für Beschäftigte reserviert Mahe Xin dagegen 15 Prozent, für das Management weitere 5 Prozent, dazu 3 Prozent für Direktoren und Berater. Zum Preis der Finanzierungsrunde sind die 20 Prozent rechnerisch 3,3 Milliarden Yuan wert, gut 440 Millionen Euro.

An der Finanzierungsrunde zählt für Li Auto damit vor allem der Marktpreis. Erst eine Bewertung, die Dritte mit eigenem Geld bestätigt haben, macht Anteile für Chipentwickler zu einer Vergütung mit belegbarem Wert. Laut Mitteilung will Mahe Xin mit den Anteilen Ingenieure gewinnen und binden. Zudem kauft ein fremder Autobauer leichter bei einer eigenständigen Firma als bei der Chipabteilung eines Konkurrenten.

Li Auto bezahlt mehr als 60 Prozent der Runde selbst. Die Investoren setzen vor allem den Maßstab für die Mitarbeiteranteile.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wer bei Mahe Xin was bekommt
Erste Finanzierungsrunde der Chip-Tochter von Li Auto, Oktober 2026
2,0 Mrd. €
Bewertung vor der Runde, bei null Umsatz und ohne eigenes Vermögen
133 Mio. €
zahlt Li Auto selbst, gut 60 Prozent der Runde
83 Mio. €
zahlen vier externe Investoren für zusammen 3,8 Prozent
443 Mio. €
rechnerischer Wert der 20 Prozent für Beschäftigte und Management

Folgt Li Auto einem Muster?

Nio ging im Februar 2026 voran: Seine Chip-Tochter Shenji sammelte nach damaligen Nio-Angaben 2,257 Milliarden Yuan ein, rund 301 Millionen Euro, Nio behielt 62,7 Prozent. Li Auto behält selbst nach Option und Mitarbeiterprogrammen rund 74 Prozent, eine deutlichere Mehrheit. XPeng baut inzwischen seinen dritten eigenen KI-Chip ins Auto, XPengs Fahr-KI bezieht Volkswagen als Erstkunde. Seinen Plan, zum Zulieferer zu werden, hatte Li Auto im September bekannt gemacht.

Was bedeutet das für Europas Autoindustrie?

Chinesische Fahrassistenz-Chips stecken schon in Produkten europäischer Konzerne: Bosch baut seine Assistenzkameras auf einem Chip von Horizon Robotics auf und Volkswagen überlässt Horizon die Fahrassistenz seiner China-Modelle. Mit Mahe Xin kommt ein Anbieter hinzu, dessen Chip im eigenen Konzern bereits in Serie läuft.

Für Einkäufer europäischer Hersteller und Zulieferer zählt die Eigentümerstruktur. Technische Daten und Modellpläne eines Kunden landen bei einer Mehrheitstochter eines Wettbewerbers, Verträge sollten den Zugriff des Mutterkonzerns ausdrücklich regeln.

Quelle

[1] Li Auto Inc., Börsenmitteilung an die Hongkonger Börse: „Discloseable Transaction in Relation to the Subscription and the Adoption of the MH Incentive Schemes“ (16. Oktober 2026)

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