Großstädte müssen ihre kommunale Wärmeplanung bis Ende Juni vorlegen. Eine Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt, wohin die Reise geht. Wärmepumpen und Wärmenetze stehen im Zentrum.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBis zum 30. Juni 2026 müssen alle Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern einen Wärmeplan vorlegen. Eine Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut hat erstmals 113 fertige Pläne aus 223 Kommunen untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster und eine offene Flanke.
Das Wichtigste in Kürze

- Großstädte über 100.000 Einwohner haben bis 30. Juni 2026 Zeit, kleinere Kommunen bis 30. Juni 2028.
- Wärmepumpen stehen im Zentrum der kommunalen Wärmewende, größere Städte setzen zusätzlich stark auf Wärmenetze.
- Der Anteil der Wärmenetze soll über alle Kommunengrößen von durchschnittlich 16 auf 40 Prozent steigen.
Was zeigt die Auswertung?

Wärmepumpe im Zentrum. Über alle Größenklassen hinweg setzen die Kommunen auf Wärmepumpen als Kerntechnologie. Größere Städte ergänzen das durch einen deutlichen Ausbau der Wärmenetze.
Netze legen kräftig zu. Laut der Auswertung soll der Anteil der Wärmenetze von heute durchschnittlich 16 auf 40 Prozent klettern. Das verschiebt die Versorgung weg von der einzelnen Gasheizung hin zu gemeinschaftlichen Lösungen.
Wo hakt es noch?

Unklare Annahmen. Viele Kommunen rechnen mit sinkenden Wärmebedarfen, ohne die Grundlage dieser Annahme offenzulegen. Das Forscherteam empfiehlt einen standardisierten Korridor für plausible Einsparungen.
Gesetze koppeln. Fraunhofer ISE rät, das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz und das Wärmeplanungsgesetz miteinander zu verzahnen. Ohne diese Kopplung drohen Planungen, die an der Sanierungsrealität vorbeigehen.
Ein Wärmeplan ist nur so gut wie die Annahmen darunter. Wenn niemand erklärt, warum der Bedarf sinken soll, plant die Kommune auf Sand statt auf Daten.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Ihre Kommune oder Ihr Unternehmen?

Frist im Blick behalten. Städte über 100.000 Einwohner sollten den Stichtag am 30. Juni einhalten und die Datengrundlage dokumentieren. Betreiber von Quartieren oder größeren Standorten klären früh, ob ein künftiges Wärmenetz die eigene Versorgung berührt.
Die vollständige Studie und ihre Datensätze hat Fraunhofer ISE öffentlich gemacht. Nutzen Sie die Auswertung als Referenz, bevor Sie eigene Annahmen zum Wärmebedarf festschreiben.