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Dresden hat am Rossendorfer Ring für rund 7,2 Millionen Euro neue Gewerbeflächen erschlossen und für weitere 4,3 Millionen Euro das benachbarte Betonwerk gekauft. Die Flächen sollen unter anderem Radiopharma-Firmen anziehen, deren Branche in Rossendorf schon wächst: Rotop baut dort für rund 50 Millionen Euro ein Zentrum mit etwa 60 neuen Arbeitsplätzen. Für 6,75 Hektar sucht die Stadt noch Interessenten.

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Die Radiopharmazie in Dresden-Rossendorf bekommt Platz zum Wachsen, während das GSK-Impfstoffwerk an der Zirkusstraße auf seine Schließung zusteuert. „Gerade die Radiopharmazie verbindet in Dresden Forschung, industrielle Produktion und medizinische Anwendung und bietet erhebliche Wachstumschancen“, sagt Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stadt hat den Rossendorfer Ring für rund 7,2 Millionen Euro ausgebaut, knapp 2,1 Millionen Euro Fördergeld kamen von Land und Bund.
  • Von 10,45 Hektar Gewerbefläche sind noch 6,75 Hektar zu haben, einen neuen Käufer hat Dresden bisher nicht genannt.
  • Rotop baut in Rossendorf ein Zentrum für Auftragsfertigung, ABX investiert im nahen Radeberg 35 Millionen Euro in einen Teilchenbeschleuniger.

Was hat Dresden in Rossendorf gebaut?

Zwei Sandfelder: Eines mit Dose („BELEGT“), das andere mit Schild („FREI“)
Dresden investierte 7,2 Millionen Euro in Straßenausbau: 1.100 Meter Fahrbahn auf sieben Meter verbreitert, neuer drei Meter breiter Fußweg, erneuerte Versorgungsleitungen

Rund 5,1 Millionen Euro flossen in Straßenbau, Lärmschutzwall sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, 2,1 Millionen Euro in den Grunderwerb. Auf rund 1.100 Metern verbreiterte die Stadt die Fahrbahn auf sieben Meter und legte einen drei Meter breiten Fußweg an. Gemeinsam mit SachsenEnergie erneuerte Dresden die Leitungen für Trink- und Abwasser, Strom und Breitband.[1]

Mit dem fertigen Ausbau hat die Stadt erschlossene Grundstücke im Angebot, eine neue Ansiedlung hat Dresden bisher nicht verkündet. Das frühere Betonwerk soll das Gewerbegebiet später mit dem Forschungsgelände des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) verbinden. Einen Zeitplan dafür nennt Dresden nicht.[1]

Warum zählt bei Radiopharmaka die Nähe?

Radiopharmaka markieren Tumoren für die Bildgebung oder bestrahlen sie von innen. Die strahlenden Wirkstoffe zerfallen schnell: Das gängige PET-Isotop Fluor-18 hat schon nach knapp zwei Stunden die Hälfte seiner Aktivität verloren. Hersteller produzieren deshalb nah an den Kliniken. Rossendorf bietet dafür die ganze Wertschöpfungskette: Am HZDR werden die Wirkstoffe erforscht, Firmen am Standort stellen die Präparate her, Dresdner Krankenhäuser setzen die Mittel bei Patienten ein.[1]

Rotop errichtet ein neues CMO-Zentrum, in dem das Unternehmen Radiopharmaka im Auftrag anderer Hersteller fertigt.[1] Eckert & Ziegler hat für den Ausbau in Rossendorf bis zu 50 Millionen Euro eingeplant. Im nahen Radeberg investiert ABX 35 Millionen Euro in ein Zyklotron, einen Teilchenbeschleuniger, der kurzlebige Isotope direkt vor Ort erzeugt.[2]

Radiopharma-Standort Dresden: Wer wie viel investiert
Öffentliches Geld für Flächen, privates Geld für Anlagen
11,5 Mio. €
fließen in den Rossendorfer Ring (7,2 Mio., davon 2,1 Mio. Fördergeld) und das frühere Betonwerk (4,3 Mio.)
50 Mio. €
kostet das neue CMO-Zentrum von Rotop, rund 60 Arbeitsplätze kommen hinzu
bis zu 50 Mio. €
will Eckert & Ziegler in seinen Standort Rossendorf stecken
35 Mio. €
investiert ABX in Radeberg in ein Zyklotron für kurzlebige Isotope
Gewerbefläche am Rossendorfer Ring: 10,45 Hektar
3,7 ha belegt6,75 ha noch frei

Dresden bietet Radiopharma-Firmen 6,75 freie Hektar an, während GSK 641 Pharmastellen in der Stadt abbauen will. Bauland ersetzt noch keinen Arbeitgeber.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für den Pharmastandort Sachsen?

GSK will das Dresdner Impfstoffwerk mit 641 Stellen bis 2028 schließen, der Freistaat sucht einen Investor für die Anlagen. Anders als GSK mit seinen Überkapazitäten bei Grippeimpfstoff fertigen Radiopharma-Hersteller kleine Chargen, die sich wegen des Zerfalls nicht auf Vorrat herstellen lassen. In Dresden wachsen die Radiopharma-Firmen neben der Chipindustrie. GlobalFoundries will seine Kapazität in Dresden verdoppeln, SachsenNetze steckt für die Fabriken 300 Millionen Euro ins Dresdner Stromnetz.

Andernorts halten Pharmakonzerne Geld zurück: Boehringer Ingelheim legte im Juli 900 Millionen Euro auf Eis und begründete den Schritt mit dem steigenden Zwangsrabatt. Merck dagegen eröffnete im Juli in Darmstadt ein Prüflabor für 25 Millionen Euro. Zulieferer für Reinraumtechnik, Strahlenschutz, Analytik und Kurierlogistik finden in Rossendorf wachsende Kunden. Planen Sie eine Ansiedlung, sprechen Sie die Dresdner Wirtschaftsförderung gerne früh auf die freien Grundstücke an.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Wirtschaftsförderung SachsenMehr Platz für Wachstum am Radiopharmazie-Standort Dresden08.10.2026
  2. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und KlimaschutzStrahlkraft »Made in Saxony«: Wie Sachsens Radiopharma-Cluster dem Krebs den Kampf ansagt08.01.2026

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