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In Trebbin südlich von Berlin hat der Bau eines Rechenzentrums mit rund 180 Megawatt Leistung begonnen, eine Betriebsgenehmigung steht aus. Das Landesamt für Umwelt prüft noch Lärm und Abgase, die Stadt will einem höheren Schornstein erst nach einem Vertrag mit dem Investor zustimmen. Laut Wärmeplan der Stadt würde die Abwärme den heutigen Wärmebedarf von Trebbin mehrfach decken.

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Das Rechenzentrum in Trebbin entsteht am Ortseingang beim Möbellager Porta. Die für den 4. November geplante Bürgerinformation hat die Stadt am 12. Oktober verschoben.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Genehmigt sind zwei Rechenzentrumsgebäude und ein Umspannwerk, die Genehmigung für den Betrieb steht aus.
  • Der Vorhabenträger rechnet mit rund 180 Megawatt elektrischer Leistung, davon 128 bis 150 Megawatt für die IT.
  • Die nutzbare Abwärme läge bei 450 bis 680 Gigawattstunden im Jahr, ganz Trebbin verbraucht heute 126,9.
  • Investitionssumme, Stellen und Betreiber hat bisher keine Seite öffentlich genannt.

Wie weit ist das Rechenzentrum in Trebbin?

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Bebauungsplan regelt Fläche; Landesamt für Umwelt genehmigt Betrieb nach Bundes-Immissionsschutzgesetz unter Prüfung von Wasser, Energie, Lärm und Abgasen

Für die Fläche gilt ein rechtskräftiger Bebauungsplan, auf dessen Grundlage Gebäude und Umspannwerk genehmigt wurden. Den Betrieb muss das Landesamt für Umwelt nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz eigens genehmigen und prüft dafür unter anderem Fragen zu Wasser, Energieversorgung, Lärm und Abgasen.[1]

Den Investor nennt die Stadt nicht. Nach Angaben des Fachdienstes DataCenter-Insider steht der US-Infrastrukturinvestor SDC Capital Partners hinter dem Vorhaben, ein künftiger Betreiber ist laut dem Bericht noch offen.

Warum hält die Stadt ihre Zustimmung zurück?

Offen ist außerdem die Höhe des Schornsteins, über den bei Rechenzentren meist die Notstromaggregate ihre Abgase ableiten. Einem höheren Schornstein müssen die Stadtverordneten zustimmen. Die Stadt will diese Zustimmung erst geben, sobald ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor steht, und hat ihm einen ersten Fragenkatalog geschickt.[1]

Im September 2025 lehnten die Stadtverordneten laut Golem einen Bauantrag ab, weil der Schornstein 2,5 Meter zu hoch geplant war.

Für die Abwärme ist eine Pflicht im Gespräch: Ein künftiger Betreiber soll laut Wärmeplan die Wärme an die Stadt abgeben, soweit das Rechenzentrum sie nicht selbst nutzt.[2]

Rechenzentrum Trebbin: viel Abwärme für eine kleine Stadt
Was der Wärmeplan der Stadt ausweist und wo das Projekt heute steht
180 MW
elektrische Gesamtleistung laut Berechnung des Vorhabenträgers
450–680 GWh
nutzbare Abwärme pro Jahr, je nach Annahme im Wärmeplan
126,9 GWh
Wärmebedarf der gesamten Stadt Trebbin pro Jahr
20 %
Mindestanteil wiederverwendeter Energie bei Betriebsstart ab Juli 2028
Wo das Projekt heute steht
Genehmigt
Zwei Gebäude und ein Umspannwerk auf Basis des rechtskräftigen Bebauungsplans.
Im Bau
Die Stadt bestätigt den Baubeginn, Stand 12. Oktober 2026.
In Prüfung
Das Landesamt für Umwelt prüft die Genehmigung für den Betrieb.
Offen
Schornsteinhöhe, städtebaulicher Vertrag, Betreiber und Bürgerinformation.

Das Rechenzentrum liefert mehr Abwärme, als ganz Trebbin verbraucht. Ohne Wärmenetz bläst die Kühlung diesen Überschuss einfach in die Luft.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wohin mit bis zu 680 Gigawattstunden Abwärme?

Im Auftrag der Stadt hat EWE Netz das Projekt für die kommunale Wärmeplanung durchgerechnet: Bei 6.000 Volllaststunden und 50 Prozent Nutzungsquote fallen rund 450 Gigawattstunden Abwärme im Jahr an, bei 7.000 Stunden und 65 Prozent rund 680.[2] Ganz Trebbin braucht heute 126,9 Gigawattstunden Wärme. Die Leitungen zu den Abnehmern legen laut Bericht die Kommune oder ihr Wärmeversorger.

Das Energieeffizienzgesetz verlangt von Rechenzentren mit Betriebsstart ab Juli 2026 einen PUE-Wert von höchstens 1,2 und mindestens 10 Prozent wiederverwendete Energie, ab Juli 2028 sind 20 Prozent fällig.[3]

Liefe die Anlage 7.000 Stunden unter Volllast, entsprächen 20 Prozent rund 250 Gigawattstunden, knapp dem Doppelten des städtischen Bedarfs.

Wie groß ist Trebbin im Vergleich?

Alle Rechenzentren in Deutschland kommen zusammen auf rund 2.980 Megawatt, Trebbin allein brächte gut sechs Prozent dazu. In Schladen-Werla steht der Netzanschluss, der Betreiber fehlt dagegen noch. In Wenzenbach bei Regensburg muss zuerst TenneT den Netzanschluss zusagen. Im Lausitzer Lübbenau will Schwarz Digits die Abwärme ab 2028 ins Fernwärmenetz einspeisen, dort steht der Abnehmer fest. Für die 11 Milliarden Euro in Lübbenau meldete der rbb rund 120 Arbeitsplätze in der Anlaufphase.

Kleinere Kommunen müssen ihre Wärmeplanung erst bis Mitte 2028 vorlegen. Trebbin hat in seinem Plan rund um das Rechenzentrum bereits ein Eignungsgebiet für ein Wärmenetz eingezeichnet.[2] Betreiben Sie in der Region eine Halle mit hohem Wärmebedarf, melden Sie Ihr Interesse gerne früh bei der Stadtverwaltung an.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Stadt TrebbinGeplantes Rechenzentrum am Ortseingang von Trebbin (07.10.2026, aktualisiert)12.10.2026
  2. Stadt Trebbin / EWE NetzKommunale Wärmeplanung: Abschlussbericht für die Stadt Trebbin, Kapitel 4.3.1.11
  3. Bundesministerium der Justiz§ 11 Energieeffizienzgesetz: Klimaneutrale Rechenzentren

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