Artikel teilen

PDF-Software für die Hochschule muss mehr können als Seiten zusammenfügen und Dateien verkleinern. Die Universität Stuttgart bewertet ihre Website in der eigenen Erklärung zur Barrierefreiheit als nicht konform und stuft ihre neueren PDF-Dokumente nur als barrierearm ein. Welches Werkzeug Vorlesungsskripte für Screenreader lesbar macht und die Abschlussarbeit ins Archivformat bringt, klärt dieser Vergleich zwischen Adobe Acrobat und Sejda.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Zum Semesterstart stellen Lehrende ihre Skripte, Foliensätze und Übungsblätter in die Lernplattform, zum Semesterende reichen Studierende ihre Abschlussarbeiten bei Prüfungsamt und Bibliothek ein. An beiden Enden gelten Anforderungen, die ein gewöhnlicher PDF-Editor nicht abdeckt: Screenreader brauchen Tags und eine saubere Lesereihenfolge, viele Bibliotheken verlangen das Archivformat PDF/A. Der Vergleich zeigt, was Adobe Acrobat und Sejda an beiden Stellen leisten, was die Lizenzen kosten und wo das günstigere Werkzeug genügt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Adobe Acrobat Pro versieht PDFs automatisch mit Tags, korrigiert die Lesereihenfolge, setzt Alternativtexte und prüft das Ergebnis gegen PDF/UA und WCAG. Mit Adobe Acrobat Pro entsteht außerdem die PDF/A-Fassung der Abschlussarbeit samt Konformitätsprüfung.
  • Sejda aus Amsterdam deckt Alltagsaufgaben wie Zusammenfügen, Komprimieren, Texterkennung und Verschlüsseln günstig im Browser und auf dem Desktop ab. Der Wochenpass kostet 5,50 Euro ohne Abo, Lehrkräfte erhalten ein kostenloses Konto.
  • Rund 16 Prozent der Studierenden gaben in der Befragung „beeinträchtigt studieren“ eine studienerschwerende Beeinträchtigung an. Das Hochschulrahmengesetz verlangt, dass Studierende mit Behinderung die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe nutzen können.
  • Barrierefreiheitsprüfung und PDF/A stecken bei Adobe erst in Acrobat Pro. Einen Studierendenrabatt auf Pro allein bietet Adobe nicht an, günstiger wird Pro nur im Creative-Cloud-Paket für Schule und Studium.
Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
PDF-Software an der Hochschule
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Welche Acrobat-Stufe prüft PDFs auf Barrierefreiheit? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Barrierefreie PDFs erstellen und prüfen können nur Acrobat Pro und Acrobat Studio. In Adobes Funktionsvergleich fehlt bei Acrobat Standard das Häkchen in dieser Zeile.
2 Wie viele Studierende gaben 2021 eine studienerschwerende Beeinträchtigung an? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Die Befragung „beeinträchtigt studieren“ von DZHW und Deutschem Studierendenwerk kam auf rund 16 Prozent, nach 8 Prozent im Jahr 2011.
3 Welches Format verlangt die ULB Düsseldorf für elektronische Dissertationen? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf verlangt PDF/A-1b oder PDF/A-2b. Andere Bibliotheken nehmen auch ein normales PDF an.
4 Was passiert nach sieben Tagen mit dem Sejda-Wochenpass? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Der Wochenpass ist eine Einmalzahlung von 5,50 Euro. Nach sieben Tagen gilt wieder die Gratisversion, automatisch verlängert sich der Pass nicht.
5 Was ersetzt ein bestandener automatischer Test mit PAC nach Auskunft der Bundesfachstelle nicht? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Automatische Prüfwerkzeuge finden viele Fehler, doch Lesereihenfolge und Sinn von Alternativtexten muss ein Mensch kontrollieren.

Warum müssen Vorlesungsskripte an der Hochschule barrierefrei sein?

Blauer Ringblock, Anhänger mit „H1“, kleiner Koffer, weißer Untergrund
Hochschulen müssen PDF-Skripte mit Tags, Lesereihenfolge und Alternativtexten barrierefrei gestalten, um Studierende mit Behinderung zu schützen

Hochschulen gelten als öffentliche Stellen und müssen ihre Web-Angebote samt herunterladbarer Dokumente barrierefrei gestalten. Das Hochschulrahmengesetz schützt Studierende mit Behinderung zusätzlich vor Benachteiligung im Studium. Für ein Skript im PDF-Format heißt das: Tags, Lesereihenfolge und Alternativtexte.

Den Rahmen setzt die EU-Richtlinie 2016/2102 über den barrierefreien Zugang zu Websites öffentlicher Stellen. Nach Erwägungsgrund 19 zählen zum Inhalt einer Website ausdrücklich auch Dokumente und Formulare zum Herunterladen. Seit dem 23. September 2020 gilt die Pflicht für alle Websites öffentlicher Stellen. Für Dokumente zählt vor allem eine Ausnahme: Dateien aus Büroanwendungen, die vor dem 23. September 2018 erschienen sind, und auch diese nicht, sobald ein aktives Verwaltungsverfahren sie erfordert. Ein Skript aus dem laufenden Semester fällt also nie unter die Ausnahme.

Umgesetzt hat Deutschland die Richtlinie in Bund und Ländern getrennt, Hochschulen unterliegen meist dem Landesrecht. Baden-Württemberg verweist in § 10 des Landes-Behindertengleichstellungsgesetzes auf die Anforderungen der BITV 2.0, Bayern regelt das Thema in § 9 der Bayerischen Digitalverordnung. Die BITV NRW stellt klar, dass mangelnde Priorität, Zeit oder Kenntnis keine Abweichung rechtfertigen. Welche Anforderungen ein Dokument technisch erfüllen muss, beschreibt die europäische Norm EN 301 549 in Kapitel 10 für Dokumente außerhalb von Webseiten.

Das Hochschulrecht legt eine zweite Pflicht obendrauf: Nach § 2 Abs. 4 des Hochschulrahmengesetzes sorgen die Hochschulen dafür, dass Studierende mit Behinderung in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote „möglichst ohne fremde Hilfe“ nutzen können. Ein Skript, das blinde Studierende nur mit Hilfe ihrer Kommiliton*innen erschließen, verfehlt genau diesen Anspruch.

Wie viele Menschen betroffen sind, zeigt die Befragung „beeinträchtigt studieren“ von DZHW und Deutschem Studierendenwerk: Im Sommersemester 2021 gaben rund 16 Prozent der Studierenden eine studienerschwerende Beeinträchtigung an, nach 8 Prozent im Jahr 2011 und 11 Prozent im Jahr 2016. Ein Rechenbeispiel: Übertrüge man diesen Anteil auf die knapp 2,9 Millionen Studierenden, die das Statistische Bundesamt vorläufig für das Wintersemester 2025/26 meldet, kämen rund 460.000 Menschen zusammen. Nicht jede Beeinträchtigung betrifft das Lesen, doch die Größenordnung macht deutlich, dass barrierefreie Skripte kein Randthema sind.

Die Praxis hinkt hinterher. Die Universität Stuttgart bewertet ihre Website in ihrer Erklärung zur Barrierefreiheit als nicht konform: Von 98 Prüfschritten des BITV-Tests gelten 60 als erfüllt oder eher erfüllt, die neueren PDF-Dokumente der Universität nur als barrierearm. Die Universität Würzburg räumt ein, ältere PDF-Dateien noch nicht barrierefrei aufbereitet zu haben. Eine Website lässt sich zentral nachbessern, die PDF-Dateien dagegen entstehen verstreut an Lehrstühlen, Instituten und Prüfungsämtern.

Was ein Screenreader aus einem PDF braucht, fasst der Standard PDF/UA zusammen: Tags, die Überschriften, Listen und Tabellen auszeichnen, eine logische Lesereihenfolge, Alternativtexte für Abbildungen und eine hinterlegte Dokumentsprache. Ein ungetaggtes Skript gleicht einem Hörbuch, dessen Kapitel in zufälliger Reihenfolge auf der CD liegen: Jedes Wort ist da, der Zusammenhang fehlt. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit empfiehlt zur Kontrolle das kostenlose Prüfwerkzeug PAC und stellt klar, dass ein bestandener automatischer Test keine manuelle Prüfung ersetzt.

Auf den Punkt: Herunterladbare Skripte gehören rechtlich zur Website der Hochschule, die Ausnahme für Altdateien vor September 2018 greift bei laufenden Skripten nie. Ein bestandener automatischer Test ersetzt die Prüfung von Hand nicht.

Adobe Acrobat gegen Sejda: Was zeigt die Vergleichsmatrix?

Offenes Zeichenset-Etui mit Zirkel und Lineal neben einem Stift auf Betonfläche
Zwei Werkzeuge mit unterschiedlichem Zuschnitt: das ausgestattete Etui für Barrierefreiheit und PDF/A, der schlanke Stift für den schnellen Einsatz mit Wochenpass.

Die Matrix zeigt zwei Werkzeuge mit unterschiedlichem Zuschnitt: Adobe Acrobat Pro bringt Funktionen für Barrierefreiheit, PDF/A und den Vergleich von Dokumentfassungen mit. Sejda erledigt Alltagsaufgaben günstig im Browser und auf dem Desktop, nennt in seiner Werkzeugliste aber keine Funktionen für Tags oder PDF/A.

Beide Programme bearbeiten Text, fügen Dateien zusammen, erkennen Text in Scans und verschlüsseln mit AES-256. Die Unterschiede beginnen dort, wo eine Hochschule mehr braucht als die Alltagsfunktionen eines PDF-Editors. Die Tabelle stellt Acrobat Pro und Sejda Zeile für Zeile gegenüber.

KriteriumAdobe Acrobat ProSejda
Barrierefreiheit prüfenja, gegen PDF/UA und WCAG mit Prüfberichtin der Werkzeugliste nicht genannt
Tags und Lesereihenfolgeautomatisches Tagging, Werkzeug für die Leserichtung, Tabellen-Editorin der Werkzeugliste nicht genannt
Formeln für ScreenreaderMathML in getaggten PDFs seit Juni 2026in der Werkzeugliste nicht genannt
PDF/A erstellen und prüfenja, über „PDF-Standards“ und Preflightkein eigenes Werkzeug
Zwei Fassungen vergleichenja, „Dateien vergleichen“kein eigenes Werkzeug
Texterkennung in Scansja, auch für mehrere Dateienja, bis 100 Seiten je Aufgabe im Bezahlplan
Zusammenfügen, Seitenzahlen, Lesezeichenjaja, auch in der Gratisversion mit Limits
PlattformenWindows, macOS, Web und Mobil-AppsWeb sowie Desktop für Windows, macOS, Linux und Chromebook
Preis Einzelperson23,79 Euro im Monat bei Jahresbindung, inkl. MwSt.5,50 Euro für sieben Tage oder 71 Euro im Jahr
Angebot für LehreHochschulverträge über die Admin Consolekostenloses Konto für Lehrkräfte

Die Preiszeile spricht klar für Sejda. Für Studierende, die vor der Abgabe einmal die Kapitel zusammenfügen, zählt vor allem diese Zeile. Für die Hochschule wiegen die oberen fünf Zeilen schwerer, weil dort die gesetzlichen Pflichten aus dem vorigen Kapitel und die Formatvorgaben der Bibliotheken liegen. Genau in diesen Zeilen führt Adobe Acrobat Funktionen, zu denen Sejda keine Entsprechung nennt.

Einen Überblick über weitere Editoren, Preise und Einsatzfelder bietet der große PDF-Software-Vergleich. Die Infografik fasst die Zeilen zusammen, die für Lehre und Prüfungswesen den Ausschlag geben.

Wo Adobe Acrobat Pro an der Hochschule vorn liegt
Barrierefreie Skripte und PDF/A: Acrobat Pro taggt, prüft und archiviert in einem Programm.

Adobe Acrobat ProTaggen, prüfen, archivieren, vergleichen

JaPrüfbericht: PDF/UA und WCAG, vier Status je Regel
JaTags: automatisches Tagging, Leserichtung, Tabellen-Editor
JaFormeln: MathML für Screenreader seit Juni 2026
JaPDF/A: erstellen und per Preflight prüfen
JaFassungen: zwei Versionen einer Arbeit vergleichen

SejdaGünstige Alltagswerkzeuge für Web und Desktop

JaWochenpass: 5,50 Euro für sieben Tage, ohne Abo
JaLehrkräfte: kostenloses Konto für den Unterricht
JaDesktop: lokal unter Windows, macOS und Linux
OffenBarrierefreiheit: in der Werkzeugliste nicht genannt
OffenPDF/A: kein eigenes Werkzeug

Wie macht Adobe Acrobat Vorlesungsskripte barrierefrei?

Fünf leere Kärtchen auf einer blauen Schnur mit einem Wunschzettel-Stempel
Tags und Lesereihenfolge legen fest, in welcher Abfolge ein Screenreader die Teile eines Skripts vorliest.

Adobe Acrobat Pro macht Skripte in drei Schritten barrierefrei: Tags beim Export aus Word oder nachträglich per automatischem Tagging setzen, Lesereihenfolge und Alternativtexte korrigieren, das Ergebnis mit der eingebauten Prüfung gegen PDF/UA und WCAG kontrollieren.

Der beste Zeitpunkt für Tags liegt vor dem Export. Adobe hält Tags aus dem Quellprogramm für besser als nachträglich in Acrobat gesetzte. Der PDFMaker für Microsoft Word bringt dafür die Option „Zugriff und Umfließen durch Erstellen von Adobe PDF mit Tags aktivieren“ mit. Überschriften, Listen und Tabellen aus den Formatvorlagen des Skripts wandern so direkt in die Struktur des PDFs. Den PDFMaker enthalten alle drei Acrobat-Stufen Standard, Pro und Studio.

Manche Skripte liegen allerdings nur noch als fertiges PDF vor, ohne Quelldatei. Für diesen Fall bietet Acrobat Pro die geführte Aktion „Für Barrierefreiheit vorbereiten“, die einzelne Schritte automatisiert, das Ergebnis prüft und für die übrigen Schritte Hinweise gibt. Das automatische Tagging in der Cloud erkennt Überschriften, Tabellen auch ohne Linien, verschachtelte Listen und die Lesereihenfolge mehrspaltiger Seiten. Adobe speichert das PDF dabei nicht in der Cloud und die Funktion lässt sich abschalten.

Werkzeug in Acrobat ProAufgabe beim Vorlesungsskript
PDFMaker mit Tagsübernimmt Überschriften, Listen und Tabellen aus der Word-Vorlage
Für Barrierefreiheit vorbereitenführt durch Tagging, Dokumentsprache, Titel und Prüfung
Probleme bei der Leserichtung behebenordnet Spalten, Randnotizen und Kästen in die richtige Reihenfolge
Alternativtext für Abbildungenbeschreibt Diagramme und Fotos für Screenreader
Tabellen-Editorzeichnet Kopfzeilen und Zellen einer Tabelle aus
Barrierefreiheit überprüfenerzeugt einen Prüfbericht mit vier Status pro Regel

Nach dem Tagging kommt die Kontrolle: Das Werkzeug „Barrierefreiheit überprüfen“ testet Dokumentsprache, Titel, Lesezeichen, Farbkontrast, Alternativtexte, Tabellen und die Tab-Reihenfolge von Formularfeldern. Der Bericht vergibt je Regel einen von vier Status: bestanden, übersprungen, manuelle Überprüfung erforderlich oder fehlgeschlagen. Adobe weist selbst darauf hin, dass die logische Lesereihenfolge von Hand zu kontrollieren ist. Aus Sicht der Redaktion spricht diese Offenheit für Adobe: Der Bericht markiert die Stellen, an denen ein Mensch hinschauen muss, und setzt dort kein grünes Häkchen.

Für Fächer mit Formeln hat Adobe im Juni 2026 nachgelegt: Acrobat unterstützt seitdem MathML, sodass Screenreader Formeln in getaggten PDFs vorlesen können, statt an einer Grafik mit dem Alternativtext „Formel“ stehen zu bleiben. Skripte in Mathematik, Physik oder Wirtschaftswissenschaften werden mit MathML auch in ihren Formeln vorlesbar, bisher führte dorthin meist nur ein Umweg.

Die Erfolgskriterien der WCAG hinter den einzelnen Prüfregeln ordnet der A11y Experience Guide nach Design-Themen. Die Hochschule gewinnt mit den Barrierefreiheitswerkzeugen von Adobe Acrobat Pro einen durchgehenden Ablauf von der Word-Vorlage bis zum Prüfbericht. Eine Gegenprobe mit dem kostenlosen PAC schadet trotzdem nicht, weil zwei Prüfwerkzeuge unterschiedliche Lücken finden.

Auf den Punkt: Tags entstehen am besten schon beim Export aus Word, ältere PDFs taggt Acrobat Pro automatisch nach. Seit Juni 2026 liest ein Screenreader auch Formeln per MathML vor. Die Lesereihenfolge bleibt Handarbeit.

Wie schlägt sich Sejda bei Skripten und Abschlussarbeiten?

Hellblauer Hefter mit Aufschrift „leicht“ auf weißem Papierstapel vor weißem Hintergrund
Zusammenfügen, Seitenzahlen, Komprimieren: Für die Handgriffe rund um eine Abgabe genügt oft ein kleines Werkzeug.

Sejda schlägt sich bei den Alltagsaufgaben gut: Das Werkzeug fügt Kapitel zusammen, nummeriert Seiten, setzt Lesezeichen, komprimiert, erkennt Text und verschlüsselt, im Browser ohne Installation oder lokal auf dem Desktop. Funktionen für Tags, Barrierefreiheitsprüfung und PDF/A nennt Sejda nicht.

Hinter Sejda steht die Sejda BV mit Sitz in Amsterdam, die ihre PDF-Werkzeuge seit 2010 entwickelt und als Open-Source-Projekt begann. Die Webversion läuft ohne Installation und in der Gratisstufe sogar ohne Anmeldung, allerdings mit Grenzen von bis zu 200 Seiten oder 50 Megabyte je Datei und drei Aufgaben pro Stunde. Für Studierende, die am Abgabetag ein Deckblatt vor die Arbeit setzen müssen, genügt das oft schon. Sejda löscht hochgeladene Dateien nach zwei Stunden automatisch und speichert sie bis dahin verschlüsselt.

Der Funktionsumfang deckt das Handwerk rund um eine Abschlussarbeit ab: Im Editor lassen sich vorhandener Text ändern, Bilder oder Links einfügen und Kommentare setzen. Ergänzend bietet Sejda Werkzeuge zum Zusammenfügen, Aufteilen und Komprimieren, für Kopf- und Fußzeilen, Seitenzahlen, Lesezeichen und Metadaten sowie die Umwandlung zwischen Word und PDF. Die Texterkennung verarbeitet im Bezahlplan bis zu 100 Seiten je Aufgabe und erkennt auch deutschen Text.

Eine echte Stärke für Hochschulen ist die Desktop-Version: Sejda Desktop verarbeitet Dokumente lokal, ohne sie auf die Server des Anbieters hochzuladen, und läuft unter Windows, macOS, Linux und auf Chromebooks. Für Rechnerpools, in denen Linux zum Alltag gehört, ist das ein seltener Pluspunkt. Die IT verteilt die Software per MSI-Paket mit Volumenlizenzschlüssel, auch auf Citrix- und Terminalserver.

Lehrende profitieren von einem großzügigen Angebot: Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen erhalten nach Prüfung ihrer dienstlichen E-Mail-Adresse ein kostenloses Konto für Unterrichtszwecke. Wer Übungsblätter zusammenstellt, Seiten umsortiert oder Lösungen mit einem Wasserzeichen versieht, kommt damit ohne Budgetantrag aus.

Die Grenzen liegen dort, wo das vorige Kapitel ansetzt: Werkzeuge für Tags, Lesereihenfolge, Alternativtexte oder eine Barrierefreiheitsprüfung nennt Sejda weder in der Werkzeugliste noch in der Hilfe. Ein eigenes Werkzeug für PDF/A fehlt ebenso wie ein Vergleich zweier Fassungen. Gescannte Dokumente lassen sich zudem weder bearbeiten noch umwandeln; die Texterkennung macht solche Scans durchsuchbar, aber nicht editierbar.

Auf den Punkt: Sejda erledigt Zusammenfügen, Seitenzahlen, Komprimieren und Texterkennung günstig, die Desktop-Version läuft lokal auch unter Linux. Hochgeladene Dateien löscht Sejda nach zwei Stunden, per MSI-Paket lässt sich die Desktop-Version auch auf Terminalserver verteilen.

Was leistet Adobe Acrobat bei der Abschlussarbeit?

Ein Einmachglas, in dem eine blaue Masterthesis steckt. Auf dem Deckel steht: BITTE NICHT ÖFFNEN VOR 2126
PDF/A soll eine Arbeit so konservieren, dass sie in hundert Jahren noch genauso aussieht wie am Abgabetag.

Adobe Acrobat Pro speichert die Abschlussarbeit als PDF/A, prüft die Konformität per Preflight und vergleicht zwei Fassungen, etwa vor und nach der Korrektur durch die Betreuung. Kommentare und Freigaben zur Durchsicht bietet schon Acrobat Standard.

Viele Hochschulbibliotheken verlangen für elektronisch veröffentlichte Dissertationen das Archivformat PDF/A, einheitlich geregelt ist das aber nicht. Die Norm ISO 19005 soll das Erscheinungsbild eines Dokuments langfristig erhalten: Schriften stecken in der Datei, externe Abhängigkeiten sind ausgeschlossen. Teil 1 der Norm unterscheidet die Basisstufe 1b von der Stufe 1a, die zusätzlich eine zugängliche Struktur mit Tags verlangt. Die folgende Übersicht zeigt, wie unterschiedlich die Vorgaben ausfallen.

BibliothekVorgabe für die elektronische Dissertation
ULB DüsseldorfPDF/A-1b oder PDF/A-2b
UB Frankfurt am MainTextteil als ein PDF/A-Dokument, im Ausnahmefall normales PDF
SuUB Bremenmöglichst eine PDF/A-1b-Datei (Empfehlung)
UB Regensburg, UB der LMU MünchenPDF ohne PDF/A-Pflicht
UB BraunschweigPDF-Datei ohne Passwort

In Acrobat Pro führt der Weg über „PDF-Standards anwenden“ und „Als PDF/A speichern“. Alternativ wählen Promovierende im Preflight ein Profil wie „Nach PDF/A-1b konvertieren“ und lassen die Datei prüfen und korrigieren. Das Standards-Fenster zeigt anschließend an, zu welcher Norm die Datei konform ist. Laut Adobes Funktionsvergleich erstellen und prüfen nur Pro und Studio Dateien nach PDF/A, Acrobat Standard nicht.

Die Vorgabe aus Braunschweig zeigt, dass eine Abgabe auch an Details hängen kann, die mit dem Format nichts zu tun haben: Die Bibliothek verlangt dort ausdrücklich eine Datei ohne Passwort. Wie sich ein Schutz sauber aufheben lässt, erklärt der Beitrag zum sicheren Entfernen eines PDF-Passworts. In Acrobat lassen sich Kennwort und Berechtigungen in allen drei Stufen setzen und wieder entfernen.

Vor der Abgabe liegt meist eine Korrekturschleife. Das Werkzeug „Dateien vergleichen“ stellt zwei Fassungen gegenüber und zeigt das Ergebnis als eigenes Dokument, auf Wunsch nur für den Text. Studierende sehen so auf einen Blick, welche Absätze nach der Rückmeldung aus der Betreuung noch einmal geändert wurden. Den Vergleich bieten nur Pro und Studio, Kommentare und die Freigabe per Link zur Durchsicht dagegen alle drei Stufen, ohne dass sich die Prüfenden anmelden müssen.

Eine Sorgfaltspflicht bleibt unabhängig vom Werkzeug: Das Wissensportal für E-Learning der Universität Leipzig rät, Dokumente mit privaten oder sensiblen Inhalten nicht in Online-Werkzeuge hochzuladen. Die Universität Trier untersagt ausdrücklich, Noten oder Prüfungsergebnisse im Cloud-Speicher von Adobe abzulegen. Für Gutachten und Prüfungsunterlagen bleibt deshalb die lokale Bearbeitung der sichere Weg, bei Acrobat auf dem Desktop wie bei Sejda Desktop. Die Universität Kassel empfiehlt vor dem Hochladen in die Plagiatsprüfung, Name, Matrikelnummer und Anschrift aus der Datei zu entfernen.

Auf den Punkt: Ob PDF/A Pflicht ist, entscheidet die jeweilige Bibliothek, Düsseldorf etwa verlangt PDF/A-1b oder 2b. Acrobat Pro erstellt und prüft das Format, zudem zeigt das Programm die Änderungen zwischen zwei Fassungen einer Arbeit.

Was kostet Adobe Acrobat für Hochschule und Studierende wirklich?

Sparschwein mit Doktorhut und Aufschrift, daneben eine Münze auf weißem Grund
Studierende zahlen für Acrobat Pro den regulären Preis, günstiger wird Pro nur im Creative-Cloud-Paket für Schule und Studium.

Adobe Acrobat Pro kostet Studierende 23,79 Euro im Monat bei Jahresbindung, genauso viel wie der reguläre Tarif. Günstiger wird Pro im Creative-Cloud-Paket für Schule und Studium, das im ersten Jahr 19,34 Euro im Monat kostet. Sejda verlangt 5,50 Euro für eine Woche oder 71 Euro im Jahr.

Adobe führt Acrobat Pro auf der Preisseite für Schule und Studium mit 23,79 Euro im Monat bei Jahresbindung oder 284,03 Euro bei Vorauszahlung, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Einen Rabatt auf Acrobat Pro allein gewährt Adobe Studierenden nicht, der Betrag entspricht dem regulären Einzelpreis. Den Preisvorteil bietet Adobe über Creative Cloud Pro für Schule und Studium: Das Paket enthält Acrobat Pro und kostet im ersten Jahr 19,34 Euro im Monat, danach 34,99 Euro. Berechtigt sind Studierende staatlich anerkannter Hochschulen, eine Hochschul-E-Mail-Adresse bestätigt den Status sofort.

Hochschulen kaufen anders ein: Die Lizenzen laufen zentral über die Programme VIP Marketplace oder ETLA, die Nutzer*innen verwaltet die IT in der Admin Console. Seit August 2025 führt Adobe schrittweise Acrobat Studio for Education für Lehrende und Mitarbeitende ein, mit Acrobat Pro, Adobe Express Premium und dem KI-Assistenten. Einzelnen Lehrstühlen ohne Rahmenvertrag bleibt Acrobat Pro für Teams zu 23,99 Euro pro Lizenz und Monat oder 287,88 Euro im Jahr ohne Mehrwertsteuer.

Sejda verlangt deutlich weniger: Der Wochenpass für die Webversion kostet 5,50 Euro, verlängert sich nicht und fällt nach sieben Tagen auf die Gratisversion zurück. Das Jahresabo für Desktop und Web kostet 71 Euro, ab zwei Plätzen gewährt Sejda Mengenrabatt, ab 50 Plätzen 60 Prozent. Die Preisseite berechnet die Steuer erst im nächsten Bestellschritt.

Aus Sicht der Redaktion führt der Preisvergleich pro Kopf in die Irre, weil Lehrende ihre Skripte an Hochschulen selten selbst taggen. Ein Rechenbeispiel: Angenommen, eine Fakultät bündelt die Aufbereitung in einer Servicestelle mit zwei Arbeitsplätzen, an die die Lehrenden ihre Word-Dateien schicken. Zwei Pro-Lizenzen im Teams-Tarif kämen auf 575,76 Euro im Jahr ohne Mehrwertsteuer, zwei Sejda-Jahresabos mit Mengenrabatt auf 127,80 Euro. Den Aufpreis von rund 450 Euro würde die Fakultät für Tagging, Prüfbericht und PDF/A bezahlen.

Was zwei Pro-Plätze in der Servicestelle absichern
Rechenbeispiel: Eine Fakultät bereitet alle Skripte zentral auf, die Lehrenden liefern Word-Dateien.

Tags aus der Vorlage

PDFMaker und automatisches Tagging

Überschriften, Listen und Tabellen landen als Struktur im PDF, auch bei älteren Skripten ohne Quelldatei.

Prüfbericht je Skript

PDF/UA und WCAG

Der Bericht markiert, welche Punkte eine Person von Hand kontrollieren muss, bevor das Skript online geht.

PDF/A für Promovierende

Erstellen und per Preflight prüfen

Dieselben Plätze bereiten auch Dissertationen für Bibliotheken mit PDF/A-Vorgabe auf.

Lizenz an zwei Plätzen

575,76 Euro netto im Jahr

Zwei Pro-Plätze im Teams-Tarif zu je 287,88 Euro. Sejda kostet weniger, nennt für Tags und PDF/A aber keine Werkzeuge.

Für Studierende fällt die Rechnung anders aus: Zum Zusammenfügen und Verkleinern der Abgabe genügen der Wochenpass von Sejda oder die Gratisversion. Verlangt die Bibliothek PDF/A oder soll die Arbeit barrierefrei erscheinen, lohnt ein Blick auf die aktuellen Tarife von Adobe Acrobat und auf das Creative-Cloud-Paket, das sich nach zwölf Monaten automatisch zum regulären Abo-Preis von derzeit 34,99 Euro im Monat verlängert.

Barrierefreie Skripte scheitern an Hochschulen selten an der Lizenz für Adobe Acrobat oder Sejda. Den Ausschlag gibt der Stellenplan, in dem niemand das Taggen zweispaltiger Skripte mit Formeln und Randnotizen übernimmt.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen

Auf den Punkt: Den günstigsten Weg zu Acrobat Pro bietet Studierenden das Creative-Cloud-Paket, das sich nach zwölf Monaten zum regulären Abo-Preis verlängert. Hochschulen lizenzieren über VIP Marketplace oder ETLA und bündeln das Tagging am besten in einer Servicestelle.

Für wen eignet sich Adobe Acrobat, für wen Sejda?

Zwei Schlüssel am Ring, ein blauer und ein silberner mit Anhänger „passt?“ vor weißem Hintergrund
Servicestelle, Promotion oder schnelle Abgabe: Welches Werkzeug passt, hängt vom Einsatz ab.

Adobe Acrobat Pro eignet sich für Servicestellen, E-Learning-Teams und Lehrende, die Skripte barrierefrei aufbereiten, sowie für Promovierende mit PDF/A-Pflicht. Sejda eignet sich für Studierende und Lehrkräfte, die günstig zusammenfügen, komprimieren und Text erkennen wollen, auch auf Linux-Rechnern.

Die klarste Trennlinie verläuft über die gesetzliche Pflicht: Überall dort, wo ein Dokument öffentlich auf der Lernplattform oder der Website der Hochschule erscheint, braucht die Hochschule ein Werkzeug, das Tags setzt und prüft. Für diese Aufgabe ist Adobe Acrobat Pro aus Sicht der Redaktion das passende Werkzeug, weil Tagging und Prüfbericht in einem Programm liegen.

Für die Arbeit am eigenen Schreibtisch sieht die Lage anders aus: Studierende, die Kapitel zusammenführen, Seitenzahlen setzen und die Datei für das Upload-Limit des Prüfungsamts verkleinern, finden in Sejda ein günstiges und schnelles Werkzeug. Lehrkräfte erhalten das Konto sogar kostenlos und die Desktop-Version läuft auch in den Linux-Pools, die viele Anbieter auslassen.

EinsatzPassendes WerkzeugGrund
Servicestelle Barrierefreiheit, E-Learning-TeamAdobe Acrobat ProTagging, Leserichtung, Alternativtexte, Prüfbericht
Lehrende in Mathematik und NaturwissenschaftenAdobe Acrobat ProFormeln per MathML für Screenreader
Promovierende mit PDF/A-VorgabeAdobe Acrobat ProPDF/A erstellen, per Preflight prüfen, Fassungen vergleichen
Studierende vor der AbgabeSejdaWochenpass ohne Abo, Zusammenfügen und Komprimieren
Lehrkräfte mit ÜbungsblätternSejdakostenloses Konto für den Unterricht
Rechnerpools unter LinuxSejda Desktoplokale Verarbeitung, Verteilung per Volumenlizenz

Unabhängig vom Werkzeug bewährt sich für jedes Skript eine feste Reihenfolge:

  1. Das Skript in Word mit Formatvorlagen für Überschriften, Listen und Tabellen schreiben und Alternativtexte schon dort vergeben.
  2. Das PDF mit Tags exportieren und die Dokumentsprache hinterlegen.
  3. Lesereihenfolge, Tabellen und Formeln im PDF kontrollieren und nachbessern.
  4. Die automatische Prüfung laufen lassen und die als manuell markierten Punkte abarbeiten.
  5. Mit PAC gegenprüfen und die Datei erst danach in die Lernplattform stellen.

Wir halten den dritten Schritt für den am meisten unterschätzten: Ein Skript mit Randnotizen, Kästen und zweispaltigen Seiten braucht dort die meiste Handarbeit, egal, welches Programm die Hochschule einsetzt.

Auf den Punkt: Öffentliche Skripte und PDF/A-Abgaben gehören zu Acrobat Pro, die schnelle Abgabe-Vorbereitung und der Linux-Pool zu Sejda.

Fazit: Warum liegt Adobe Acrobat bei barrierefreien Skripten vorn?

Ein hellblauer Doktorhut mit Quaste und Schild
Für öffentliche Skripte und PDF/A-Abgaben liegt Acrobat Pro vorn, für die schnelle Vorbereitung einer Abgabe genügt Sejda.

Adobe Acrobat Pro liegt aus Sicht der Redaktion vorn, sobald Dokumente öffentlich erscheinen oder ein Archivformat gefordert ist: Das Programm setzt Tags, korrigiert die Lesereihenfolge, unterstützt Formeln per MathML, prüft gegen PDF/UA und erzeugt PDF/A samt Preflight.

Sejda bleibt ein gutes, günstiges Werkzeug mit Wochenpass ohne Abo, kostenlosem Konto für Lehrkräfte und einer Desktop-Version, die auch Linux abdeckt; für die Vorbereitung einer Abgabe genügt das. Hochschulen, die ihre Skripte nach Landesrecht und Hochschulrahmengesetz barrierefrei anbieten müssen, bekommen mit Adobe Acrobat Pro Tagging, MathML-Formeln und Prüfung in einem Programm und für Promovierende den Weg zur PDF/A-Datei, die viele Bibliotheken verlangen. Der höhere Preis betrifft vor allem die wenigen Plätze, an denen Skripte aufbereitet werden.

Glossar: 12 Fachbegriffe rund um PDF-Software für die Hochschule

Ein aufgeschlagenes Buch mit blauem Lesezeichen und einem QR-Code auf weißem Hintergrund
Das Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um PDF-Software für die Hochschule, von Alternativtext bis WCAG.

Alternativtext

Der Alternativtext beschreibt eine Abbildung in Worten, damit ein Screenreader ihren Inhalt vorlesen kann. In einem Vorlesungsskript erklärt er etwa, was ein Diagramm zeigt. Adobe Acrobat Pro prüft fehlende Alternativtexte über eine eigene Regel und öffnet einen Dialog zum Nachtragen.

BITV 2.0

Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) legt fest, wie öffentliche Stellen des Bundes ihre Websites, Apps und elektronischen Verwaltungsabläufe gestalten müssen. Mehrere Länder verweisen in ihren eigenen Gesetzen auf die Anforderungen der Verordnung, etwa Baden-Württemberg und Bayern.

EN 301 549

Die EN 301 549 ist die europäische Norm für barrierefreie Informationstechnik. Ihr Kapitel 10 regelt Dokumente außerhalb von Webseiten, darunter PDF-Dateien. Die Norm stützt sich auf die WCAG und dient als Maßstab für die Pflichten aus der EU-Richtlinie 2016/2102.

Gerätelizenz

Eine Gerätelizenz (Shared Device Licensing) bindet eine Adobe-Lizenz an einen Rechner statt an eine Person. Hochschulen nutzen das Modell für Labore und Rechnerpools, weil beliebig viele Nutzer*innen an einem Gerät arbeiten können. Bei personengebundenen Lizenzen meldet sich dagegen jede Person mit dem eigenen Konto an.

Lesereihenfolge

Die Lesereihenfolge legt fest, in welcher Abfolge ein Screenreader die Inhalte einer Seite vorliest. Bei zweispaltigen Skripten, Randnotizen oder Kästen weicht die Vorlesefolge schnell von der sichtbaren Anordnung ab. Adobe Acrobat Pro bietet dafür ein eigenes Werkzeug zur Korrektur.

MathML

MathML ist eine Auszeichnungssprache für mathematische Formeln. In getaggten PDFs erlaubt MathML, dass ein Screenreader eine Formel samt ihrer Struktur vorliest, statt nur eine Grafik zu melden. Adobe Acrobat unterstützt MathML seit Juni 2026.

OCR

OCR steht für Optical Character Recognition, also Texterkennung. Die Technik verwandelt eingescannte Seiten, die nur Bilddaten enthalten, in durchsuchbaren Text. Für barrierefreie Skripte ist OCR die Voraussetzung, weil ein Screenreader aus einem reinen Bild nichts vorlesen kann.

PAC

Der PDF Accessibility Checker (PAC) ist ein kostenloses Prüfwerkzeug für Windows, das PDFs gegen PDF/UA und WCAG testet. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit empfiehlt PAC zur Kontrolle, betont aber, dass ein bestandener Test keine manuelle Prüfung ersetzt.

PDF/A

PDF/A ist das Archivformat nach ISO 19005. Die Norm stellt sicher, dass ein Dokument auch in Jahrzehnten gleich aussieht, weil Schriften eingebettet und externe Abhängigkeiten ausgeschlossen sind. Viele Hochschulbibliotheken verlangen PDF/A für elektronische Dissertationen.

PDF/UA

PDF/UA steht für PDF/Universal Accessibility und ist der Standard für barrierefreie PDFs nach ISO 14289. Die Norm verlangt unter anderem Tags für alle Inhalte, eine logische Lesereihenfolge, Alternativtexte und eine hinterlegte Dokumentsprache.

Tags

Tags sind unsichtbare Strukturmarken in einem PDF, die Überschriften, Absätze, Listen, Tabellen und Abbildungen kennzeichnen. Erst diese Struktur erlaubt Screenreadern, ein Dokument sinnvoll vorzulesen und darin zu navigieren. Am zuverlässigsten entstehen Tags schon beim Export aus dem Schreibprogramm.

WCAG

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des World Wide Web Consortium sind der internationale Maßstab für barrierefreie Inhalte. Die Richtlinien ordnen ihre Erfolgskriterien vier Prinzipien zu: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Die EN 301 549 übernimmt die Kriterien auch für Dokumente.

FAQ: Adobe Acrobat vs. Sejda: PDF-Software für die Hochschule, von barrierefreien Skripten bis zur Abschlussarbeit

Hellblaues Spiralnotizbuch mit „FAQ“-Aufkleber und kleiner Fußnote auf weißem Grund
Häufige Fragen zu barrierefreien PDFs, PDF/A und den Preisen von Adobe Acrobat und Sejda.

Wie mache ich ein PDF barrierefrei?

Am zuverlässigsten entsteht ein barrierefreies PDF schon im Schreibprogramm: Überschriften, Listen und Tabellen mit Formatvorlagen anlegen, Alternativtexte für Abbildungen vergeben und das PDF mit Tags exportieren. Danach Lesereihenfolge und Dokumentsprache kontrollieren und das Ergebnis mit einer Barrierefreiheitsprüfung wie in Acrobat Pro oder mit dem kostenlosen PAC testen.

Kann Adobe Acrobat Standard PDFs barrierefrei machen?

Nein. Barrierefreie PDFs nach geltenden Standards erstellen und prüfen können nur Acrobat Pro und Acrobat Studio. Acrobat Standard enthält zwar den PDFMaker, der beim Export aus Word Tags setzt, aber weder die Barrierefreiheitsprüfung noch das Werkzeug für die Leserichtung.

Bekommen Studierende Adobe Acrobat Pro günstiger?

Auf Acrobat Pro allein gewährt Adobe keinen Studierendenrabatt, das Abo kostet 23,79 Euro im Monat bei Jahresbindung. Günstiger kommen Studierende über Creative Cloud Pro für Schule und Studium, das Acrobat Pro enthält und im ersten Jahr 19,34 Euro im Monat kostet, danach 34,99 Euro.

Ist Sejda kostenlos?

Sejda bietet eine Gratisversion mit Grenzen: im Browser bis zu 200 Seiten oder 50 Megabyte je Datei und drei Aufgaben pro Stunde, auf dem Desktop drei Aufgaben am Tag. Ohne die Seiten- und Stundenlimits der Gratisversion arbeiten der Wochenpass für die Webversion zu 5,50 Euro oder das Jahresabo für Web und Desktop zu 71 Euro. Lehrkräfte erhalten ein kostenloses Konto.

Wie speichere ich meine Abschlussarbeit als PDF/A?

In Adobe Acrobat Pro über „PDF-Standards anwenden“ und „Als PDF/A speichern“ oder im Preflight mit einem Profil wie „Nach PDF/A-1b konvertieren“, das die Datei zugleich prüft. Vorher lohnt ein Blick in die Vorgaben der eigenen Bibliothek, weil manche PDF/A verlangen und andere ein normales PDF annehmen.

Was ist der Unterschied zwischen PDF/A und PDF/UA?

PDF/A nach ISO 19005 sichert die Langzeitarchivierung: Das Dokument soll auch in Jahrzehnten gleich aussehen. PDF/UA nach ISO 14289 regelt die Barrierefreiheit, also Tags, Lesereihenfolge und Alternativtexte. Eine Datei kann beide Normen zugleich erfüllen, PDF/A-1a verlangt zum Beispiel bereits eine getaggte Struktur.

Quellen

31 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 24.09.2026
  1. Europäische UnionRichtlinie (EU) 2016/2102 über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen
  2. Bundesministerium der JustizHochschulrahmengesetz, § 2 Aufgaben
  3. Bundesministerium der JustizBarrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0), § 3
  4. Land Baden-WürttembergLandes-Behindertengleichstellungsgesetz, § 10
  5. Freistaat BayernBayerische Digitalverordnung, § 9
  6. Land Nordrhein-WestfalenVerordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik (BITV NRW)
  7. DZHW, Deutsches Studierendenwerkbeeinträchtigt studieren – best32021
  8. Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 426 vom 28.11.2025: Studierende im Wintersemester 2025/26
  9. Universität StuttgartErklärung zur Barrierefreiheit
  10. Universität WürzburgErklärung zur Barrierefreiheit
  11. Bundesfachstelle BarrierefreiheitBarrierefreie PDF prüfen
  12. PDF AssociationISO 19005 (PDF/A)
  13. Universitäts- und Landesbibliothek DüsseldorfDissertationen elektronisch veröffentlichen
  14. Universitätsbibliothek Frankfurt am MainAbgabe von Dissertationen
  15. Staats- und Universitätsbibliothek BremenE-Dissertationen
  16. Universität RegensburgDissertationen veröffentlichen
  17. Universitätsbibliothek der LMU MünchenAbgabe von Dissertationen und Habilitationsschriften
  18. TU BraunschweigMerkblatt E-Dissertationen
  19. Universität LeipzigPDF-Dateien komprimieren (E-Learning-Wissensdatenbank)
  20. Universität TrierAdobe-Datenschutzinformation
  21. Universität KasselHinweise zur Plagiatsprüfung mit Turnitin
  22. AdobePDF erstellen und Barrierefreiheit prüfen (Acrobat Pro)
  23. AdobeBarrierefreie PDF-Dateien erstellen
  24. AdobeAutomatisches Tagging in der Cloud
  25. AdobeAcrobat Versionshinweise
  26. AdobePDF/X-, PDF/A- und PDF/E-konforme Dateien
  27. AdobeDokumente vergleichen
  28. AdobeAcrobat für Schule und Studium: Preise
  29. AdobeÄnderungen an Plänen für Hochschulen
  30. AdobeGerätelizenzen (Shared Device Licensing)
  31. AdobeAcrobat für Teams: Preise und Funktionsvergleich
4,3 22 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?