Produkte für den Online-Verkauf zu fotografieren, verlangt weniger Technik als Planung. In Nutzertests des Baymard Institute begannen 56 Prozent der Besucher einer Produktseite damit, die Bilder durchzusehen. Gefragt ist also eine Galerie, die jede Frage zu Größe, Material und Nutzen beantwortet, bevor die Kundschaft sie stellt.

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Beim Online-Shopping muss ein Produktfoto häufig die Aufgabe übernehmen, die in einem Ladengeschäft normalerweise der Warenpräsentation zukommt. Käufer können das Produkt weder anfassen noch seine Qualität aus der Nähe prüfen. Bilder entscheiden daher oft darüber, ob jemand innehält und den Artikel kauft oder einfach weiterscrollt. Hochwertige Fotos bilden somit eine der wichtigsten Grundlagen für erfolgreiche Online-Verkäufe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das erste Bild zeigt das Produkt vollständig und ohne Requisiten, Amazon verlangt dafür einen weißen Hintergrund ohne Text, Logo oder Rahmen.
  • Jedes weitere Galeriebild beantwortet eine neue Frage: Rückseite, Detail, Größenvergleich, Anwendung und Lieferumfang.
  • Weiches Fensterlicht, ein fester Weißabgleich und ein schriftlicher Bild-Styleguide genügen für einheitliche Aufnahmen ohne Studio.
  • Ab dem 31. Januar 2027 akzeptiert Google im Merchant Center nur noch Produktbilder ab 500 mal 500 Pixeln, empfohlen sind 1.500 mal 1.500.
Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie die Regeln für Produktfotos?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1Welcher Anteil der Nutzer sah sich in den Tests des Baymard Institute auf einer Produktseite zuerst die Bilder an?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Laut Baymard begannen 56 Prozent der Testpersonen damit, die Produktbilder durchzusehen. Das erste Kapitel zeigt, warum schwache Bilder auf den ganzen Shop abfärben.
2Was darf auf dem Hauptbild bei Amazon zu sehen sein?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Amazon lässt auf dem Hauptbild nur das Produkt auf weißem Hintergrund zu, ohne Text, Logo oder Rahmen. Die Tabelle im zweiten Kapitel vergleicht die Vorgaben von Amazon, Google und eBay.
3Ab wann verlangt Google im Merchant Center mindestens 500 mal 500 Pixel je Produktbild?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Google hat die Mindestgröße für den 31. Januar 2027 angekündigt und empfiehlt 1.500 mal 1.500 Pixel. Mehr dazu steht im Kapitel über den Export der Bilder.
4Warum sollten Sie beim Fotografieren am Fenster das Raumlicht ausschalten?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Tageslicht und eine warme Deckenlampe färben das Produkt unterschiedlich ein. Ein fest eingestellter Weißabgleich und eine Graukarte sorgen zusätzlich für neutrale Farben, wie das Kapitel zum Licht erklärt.
5Welche KI-Bearbeitung fällt nach Einschätzung der Redaktion unter die Ausnahme für Standardbearbeitung der EU-KI-Verordnung?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Artikel 50 nimmt Systeme aus, die nur die Standardbearbeitung unterstützen oder die Eingabedaten nicht wesentlich verändern. Das bloße Freistellen gehört nach unserer Einschätzung dazu, generierte Szenen nicht.

Warum entscheiden Produktfotos im Onlineshop über den Kauf?

Teekanne unter Glasglocke auf Sockel mit Schild
Produktfotos im Onlineshop ersetzen das Anfassen. 56 Prozent der Nutzer schauen sich zuerst die Bilder an, um Größe, Material, Farbe und Verarbeitung zu erkennen

Produktfotos ersetzen im Onlineshop das Anfassen: Größe, Material, Farbe und Verarbeitung erkennt die Kundschaft nur über die Bilder, deshalb schauen viele Besucher zuerst in die Galerie. Das Baymard Institute berichtete 2020 aus seinen Usability-Tests, dass sich 56 Prozent der Nutzer auf einer Produktseite als Erstes die Bilder ansehen.

Gute Aufnahmen zeigen Größe, Form, Textur, Farbe und Details eines Produkts. Gleichzeitig vermitteln die Bilder potenziellen Käufern eine Vorstellung davon, wie sich der Artikel in ihren Alltag integrieren lässt. Ebenso wichtig ist eine einheitliche und wiedererkennbare visuelle Identität. Eine solche Identität trägt dazu bei, langfristig einen stabilen und vertrauensvollen Kundenstamm aufzubauen. In diesem Artikel finden Sie praktische Tipps zur Produktfotografie aus der Perspektive des E-Commerce.

Schwache Bilder kosten mehr als den einzelnen Verkauf. Im Benchmark des Baymard Institute von 2020 lieferte ein Viertel der untersuchten Shops Produktbilder, die für eine genaue Prüfung zu grob aufgelöst oder zu wenig zoombar waren. Testpersonen, die bei zwei oder mehr Produkten solche Bilder sahen, übertrugen den schlechten Eindruck auf den ganzen Shop und wanderten teils zur Konkurrenz ab, um sich dort die fehlenden Details anzusehen.

Auch bei den Retouren spielen Bilder eine Rolle, allerdings eine begrenzte. Im Retourenkompendium des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) von 2023 nennen rund 83 Prozent der befragten Onlinehändler eine detaillierte Beschreibung samt genauer Produktdarstellung als größten Hebel gegen hohe Rücksendequoten. Dieselbe Publikation hält fest, dass bessere Fotos, Zoom und Videos die Quoten vieler Anbieter bislang nicht nachhaltig gesenkt haben. Der Grund liegt vor allem im Modehandel: Viele Kundinnen und Kunden bestellen dort gewohnheitsmäßig mehrere Größen zur Auswahl.

Genaue Fotos lohnen sich aus unserer Sicht trotzdem. Ein Foto, das eine Naht, einen Farbton oder eine Größe falsch vermittelt, erzeugt eine Retoure mit Ansage. Gegen Auswahlbestellungen hilft kein Bild, gegen die Enttäuschung über ein anders aussehendes Produkt sehr wohl.

Auf den Punkt

Käufer prüfen online zuerst die Bilder und schließen von schwachen Fotos auf den ganzen Shop. Genaue Aufnahmen verhindern Retouren aus falscher Erwartung, Auswahlbestellungen bleiben davon unberührt.

Was muss das erste Produktbild zeigen?

Espressotasse auf Siegertreppchen
Das Hauptbild zeigt nur das Produkt: Amazon verlangt dafür einen weißen Hintergrund ohne Text, Logo oder Rahmen.

Das erste Bild zeigt das Produkt vollständig, unverdeckt und ohne Requisiten vor einem ruhigen, meist weißen Hintergrund, damit die Kundschaft schon in der Trefferliste erkennt, was angeboten wird. Amazon und Google Shopping schreiben diese Form für das Hauptbild vor.

Tipp 1: Stellen Sie das Produkt in den Mittelpunkt

Damit Betrachter zu Käufern werden, müssen sie auf Anhieb verstehen können, was Sie verkaufen. Präsentieren Sie das Produkt vollständig und eindeutig und verzichten Sie auf Requisiten, die vom eigentlichen Motiv ablenken könnten. Ist die Umgebung zu unruhig, können Sie mit speziellen Bildbearbeitungswerkzeugen den Hintergrund entfernen. Zu viele Elemente im Hintergrund erschweren den klaren Blick auf das Produkt.

Überlegen Sie, was ein Kunde wahrscheinlich zuerst sehen möchte. Bei einem Paar Schuhe sind das beispielsweise Form, Farbe und Material. Bei einem Küchengerät sollten Bedienelemente, Größe und das allgemeine Erscheinungsbild deutlich zu erkennen sein. Lifestyle-Aufnahmen und andere erzählerische Elemente sind ebenfalls wichtig und werden weiter unten behandelt. Das erste Bild in der Produktgalerie sollte den Artikel jedoch zunächst möglichst klar und unverfälscht zeigen.

Die großen Verkaufsplattformen haben aus dieser Faustregel feste Vorgaben gemacht. Amazon lässt auf dem Hauptbild nur das Produkt auf weißem Hintergrund zu, ohne Texte, Logos, Rahmen oder andere grafische Elemente, wie der Händlerbund 2023 zusammengefasst hat. Erfüllt das erste Bild die Anforderungen nicht, darf Amazon ein anderes Bild nach vorn ziehen oder den Hintergrund selbst anpassen. Google verlangt im Merchant Center, das gesamte Produkt möglichst unverfälscht zu zeigen und auf Werbeelemente, Platzhalter und bloße Logos zu verzichten.

PlattformHauptbildWeitere BilderTechnische Grenzen
AmazonNur das Produkt auf weißem Hintergrund, kein Text, kein Logo, kein RahmenMindestens ein Bild Pflicht, sechs Bilder und ein Video empfohlenAmazon kann Reihenfolge und Hintergrund selbst ändern
Google Merchant CenterGesamtes Produkt, möglichst ohne Inszenierung, keine WerbeelementeÜber das Attribut „Zusätzlicher Bildlink“, dort auch AnwendungsbilderAb 31.01.2027 mindestens 500 × 500 Pixel, empfohlen 1.500 × 1.500, höchstens 64 Megapixel und 16 MB
eBayDas erste Foto erscheint als Hauptfoto neben der Artikelbezeichnung in der SucheBis zu 24 Fotos je AngebotHöchstens 12 MB je Foto, keine Kontaktdaten oder Links im Bild

Im eigenen Shop gibt Ihnen niemand diese Regeln vor. Viele Händler mischen deshalb freigestellte Herstellerbilder mit eigenen Tischfotos, weil jede Quelle für sich brauchbar aussieht. Ein gleichmäßiger Freiraum rund um das Produkt lässt die Kategorieseite spürbar ruhiger wirken, wie unser Beitrag über die Bedeutung von Whitespace im Design ausführt. Planen Sie deshalb auf jeder Seite des Hauptbilds einen gleich breiten Rand ein.

Auf den Punkt

Das Hauptbild zeigt nur das Produkt, vollständig und vor ruhigem Grund. Amazon und Google haben das zur Pflicht gemacht, im eigenen Shop sichert ein einheitlicher Rand dieselbe Ruhe.

Wie erzählt eine Bildergalerie das Produkt vollständig?

Orangefarbenes Faltblatt mit Tassengrafiken in verschiedenen Stadien und dem Text „Komplett“
Sechs Galeriebilder beantworten sechs Fragen: Gesamtansicht, zweite Perspektive, Detail, Größenvergleich, Anwendung und Lieferumfang.

Eine gute Galerie beantwortet mit jedem Bild eine neue Frage: Gesamtansicht, zweite Perspektive, Detail, Größenvergleich, Anwendung und Lieferumfang ergeben zusammen einen Eindruck, der dem Griff ins Regal nahekommt. Ansichten, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen, verlängern die Galerie, ohne etwas zu erklären.

Tipp 2: Zeigen Sie die praktische Anwendung

Produktfotos für Onlineshops sollten ansprechend aussehen. Menschen kaufen einen Artikel jedoch nur selten allein deshalb, weil er hübsch ist. Das beworbene Produkt sollte einen Bezug zum Alltag potenzieller Kunden haben und ihnen einen konkreten Nutzen bieten. Genau das sollten Ihre Aufnahmen vermitteln.

Fotografieren Sie das Produkt aus mehreren Perspektiven, wobei jedes Bild der Galerie neue Informationen liefern sollte. Eine Frontalaufnahme zeigt das grundlegende Design, während eine Seiten- oder Rückansicht mehr über die Form oder die Bedienelemente verraten kann. Nahaufnahmen eignen sich für Details wie Stoffstruktur, Nähte, Knöpfe, Oberflächen oder Etiketten. Bei kleinen Artikeln wie Schmuck kann ein größeres Vergleichsobjekt dabei helfen, die tatsächlichen Abmessungen zu verdeutlichen.

Vermeiden Sie nahezu identische Aufnahmen. Jedes neue Foto sollte einen bestimmten Zweck erfüllen. Eine handgefertigte Tasche könnten Sie beispielsweise zunächst vollständig zeigen. Anschließend folgen eine Nahaufnahme des Materials, ein Bild des Innenraums und eine Lifestyle-Aufnahme, auf der eine Person die Tasche hält und dadurch ihre Größe veranschaulicht.

Wie viel an der Größe hängt, hat das Baymard Institute 2017 gemessen. In den Tests versuchten 42 Prozent der Nutzer, die Größe eines Produkts aus den Bildern abzuleiten. Trotzdem boten 28 Prozent der 60 untersuchten großen Shops kein einziges Größenvergleichsbild an. Die Folge waren falsche Schätzungen: Testpersonen hielten passende Produkte für zu groß oder zu klein und verwarfen sie. Freisteller verstärken diesen Effekt, weil ohne Schatten und Umgebung jeder Maßstab fehlt.

Für die Reihenfolge hat sich eine feste Dramaturgie bewährt, die Sie für jede Produktgruppe einmal festlegen. Kleidung braucht zusätzlich eine Rückansicht und eine Aufnahme der Passform, Technik stattdessen den Blick auf Anschlüsse und Bedienelemente. Die folgende Übersicht zeigt eine Grundordnung für sechs Bilder, die sich auf die meisten Sortimente übertragen lässt.

Die Galerie in sechs Bildern

Jede Position beantwortet eine eigene Kundenfrage

1
Gesamtansicht

Das ganze Produkt auf weißem Grund, ohne Requisiten. Dieses Bild erscheint in Suche und Anzeigen.

2
Zweite Perspektive

Seite oder Rückseite zeigen Form, Anschlüsse und Bedienelemente.

3
Detail

Naht, Stoff, Oberfläche oder Etikett in der Nahaufnahme, scharf bis in den Zoom.

4
Größenvergleich

Ein bekanntes Objekt daneben. 42 Prozent der Testpersonen schätzten die Größe aus den Bildern.

5
Anwendung

Das Produkt im Einsatz als Lifestyle-Aufnahme, immer hinter dem Hauptbild.

6
Lieferumfang

Alles, was im Paket liegt, samt Zubehör und Verpackung.

Welches Licht braucht ein gutes Produktfoto?

Modellfenster mit kleiner oranger Vase und Aufsteller mit dem Wort
Ein Fenster mit diffusem Tageslicht und ein weißer Karton als Aufheller genügen für die meisten Produktfotos.

Weiches, gleichmäßiges Licht aus einer großen Quelle reicht für die meisten Produkte: Ein Fenster mit diffusem Tageslicht, ein Aufheller auf der Gegenseite und ein fester Weißabgleich liefern saubere Aufnahmen ohne harte Schatten. Teure Studioblitze brauchen Sie erst bei hohen Stückzahlen oder schwierigen Oberflächen.

Tipp 3: Achten Sie auf die Beleuchtung

Zu den wichtigsten Produktfotografie-Tipps gehört der gezielte Einsatz von Licht. Dafür benötigen Sie jedoch nicht unbedingt einen komplizierten Aufbau. Besonders bei kleineren Artikeln ist ein Fenster mit weichem Tageslicht ein guter Ausgangspunkt. Vermeiden Sie harte Schatten und überbelichtete Stellen und achten Sie darauf, dass Ihr Motiv gleichmäßig ausgeleuchtet ist.

Bestimmen Sie den wichtigsten Vorteil Ihres Produkts und rücken Sie ihn buchstäblich ins richtige Licht. Bei Strickwaren sollte die Struktur des Materials klar erkennbar sein. Eine Glasflasche muss dagegen sorgfältig positioniert werden, damit sich Reflexionen kontrollieren lassen. Bei glänzenden Verpackungen können Sie die Lichtquellen versetzen, um abwechslungsreichere Bilder zu erhalten, ohne vom eigentlichen Produkt abzulenken.

Am Fenster fällt das Licht nur von einer Seite ein, die Schattenseite des Produkts gerät deshalb leicht zu dunkel. Ein weißer Karton oder eine Styroporplatte gegenüber dem Fenster wirft einen Teil des Lichts zurück und hellt diese Seite auf. Hängen Sie bei direkter Sonne ein dünnes weißes Tuch oder Backpapier als Diffusor vor die Scheibe: Aus dem harten Sonnenfleck wird dann eine große, weiche Lichtfläche.

Gefährlicher als zu wenig Licht ist gemischtes Licht. Tageslicht vom Fenster und eine warme Deckenlampe erzeugen im selben Bild zwei Farbstiche, die sich später nur mit viel Handarbeit ausgleichen lassen. Schalten Sie deshalb das Raumlicht aus und stellen Sie den Weißabgleich der Kamera fest ein, statt ihn der Automatik zu überlassen. Eine Graukarte im ersten Bild jeder Serie liefert in der Nachbearbeitung einen neutralen Bezugspunkt, damit Rot auch im Shop rot aussieht.

Glänzende und durchsichtige Produkte brauchen einen eigenen Lichtaufbau. Große, diffuse Lichtquellen erzeugen auf Metall und Lack weiche Spiegelungen statt greller Punkte. Bei Glas betonen schwarze Kartonstreifen neben dem Motiv die Konturen, weil sich der dunkle Karton in den Kanten spiegelt. Welche Leuchten, Lichtzelte und Objektive sich für ein kleines Heimstudio lohnen, fasst unser ausführlicher Ratgeber zur Produktfotografie zusammen.

Aktuelle Smartphones genügen für viele Shops, verzerren aber mit dem Weitwinkel-Hauptobjektiv nahe Produkte. Treten Sie deshalb einen Schritt zurück und nutzen Sie das Teleobjektiv oder einen engeren Ausschnitt. Ein kleines Stativ und der Selbstauslöser verhindern Verwacklungen, die erst in der Zoomansicht des Shops auffallen.

Auf den Punkt
  • Eine Lichtquelle: großes Fenster, bei Sonne mit Tuch gestreut
  • Ein Aufheller: weißer Karton gegenüber dem Fenster
  • Kein Mischlicht: Raumlicht aus, Weißabgleich fest einstellen
  • Kein Weitwinkel: Abstand halten, Tele-Modus nutzen

Wann lohnen sich Lifestyle-Aufnahmen?

Orangefarbene Kaffeemühle neben Miniatur-Esstisch und -Stühlen auf weißem Hintergrund
Lifestyle-Aufnahmen zeigen Größe und Nutzung, gehören in der Galerie aber hinter das Hauptbild.

Lifestyle-Aufnahmen lohnen sich, sobald Größe, Funktion oder Nutzungskontext auf dem Freisteller unklar bleiben; sie gehören als Ergänzung hinter das Hauptbild und nie an seine Stelle. Google sieht für inszenierte Bilder ausdrücklich das Attribut „Zusätzlicher Bildlink“ vor.

Tipp 4: Ergänzen Sie Lifestyle-Aufnahmen

Lifestyle-Fotos helfen potenziellen Kunden dabei, sich vorzustellen, wie ein neuer Artikel Teil ihres Alltags werden könnte. Solche Bilder erzählen eine Geschichte, zu der die Zielgruppe eine emotionale Verbindung aufbauen kann. Größe, Funktion und Nutzungskontext sind auf einem schlichten Produktbild nicht immer eindeutig zu erkennen. Deshalb lohnt sich der Aufwand, das Produkt in einer passenden Umgebung zu präsentieren.

Eine Schreibtischlampe kann an einem echten Arbeitsplatz gezeigt werden, ein Rucksack neben oder an einer Person und ein Geschirrset auf einem gedeckten Esstisch. Variieren Sie die Umgebung, um das Produkt aus einer möglichst vorteilhaften Perspektive zu präsentieren. Personen im Bild können zeigen, wie ein Artikel getragen oder verwendet wird. Fällt jedoch das Model stärker auf als das beworbene Produkt, verfehlt die Aufnahme ihren Zweck.

Ein Lifestyle-Shooting kostet deutlich mehr Zeit als ein Freisteller. Requisiten, ein passender Raum und oft ein Model kommen hinzu, bei Personen auch eine schriftliche Einwilligung samt geklärten Nutzungsrechten. Für kleine Sortimente reicht deshalb meist eine gute Szene je Produktlinie, die Sie für alle Varianten wiederverwenden. Ein Geschirrset in drei Farben braucht keine drei gedeckten Tische.

Verlockend sind KI-Werkzeuge, die hinter ein freigestelltes Produkt eine komplette Küche oder ein Wohnzimmer setzen. Händler sparen so das Shooting, verändern aber den Bildinhalt deutlich stärker als beim bloßen Entfernen eines Hintergrunds. Google verlangt im Merchant Center bereits, die Metadaten KI-generierter Bilder vollständig beizubehalten. Was die EU-KI-Verordnung dazu sagt, klärt das Kapitel zu den rechtlichen Regeln weiter unten.

Auf den Punkt

Lifestyle-Bilder erklären Größe und Nutzen, die ein Freisteller offenlässt. Eine gut geplante Szene je Produktlinie genügt, das Hauptbild bleibt davon unberührt.

Wie sorgen Sie für ein einheitliches Erscheinungsbild?

Fünf orangefarbene Tassen in einer Reihe, davor ein Lineal mit der Aufschrift „Styleguide“
Ein Bild-Styleguide legt Licht, Kamerahöhe, Ausschnitt, Farbe und Dateinamen für jedes Shooting fest.

Ein einheitliches Erscheinungsbild entsteht durch feste Vorgaben für Licht, Kamerahöhe, Abstand, Bildausschnitt und Hintergrund, die Sie bei jedem Shooting wiederholen und in einem kurzen Bild-Styleguide schriftlich festhalten. Ohne diese Vorgaben wirkt schon die zweite Produktserie wie aus einem anderen Shop.

Tipp 5: Sorgen Sie für ein einheitliches Erscheinungsbild

Sehen Kunden mehrere Produkte nacheinander an, können selbst kleine Unterschiede zwischen den Bildern störend wirken. Ein Artikel füllt möglicherweise einen großen Teil des Bildes aus, während ein anderer deutlich kleiner erscheint. Die Hintergründe können einmal warm und einmal kühl wirken oder der Kamerawinkel verändert sich von Bild zu Bild. Jede Aufnahme mag für sich gelungen sein. Trägt das einzelne Bild jedoch nicht zur visuellen Identität Ihrer Marke bei, entsteht kein stimmiges Gesamtbild. Bestehende und potenzielle Kunden sollten eine klare Vorstellung von Ihrer Marke entwickeln und sie anhand der Bilder sofort wiedererkennen können.

Fotografieren Sie mehrere Artikel aus derselben Kollektion, sollten Richtung und Qualität des Lichts möglichst gleich bleiben. Positionieren Sie die Kamera ungefähr auf derselben Höhe und in derselben Entfernung und platzieren Sie die Produkte ähnlich im Bild. Sie können die Positionen von Kamera und Aufnahmetisch markieren, um den Aufbau später leichter nachzustellen. So erkennen Käufer, dass alle Aufnahmen zu einer gemeinsamen visuellen Geschichte gehören und dieselbe Botschaft vermitteln.

Mit der Mindestgröße von 500 mal 500 Pixeln im Google Merchant Center ab 2027 bekommen viele Shops ihren ersten Bild-Styleguide von einem Suchkonzern diktiert, statt ihn selbst zu schreiben.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Ein Bild-Styleguide passt auf eine Seite und spart bei jedem Nachshooting Diskussionen. Das Dokument legt das Seitenverhältnis fest, meist quadratisch, weil viele Shop-Themes und Marktplätze die Kacheln so zuschneiden. Hinzu kommen der Randabstand um das Produkt, die Behandlung von Schatten, die Farbe des Hintergrunds und das Farbprofil sRGB, das Browser als Standard erwarten.

Ebenso gehören Dateinamen und Reihenfolge in das Dokument. Ein Schema wie „artikelnummer-ansicht-farbe“ macht jedes Bild ohne Vorschau auffindbar und hilft zugleich der Bildersuche. Legen Sie außerdem fest, welche Aufnahme an welcher Galerieposition steht, damit Kundinnen und Kunden bei jedem Produkt dieselbe Ordnung vorfinden.

Markieren Sie zum Schluss den Aufbau: Klebeband auf dem Boden zeigt den Platz des Stativs, ein Maßband am Aufnahmetisch hält den Abstand fest. Ein Foto des gesamten Sets kommt in den Styleguide. Ein halbes Jahr später baut damit auch eine Aushilfe den Lichtaufbau so nach, wie Sie ihn beim ersten Shooting eingerichtet haben.

Der Bild-Styleguide auf einer Seite

Fünf Festlegungen für einheitliche Produktfotos

1
Licht

Eine Hauptquelle mit fester Richtung, Aufheller gegenüber, Raumlicht aus.

2
Kamera

Höhe, Abstand und Brennweite notieren, Stativ und Tisch am Boden markieren.

3
Ausschnitt

Quadratisches Format, gleicher Rand auf allen Seiten, Produkt mittig.

4
Farbe

Weißabgleich fest, Graukarte zu Beginn jeder Serie, Export im Farbprofil sRGB.

5
Dateien

Dateinamen nach Schema, Alt-Text je Bild, feste Position in der Galerie.

Was leistet die Nachbearbeitung und wo liegen ihre Grenzen?

Schere, ausgeschnittene Teekannenform und Etikett mit Aufschriften auf weißem Papier
KI stellt Motive mit klaren Konturen in Sekunden frei, bei Fell, Glas und Spiegelungen bleibt die Kontrolle der Kanten Pflicht.

Die Nachbearbeitung korrigiert Belichtung, Farbe und Ausschnitt, entfernt Staub und stellt Produkte frei; das Produkt selbst darf sie nicht verändern, weil die Kundschaft genau das Gezeigte erwartet. Je sauberer die Aufnahme, desto weniger Zeit kostet dieser Schritt.

Das Freistellen hat sich durch KI stark vereinfacht. Programme erkennen das Motiv selbstständig und trennen das Produkt mit einem Klick vom Hintergrund, eine Maske von Hand brauchen Sie bei klaren Konturen nicht mehr. Luminar von Skylum etwa ersetzt den entfernten Hintergrund anschließend durch eine Farbfläche, einen Verlauf oder eine neue Szene, läuft unter macOS und Windows und bearbeitet die Bilder auf dem eigenen Rechner. Vergleichbare Funktionen bieten Photoshop, Adobe Firefly und die Bildwerkzeuge vieler Shopsysteme.

An ihre Grenzen stoßen alle diese Werkzeuge bei denselben Motiven. Fell, feine Härchen, Glas, klarer Kunststoff und spiegelnde Flächen lassen sich schwer vom Hintergrund trennen, die Kanten fransen aus oder übernehmen Farbe aus der alten Umgebung. Prüfen Sie jedes Ergebnis deshalb in der 100-Prozent-Ansicht, bevor Sie eine ganze Serie exportieren. Mit dem Hintergrund verschwindet außerdem der natürliche Schatten, das Produkt scheint dann über der Fläche zu schweben. Ein dezenter, nachträglich angelegter Schatten stellt das Motiv wieder auf den Boden.

Kleine Retuschen gehören zum Handwerk. Staub auf dunklem Lack, Fusseln auf Stoff und Kratzer auf der Verpackung fallen in der Zoomansicht sofort auf und wirken wie Gebrauchsspuren. Wie Sie Staub und Kratzer in Photoshop mit dem Bereichsreparatur-Pinsel entfernen, zeigt unser Tutorial Schritt für Schritt.

Die Grenze verläuft dort, wo die Bearbeitung das Produkt selbst verändert. Ein geschönter Farbton, eine wegretuschierte Naht oder ein digital geglätteter Stoff löst genau die Retoure aus, die das gute Foto vermeiden sollte. Bei B-Ware und gebrauchten Artikeln zeigen Sie Mängel ausdrücklich, statt sie zu verstecken. Wir halten diese Ehrlichkeit für das billigste Retourenmanagement, das ein Shop betreiben kann.

Auf den Punkt

KI stellt Motive mit klaren Konturen in Sekunden frei, bei Fell, Glas und Spiegelungen bleibt die Kontrolle in der 100-Prozent-Ansicht Pflicht. Retuschiert wird Staub, nie das Produkt selbst.

Welche Regeln gelten rechtlich für Produktbilder?

Graue Kamera mit Gurt, orangefarbenem Schild (§ 72) und Vorhängeschloss auf weißem Grund
Jedes Produktfoto ist nach § 72 Urheberrechtsgesetz 50 Jahre ab Erscheinen geschützt, fremde Bilder brauchen eine Erlaubnis.

Drei Regelwerke berühren Produktbilder im deutschen Onlinehandel direkt: der Lichtbildschutz nach § 72 Urheberrechtsgesetz, die Barrierefreiheitspflichten für Onlineshops und seit August 2026 die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung. Hinzu kommen die Bildrichtlinien der Plattformen, auf denen Sie verkaufen.

Jedes Foto ist geschützt, auch der schlichte Packshot vor weißem Grund. Nach § 72 des Urheberrechtsgesetzes steht das Recht an einem Lichtbild dem Fotografen zu und erlischt erst 50 Jahre nach dem Erscheinen. Herstellerfotos, Bilder anderer Händler oder Motive aus einer Suchmaschine dürfen Sie deshalb nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verwenden. eBay untersagt in seinen Grundsätzen ebenfalls das Kopieren fremder Bilder ohne Erlaubnis. Beauftragen Sie einen Fotografen, lassen Sie sich die Nutzungsrechte für Shop, Marktplätze, Werbung und Social Media schriftlich einräumen.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die Verbrauchern angeboten werden, also für die meisten Onlineshops. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Als technischer Maßstab dient die Norm EN 301 549, die auf die Web-Richtlinien WCAG 2.1 in der Stufe AA verweist. Das Erfolgskriterium 1.1.1 der WCAG verlangt für jedes informative Bild eine Textalternative. Ein Alt-Text wie „Braune Ledertasche mit Messingschnalle, Frontansicht“ hilft Menschen mit Screenreader und zugleich der Bildersuche.

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Anbieter von KI-Systemen, die Bilder erzeugen, müssen ihre Ergebnisse maschinenlesbar als künstlich erzeugt markieren. Diese Pflicht gilt ausdrücklich nicht, soweit ein System nur eine unterstützende Funktion für die Standardbearbeitung ausführt oder die Eingabedaten nicht wesentlich verändert. Das Entfernen eines Hintergrunds fällt nach unserer Einschätzung unter diese Ausnahme, eine komplett generierte Wohnzimmerszene dagegen nicht.

Für Händler folgt daraus eine einfache Regel: Entfernen Sie die KI-Kennzeichnung generierter Bilder nicht, auch wenn das Werkzeug sie nur in den Metadaten ablegt. Google Merchant Center verlangt ohnehin, diese Metadaten beizubehalten. Im Zweifel klärt eine kurze Rechtsberatung die Einordnung, bevor ganze Kollektionen mit generierten Szenen online gehen.

RegelwerkWas giltWas das für Produktfotos heißt
§ 72 UrhG (Lichtbildschutz)Jedes Foto geschützt, 50 Jahre ab ErscheinenFremde Bilder nur mit Erlaubnis, Nutzungsrechte schriftlich regeln
BarrierefreiheitsstärkungsgesetzSeit 28.06.2025 für Onlineshops, Kleinstunternehmen ausgenommenAussagekräftiger Alt-Text für jedes informative Produktbild
EU-KI-Verordnung, Art. 50Seit 02.08.2026 Markierungspflicht für KI-erzeugte Inhalte, Ausnahme für StandardbearbeitungFreistellen unkritisch, generierte Szenen mit Kennzeichnung
Google Merchant CenterMetadaten KI-generierter Bilder beibehaltenBeim Export keine Metadaten entfernen
Auf den Punkt

Fremde Fotos brauchen eine Erlaubnis, eigene Produktbilder einen Alt-Text. Generierte Szenen behalten ihre KI-Markierung, das bloße Freistellen fällt unter die Ausnahme für Standardbearbeitung.

Wie kommen die Bilder schnell und auffindbar in den Shop?

Eine orangefarbene Stoppuhr mit einem Anhänger mit der Aufschrift „Schnell“ auf einem Stapel Papier
Das Hauptbild bestimmt oft den Ladewert Largest Contentful Paint, den Google unter 2,5 Sekunden als gut bewertet.

Schnell und auffindbar werden Produktbilder durch moderne Formate wie WebP oder AVIF, beschreibende Dateinamen und Alt-Texte sowie eine Auflösung, die Zoom erlaubt und die Vorgaben von Google Shopping erfüllt. Beim Export entscheidet sich, ob die Bilder den Zoom aushalten und trotzdem schnell laden.

Ab dem 31. Januar 2027 müssen alle Produktbilder im Merchant Center mindestens 500 mal 500 Pixel groß sein, für gute Ergebnisse in allen Anzeigenformaten empfiehlt Google 1.500 mal 1.500 Pixel. Die Obergrenze liegt bei 64 Megapixeln und 16 MB pro Datei. Exportieren Sie Ihre Originale deshalb in hoher Auflösung und erzeugen Sie die kleineren Varianten für den Shop daraus.

Tauschen Sie ein Foto unter derselben Adresse aus, kann Google bis zu sechs Wochen brauchen, bis das neue Bild erscheint. Mit einer neuen, eindeutigen URL crawlt Google das Bild in der Regel innerhalb von 24 bis 72 Stunden.

Im eigenen Shop zählt vor allem die Ladezeit. Das Hauptbild ist auf Produktseiten häufig das größte sichtbare Element und bestimmt damit den Messwert Largest Contentful Paint, der nach Googles Vorgaben unter 2,5 Sekunden liegen sollte. Google unterstützt für Bilder unter anderem die Formate JPEG, PNG, WebP und AVIF. Laden Sie das Hauptbild nicht verzögert nach, weil sonst genau das wichtigste Element als Letztes erscheint.

Für die Suche empfiehlt Google in seinen Richtlinien zur Bildersuche kurze, aussagekräftige Dateinamen und hält den Alt-Text für das wichtigste Attribut, um ein Bild zu beschreiben. Ein Dateiname wie „ledertasche-braun-frontansicht.webp“ hilft der Suchmaschine mehr als „IMG_4711.jpg“. Den Alt-Text schreiben Sie so, wie Sie das Bild einer Person am Telefon beschreiben würden.

Auf den Punkt
  • Auflösung: Original ab 1.500 Pixel Kantenlänge, Google-Minimum 500 ab 2027
  • Format: WebP oder AVIF für den Shop, Hauptbild ohne Lazy Loading
  • Austausch: neues Bild unter neuer URL einreichen
  • Metadaten: sprechender Dateiname und Alt-Text je Bild

Wie planen Sie Ihr nächstes Produktshooting?

Eine Liste der Kundenfragen und eine feste Bildliste stehen vor jedem Produktshooting.

Planen Sie das Shooting von den Fragen der Kundschaft her: Erst steht fest, was ein Käufer vor dem Kauf sehen muss, dann folgen Bildliste, Lichtaufbau, Nachbearbeitung und Export nach festen Regeln. Diese Reihenfolge verhindert, dass erst nach dem Abbau auffällt, welche Ansichten fehlen.

Wirkungsvolle Produktfotos für den Online-Verkauf erfordern weder komplizierte Ausrüstung noch ein großes Studio. Fragen Sie sich zunächst, was ein potenzieller Käufer sehen muss, bevor er sich für den Kauf entscheidet. Sobald Sie die Antwort kennen, können Sie diese Informationen in Ihren Bildern vermitteln und zugleich die grundlegende Idee und Ästhetik Ihrer Marke berücksichtigen.

Für das nächste Shooting hat sich dieser Ablauf bewährt:

  1. Kundenfragen aus Bewertungen, Retourengründen und Support-Anfragen sammeln
  2. Bildliste je Produkt nach der Galerie-Reihenfolge anlegen
  3. Licht, Kamerahöhe und Abstand nach dem Styleguide aufbauen und markieren
  4. Testbild mit Graukarte aufnehmen und in der 100-Prozent-Ansicht prüfen
  5. Serie fotografieren, freistellen und nur Staub oder Fusseln retuschieren
  6. Bilder mit sprechenden Dateinamen, Alt-Texten und passender Auflösung exportieren

Wenden Sie diese Tipps zur Produktfotografie bei Ihrem nächsten Shooting an und prüfen Sie anschließend, wie die Ergebnisse im gesamten Produktsortiment wirken. Schon kleine Verbesserungen bei der Präsentation einzelner Artikel können Ihren Onlineshop übersichtlicher, einheitlicher und benutzerfreundlicher machen.

Auf den Punkt

Gute Produktfotos beginnen mit der Liste der Kundenfragen, nicht mit der Kamera. Der Styleguide macht aus einem gelungenen Shooting einen wiederholbaren Ablauf.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Produktfotos

Geöffnetes Buch mit
Das Glossar erklärt 14 Fachbegriffe rund um Produktfotos, von Alt-Text bis Weißabgleich.

Alt-Text

Alt-Text ist die Textalternative eines Bildes im HTML-Attribut „alt“. Screenreader lesen den Text sehbehinderten Menschen vor, Suchmaschinen nutzen ihn, um den Bildinhalt zu verstehen. Für Onlineshops verlangen die WCAG über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz einen aussagekräftigen Alt-Text für jedes informative Produktbild.

AVIF

AVIF (AV1 Image File Format) ist ein modernes Bildformat, das Fotos bei gleicher Qualität meist kleiner speichert als JPEG. Google unterstützt AVIF in der Bildersuche. Für Produktbilder verkürzt das Format die Ladezeit, ältere Systeme brauchen allerdings eine Ausweichdatei im JPEG-Format.

Diffusor

Diffusor heißt jedes lichtdurchlässige Material, das hartes Licht streut und weicher macht, etwa ein weißes Tuch, Backpapier oder eine Softbox. In der Produktfotografie verwandelt ein Diffusor vor dem Fenster direkte Sonne in eine große, gleichmäßige Lichtfläche ohne harte Schatten.

Farbstich

Farbstich bezeichnet eine unerwünschte Verfärbung des ganzen Bildes, etwa ins Gelbliche unter Glühlampen oder ins Bläuliche im Schatten. Bei Produktfotos verfälscht ein Farbstich die tatsächliche Farbe der Ware und kann Retouren auslösen. Meist entsteht er durch Mischlicht oder einen falschen Weißabgleich.

Freistellen

Freistellen bedeutet, ein Motiv vom Hintergrund zu trennen und auf eine neutrale Fläche oder in eine neue Umgebung zu setzen. KI-Werkzeuge erkennen das Motiv heute automatisch. Bei Fell, Glas und spiegelnden Flächen bleibt eine Kontrolle der Kanten nötig.

Graukarte

Graukarte ist eine Karte in neutralem Mittelgrau, die zu Beginn einer Aufnahmeserie mitfotografiert wird. In der Nachbearbeitung dient die Karte als Bezugspunkt für den Weißabgleich. So lassen sich die Farben einer ganzen Produktserie mit einem Klick neutral und einheitlich korrigieren.

Hauptbild

Hauptbild ist das erste Bild einer Produktgalerie, das auch in Suchergebnissen, Kategorieseiten und Anzeigen erscheint. Amazon verlangt dafür einen weißen Hintergrund ohne Text und Logo, Google eine unverfälschte Gesamtansicht. Das Hauptbild entscheidet, ob jemand die Produktseite überhaupt öffnet.

Largest Contentful Paint (LCP)

Largest Contentful Paint (LCP) misst, wann das größte sichtbare Element einer Seite geladen ist. Google wertet einen Wert unter 2,5 Sekunden als gut. Auf Produktseiten ist dieses Element häufig das Hauptbild, weshalb dessen Dateigröße die Ladezeit direkt beeinflusst.

Lichtbildschutz

Lichtbildschutz bezeichnet das Leistungsschutzrecht nach § 72 Urheberrechtsgesetz für Fotos ohne künstlerische Werkhöhe. Auch ein einfaches Produktfoto ist damit 50 Jahre ab Erscheinen geschützt. Händler dürfen fremde Produktbilder nur mit Erlaubnis des Rechteinhabers nutzen.

Lifestyle-Aufnahme

Lifestyle-Aufnahme nennt man ein Produktfoto in realer Umgebung, etwa eine Lampe auf dem Schreibtisch oder Geschirr auf dem gedeckten Tisch. Solche Bilder zeigen Nutzung und Größe. In Galerien stehen diese Aufnahmen hinter dem Hauptbild, weil Plattformen für das erste Bild eine schlichte Gesamtansicht verlangen.

Packshot

Packshot ist die sachliche Aufnahme eines Produkts oder seiner Verpackung vor neutralem, meist weißem Hintergrund. Der Begriff stammt aus der Werbefotografie. Im Onlinehandel bildet der Packshot in der Regel das Hauptbild und die Grundlage für Katalog und Anzeigen.

Seitenverhältnis

Seitenverhältnis beschreibt das Verhältnis von Breite zu Höhe eines Bildes, etwa 1:1 für quadratische oder 4:3 für klassische Kamerafotos. Viele Shops und Marktplätze zeigen Produktbilder in quadratischen Kacheln. Ein einheitliches Seitenverhältnis verhindert, dass Produkte unterschiedlich beschnitten werden.

WebP

WebP ist ein von Google entwickeltes Bildformat, das sowohl verlustbehaftet als auch verlustfrei komprimiert und Transparenz unterstützt. Für Produktbilder bietet WebP kleinere Dateien als JPEG und PNG. Alle aktuellen Browser stellen das Format dar.

Weißabgleich

Weißabgleich ist die Einstellung, mit der die Kamera weiße Flächen auch als weiß wiedergibt, unabhängig von der Farbe des Lichts. Ein fest eingestellter Weißabgleich sorgt dafür, dass alle Bilder einer Serie dieselben Farben zeigen, statt dass die Automatik jedes Foto anders korrigiert.

FAQ: So fotografieren Sie Produkte für den Online-Verkauf

Teekanne unter Glasglocke auf Podest mit FAQ-Schild
Häufige Fragen zu Produktfotos: Smartphone, Hintergrund, Bildgröße, Bildanzahl, Herstellerbilder und KI-Kennzeichnung.

Wie gelingen gute Produktfotos mit dem Smartphone?

Mit dem Smartphone gelingen gute Produktfotos am Fenster mit weichem Tageslicht, etwas Abstand zum Produkt und dem Teleobjektiv statt des Weitwinkels. Ein kleines Stativ, der Selbstauslöser und ein fest eingestellter Weißabgleich verhindern Verwacklungen und Farbstiche, die erst in der Zoomansicht des Shops auffallen.

Welcher Hintergrund eignet sich am besten für Produktfotos?

Für das Hauptbild eignet sich ein reinweißer Hintergrund am besten, weil Amazon ihn verlangt und Google eine unverfälschte Gesamtansicht ohne Inszenierung fordert. In den weiteren Galeriebildern dürfen farbige Flächen oder reale Umgebungen folgen, solange das Produkt im Vordergrund bleibt.

Welche Größe sollten Produktbilder haben?

Produktbilder sollten mindestens 1.500 mal 1.500 Pixel groß sein, damit Zoom und alle Anzeigenformate funktionieren. Google verlangt im Merchant Center ab dem 31. Januar 2027 mindestens 500 mal 500 Pixel und akzeptiert höchstens 64 Megapixel und 16 MB pro Datei.

Wie viele Bilder braucht ein Produkt im Onlineshop?

Sechs Bilder decken die meisten Kundenfragen ab: Gesamtansicht, zweite Perspektive, Detail, Größenvergleich, Anwendung und Lieferumfang. Amazon empfiehlt ebenfalls sechs Bilder und zusätzlich ein Video, eBay erlaubt bis zu 24 Fotos je Angebot.

Darf ich Herstellerbilder in meinem Onlineshop verwenden?

Herstellerbilder dürfen Sie nur mit Erlaubnis des Rechteinhabers verwenden, weil jedes Foto nach § 72 Urheberrechtsgesetz als Lichtbild geschützt ist. Lassen Sie sich die Freigabe für Shop, Marktplätze und Werbung schriftlich geben, bevor die Bilder online gehen.

Muss ich mit KI bearbeitete Produktfotos kennzeichnen?

Das bloße Freistellen oder Aufhellen mit KI fällt nach unserer Einschätzung unter die Ausnahme für Standardbearbeitung in Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Die Anbieter der Werkzeuge markieren komplett generierte Szenen maschinenlesbar. Diese Markierung sollten Sie beibehalten, wie Google Merchant Center ausdrücklich verlangt.

Quellen

  • Baymard Institute | 25% of E-Commerce Sites Don’t Have Product Images with Sufficient Resolution or Level of Zoom | https://baymard.com/blog/ensure-sufficient-image-resolution-and-zoom | besucht am 29.09.2026
  • Baymard Institute | Product Page UX: All Products Need at Least One ‘In Scale’ Image | https://baymard.com/blog/in-scale-product-images | besucht am 29.09.2026
  • Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) | Retourenkompendium, 2. Auflage (Hrsg. Gerrit Heinemann, Alien Mulyk), Januar 2023 | https://bevh.org/fileadmin/user_upload/Studien/Retourenkompendium/Final_2._Auflage_Retourenkompendium_41_.pdf | besucht am 29.09.2026
  • Händlerbund | Amazon ändert Anforderungen für Produktbilder | https://ohn.haendlerbund.de/themen/marktplaetze/139000-amazon-aendert-anforderungen-produktbilder | besucht am 29.09.2026
  • Google | Merchant-Center-Hilfe: Bildlink [image_link] | https://support.google.com/merchants/answer/6324350?hl=de | besucht am 29.09.2026
  • eBay | Fotos zum Angebot hinzufügen | https://www.ebay.de/help/selling/listings/creating-managing-listings/fotos-zum-angebot-hinzufgen?id=4148 | besucht am 29.09.2026
  • eBay | Grundsatz zur Nutzung von Bildern, Videos und anderen Inhalten | https://www.ebay.de/help/policies/listing-policies/grundsatz-zur-nutzung-von-bildern-videos-und-anderen-inhalten?id=4240 | besucht am 29.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | Urheberrechtsgesetz, § 72 Lichtbilder | https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__72.html | besucht am 29.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), §§ 1 bis 3 | https://www.gesetze-im-internet.de/bfsg/ | besucht am 29.09.2026
  • Europäische Union | Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50 | https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj | besucht am 29.09.2026
  • Google Search Central | Best Practices für die Google Bildersuche | https://developers.google.com/search/docs/appearance/google-images?hl=de | besucht am 29.09.2026
  • web.dev (Google) | Largest Contentful Paint (LCP) | https://web.dev/articles/lcp?hl=de | besucht am 29.09.2026
  • Skylum | Luminar: AI-Hintergrundentferner | https://skylum.com/de/luminar/background-removal-ai | besucht am 29.09.2026
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