Kunlun Tech hat Matrix-Game 4.0 als Open Source freigegeben, ein System, in dem eine herkömmliche Spiel-Engine Regeln, Physik und Spielstand verwaltet. Ein Videomodell mit fünf Milliarden Parametern macht aus der groben Vorlage das fertige Bild. Die 60 Bilder pro Sekunde auf einer Heim-Grafikkarte, mit denen der chinesische Konzern wirbt, hat das eigene Team im Repository bislang nicht gemessen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen„Code baut das Spiel, KI rendert die Welt“, schreibt das Matrix-Game-Team von Kunlun Tech zur neuen Version.[2] Reine Pixel-Weltmodelle halten eine Spielwelt allein im Gedächtnis eines neuronalen Netzes. Verlässt dort ein Gegenstand das Bild, ist er nach Angaben des Teams einfach weg.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Spiel-Engine verwaltet Regeln und Spielstand, ein Videomodell auf Basis von Alibabas Wan2.2 erzeugt nur das Bild.
- Kunlun Tech nennt 60 Bilder pro Sekunde auf einer RTX 5090, das Team misst im Repository 38 bis 39 auf einer Nvidia A100.
- Freigegeben sind drei Szenen: Burg, Altes Ägypten und Stadtrennen.
Was macht Matrix-Game 4.0 anders als Googles Genie 3?

Google DeepMind stellte Genie 3 im August 2025 vor. Das Modell erzeugt aus einem Textprompt begehbare Welten in 720p bei 24 Bildern pro Sekunde, die nach Angaben von DeepMind einige Minuten lang konsistent bleiben.[5] Um solche Modelle konkurrieren die großen Konzerne: AMD übernahm im September das Weltmodell-Labor World Labs, bei ByteDance leitet laut Bloomberg Gründer Zhang Yiming das eigene Weltmodell persönlich.
Bei Kunlun Tech berechnet die Engine Treffer, Lebenspunkte und Kollisionen, daraus zeichnet sie grobe Low-Poly-Bilder. Ein Programmieragent setzt Wünsche wie „Lass Monster von allen Seiten kommen“ in neue Spielregeln um.[1] Das Videomodell, ein Ableger von Alibabas Wan mit fünf Milliarden Parametern, rendert die Vorlage in Paketen zu je vier Bildern.[4]
Wie viel davon läuft auf einer Heim-Grafikkarte?
Laut Kunlun Tech läuft das Spiel auf einer einzelnen RTX 5090 in 480p mit 60 Bildern pro Sekunde und belegt bis zu 18,5 GiB Grafikspeicher. Zwischen Tastendruck und Bild vergehen demnach 112 Millisekunden, Vergleichssysteme benötigen laut dem Konzern Rechenzentrumskarten wie die H100 oder H200.[1]
Getestet hat das Team laut Repository auf einer Nvidia A100 mit 80 GB und dort rund 38 bis 39 Bilder pro Sekunde in den beiden Schießszenen gemessen.[3] Die Optimierung für die RTX-50-Serie führt die Installationsanleitung noch als geplant. Weder eine feste Bildrate noch genug Platz im Speicher einer Consumer-Karte sichert das Team in der Model Card zu.[4]
Gewichte, Spielcode und Assets stehen unter der Apache-2.0-Lizenz, Trainingscode und Trainingsdaten veröffentlicht Kunlun Tech nicht.[4] Entwickler bleiben deshalb bei den drei mitgelieferten Szenen, für eigene Welten fehlt ihnen das Trainingsrezept.
Kunlun gibt der Engine das Gedächtnis der Spielwelt zurück, erst so lässt sich ein Weltmodell wie normaler Spielcode testen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Studios in Europa?
Auf der ChinaJoy 2026 in Shanghai präsentierten chinesische Studios KI als festen Teil ihrer Produktion. miHoYo will in zwei bis drei Jahren zu den führenden KI-Modellbauern Chinas zählen. Für europäische Studios taugt Matrix-Game 4.0 vor allem als Prototyp: Die Lizenz erlaubt kommerzielle Nutzung und eigene Änderungen, die Spiellogik liegt als gewöhnlicher C++-Code vor.[3]
Vor einem Release gehört die KI-Verordnung auf die Prüfliste. Artikel 50 verpflichtet Anbieter von KI-Systemen, die synthetische Bilder oder Videos erzeugen, diese Ausgaben maschinenlesbar zu kennzeichnen.[6] Ob ein neuronaler Renderer im Spiel darunterfällt, ist rechtlich offen, Ihre Rechtsabteilung sollte das vor dem Start klären.
Testen Sie gerne zuerst die Browser-Demo auf einem Linux-Server mit Rechenzentrumskarte, bevor Sie Hardware kaufen, denn die Werte für die RTX 5090 stammen bisher allein von Kunlun Tech. Welche Geschäftsmodelle hinter Engines und Spielen stehen, lesen Sie in unserer Analyse, womit die Gaming-Industrie ihr Geld verdient.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Leiphone (雷锋网)昆仑万维诞生世界上第一款消费级显卡视频大模型游戏,同步开源
- Matrix-Game Team, Skywork AIMatrix-Game 4.0: Code builds the game, AI renders the world (Projektseite)
- Skywork AI auf GitHubMatrix-Game 4.0: Streaming Neural Rendering for Playable Games (Repository und README)
- Skywork AI auf Hugging FaceMatrix-Game-4.0 (Model Card, Stand 14. Oktober 2026)
- Google DeepMindGenie 3: A new frontier for world models
- Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 50
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