Alex Karp hat über seine neue Firma Cladonia Skog dem Forstkonzern SCA ein Wald- und Fjällgebiet in Härjedalen abgekauft, so groß wie die Gemeinde Malmö. Die Provinzverwaltung hatte keine Einwände, auch weil auf dem Papier zwei Firmen miteinander handelten. Das deutsche Recht verlangt für solche Käufe ebenfalls eine Genehmigung, lässt aber einen Umweg offen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm Donnerstagmorgen hat Cladonia dem schwedischen Fernsehen SVT erstmals ausführlich erklärt, was der Palantir-Chef mit der Fläche vorhat.[1] Lokale Jäger sollen wieder Jagdrechte bekommen, Holz will die Firma in diesem Winter nicht einschlagen. Spekulationen über ein Rechenzentrum nennt Cladonia grundlos.
Das Wichtigste in Kürze
- SCA beziffert den Kaufpreis auf 240 Millionen Kronen, rund 1.410 Euro je Hektar.
- Die Provinzverwaltung Jämtland genehmigte den Kauf am 9. September, unter anderem weil zwei Gesellschaften handelten.
- Ob die schwedische Investitionsprüfung abgeschlossen ist, sagt die zuständige Behörde ISP nicht.
- In Deutschland bräuchte ein solcher Waldkauf ebenfalls eine Genehmigung.
Was hat Karp in Härjedalen gekauft?

Die Fläche liegt südlich des Dorfs Storsjö Kapell in der Gemeinde Berg und umfasst 2,6 Prozent des Gemeindegebiets.[2] Karp ist seit Mitte August wirtschaftlich Berechtigter der frisch gegründeten Cladonia Skog AB. Aufgesetzt hat die Gesellschaft der Dienstleister Scandinavian Trust.
SCA-Sprecher Robert Östholm beschreibt das Gelände so: „Die Fläche besteht überwiegend aus baumlosem Fjäll und fjällnahem Wald.“ Für die Forstwirtschaft sei das Gebiet nicht optimal, schrieb SCA den Jagdgruppen, die ihre Pacht verloren. Gegenüber SVT nannte der Konzern das Land geeignet für Erholung, Jagd, Skilaufen oder Wandern. Genau diese Nutzung hält SCA für das Motiv des Käufers.
Warum genehmigte die Behörde den Kauf?
Laut Kaufvertrag braucht Cladonia zwei Genehmigungen: eine Erwerbserlaubnis der Provinzverwaltung (Länsstyrelsen) nach dem Bodenerwerbsgesetz und eine Freigabe der Behörde für strategische Produkte (ISP) nach dem Gesetz über ausländische Direktinvestitionen.[3] Die ISP verweist auf Geheimhaltung und bestätigt nicht einmal, dass ein Antrag vorliegt.
Das schwedische Bodenerwerbsgesetz verlangt eine Erlaubnis, sobald Land in dünn besiedelten Gebieten den Besitzer wechselt oder eine Firma einer Privatperson Land abkauft.[4] Der zweite Fall soll das Gleichgewicht zwischen Privatleuten und Firmen als Eigentümern schützen. Weil SCA selbst ein Konzern ist, verschob der Verkauf nichts an diesem Verhältnis. Wegen der dünnen Besiedlung prüfte die Provinzverwaltung zusätzlich mögliche Folgen für Arbeitsplätze und Wohnraum in der Gegend. Nachteile sah die Behörde keine. In den drei Wochen, in denen die Behörde den Antrag online bekannt machte, meldete niemand sonst Interesse an der Fläche an.
rund 15.000 Hektar südlich von Storsjö Kapell, so groß wie die Landfläche der Gemeinde Malmö
21,2 Mio. € laut Verkäufer SCA (240 Mio. Kronen), rund 1.410 € je Hektar
Cladonia Skog AB, frisch gegründet, wirtschaftlich Berechtigter seit Mitte August: Alex Karp
Provinzverwaltung: erteilt am 09.09.2026. Investitionsprüfung (ISP): keine Auskunft
- Juli 2026SCA teilt zwei Jagdgruppen das Ende ihrer Pacht mit, das Dorf erfährt vom Verkauf
- Mitte AugustKarp wird wirtschaftlich Berechtigter von Cladonia Skog
- 09.09.2026Die Provinzverwaltung Jämtland erteilt die Erwerbserlaubnis
- 26.09.2026Tidningen Härjedalen macht Karp als Käufer öffentlich
- 01.10.2026Cladonia sagt Jagdrechte für Einheimische zu und verzichtet im Winter auf Holzeinschlag
Die Behörde in Jämtland prüfte Jobs und Wohnraum in der Region, nicht den Mann hinter Cladonia Skog. Für 15.000 Hektar schwedischen Boden genügte eine frisch gegründete Aktiengesellschaft.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie wäre ein solcher Kauf in Deutschland geregelt?
Das deutsche Grundstückverkehrsgesetz stellt den Verkauf land- und forstwirtschaftlicher Flächen unter Genehmigungsvorbehalt.[5] Die zuständige Landesbehörde darf ablehnen, falls der Verkauf eine ungesunde Verteilung des Bodens bedeutet, etwa weil ein Landwirt die Fläche dringend bräuchte. Kauft ein Investor dagegen die Gesellschaft, der das Land gehört, greift das Gesetz nicht. Grunderwerbsteuer fällt bei solchen Anteilskäufen erst ab einem Anteil von 90 Prozent an.
An Palantirs Verträgen in Deutschland ändert der Waldkauf nichts: Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen nutzen Palantir-Software bei der Polizei. Wie Palantir verdient, zeigt unsere Geschäftsmodell-Analyse.
Für Unternehmen, die Wald als Ausgleichs- oder Klimafläche kaufen wollen, gehören zwei Punkte in die Planung:
- Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Landesbehörde nach der Freigrenze, ab der Ihr Bundesland eine Genehmigung verlangt.
- Planen Sie die Prüfung nach dem Grundstückverkehrsgesetz als eigenen Zeitblock ein, bevor Sie Fördergelder oder Kompensationspflichten an die Fläche knüpfen.
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FAQ: Alex Karp kauft 15.000 Hektar Wald in Schweden für 21 Millionen Euro
Was ist Cladonia Skog?
Cladonia Skog AB ist eine 2026 gegründete schwedische Aktiengesellschaft, deren wirtschaftlich Berechtigter seit Mitte August Palantir-Chef Alex Karp ist. Laut eigener Beschreibung betreibt die Firma Forstwirtschaft samt verwandter Tätigkeiten. Ihr gehört die von SCA gekaufte Fläche in Härjedalen.
Welche Rolle hat Alex Karp bei Palantir?
Alex Karp ist Mitgründer und Vorstandschef des US-Softwarekonzerns Palantir Technologies, der Datenanalyse-Plattformen für Militär, Polizei, Geheimdienste und Unternehmen anbietet. Karp leitet Palantir seit den Anfangsjahren des 2003 gegründeten Unternehmens.
Dürfen Ausländer in Schweden Wald kaufen?
Ja, das schwedische Bodenerwerbsgesetz unterscheidet nicht nach Staatsangehörigkeit. Eine Erwerbserlaubnis der Provinzverwaltung braucht der Käufer in dünn besiedelten Gebieten oder falls eine Firma einer Privatperson Land abkauft. Ausländische Direktinvestitionen in schutzwürdige Bereiche prüft zusätzlich die Behörde ISP.
Braucht man in Deutschland eine Genehmigung für den Kauf von Wald?
Ja, der Verkauf forstwirtschaftlicher Grundstücke braucht nach dem Grundstückverkehrsgesetz eine behördliche Genehmigung, sofern die Fläche über der Freigrenze des jeweiligen Bundeslands liegt. Die Behörde darf sie bei einer ungesunden Verteilung des Bodens versagen. Für den Kauf von Gesellschaftsanteilen gilt das Gesetz nicht.
Quellen
[1] SVT Nyheter: „Därför köpte Palantir-chefen fjällmark i Härjedalen“ (01.10.2026)
[2] SVT Nyheter: „Techmiljardär köper skog i Storsjö i Bergs kommun“ (28.09.2026)
[3] SVT Nyheter: „Därför sa länsstyrelsen ja till Palantir-vd:ns skogsköp i Härjedalen“ (29.09.2026)
[4] Sveriges riksdag: Jordförvärvslag (1979:230), §§ 4, 5 und 7
[5] Bundesministerium der Justiz: Grundstückverkehrsgesetz, § 9 Versagungsgründe
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