Mindestens 1,4 Milliarden Euro legt die Allianz auf den Tisch, um den PIMCO M-Unit-Plan zu beenden und den eigenen Fondsmanagern ihre Gewinnbeteiligung abzukaufen. Der Münchner Versicherungskonzern zieht damit einen Schlussstrich unter ein Vergütungsmodell, das die Starverwalter seiner wichtigsten Tochter seit 2008 an das Haus band.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie betroffenen M-Units stehen für 9,4 Prozent an PIMCO und liegen in den Händen aktueller wie früherer Beschäftigter, allein 4,4 Prozent bei bereits ausgeschiedenen Managern.[1] Nach dem Rückkauf fließt der Gewinn des Anleihespezialisten fast vollständig an die Allianz.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Allianz beendet den PIMCO M-Unit-Plan und kauft die ausstehenden Anteile für mindestens 1,4 Milliarden Euro in bar zurück.
- Die M-Units verkörpern 9,4 Prozent des Gewinns von PIMCO, davon 4,4 Prozent in den Händen ehemaliger Mitarbeiter.
- Ausgegeben wurden die Einheiten zwischen 2008 und 2020, neue kamen seither nicht mehr hinzu.
- Aktive PIMCO-Manager dürfen ihre M-Units unter neuen Bedingungen bis nach dem Ausscheiden behalten.
Was steckt hinter dem PIMCO M-Unit-Plan?

Gewinnbeteiligung statt Bonus. Der M-Unit-Plan verwandelte einen Teil der Vergütung leitender PIMCO-Leute in einen direkten Anteil am Gewinn des Hauses. Ein Aufsteiger erhielt bis zu 30 Prozent der Bezüge nicht als Gehalt, sondern als Einheiten, die über Jahre zu einem Anspruch auf die Erträge des Vermögensverwalters heranreiften.
Für die Allianz war das ein goldener Käfig mit klarem Zweck: Die besten Anleihemanager der Welt sollten bleiben, auch nach dem Abgang von Mitgründer Bill Gross im Jahr 2014. Der Preis dafür war eine dauerhafte Abzweigung, denn ein knappes Zehntel des PIMCO-Gewinns gehörte den Mitarbeitern und nicht dem Konzern.
Die Allianz kauft sich mit dieser Zahlung die volle Kontrolle über ihre Gewinnmaschine zurück. Bindung über Beteiligung war lange billiger als jede Gehaltserhöhung, doch jetzt beansprucht der Konzern das ganze Ergebnis für die eigenen Aktionäre.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum zieht die Allianz jetzt den Schlussstrich?
Volle Kontrolle über den Gewinn. Neue M-Units gab die Allianz seit 2020 nicht mehr aus, das Modell lief ohnehin aus. Mit dem Rückkauf beschleunigt der Konzern das Ende und sichert sich künftig nahezu den kompletten Ertrag von PIMCO, der 2026 dank hoher Mittelzuflüsse kräftig sprudelt.
Das Timing passt zu einem Konzern, der sein Kapital gerade neu ordnet. Erst kürzlich hat die Allianz ihren Vorstand verkleinert und die Zuständigkeit für 770 Milliarden Euro Kapitalanlage neu verteilt, parallel steckt sie zwei Milliarden Euro in die Übernahme von HSBC Life Singapur. Die 1,4 Milliarden Euro für die M-Units fügen sich in diese Kapitaldisziplin ein.
Was die Allianz zurückkauft und was es kostet
Was bedeutet der Rückkauf für Anleger und Branche?
Bindung hat ihren Preis. Beteiligungsmodelle wie die M-Units sind in der Fondsbranche ein bewährtes Mittel, um Spitzenleute zu halten, ohne die laufenden Gehälter aufzublähen. Der Nachteil zeigt sich beim Ausstieg: Für die volle Kontrolle zahlt der Eigentümer am Ende einen Milliardenbetrag für Anteile, die er über Jahre selbst vergeben hat.
Für Entscheider steckt darin eine Lehre über Mitarbeiterbeteiligungen: Phantomanteile und Gewinn-Einheiten binden günstig, verwandeln sich aber in eine teure Rückkaufpflicht, sobald das Geschäft floriert. Dass sich das Kapitalmarktgeschäft gerade lohnt, zeigt auch die Deutsche Bank mit ihrem Rekordquartal in der Investmentsparte. PIMCO steuert der Allianz künftig einen noch größeren Teil dieses Ertrags bei.
Quelle
[1] Allianz: „Allianz to terminate PIMCO M Unit Plan and purchase M Units“ (30. Juli 2026)
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