Daniel Ek bringt sein Gesundheits-Start-up Neko Health in die USA. Seit dem 24. September untersucht Neko in New York Haut, Herz und Blut für 499 Dollar, umgerechnet rund 434 Euro. Im Podcast All-In erklärte der Spotify-Gründer am Montag, warum das US-Gesundheitssystem kaum für Vorsorge bezahlt und Neko genau von dieser Lücke leben soll.

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Die erste Klinik von Neko Health außerhalb Europas liegt in der 300 Lafayette Street im New Yorker Stadtteil SoHo. Vor dem Start hatten sich laut Neko mehr als 25.000 New Yorker auf die Warteliste gesetzt.[1] Weitere Standorte in New York sowie in Miami, Washington und San Francisco sind geplant. Ek gründete das Unternehmen mit Hjalmar Nilsonne, der Neko als Vorstandschef führt. „Hjalmar und ich haben seit den frühesten Tagen des Unternehmens darüber gesprochen, Neko nach Amerika zu bringen, denn wenn man das Gesundheitswesen im großen Maßstab verändern will, müssen die USA Teil dieses Anspruchs sein“, sagte Ek zum Start.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Neko Health, das Vorsorge-Start-up von Daniel Ek, hat am 24. September in New York die erste Klinik in den USA eröffnet.
  • Ein einstündiger Scan kostet 499 Dollar, rund 434 Euro. In Schweden und Großbritannien haben mehr als 100.000 Mitglieder den Scan durchlaufen.
  • Im Podcast All-In begründete Ek den Schritt mit falschen Anreizen im US-Gesundheitssystem, das Vorsorge kaum bezahle.
  • In Deutschland ist Ek vor allem als Verwaltungsratschef und Geldgeber des Münchner Rüstungs-KI-Anbieters Helsing präsent.

Was bietet Neko Health in New York an?

Weißes Stethoskop mit orangem Play-Button-Kopf und Schildchen „Vorsorge im Abo“
Neko-Scan erfasst mit 6.000 Kamerabildern die Hautgesundheit strahlungsfrei. Die einstündige Untersuchung misst Herz, Kreislauf und Körperzusammensetzung, inklusive Bluttest

Der Neko-Scan dauert eine Stunde und kommt ohne Strahlung aus. Kameras nehmen rund 6.000 Bilder der gesamten Haut auf. Dazu kommen eine Messung von Herz und Kreislauf, eine Analyse der Körperzusammensetzung und eine Blutuntersuchung vor Ort. Die Ergebnisse bespricht ein Arzt oder eine Ärztin noch während des Termins. Braucht ein Mitglied weitere Behandlung, überweist Neko in New York unter anderem an das Columbia University Irving Medical Center und an das Mount Sinai Health System.[1] Computertomografie und Kernspin setzt Neko nicht ein.

Neko verdient vor allem an wiederkehrenden Kunden. Nach dem ersten Termin buchen und bezahlen laut Neko 75 Prozent der Mitglieder bereits den nächsten Scan, nach dem zweiten Termin buchen 80 Prozent einen dritten.[1] Die erste Klinik eröffnete 2023 in Stockholm, im September 2024 folgte London. Im Juli 2026 sammelte Neko in einer Finanzierungsrunde 700 Millionen Dollar ein, rund 609 Millionen Euro, angeführt von Lightspeed Venture Partners und O.G. Venture Partners.[3] Laut Axios bewerteten die Geldgeber das Unternehmen dabei mit rund 7 Milliarden Dollar, etwa 6,1 Milliarden Euro. Zu den Investoren zählen laut Neko auch Meta-Chef Mark Zuckerberg und Priscilla Chan.[1]

Warum setzt Daniel Ek auf die USA?

Im Podcast All-In beschrieb Ek das US-Gesundheitssystem am Montag als Problem falscher Anreize.[2] Die Krankenversicherung hängt in den USA meist am Arbeitgeber. Viele Beschäftigte wechseln nach zwei bis drei Jahren die Stelle. Vorsorge rechnet sich nach Eks Darstellung aber erst nach zehn bis 20 Jahren. Für einen Versicherer lohnt sich die Früherkennung also kaum, weil der Nutzen meist bei einem anderen Versicherer anfällt. Neko umgeht diese Logik: Die Mitglieder zahlen den Scan selbst, eine Versicherung braucht es dafür nicht.

Ek nannte Neko im Podcast das Spotify-Muster, diesmal im Gesundheitswesen. Die Reihenfolge ist tatsächlich dieselbe: erst Schweden, dann Großbritannien, dann der US-Markt. Bei rund einem Prozent der Mitglieder finde der Scan eine ernste, bisher unbekannte Erkrankung, sagte Ek. Einige Kliniken arbeiteten bereits profitabel. Für den Schritt hat Ek seit Jahresbeginn mehr Zeit. Zum 1. Januar 2026 gab er den Chefposten bei Spotify ab und wechselte in die Rolle des Executive Chairman.[2] Wie Spotify selbst Geld verdient, zeigt unsere Analyse des Spotify-Geschäftsmodells.

Unumstritten ist das Modell nicht. Fachgesellschaften wie das American College of Radiology raten Menschen ohne Beschwerden von Ganzkörper-Untersuchungen ab, weil Zufallsbefunde unnötige Folgeuntersuchungen auslösen können. Die Warnung zielt vor allem auf CT und MRT, die Neko nicht nutzt. Das Risiko der Überdiagnose bleibt dennoch ein Einwand gegen jedes Screening gesunder Menschen, den Neko mit eigenen Ergebnisdaten entkräften muss.

Neko Health: Daniel Eks Weg in die USA
Die wichtigsten Zahlen zum Vorsorge-Start-up des Spotify-Gründers
Preis

rund 434 Euro (499 Dollar) für einen einstündigen Scan von Haut, Herz und Blut

Mitglieder

über 100.000 gescannte Mitglieder in Schweden und Großbritannien, 75 Prozent buchen erneut

Warteliste

über 25.000 New Yorker vor dem Start am 24. September

Finanzierung

rund 609 Mio. Euro im Juli 2026, Bewertung laut Axios rund 6,1 Mrd. Euro

Daniel Ek

Mitgründer von Neko, Executive Chairman bei Spotify, Verwaltungsratschef von Helsing

Vom Norden über London nach New York
  1. 2023SchwedenErste Klinik in Stockholm
  2. September 2024GroßbritannienStart in London
  3. Januar 2026RollenwechselEk gibt den Chefposten bei Spotify ab
  4. Juli 2026KapitalFinanzierungsrunde über rund 609 Mio. Euro für den US-Start
  5. 24. September 2026USAErste US-Klinik in New York, Miami, Washington und San Francisco sollen folgen

Ek verkauft in New York weniger einen Scan als ein Abo auf die eigene Gesundheit. Dieses Modell funktioniert dort, wo Versicherer Vorsorge nicht bezahlen. In Deutschland muss ein solcher Anbieter erst gegen die kostenlosen Kassenleistungen bestehen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet der Schritt für Unternehmen in Deutschland?

Eine Klinik in Deutschland hat Neko nicht angekündigt. Die Lücke, die Ek in den USA beschreibt, fällt hierzulande kleiner aus: Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up und alle zwei Jahre auf ein Hautkrebs-Screening. Ein bezahlter Scan müsste sich also gegen Leistungen behaupten, die Beschäftigte bereits ohne Zuzahlung bekommen.

Präsent ist Ek in Deutschland vor allem über seine Investmentgesellschaft Prima Materia, die 2025 eine Finanzierungsrunde über 600 Millionen Euro beim Münchner Rüstungs-KI-Anbieter Helsing anführte. Den Verwaltungsrat von Helsing leitet Ek selbst.[4] Helsing steckte bislang rund 18 Millionen Euro in den Standort Mattsies im Unterallgäu. Für Gesundheitsdaten gelten in der EU strengere Regeln als in den USA. Die DSGVO zählt sie zu den besonders geschützten Daten. KI-gestützte Medizinsoftware fällt ab August 2027 zusätzlich unter die Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung.[5] Firmen, die ihren Beschäftigten solche Vorsorge-Scans als Zusatzleistung anbieten wollen, sollten vier Punkte klären:

  • Legen Sie vertraglich fest, dass Befunde nur bei den Beschäftigten landen und der Arbeitgeber keine Einzeldaten erhält.
  • Fragen Sie, in welchem Land der Anbieter die Gesundheitsdaten speichert und auswertet.
  • Lassen Sie sich die CE-Kennzeichnung der Auswertungssoftware als Medizinprodukt nachweisen.
  • Vergleichen Sie das Angebot mit den Vorsorgeleistungen, die gesetzliche Kassen bereits bezahlen.

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FAQ: Daniel Ek und Neko Health

Was ist Neko Health?

Neko Health ist ein Vorsorge-Start-up aus Stockholm, das Daniel Ek und Hjalmar Nilsonne gegründet haben. In einem einstündigen Termin untersucht Neko Haut, Herz, Kreislauf und Blut ohne Strahlung. Ärztinnen und Ärzte besprechen die Ergebnisse noch vor Ort.

Was kostet der Neko-Scan in New York?

Ein Scan kostet in New York 499 Dollar, umgerechnet rund 434 Euro. Die erste US-Klinik liegt in der 300 Lafayette Street in SoHo und hat am 24. September 2026 eröffnet. Weitere Standorte in Miami, Washington und San Francisco sind geplant.

Warum geht Daniel Ek mit Neko in die USA?

Im Podcast All-In begründete Ek den Schritt mit falschen Anreizen. Die Versicherung hängt in den USA meist am Arbeitgeber, Vorsorge rechnet sich aber erst nach zehn bis 20 Jahren. Neko lässt die Mitglieder deshalb direkt zahlen.

Gibt es Neko Health in Deutschland?

Nein. Neko betreibt Kliniken in Schweden, Großbritannien und seit September 2026 in New York. Einen deutschen Standort hat das Unternehmen nicht angekündigt. Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren Anspruch auf einen Check-up alle drei Jahre und ein Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre.

Quellen

[1] Neko Health via PR Newswire: „Neko Health Opens Its Doors in New York, Bringing the Most Valuable Hour in Healthcare to America“ (24.09.2026)

[2] All-In Podcast: „Daniel Ek: Life After Spotify, Broken Healthcare Incentives, Catching Disease Early & AI’s Potential“ (28.09.2026)

[3] TechCrunch: „Daniel Ek’s body-scanning startup Neko Health raises another $700M“ (15.07.2026)

[4] Helsing: „Helsing raises €600m to invest in European technological sovereignty“ (2025)

[5] EUR-Lex: „Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung)“, Artikel 6 und Artikel 113

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