Schaeffler hat in Europa die Serienfertigung von NOx-Sensoren für Benzinmotoren gestartet. Bislang lieferte der Zulieferer aus Herzogenaurach das Bauteil für Dieselmotoren. Den Anlass gibt Euro 7: Bei neuen Pkw-Typen müssen die Abgaswerte ab dem 29. November 2026 auch nach bis zu 200.000 Kilometern noch stimmen.

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Über 140 Millionen NOx-Sensoren hat Vitesco seit 2002 gebaut, mehr als die Hälfte davon in den sieben Jahren bis 2025, wie Schaeffler im Juli 2025 bezifferte.[3] Seit Oktober 2024 gehört Vitesco zu Schaeffler. Die Erfahrung aus dem Diesel überträgt der Konzern nun auf den Ottomotor, wie Schaeffler am 8. Oktober mitteilte.[1] Kunden, Werk und Stückzahlen nennt das Unternehmen nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sensor misst laufend, wie viel Stickoxid tatsächlich austritt, und liefert zusätzlich ein Lambda-Signal für den Sauerstoffgehalt.
  • Je nach Auslegung reicht damit ein kleinerer Katalysator mit weniger Edelmetall.
  • Euro 7 gilt ab 29. November 2026 für neue Typen, ab 29. November 2027 für alle neu zugelassenen Pkw.
  • Schaeffler-Vorstand Matthias Zink nennt Sensorik ein strategisches Wachstumsfeld.

Warum braucht ein Benziner einen NOx-Sensor?

Auspuffrohr mit Lambdasonde und grünem Anhänger mit Text
Dreiwege-Katalysator im Ottomotor baut Stickoxide ab, wenn Lambda-Sonden das Luft-Kraftstoff-Gemisch optimal regeln. Euro 7 verschärft die Nachweisvorgaben

Im Ottomotor baut der Dreiwege-Katalysator Stickoxide ab, solange das Gemisch aus Luft und Kraftstoff genau stimmt. Lambda-Sonden regeln dieses Gemisch, messen aber Sauerstoff und kein Stickoxid. Den Zustand eines gealterten Kats leitet die Bordelektronik bisher nur indirekt aus dessen Sauerstoffspeicherung ab.

Euro 7 verschärft diesen Nachweis: Die Grenzwerte gelten im realen Verkehr bis zu zehn Jahre lang, und ein Überwachungssystem an Bord soll Überschreitungen im Betrieb erkennen.[2] Leif Reinhold, Leiter Powertrain Solutions bei Schaeffler, sagt dazu: „Mit unseren NOx-Sensoren schaffen wir die notwendige Transparenz im Abgasstrang und unterstützen unsere Kunden bei der präzisen und zukunftssicheren Auslegung ihrer Systeme.“[1]

Was spart der Sensor beim Edelmetall?

Weil das Sensorsignal zugleich die Abgasnachbehandlung regelt, reicht je nach Systemarchitektur ein kleinerer Katalysator mit weniger Edelmetall. Zusätzliche Lambda-Sonden entfallen.[1] Im Benziner-Kat steckt vor allem Palladium, das zum großen Teil aus Russland und Südafrika kommt. Jedes eingesparte Gramm senkt damit Materialkosten und die Abhängigkeit von wenigen Förderländern.

Für Matthias Zink, im Schaeffler-Vorstand für Powertrain & Chassis zuständig, zahlt der Produktionsstart auf ein Konzernziel ein: „die Reduzierung von Emissionen unabhängig von der jeweiligen Antriebsart“. Zugleich nennt er Sensorik „ein strategisches Wachstumsfeld“.[1] Ende Juli kappte Schaeffler die Mittelfristziele, weil der Hochlauf der Elektroautos flacher ausfällt. Weltweit hatten im ersten Halbjahr 2026 rund 83 Prozent der Neuwagen einen Verbrennungsmotor an Bord, Hybride eingerechnet. Berlin und Paris wollen zudem das Verbrenner-Aus lockern.

Euro 7 verlangt saubere Abgase über 200.000 Kilometer, und Schaeffler verkauft den Messfühler für diesen Nachweis.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Euro 7: Der Benziner bekommt einen NOx-Sensor
Schaefflers Serienstart und die Fristen der neuen Abgasnorm
200.000 km
Laufleistung oder zehn Jahre: So lange müssen neue Pkw die Grenzwerte im realen Verkehr einhalten
140 Mio.
NOx-Sensoren hat Vitesco seit 2002 gebaut, mehr als die Hälfte davon in den sieben Jahren bis 2025
2 Signale
liefert der Sensor: den Stickoxid-Gehalt und ein Lambda-Signal für den Sauerstoff im Abgas
Vom Diesel-Sensor zum Benziner unter Euro 7
Mai 2024
Die Euro-7-Verordnung erscheint im Amtsblatt der EU
Oktober 2024
Vitesco geht in Schaeffler auf
8. Oktober 2026
Schaeffler meldet den Serienstart der NOx-Sensoren für Benziner in Europa
29. November 2026
Euro 7 gilt für neu genehmigte Pkw-Typen
29. November 2027
Ohne Euro 7 erhält kein neuer Pkw mehr eine Zulassung

Was bedeutet Euro 7 für Fuhrparks?

Ab dem 29. November 2027 gilt Euro 7 für alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge.[2] Klären Sie bei Bestellungen mit späterer Zulassung gerne, ob das Modell schon nach Euro 7 typgenehmigt ist. Wie stark eine Abgasnorm den Einkauf verschiebt, zeigt Nordamerika: Dort kaufen Fuhrparks vor der Norm EPA 2027 noch Diesel-Lkw auf Vorrat.

Euro 7 begrenzt erstmals auch den Bremsabrieb, weshalb Schaeffler parallel eine gekapselte Nassbremse testet. Für Zulieferer zeigt der Fall: Mit jeder strengeren Abgasnorm wandert mehr Messtechnik in den Verbrenner, auch während der Absatz reiner Benziner sinkt.

Quellen

[1] Schaeffler: „EURO 7: Schaeffler startet Serienproduktion von NOx-Sensoren für Benzinfahrzeuge in Europa“ (08.10.2026)

[2] Amtsblatt der EU: Verordnung (EU) 2024/1257 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich ihrer Emissionen und der Dauerhaltbarkeit von Batterien (Euro 7)

[3] Schaeffler UK über die IAAF: „Schaeffler Vitesco NOx sensors available from July 1st“ (01.07.2025)

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