Jeff Bezos hat seit dem Jahr 2000 rund 26 Milliarden Euro aus seinem Privatvermögen in Blue Origin gesteckt, wie interne Unterlagen laut Wall Street Journal belegen. Dieselben Papiere zeigen den Plan des Raumfahrtunternehmens: Der Umsatz soll von 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahr auf über 26 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen.

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Knapp acht Prozent seines Vermögens hat Jeff Bezos in die Raketenfirma Blue Origin investiert, gemessen an den rund 329 Milliarden Euro, die Forbes dem Amazon-Gründer in der Liste der reichsten US-Amerikaner vom September 2026 zuschreibt.[1] Enthalten sind auch die 1,7 Milliarden Euro, die Bezos in der laufenden Finanzierungsrunde beisteuert. Seit Juli zahlen erstmals fremde Investoren mit, und die Unterlagen zeigen, woran sich Blue Origin künftig messen lassen muss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Wall Street Journal hat Bezos seit 2000 rund 26 Milliarden Euro in Blue Origin investiert, zuletzt 1,7 Milliarden Euro.
  • Die erste Finanzierungsrunde mit fremden Geldgebern bringt rund 8,7 Milliarden Euro, die Bewertung liegt laut WSJ bei rund 122 Milliarden Euro.
  • Der Umsatz soll von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf über 26 Milliarden Euro im Jahr 2030 wachsen.
  • Für Europa hängt am Erfolg der New-Glenn-Rakete auch der Ausbau von Amazons Satelliten-Internet Leo.

Was zeigen die Unterlagen über Bezos‘ Milliarden?

Keramik-Spardose in Raketenform mit 50-Euro-Schein im Schlitz vor weißem Hintergrund
Blue Origin plant rasantes Wachstum: Interne Dokumente zeigen Umsatzsprung von 700 Millionen Euro 2025 auf 26 Milliarden Euro bis 2030

Blue Origin veröffentlicht als private Firma keine Geschäftszahlen. Die Angaben stammen aus internen Dokumenten, die das Wall Street Journal eingesehen hat. Laut diesen Papieren setzte das Unternehmen 2025 rund 700 Millionen Euro um. Für 2026 rechnet Blue Origin mit 1,2 Milliarden Euro, für 2030 mit über 26 Milliarden Euro. Die Belegschaft umfasst rund 15.000 Beschäftigte, Konzernchef Dave Limp baut laut WSJ gezielt Stellen ab.

Das Geld stammt aus Amazon-Aktien: Bezos verkauft seit Jahren Anteile aus seinem Bestand und leitet den Erlös in die Raumfahrt. Bereits 2017 bezifferte Bezos diese Verkäufe öffentlich auf rund eine Milliarde Dollar pro Jahr. Über 26 Jahre gerechnet flossen im Schnitt etwa eine Milliarde Euro jährlich in die Raketen.

Warum holt Bezos erst jetzt fremdes Geld?

Im Juli nahm Blue Origin erstmals Geld von externen Investoren auf. Die Runde bringt rund 8,7 Milliarden Euro, davon stammen laut Fortune 3,5 Milliarden Euro vom Vermögensverwalter Coatue und 1,7 Milliarden Euro von Bezos selbst. Damals war von einer Bewertung über 113 Milliarden Euro die Rede, das WSJ nennt nun rund 122 Milliarden Euro, etwa das Hundertfache des geplanten Jahresumsatzes 2026.

Ein von Fortune zitierter Analyst verbindet den Zeitpunkt mit dem Börsengang von SpaceX im Juni: Bezos wolle kein weiteres eigenes Geld nachschießen und habe das Interesse der Großanleger an SpaceX beobachtet. Seit dem Börsengang bewertet die Nasdaq den Konkurrenten täglich, und Blue Origin liefert den Anlegern mit dem Umsatzplan für 2030 eine Vergleichsgröße. Für Bezos sinkt mit jedem Euro fremden Kapitals der Bedarf, weitere Amazon-Aktien zu verkaufen. Parallel wirbt der Amazon-Gründer als Co-Chef von Project Prometheus Milliarden für ein KI-Labor ein.

Blue Origin in Zahlen
Was Bezos investiert hat und was die Investoren dafür erwarten
26 Mrd. €
hat Bezos seit dem Jahr 2000 aus eigenem Vermögen in Blue Origin gesteckt
8,7 Mrd. €
bringt die erste Finanzierungsrunde mit fremden Geldgebern, 1,7 Mrd. € davon von Bezos
122 Mrd. €
Bewertung laut WSJ, rund das Hundertfache des geplanten Umsatzes 2026
Umsatzplan laut internen Unterlagen
2025
0,7 Mrd. €
2026
1,2 Mrd. €
2030
über 26 Mrd. €

Für das Ziel 2030 muss der Umsatz binnen vier Jahren auf mehr als das Zwanzigfache wachsen.

Bezos hat Blue Origin 26 Jahre lang aus dem eigenen Vermögen bezahlt und musste niemandem einen Zeitplan vorlegen. Mit den neuen Geldgebern zählt jeder verschobene Start gegen den Umsatzplan für 2030.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Wie realistisch ist der Plan nach den Rückschlägen?

Im Januar stoppte Blue Origin die Touristenflüge mit dem System New Shepard für mindestens zwei Jahre, um Personal für die Mondlandefähre abzuziehen.[2] Für die Fähre hält das Unternehmen einen NASA-Auftrag über knapp 3 Milliarden Euro. Am 28. Mai explodierte die Großrakete New Glenn bei einem Triebwerkstest auf der Startrampe LC-36 in Cape Canaveral, der einzigen für dieses Modell. Limp will die Rakete noch vor Jahresende wieder starten lassen.

Der Sprung auf über 26 Milliarden Euro Umsatz setzt einen dichten Startkalender voraus. Allein Amazon hat für sein Satellitennetz Leo 24 New-Glenn-Starts gebucht. Solange die Rampe stillsteht, rutschen diese Erlöse in spätere Jahre.

Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?

Am Tempo von Blue Origin hängt die größte Alternative zu Starlink im Satelliten-Internet. Amazon Leo braucht für den Ausbau auch die New-Glenn-Starts. Das europäische Netz IRIS² soll erst 2030 in den Regelbetrieb gehen. Firmen, die Filialen, Baustellen oder Notfall-Leitungen per Satellit anbinden, sollten Verträge mit kurzen Laufzeiten abschließen. So bleibt ein Wechsel möglich, sobald Amazon Leo im eigenen Markt verfügbar ist. Einen Überblick über die Vermögen hinter solchen Projekten bietet die Liste der 15 reichsten Tech-Milliardäre.

FAQ: Jeff Bezos und Blue Origin

Wie viel Geld hat Jeff Bezos in Blue Origin investiert?

Laut internen Unterlagen, über die das Wall Street Journal berichtet, hat Jeff Bezos seit der Gründung im Jahr 2000 rund 30 Milliarden Dollar in Blue Origin gesteckt, umgerechnet rund 26 Milliarden Euro. Enthalten sind 1,7 Milliarden Euro aus der ersten Finanzierungsrunde mit fremden Investoren.

Wie finanziert Bezos Blue Origin?

Bezos verkauft seit Jahren Amazon-Aktien und leitet den Erlös in das Raumfahrtunternehmen. Seit Juli 2026 beteiligen sich erstmals auch externe Investoren, darunter laut Fortune der Vermögensverwalter Coatue mit rund 3,5 Milliarden Euro.

Wie viel Umsatz macht Blue Origin?

Laut den vom Wall Street Journal eingesehenen Dokumenten setzte Blue Origin 2025 rund 700 Millionen Euro um. Für 2026 plant das Unternehmen 1,2 Milliarden Euro, für 2030 über 26 Milliarden Euro. Offizielle Geschäftszahlen veröffentlicht die private Firma nicht.

Was bedeutet Blue Origin für Unternehmen in Europa?

New Glenn soll 24 Starts für Amazons Satellitennetz Leo übernehmen, die wichtigste Alternative zu Starlink. Das europäische Netz IRIS² soll erst 2030 in Betrieb gehen. Firmen mit Satelliten-Anbindung sollten deshalb Verträge mit kurzen Laufzeiten wählen.

Quellen

[1] Forbes: „The Forbes 400: The Definitive Ranking Of The Wealthiest Americans“

[2] Blue Origin: „Blue Origin to Pause New Shepard Flights for No Less Than Two Years“

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