Am 10. September hat DeepSeek das Modell V4.1 Flash freigeschaltet. Noch am selben Tag ließ der chinesische Chiphersteller Cambricon es auf eigener Hardware laufen, ganz ohne Nvidia. Ein 437-fach geschrumpfter Zwischenspeicher senkt den Bedarf an knappem Chipspeicher, den US-Sanktionen ohnehin verteuern.
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DeepSeek V4.1 Flash war noch keine Stunde alt, da lief das Modell bereits auf den Beschleunigern von Cambricon. Dieses Tempo ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer abgestimmten Strategie zwischen Chinas bekanntestem KI-Labor und seinem wichtigsten heimischen Chiphersteller.
Das Wichtigste in Kürze
- 552 Milliarden Parameter, aber nur 8 bis 16 Milliarden aktiv: V4.1 Flash ist ein sparsames Mixture-of-Experts-Modell mit nativer Bildverarbeitung.
- Der Zwischenspeicher (KV-Cache) schrumpft um das 437-Fache, der Bedarf an teurem Chipspeicher sinkt auf ein Viertel.
- Cambricon adaptierte das Modell am Erscheinungstag und deckt damit fünf große chinesische KI-Modelle ab.
- Ab rund 0,12 Euro je Million Eingabe-Token unterbietet DeepSeek westliche Anbieter deutlich; in der EU bremst der Datenschutz.
Was steckt in DeepSeek V4.1 Flash?

Kleinstes Modell der neuen V4-Familie ist V4.1 Flash, ein Mixture-of-Experts-System mit 552 Milliarden Parametern, von denen je nach Aufgabe nur 8 bis 16 Milliarden aktiv rechnen. Native Bildverarbeitung gehört diesmal von Beginn an dazu.
Den Fortschritt bringt der Zwischenspeicher. Der KV-Cache, in dem ein Sprachmodell den bisherigen Verlauf hält, schrumpft laut DeepSeek um das 437-Fache gegenüber der ersten Generation.[1] Der Bedarf an teurem Chipspeicher (HBM) sinkt dadurch auf ein Viertel, der an SSD-Speicher auf ein Achtel.
Warum ist die Day-0-Adaption durch Cambricon so wichtig?
Am Erscheinungstag ließ Cambricon, Chinas führender KI-Chiphersteller, das Modell stabil auf eigener Hardware laufen. Die Branche nennt diese Gleichzeitigkeit Day-0-Adaption, und sie zeigt, wie eng Modell und Chip in China zusammenwachsen.
Der geschrumpfte Speicher ist dabei kein technisches Beiwerk. Genau der HBM-Speicher, den V4.1 Flash einspart, ist bei den Nvidia-Chips knapp, die westliche Exportkontrollen China vorenthalten. Ein geringerer Speicherbedarf macht ein Spitzenmodell auch auf schwächeren heimischen Beschleunigern lauffähig.
Chinas KI-Labore und Chiphersteller takten sich inzwischen auf denselben Tag ein. Das verschafft dem Land eine Unabhängigkeit von Nvidia, die vor einem Jahr noch niemand für möglich hielt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Kein Einzelfall ist dieses Vorgehen. Schon im April adaptierte Cambricon das Vorgängermodell V4 am ersten Tag; inzwischen deckt der Hersteller fünf große chinesische Modelle ab, neben DeepSeek auch Qwen, Kimi, GLM und MiniMax.
Was bedeutet das für europäische Entscheider?
Trotz Kampfpreisen bleibt DeepSeek für deutsche Unternehmen heikel. Ab rund 0,12 Euro je Million Eingabe-Token (Stand 10. September 2026) unterbietet der Anbieter westliche Modelle deutlich, doch der Datenschutz steht quer.
Behördendruck begleitet den Dienst seit Monaten. Italiens Datenschutzbehörde sperrte DeepSeek bereits im Januar 2025, und die Berliner Datenschutzbeauftragte Meike Kamp meldete die App im Juni 2025 bei Apple und Google als unzulässig, weil sie Nutzerdaten nach China übertrage. Der Europäische Datenschutzausschuss führt das Thema seither in einer eigenen Taskforce.
Praktischer Rat für Testläufe: Der Betrieb über einen europäischen Hoster oder lokal mit den offenen Gewichten umgeht den heiklen Datenweg. Personenbezogene Daten gehören nicht an die chinesische Programmierschnittstelle, und die Nutzung sollte vorab mit dem eigenen Datenschutz abgestimmt sein.
Wie ein geschrumpfter Zwischenspeicher Chinas Chip-Unabhängigkeit vorantreibt (Stand 10. September 2026).
FAQ: DeepSeek V4.1 Flash und Chinas eigene Chips
Ist DeepSeek in Deutschland erlaubt?
DeepSeek ist in Deutschland nicht verboten, steht aber unter Datenschutzdruck. Die Berliner Datenschutzbeauftragte meldete die App 2025 bei Apple und Google, weil sie Nutzerdaten nach China überträgt. Für den geschäftlichen Einsatz empfiehlt sich der Betrieb über einen EU-Hoster oder mit lokalen Modellgewichten.
Was bedeutet Day-0-Adaption bei KI-Modellen?
Eine Day-0-Adaption heißt, dass ein Chiphersteller ein neues KI-Modell schon am Erscheinungstag lauffähig auf seiner Hardware bereitstellt. Nutzer müssen nicht auf spätere Treiber oder Optimierungen warten, sondern können das Modell sofort produktiv einsetzen.
Läuft DeepSeek V4.1 Flash ohne Nvidia-Chips?
Ja. Der chinesische Hersteller Cambricon hat V4.1 Flash am Erscheinungstag auf seinen eigenen MLU-Beschleunigern zum Laufen gebracht. Möglich macht das ein stark verkleinerter Zwischenspeicher, der weniger vom knappen Hochleistungsspeicher HBM benötigt.
Was kostet die DeepSeek-V4.1-Flash-API?
In der günstigen Tarifzeit kostet V4.1 Flash rund 0,12 Euro je Million Eingabe-Token und etwa 0,48 Euro je Million Ausgabe-Token (Stand 10. September 2026). Zu Stoßzeiten verdoppeln sich die Preise. Damit unterbietet DeepSeek westliche Spitzenmodelle deutlich.
Ist DeepSeek V4.1 Flash quelloffen?
DeepSeek stellt V4.1 Flash als offenes Modell mit frei verfügbaren Gewichten bereit. Unternehmen können es dadurch auch auf eigener oder europäischer Infrastruktur betreiben, statt Anfragen an die chinesische Cloud zu senden.
Quelle
[1] DeepSeek: „DeepSeek API, Change Log (V4.1 Flash)“
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