2 Billionen Dollar: SpaceX wagt den größten Börsengang aller Zeiten

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
2 Billionen Dollar: SpaceX wagt den größten Börsengang aller Zeiten

SpaceX steuert auf den größten Börsengang der Geschichte zu. Die Investoren-Roadshow läuft, der erste Handelstag an der Nasdaq wird bereits für den 12. Juni erwartet, bei einer angepeilten Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar.

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Der Börsengang von SpaceX rückt in greifbare Nähe: Am 20. Mai reichte das Unternehmen seinen S-1-Prospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC ein und will unter dem Kürzel SPCX an die Nasdaq. Anfang Juni startete die Roadshow bei Investoren, das Listing wird für den 12. Juni erwartet. Für Anleger und Branchenbeobachter beginnt damit die heiße Phase eines Rekordbörsengangs.

Das Wichtigste in Kürze

  • SpaceX reichte am 20. Mai 2026 seinen S-1-Prospekt bei der SEC ein, Handelsstart an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX wird für den 12. Juni erwartet.
  • Die angepeilte Bewertung liegt zwischen 1,75 und 2 Billionen Dollar, das Emissionsvolumen könnte den bisherigen Rekord von Saudi Aramco übertreffen.
  • 2025 setzte SpaceX 18,7 Milliarden Dollar um, ein Plus von 33 % gegenüber dem Vorjahr, getragen vom Satelliten-Internet Starlink.
  • Unter dem Strich stand 2025 dennoch ein Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar, vor allem wegen der fusionierten KI-Sparte xAI.

Wie groß wäre dieser Börsengang wirklich?

Raketenförmiges Werkzeug mit orangefarbenem Griff und „SPCX“-Schild auf weißem Grund
SpaceX strebt bei Börsengang Bewertung von 1,75-2 Billionen Dollar an und würde damit Apple und Nvidia überflügeln

Die angepeilte Bewertung von 1,75 bis 2 Billionen Dollar würde SpaceX in die Liga von Apple und Nvidia heben und größer machen als Microsoft. Das Emissionsvolumen liegt Berichten zufolge zwischen 40 und 80 Milliarden Dollar und könnte den bisherigen Rekordhalter Saudi Aramco aus dem Jahr 2020 überbieten. Goldman Sachs führt das Konsortium aus 21 Banken an, etwa 30 Prozent der frei handelbaren Aktien sind für Privatanleger reserviert, das Dreifache des sonst üblichen Anteils.

Trägt das Geschäft eine solche Bewertung?

Rakete mit grünem Dampf und Anhänger mit der Aufschrift „Eingetütet?“
Starlink generiert 11,4 Milliarden Dollar Umsatz (61 Prozent), während xAI mit 2,5 Milliarden Dollar Quartalsverlusten SpaceX belastet

Der Blick in den Prospekt zeigt zwei Seiten. Starlink ist hochprofitabel und steuerte 2025 mit 11,4 Milliarden Dollar rund 61 Prozent des Gesamtumsatzes bei. Gleichzeitig drückt die mit SpaceX verschmolzene KI-Sparte xAI mit Quartalsverlusten von etwa 2,5 Milliarden Dollar auf die Bilanz. Für das Gesamtjahr 2025 blieb ein Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar, der aufgelaufene Fehlbetrag liegt bei 41,3 Milliarden. Eine Bewertung nahe 2 Billionen Dollar preist damit vor allem künftiges Wachstum ein, nicht den heutigen Gewinn.

Eine Bewertung von zwei Billionen Dollar für ein Unternehmen mit Milliardenverlust ist eine Wette auf die Zukunft von Starlink und xAI, nicht auf die heutige Bilanz. Vor dem Zeichnen von SPCX zählt der Prospekt, nicht die Schlagzeile.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was der Börsengang mit Blue Origins Rückschlag zu tun hat

SpaceX-Rakete mit Preisschild, Kapsel und zwei kleinen Bannern vor weißem Hintergrund
SpaceX festigt seine Marktposition nach Explosion von Blue Origins New Glenn am 28. Mai. NASAs Mondpläne gefährdet

Das Timing fällt in eine Phase, in der SpaceX seinen Vorsprung ausbaut. Die Explosion von Blue Origins New Glenn am 28. Mai hat die Position von SpaceX als dominierendem Startanbieter zusätzlich gefestigt. Wie sich der Rückschlag des Konkurrenten auf NASA und Amazon auswirkt, ordnet Dr. Web im Artikel New Glenn explodiert: NASAs Mondpläne in Gefahr ein.

SpaceX selbst reiht sich in eine Welle großer Tech-Börsengänge ein. Auch OpenAI und Anthropic gelten als Kandidaten für den Herbst. Ein Listing macht aus einem privat finanzierten Konzern ein Unternehmen mit Quartalszahlen und öffentlicher Rechenschaftspflicht. Behalten Sie bei aller Euphorie den Unterschied zwischen Emissionspreis und erstem Börsenkurs im Blick, gerade bei Mega-IPOs sind die Spannen am ersten Handelstag oft breit. Diese Einordnung ist keine Anlageberatung.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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