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Chinas Industrieministerium prüft den Maextro V800 zusammen mit der Marktaufsicht und der Internetaufsicht. Auslöser sind drei Bremspedal-Halterungen, die im Test des Autoportals Dongchedi brachen. Der Hersteller verweist auf ein Gutachten, das nur für eingeschickte Muster gilt.

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„Die Gerechtigkeit kommt vielleicht spät, aber sie kommt.“ Mit diesem Satz versah Richard Yu, Chef des Endkundengeschäfts von Huawei, am 15. Oktober eine Erklärung von Maextro, so zeigen es Screenshots von Autobloggern.[2] Am selben Abend hatte das Industrieministerium MIIT eine gemeinsame Untersuchung mit zwei weiteren Behörden angekündigt.[1] Maextro, die Luxusmarke von Huawei und dem Autobauer JAC, sicherte zu, die Untersuchung uneingeschränkt zu unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Industrieministerium, Marktaufsicht und Internetaufsicht untersuchen die gebrochenen Pedalhalterungen des Maextro V800.
  • Das Labor prüfte Maextros Pedale nach einer bloß empfohlenen Norm und mit langsam steigender Last.
  • Das Prüfinstitut steht nur für die eingeschickten Muster ein, nicht für die Serie.
  • Stellt die Aufsicht einen Mangel fest, kann sie einen Rückruf verlangen.

Was untersuchen die drei Behörden?

Plastikbeutel mit gebrochenem Metallteil, orangefarbenem Aufkleber „PRÜFUNG LÄUFT“ und Siegeln
Maextro bietet nach fehlgeschlagenem Bremstest von Dongchedi kostenlose Nachrüstung an. MIIT, SAMR und CAC untersuchen den Fall gemeinsam

Den Bremstest von Dongchedi hatte Maextro als Extremfall eingestuft und eine kostenlose Nachrüstung statt eines Rückrufs angeboten. Nun prüft das MIIT den Fall in einer gemeinsamen Untersuchungsgruppe mit der Marktaufsicht SAMR und der Internetaufsicht CAC. Laut Mitteilung knüpft die Gruppe an bereits laufende Prüfungen an und entscheidet nach geltendem Recht. Ergebnisse sollen zeitnah folgen.[1] Welche Rolle die CAC übernimmt, nennt die Mitteilung nicht. Die Behörde beaufsichtigt Inhalte im Internet, nicht die Fahrzeugtechnik.

Die JAC-Aktie hatte zwischen dem 8. und dem 15. Oktober gut ein Fünftel verloren. Nach der Ankündigung stieg sie am 16. Oktober um die an einem Handelstag höchstens zulässigen 10 Prozent.[2]

Warum beweist Maextros Gutachten so wenig?

Am 11. Oktober ließ Maextro Pedale beim Prüfinstitut CAERI testen. Vier Muster hielten 1.500 Newton aus, wie es die Branchennorm QC/T 788 verlangt, 14 weitere bis zu 3.000 Newton. Die Prüfpresse drückte dabei mit 20 Millimetern pro Minute, jede Last lag fünf Sekunden an.[3] Bei Dongchedi brach eine Halterung während einer Vollbremsung aus Tempo 100, gemessen wurden 1.612 Newton.[3] Die Bruchkraft lag damit knapp über dem Normwert, aber weit unter den 3.000 Newton aus dem Labor.

Die Norm QC/T 788 ist zudem nur eine Empfehlung. Die verbindliche Norm für Pkw-Bremsanlagen verlangt von Pedal und Halterung lediglich „ausreichende Festigkeit“, einen Zahlenwert nennt sie nicht.[4] Außerdem gilt der Bericht nur für die eingeschickten Teile. Für Teile aus der späteren Serienfertigung übernehme man „keinerlei Garantie“, sagte ein Mitarbeiter von CAERI.[5]

Ein Gutachten über eingeschickte Muster erklärt nicht, warum an drei Serienautos die Pedalhalterung brach.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Prüfstand gegen Vollbremsung
Was Maextros Gutachten misst und was beim Test von Dongchedi geschah
1.612 N
Pedalkraft, bei der eine Halterung während einer Vollbremsung aus Tempo 100 brach
1.500 N
verlangt die Branchennorm QC/T 788, eine Empfehlung ohne Pflicht
20 mm/min
Tempo, mit dem die Prüfpresse im Labor auf die eingeschickten Muster drückte
1,5 Mrd. €
Börsenwert, den JAC am 14. und 15. Oktober verlor

Was droht Maextro, und was gilt in Europa?

Stellt die Aufsicht einen Mangel fest, fordert sie den Hersteller nach Chinas Rückrufverordnung zum Rückruf auf. Bei Weigerung droht ein Bußgeld von bis zu 10 Prozent des Warenwerts.[6] Tesla rief in China zuletzt Autos zurück, um die Notentriegelung der Türen sichtbar zu machen, XPeng rief 33.473 Exemplare seines Vans X9 wegen der Luftfederung zurück. Neue Modelle will Peking künftig ein Jahr lang erproben lassen.

In der EU müssen Marktüberwachungsbehörden wie das Kraftfahrt-Bundesamt jedes Jahr mindestens ein Fahrzeug je 40.000 Neuzulassungen prüfen und begründete Beschwerden berücksichtigen.[7] Diese Prüfpflicht trifft auch Aito, eine Marke aus Huaweis Autoallianz, die 2027 auf den EU-Markt kommen will. Fuhrparkleiter sollten bei chinesischen Modellen nach Prüfberichten zu Serienteilen fragen, nicht nur nach Gutachten über eingeschickte Muster. Ungeklärte Mängel erhöhen zudem den Wertverlust des Elektroautos.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT)Drei Behörden untersuchen gemeinsam gebrochene Bremspedal-Halterungen (Titel übersetzt)15.10.2026
  2. CnEVPostJAC shares rebound by daily limit as Maextro V800 brake controversy faces joint probe16.10.2026
  3. WallstreetcnMaextro zum Pedalstreit: Eingeschickte Muster halten 3.000 Newton ohne Schaden (Titel übersetzt)13.10.2026
  4. YicaiWie viel Kraft muss ein Bremspedal aushalten? (Titel übersetzt)08.10.2026
  5. Central News Agency (Taiwan)Sicherheitsstreit um Huaweis Maextro V800: Prüfinstitut garantiert nicht für die Serie (Titel übersetzt)13.10.2026
  6. Chinesische RegierungVerordnung über die Verwaltung von Rückrufen mangelhafter Kraftfahrzeuge, Artikel 15 und 24 (2012)
  7. EUR-LexVerordnung (EU) 2018/858 über die Genehmigung und die Marktüberwachung von Kraftfahrzeugen, Artikel 8

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