Wago, bekannt für die orangefarbenen Klemmen in Millionen Schaltschränken, steigt ins Smart-Home-Geschäft für Elektroprofis ein. Die neuen Funkmodule setzen auf den offenen Standard Matter und kommen ohne Gateway aus.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenWann haben Sie zuletzt eine Wago-Klemme in der Hand gehabt? Wahrscheinlich öfter, als Sie denken, denn die Federklemmen aus Minden stecken in unzähligen Installationen. Mit Wago Home Automation überträgt das Familienunternehmen sein Kerngeschäft, die werkzeuglose Verbindungstechnik, erstmals in die vernetzte Gebäudesteuerung.
Das Wichtigste in Kürze
- Wago Home Automation feierte Weltpremiere auf der Messe Light + Building in Frankfurt
- Der Verkaufsstart im deutschsprachigen Raum ist für Juni 2026 geplant
- Die Module nutzen den offenen Standard Matter über Thread und Wi-Fi, ein Gateway entfällt
- Alle Modelle sind VDE-zertifiziert und nach der Norm IEC 62443-4-1 entwickelt
Was macht die Wago-Module besonders?

Der Clou steckt im Verzicht auf eine Zwischenschicht. Die Funkmodule sprechen Matter direkt über Thread oder Wi-Fi und lassen sich ohne herstellereigenes Gateway, ohne Cloud-Zwang und ohne Abomodell in bestehende Smart-Home-Plattformen einbinden. Für Elektriker bedeutet das weniger Hardware und mehr Wahlfreiheit beim Ökosystem.
Die erste Produktfamilie umfasst Aktoren für Schalten, Steckdosen und Jalousien, jeweils als Wi-Fi- und als Thread-Variante. Verbaut werden die Module in der Standard-Unterputzdose. Eingerichtet wird per App, die auch eine Offline-Projektplanung vor dem Kundentermin erlaubt.
Die Stärke knüpft an Wagos Markenzeichen an, die werkzeuglose Federklemme. Wie sich offene Standards und einfache Installation in der Industrie durchsetzen, zeigt auch der Blick auf den breiteren Trend zur offenen Automatisierung im Robotik-Umfeld.
Wenn ein Klemmenhersteller plötzlich Smart-Home-Module baut, dann ist das kein Strategieschwenk, sondern eine logische Verlängerung. Die Kernkompetenz bleibt die Verbindung, nur das Anwendungsfeld wandert von der Industrie ins Wohngebäude.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum ist die Zertifizierung das Verkaufsargument?

Im Profigeschäft zählt der Nachweis. Alle Wago-Module tragen das VDE-Prüfzeichen und wurden nach der Norm IEC 62443-4-1 für industrielle Steuerungssysteme entwickelt. Damit hebt sich Wago bewusst von vielen reinen Consumer-Modulen am Matter-Markt ab, die diese Prüftiefe nicht bieten.
Der Preis für die robuste Bauweise ist ein etwas größeres Gehäuse als bei kompakteren Consumer-Konkurrenten. Für Elektrofachbetriebe, die auf geprüfte Qualität und Haftungssicherheit angewiesen sind, dürfte das ein nachrangiges Argument sein.
