Kauft Bezos die Fabrik der Zukunft? Genau.
20. März 2026 23. März 2026
Reading Time: 3 minutes

Kauft Jeff Bezos die Fabrik der Zukunft?

Michael Dobler

Michael Dobler

Autor Dr. Web
4.3
(17)

Project Prometheus heißt das Startup, mit dem Jeff Bezos nach Jahren wieder die Führung eines Unternehmens übernimmt. Jetzt will er rund 87 Mrd. € einsammeln, um damit Fertigungsunternehmen zu kaufen und mit KI zu automatisieren. Das Vorhaben würde den legendären Vision Fund von SoftBank in seiner Größe erreichen.

Erst hat KI hat die Software erfasst, jetzt zieht sie in die Fabrik ein. Project Prometheus ist ein Startup, das KI-Modelle entwickelt, die die physische Welt simulieren: Luftströmungen, Materialversagen, Fabriklogistik. Als Co-CEO führt Bezos das Unternehmen, seine erste formelle Führungsrolle seit dem Amazon-Abgang im Juli 2021. Jetzt kombiniert er Prometheus-Technologie mit einem der ambitioniertesten Industriefonds der Welt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bezos ist in frühen Gesprächen, rund 87 Mrd. € für einen Industriefonds aufzunehmen, der Fertigungsunternehmen kauft und mit KI automatisiert
  • Project Prometheus hat bereits 5,4 Mrd. € eingesammelt und sucht eine weitere Runde von bis zu 5,2 Mrd. €
  • Zielbranchen des Fonds: Halbleiter, Rüstung und Raumfahrt
  • JPMorgan Chase prüft eine Beteiligung über seinen Security and Resiliency Initiative Fund (8,7 Mrd. €)

Was steckt hinter Project Prometheus?

Kauft Bezos die Fabrik der Zukunft? Genau.
Prometheus entwickelt Modelle, die Fertigungsunternehmen effizienter und profitabler machen sollen.

Das Startup hat einen konkreten technologischen Kern. Prometheus entwickelt Physik-KI-Modelle, die reale industrielle Vorgänge simulieren: wie Luft um einen Flugzeugflügel strömt oder an welcher Stelle ein Metallteil unter Druck bricht. Diese Simulation soll Fertigungsunternehmen effizienter und profitabler machen. Bezos führt das Unternehmen gemeinsam mit Vik Bajaj, Medizinprofessor an der Stanford University und Mitgründer von Googles Life-Sciences-Sparte Verily. Das Team rekrutiert Mitarbeitende von OpenAI und Google DeepMind.

David Limp, CEO von Blue Origin, wurde zuletzt in den Verwaltungsrat berufen. Prometheus hat in San Francisco Büroflächen angemietet und sucht laut Berichten bereits nach mindestens doppelt so viel Raum. Die zweite Finanzierungsrunde von bis zu 5,2 Mrd. € läuft parallel zum Aufbau des Industriefonds.

„Bezos baut keinen weiteren KI-Chatbot, sondern eine Maschine, die Maschinen kauft. Wer KI bisher nur als Software-Phänomen verstanden hat, muss jetzt umdenken.“ — Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Welche Branchen werden Ziel des Fonds?

Der Fonds läuft intern als „Manufacturing Transformation Vehicle“. Chipproduktion, Rüstung und Raumfahrt stehen ganz oben auf der Zielliste. Mit 87 Mrd. € würde er die meisten Buyout-Fonds der Welt übersteigen und SoftBanks Vision Fund ebenbürtig sein. Bezos ist dafür bereits in den Nahen Osten zu Sovereign-Wealth-Fund-Vertretern gereist und zuletzt nach Singapur.

Das Modell ähnelt einem Ansatz, den Investmentfirmen bereits in Bereichen wie Buchhaltung und Immobilienmanagement verfolgen: eine KI-Plattform aufbauen, operative Unternehmen zukaufen, Effizienzgewinne durch Automatisierung realisieren. Ob der Fonds tatsächlich 87 Mrd. € erreicht, bleibt offen. Die Signale aus dem Nahen Osten und Asien sind nach übereinstimmenden Berichten positiv.

Quellen

Wall Street Journal: Jeff Bezos in Talks to Raise $100 Billion for AI Manufacturing Fund – https://www.wsj.com/tech/jeff-bezos-manufacturing-fund-project-prometheus-ai, besucht am 20.03.2026

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