Ivanti Sentry: Patchen Sie sofort, Angreifer sind dran

Michael Dobler
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
Ivanti Sentry: Patchen Sie sofort, Angreifer sind dran

Eine kritische Sicherheitslücke in Ivanti Sentry wird bereits aktiv ausgenutzt. Weniger als zwei Tage nach dem Patch tauchten erste gekaperte Systeme auf, und Sicherheitsforscher beobachten breite Angriffe.

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Die Lücke in Ivanti Sentry trägt den höchstmöglichen CVSS-Wert von 10.0. Ein nicht angemeldeter Angreifer aus dem Internet kann darüber Befehle mit Root-Rechten auf dem Gerät ausführen, ganz ohne Zugangsdaten.

Das Wichtigste in Kürze

  • CVE-2026-10520 ist eine OS-Command-Injection mit CVSS 10.0 und erlaubt unauthentifizierte Befehlsausführung als Root.
  • Die zweite Lücke CVE-2026-10523 mit CVSS 9.9 lässt Angreifer beliebige Admin-Konten anlegen; jede der beiden reicht für eine vollständige Übernahme.
  • Betroffen sind Ivanti Sentry 10.5.1, 10.6.1, 10.7.0 und früher; Patches stehen mit 10.5.2, 10.6.2 und 10.7.1 bereit.

Wie kritisch ist die Lage?

Geöffnetes oranges Vorhängeschloss mit Nummernschild auf weißem Grund
Ivanti-Sicherheitslücke innerhalb von 48 Stunden aktiv ausgenutzt: Nach Advisory-Veröffentlichung folgte Exploit-Code und erste kompromittierte Geräte mit Hintertüren

Aktiv ausgenutzt. Ivanti veröffentlichte das Advisory am 9. Juni 2026, einen Tag später folgte von watchTowr Labs eine technische Analyse samt funktionierendem Exploit-Code. Innerhalb von 48 Stunden meldete die Shadowserver Foundation erste gekaperte Geräte, darunter mehrere mit eingebauter Hintertür.

Der verwundbare Endpunkt nimmt POST-Anfragen ohne jede Anmeldung an und reicht die Eingabe direkt an einen System-Befehl weiter. Die Hersteller-Details stehen im Ivanti-Advisory.

Warum ist Sentry so ein lohnendes Ziel?

Diebmaus an Riegel mit Anhänger „ACHTUNG! JETZT PATCHEN!“
Ivanti Sentry kontrolliert die Schnittstelle zwischen mobilen Geräten und Backend-Systemen wie Exchange. Eine Kompromittierung ermöglicht Angreifern Zugriff auf zentrale Netzwerk-Infrastruktur

Sensible Position. Ivanti Sentry, früher MobileIron Sentry, sitzt direkt zwischen der mobilen Geräteflotte eines Unternehmens und den Backend-Systemen wie Exchange. Mit der Übernahme des Geräts erreicht ein Angreifer eine zentrale Schaltstelle im Netz.

Internet-erreichbare Systeme ohne Authentifizierung geraten erfahrungsgemäß schnell ins Visier, sobald ein Exploit kursiert. Genau dieses Muster bestätigt sich hier. Die allgemeine Bedrohungslage ordnet unser Überblick zu den Cybersecurity-Grundlagen ein.

Eine Lücke mit Höchstwertung, ein öffentlicher Exploit und ein Gerät an zentraler Stelle: Diese Kombination duldet keinen Aufschub. Patchen Sie heute und durchsuchen Sie das System danach nach Spuren eines Einbruchs.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was sollten Sie jetzt tun?

Weiße Mütze mit silbernem Schloss-Emblem und grünem Hammer-und-Amboss-Logo
Kritische Sicherheitslücke: Sofort auf Version 10.5.2, 10.6.2 oder 10.7.1 aktualisieren. Nach dem Patch auf Hintertüren prüfen

Sofort patchen. Spielen Sie umgehend die abgesicherten Versionen 10.5.2, 10.6.2 oder 10.7.1 ein. Da bereits Systeme mit Hintertüren auftauchen, reicht das Patchen allein nicht aus.

Prüfen Sie nach dem Update, ob Ihr Gerät Anzeichen einer Kompromittierung zeigt, etwa unbekannte Administrator-Konten oder ungewöhnliche Prozesse. Nehmen Sie betroffene Sentry-Systeme im Zweifel kurzzeitig vom Netz und ziehen Sie für die Forensik Ihr Incident-Response-Team hinzu. Für NIS2-pflichtige Betriebe gehört ein solcher Vorfall in die Meldekette.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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