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Epic-Chef Tim Sweeney nennt Steams Pflichthinweis auf KI-Inhalte in Spielen „abscheulich“. Die Plattform verlangt den Hinweis in mehr Fällen als das EU-Recht, denn die KI-Verordnung der EU (AI Act) schreibt ihn vor allem für Deepfakes und für KI-Figuren vor, mit denen Spieler sprechen.

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„Es ist abscheulich, Entwickler zu einer politischen Stellungnahme zu zwingen, die der Hassmob, den man selbst mitorganisiert, dann gegen sie verwendet.“ So antwortete Tim Sweeney am 23. Oktober auf X dem Filmemacher Matt Workman.[1] Gemeint ist Valve, Betreiber der Spieleplattform Steam.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Sweeney hält Steams KI-Angabe für eine erzwungene politische Stellungnahme.
  • Valve verlangt die Angabe seit Januar 2024, seit Januar 2026 nur noch für Inhalte, die Spieler sehen oder hören.
  • Die KI-Verordnung verlangt seit dem 2. August 2026 Hinweise auf Deepfakes und KI-Gesprächspartner.

Was stört Tim Sweeney an Steams KI-Hinweis?

Weißer Gamecontroller mit orangefarbenem Anhänger und Aufschrift „Enthält KI“
Sweeney kritisiert KI-Kennzeichnung als Zielscheibe für Gegner generativer KI und nennt die Offenlegung einen politischen Akt. Valve äußert sich nicht

Sweeney sieht in der Angabe eine Zielscheibe, weil Gegner generativer KI darüber nach seiner Lesart die Spiele finden, gegen die sie vorgehen. In weiteren Beiträgen auf X nannte er die Offenlegung einen politischen Akt. Valve hat sich bisher nicht geäußert.

Schon im November 2025 pflichtete Sweeney Workman bei, dass KI-Kennzeichnungen auf Spieleplattformen keinen Sinn ergäben, weil KI an fast jeder künftigen Produktion beteiligt sei. Im Oktober verordnete Sweeney Epic Games einen Umbau rund um KI. Epic konkurriert zudem mit Steam und kämpft seit Jahren gegen die Gebühren der großen Plattformen, zuletzt mit Erfolg gegen Apple in Australien.

Was verlangt Valve von den Studios?

Seit Januar 2024 geben Studios beim Einreichen in einem Fragebogen an, ob KI-Inhalte vorab erzeugt wurden oder erst während des Spiels entstehen; die Angabe erscheint auf der Shopseite. Für live erzeugte Inhalte beschreiben Studios zusätzlich, wie sie rechtswidrige KI-Inhalte verhindern.[2]

Im Januar 2026 grenzte Valve die Regel ein: Anzugeben ist nur, was Spieler zu sehen oder zu hören bekommen, also Grafik, Ton, Texte und Übersetzungen. KI-Werkzeuge für Programmcode bleiben ausgenommen.

Ein KI-Hinweis ist eine Produktangabe wie die Altersfreigabe, kein Bekenntnis. Steam verlangt den Hinweis nur in mehr Fällen als die EU.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wann Studios KI-Inhalte offenlegen müssen
Steam und KI-Verordnung im Vergleich

Welcher Inhalt einen Hinweis braucht

Inhalt im Spiel
Steam
KI-Verordnung
KI-Grafik, -Ton oder -Text, erkennbar fiktional
Pflicht
keine Pflicht
KI-Figuren im freien Dialog
Pflicht, dazu Schutz vor rechtswidrigen Ausgaben
Pflicht, außer die KI ist offensichtlich erkennbar
Deepfake echter Personen, Orte oder Ereignisse
Pflicht
Pflicht, bei Fiktion als Hinweis, der nicht stört
KI-Werkzeuge für Code und interne Abläufe
keine Pflicht
keine Pflicht

Steam: Fragebogen beim Einreichen, Angabe auf der Shopseite. KI-Verordnung: Artikel 50, gilt seit dem 2. August 2026.

Jan. 2024
Seitdem fragt Valve KI-Inhalte beim Einreichen auf Steam ab
2. Aug. 2026
Ab diesem Tag gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung
15 Mio. €
oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, was höher ist: Höchstbußgeld bei Verstößen gegen Artikel 50

Was verlangt das EU-Recht?

Nach Artikel 50 der KI-Verordnung müssen Studios Deepfakes offenlegen, also KI-Bilder, -Töne oder -Videos, die echten Personen, Orten oder Ereignissen täuschend ähneln.[3] Bei erkennbar fiktionalen Werken genügt ein Hinweis, der das Spielerlebnis nicht stört. Ein KI-generiertes Fantasiemonster gehört nicht dazu.

Anders liegt der Fall bei KI-Figuren, mit denen Spieler frei sprechen. Deren Anbieter müssen kenntlich machen, dass eine KI antwortet, sofern das nicht offensichtlich ist. KI-erzeugte Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen müssen dagegen die Anbieter der Generatoren. Bei Verstößen gegen Artikel 50 drohen Bußgelder bis zu 15 Mio. € oder, falls höher, 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.[3]

Studios im deutschsprachigen Raum müssen beide Pflichten erfüllen, denn Valves Angabe auf der Shopseite ersetzt nicht die Hinweise, die nach der KI-Verordnung im Spiel selbst nötig sind. Führen Sie dafür gerne je Spiel eine Liste, mit welchem Werkzeug Grafik, Ton, Texte und Übersetzungen entstanden sind. Damit füllen Sie Valves Fragebogen aus und weisen nach, dass Sie die Pflichten aus der KI-Verordnung erfüllen.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Tim Sweeney auf XAntwort an Matt Workman zu Steams KI-Offenlegung23.10.2026
  2. Valve, Steamworks DevelopmentAI Content on SteamJanuar 2024
  3. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Amtsblatt der EUArtikel 3 Nr. 60, Artikel 50 und Artikel 99

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