
Landing Page erstellen: Wie geht das? Einfacher als Sie denken.
Michael Dobler
Autor Dr. WebJeden Tag verpuffen Werbebudgets, weil Besucher auf Seiten landen, die sie verwirren statt überzeugen. Wer eine durchdachte Landing Page erstellen kann, macht den Unterschied zwischen einem verlorenen Klick und einem gewonnenen Kunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Landing Page verfolgt genau ein Ziel und eliminiert alle Ablenkungen, die von der gewünschten Handlung ablenken könnten
- Die Conversion Rate entscheidet über Erfolg oder Misserfolg: Durchschnittliche Seiten erreichen 2-5%, optimierte Seiten schaffen 15% und mehr
- Psychologische Trigger wie Social Proof, Verknappung und ein klarer Nutzen wirken stärker als aufwendiges Design
- Mit modernen Tools können Sie Ihre erste Landing Page in unter einer Stunde erstellen, ganz ohne Programmierkenntnisse

Was unterscheidet eine Landing Page von einer normalen Webseite?
Stellen Sie sich zwei Geschäfte vor. Das eine ist ein Kaufhaus mit fünf Etagen, hunderten Produkten und Wegweisern in alle Richtungen. Das andere ist ein Pop-up-Store mit einem einzigen Angebot und einer Kasse direkt am Eingang. Welches Geschäft verkauft schneller?
Eine Landing Page funktioniert wie dieser Pop-up-Store. Sie existiert für genau einen Zweck: den Besucher zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Das kann eine Newsletter-Anmeldung sein, der Download eines Whitepapers, eine Demo-Anfrage oder ein direkter Kauf.
Ihre normale Unternehmenswebseite dagegen erfüllt viele Aufgaben gleichzeitig. Sie informiert über Ihr Team, zeigt Referenzen, erklärt verschiedene Produkte und bietet Kontaktmöglichkeiten. Diese Vielfalt ist gewollt. Doch für eine gezielte Werbekampagne wird sie zum Problem. Zu viele Optionen führen zu Entscheidungslähmung. Der Besucher klickt sich durch, findet alles interessant und tut am Ende nichts.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Navigation. Während Ihre Hauptseite den Besucher einlädt, frei zu erkunden, führt eine Landing Page ihn wie auf Schienen zum Ziel. Kein Menü, das ablenkt. Keine Links zu anderen Bereichen. Nur die relevanten Informationen und ein klarer Call-to-Action.
Wann brauchen Sie überhaupt eine Landing Page?
Nicht jede Marketingaktion erfordert eine eigene Seite. Doch sobald Sie bezahlte Werbung schalten, verschenken Sie ohne passende Landing Page bares Geld.
Google Ads, Facebook-Kampagnen oder LinkedIn-Anzeigen kosten pro Klick. Jeder Besucher, der auf Ihrer allgemeinen Startseite landet und dort die Orientierung verliert, ist ein verlorenes Investment. Die Rechnung ist einfach: Bei einem Klickpreis von 2 Euro und 100 Besuchern täglich verbrennen Sie bei einer Conversion Rate von nur 1% statt möglicher 10% jeden Monat über 5.000 Euro.
Landing Pages lohnen sich besonders für zeitlich begrenzte Aktionen. Ein Webinar, ein Produktlaunch, ein Sonderangebot. Hier können Sie die Botschaft exakt auf die Kampagne abstimmen, ohne Ihre Hauptseite anzupassen. Nach Ende der Aktion schalten Sie die Seite einfach ab.
Auch für A/B-Tests sind Landing Pages unverzichtbar. Sie können verschiedene Überschriften, Bilder oder Angebote gegeneinander testen, ohne das Risiko einzugehen, Ihre etablierte Webseite zu beschädigen. So finden Sie heraus, welche Ansprache bei Ihrer Zielgruppe wirklich funktioniert.
Selbst ohne Werbebudget ergeben Landing Pages Sinn. Für Leadmagneten wie kostenlose E-Books, Checklisten oder Tools brauchen Sie eine fokussierte Seite, die den Wert des Angebots kommuniziert und die E-Mail-Adresse im Tausch einsammelt.
Welche Elemente machen eine Landing Page erfolgreich?
Der Aufbau einer überzeugenden Seite folgt psychologischen Prinzipien, die seit Jahrzehnten erforscht sind. Es geht nicht um Tricks, sondern um klare Kommunikation.

Die Überschrift entscheidet in Sekunden über Bleiben oder Gehen. Sie muss den konkreten Nutzen für den Besucher benennen, nicht Ihr Produkt beschreiben. „Verdoppeln Sie Ihre Conversion Rate in 30 Tagen“ schlägt „Unser innovatives Analyse-Tool“ um Längen. Der Besucher fragt sich immer: Was habe ich davon?
Direkt unter der Überschrift folgt ein unterstützender Satz, der die Aussage konkretisiert. Hier können Sie erklären, wie das Versprechen eingelöst wird. Bleiben Sie dabei spezifisch. Zahlen und Zeitangaben wirken glaubwürdiger als vage Formulierungen.
Das Hero-Bild oder Video oberhalb des Faltknicks muss die Botschaft visuell verstärken. Ein Bild Ihres Produkts in Aktion oder ein zufriedener Kunde beim Anwenden erzeugt mehr Wirkung als abstrakte Stockfotos von lächelnden Geschäftsleuten. Authentizität schlägt Hochglanz.
Social Proof gehört zu den mächtigsten Überzeugungselementen. Testimonials von echten Kunden, Logos bekannter Unternehmen, die Ihr Produkt nutzen, oder konkrete Nutzerzahlen bauen Vertrauen auf. Menschen orientieren sich an anderen Menschen. Wenn 10.000 Unternehmen Ihre Lösung bereits nutzen, kann sie so schlecht nicht sein.
Der Call-to-Action-Button verdient besondere Aufmerksamkeit. Er muss sofort ins Auge fallen und klar kommunizieren, was beim Klick passiert. „Kostenlos testen“ funktioniert besser als „Absenden“. „Jetzt Zugang sichern“ besser als „Weiter“. Die Farbe sollte sich deutlich vom Rest der Seite abheben.
Vertrauenssignale wie Gütesiegel, Geld-zurück-Garantien oder Datenschutzhinweise räumen letzte Zweifel aus. Besonders bei höherpreisigen Angeboten oder wenn Sie persönliche Daten abfragen, brauchen Besucher diese Sicherheit.
Welche Fehler ruinieren Ihre Conversion Rate?
Die meisten Landing Pages scheitern nicht an mangelnder Kreativität, sondern an vermeidbaren Grundfehlern.
Zu viele Ablenkungen
Links zur Hauptseite, Social-Media-Buttons, ein vollständiges Navigationsmenü. Jede zusätzliche Klickmöglichkeit ist ein Fluchtweg. Studien zeigen, dass Landing Pages ohne Navigation bis zu 40% besser konvertieren. Der Besucher soll sich entscheiden: Handeln oder Seite verlassen. Kein Mittelweg.
Überschrift passt nicht zur Anzeige
Jemand klickt auf eine Anzeige für „Kostenlose SEO-Analyse“ und landet auf einer Seite mit der Überschrift „Willkommen bei Marketing Solutions GmbH“. Die kognitive Dissonanz lässt ihn sofort zweifeln. Ist er richtig? Die Überschrift muss das Versprechen der Anzeige aufgreifen und bestätigen.
Formulare mit zu vielen Feldern
Jedes zusätzliche Formularfeld reduziert die Conversion Rate messbar. Brauchen Sie wirklich die Telefonnummer, den Firmennamen und die Position? Für einen Newsletter-Eintrag reicht die E-Mail-Adresse. Für einen B2B-Lead vielleicht noch der Name und das Unternehmen. Alles darüber hinaus sollte einen sehr guten Grund haben.
Kein Mobile-Responsive Design
Über 60% der Nutzer surfen mobil. Eine Landing Page, die auf dem Smartphone schlecht aussieht oder lange lädt, verliert die Mehrheit der potenziellen Kunden bereits vor dem ersten Scrollen. Testen Sie jede Seite auf verschiedenen Geräten, bevor Sie Werbebudget investieren.
Unklare Handlungsaufforderung
Manchmal scheitert es am Offensichtlichsten. Der Button ist zu klein, zu unauffällig oder steht erst nach endlosem Scrollen. Die Beschriftung ist nichtssagend oder erzeugt Unsicherheit. „Hier klicken“ sagt nicht, was danach passiert. „Kostenlosen Probemonat starten“ schon.
Übertriebene Versprechen
Skepsis ist die natürliche Reaktion auf zu gute Angebote. „10x mehr Umsatz garantiert“ glaubt niemand. Realistische, belegbare Aussagen wirken stärker. Wenn Ihre Kunden durchschnittlich 23% mehr Leads generieren, schreiben Sie genau das.
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Wie erstellen Sie eine Landing Page in der Praxis?
Der Weg von der Idee zur fertigen Seite muss nicht kompliziert sein. Mit der richtigen Vorbereitung und passenden Werkzeugen gelingt die Umsetzung auch ohne technisches Vorwissen.
Schritt 1: Ziel definieren
Bevor Sie auch nur eine Zeile schreiben, beantworten Sie eine Frage: Was genau soll der Besucher tun? Nur eine Handlung pro Seite. Wenn Sie zwei Ziele haben, erstellen Sie zwei Landing Pages. Diese Klarheit bestimmt alles Weitere.
Schritt 2: Zielgruppe verstehen
Wer sind die Menschen, die auf Ihrer Seite landen werden? Was ist ihr dringenstes Problem? Welche Einwände könnten sie haben? Je genauer Sie Ihre Zielgruppe kennen, desto präziser können Sie ansprechen. Sprechen Sie mit echten Kunden oder analysieren Sie Supportanfragen.
Schritt 3: Inhalte strukturieren
Gliedern Sie die Seite nach dem AIDA-Prinzip: Attention (Aufmerksamkeit durch Überschrift), Interest (Interesse durch Nutzenversprechen), Desire (Verlangen durch Beweise und Social Proof), Action (Handlung durch klaren CTA). Diese Struktur führt den Besucher logisch zum Ziel.
Schritt 4: Texte schreiben
Beginnen Sie mit der Überschrift. Investieren Sie hier die meiste Zeit. Eine gute Überschrift macht mittelmäßige Inhalte erfolgreich, eine schlechte Überschrift lässt brillante Inhalte untergehen. Testen Sie verschiedene Varianten an Kollegen oder Freunden.
Schritt 5: Technische Umsetzung
Für die technische Umsetzung stehen Ihnen mehrere Wege offen. Sie können einen Entwickler beauftragen, was bei sehr individuellen Anforderungen sinnvoll ist. Oder Sie nutzen einen spezialisierten Generator, mit dem Sie Ihre Landing Page erstellen können, ohne eine Zeile Code anzufassen. Solche Tools bringen fertige Templates mit, die Sie per Drag-and-Drop anpassen. Farben, Texte und Bilder lassen sich ohne technisches Wissen austauschen. Die meisten Anbieter übernehmen auch das Hosting und sorgen für schnelle Ladezeiten.
Schritt 6: Testen und veröffentlichen
Prüfen Sie die Seite auf verschiedenen Geräten und Browsern. Klicken Sie selbst durch den gesamten Prozess. Funktioniert das Formular? Kommt die Bestätigungsmail an? Erst wenn alles sitzt, schalten Sie die Kampagne live.
Wie messen und optimieren Sie den Erfolg?
Eine Landing Page ist nie fertig. Sie entwickelt sich durch kontinuierliche Verbesserung.
Die wichtigste Kennzahl ist die Conversion Rate: Wie viel Prozent der Besucher führen die gewünschte Handlung aus? Teilen Sie die Anzahl der Conversions durch die Anzahl der Besucher und multiplizieren Sie mit 100. Eine Rate von 5% bedeutet, dass 5 von 100 Besuchern konvertieren.
Aber Vorsicht vor Durchschnittswerten. Was eine gute Conversion Rate ist, hängt von Ihrer Branche, Ihrem Angebot und der Qualität Ihres Traffics ab. Ein kostenloses E-Book wird häufiger heruntergeladen als ein Beratungsgespräch angefragt. Vergleichen Sie Ihre Zahlen mit Ihren eigenen früheren Werten, nicht mit Benchmarks aus dem Internet.
A/B-Tests sind der Goldstandard der Optimierung. Sie erstellen zwei Varianten Ihrer Seite, die sich in genau einem Element unterscheiden. Vielleicht eine andere Überschrift, eine andere Button-Farbe oder ein anderes Bild. Die Hälfte der Besucher sieht Version A, die andere Version B. Nach ausreichend Daten wissen Sie, welche Variante besser funktioniert.
Testen Sie immer nur ein Element gleichzeitig. Sonst wissen Sie nicht, welche Änderung den Unterschied gemacht hat. Beginnen Sie mit den Elementen, die den größten Einfluss haben: Überschrift, Call-to-Action, Hero-Bild. Kleinigkeiten wie Schriftgrößen kommen später.
Heatmaps zeigen Ihnen, wohin Besucher schauen und klicken. Vielleicht ignorieren sie Ihren Button, weil er unter einem auffälligen Bild untergeht. Oder sie klicken auf Elemente, die gar keine Links sind. Diese Erkenntnisse sind Gold wert für die nächste Iteration.
Vergessen Sie nicht die Ladezeit. Jede Sekunde Verzögerung kostet Conversions. Google PageSpeed Insights gibt Ihnen konkrete Hinweise, wo Sie optimieren können. Komprimieren Sie Bilder, reduzieren Sie Scripts, wählen Sie einen schnellen Hosting-Anbieter.
Glossar
Conversion: Die gewünschte Handlung, die ein Besucher auf Ihrer Seite ausführen soll. Das kann ein Kauf sein, eine Anmeldung, ein Download oder eine Kontaktanfrage.
Conversion Rate: Der Prozentsatz der Besucher, die tatsächlich konvertieren. Sie ist die zentrale Kennzahl für den Erfolg einer Landing Page.
Call-to-Action (CTA): Die Handlungsaufforderung, meist in Form eines Buttons. „Jetzt kaufen“, „Kostenlos testen“ oder „Demo anfordern“ sind typische Beispiele.
Above the Fold: Der Bereich der Seite, den Besucher ohne Scrollen sehen. Hier sollten Überschrift, Nutzenversprechen und primärer CTA platziert sein.
A/B-Test: Ein Experiment, bei dem zwei Varianten einer Seite gegeneinander getestet werden, um herauszufinden, welche besser konvertiert.
Bounce Rate: Der Anteil der Besucher, die eine Seite verlassen, ohne eine Interaktion auszuführen. Eine hohe Bounce Rate deutet auf Probleme hin.
Social Proof: Beweise dafür, dass andere Menschen Ihrem Angebot vertrauen. Testimonials, Kundenzahlen und Logos bekannter Marken zählen dazu.
Leadmagnet: Ein kostenloses Angebot wie ein E-Book, eine Checkliste oder ein Tool, das im Tausch gegen Kontaktdaten angeboten wird.
Häufige Fragen zu Landing Pages

Was kostet es, eine Landing Page zu erstellen?
Die Spanne reicht von kostenlos bis mehrere tausend Euro. Mit Baukastensystemen erstellen Sie einfache Landing Pages ohne Budget. Professionelle Agenturen berechnen für konzipierte, getextete und programmierte Seiten typischerweise zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Der Preis hängt von Komplexität, Individualisierung und Integration in bestehende Systeme ab.
Wie lang sollte eine Landing Page sein?
So lang wie nötig, um alle Einwände auszuräumen und den Nutzen zu kommunizieren. Für einfache Angebote wie einen Newsletter-Eintrag reichen wenige Bildschirmlängen. Für komplexe oder hochpreisige Produkte darf die Seite auch mehrere Scrolllängen umfassen. Entscheidend ist, dass jeder Abschnitt einen Mehrwert bietet.
Wie viele Landing Pages sollte ein Unternehmen haben?
Es gibt keine Obergrenze. Unternehmen mit ausgereiftem Marketing betreiben oft dutzende spezialisierte Landing Pages für verschiedene Kampagnen, Zielgruppen und Angebote. Beginnen Sie mit einer Seite für Ihr wichtigstes Angebot und erweitern Sie dann systematisch.
Was ist der Unterschied zwischen Landing Page und Homepage?
Die Homepage ist der allgemeine Einstiegspunkt Ihrer Webseite mit Navigation zu allen Bereichen. Eine Landing Page hat ein einziges Ziel, keine ablenkende Navigation und spricht eine spezifische Zielgruppe mit einem konkreten Angebot an. Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen in Ihrer Marketingstrategie.
Kann ich eine Landing Page ohne technische Kenntnisse erstellen?
Absolut. Moderne Landing Page Generatoren arbeiten nach dem Drag-and-Drop-Prinzip. Sie wählen ein Template, passen Texte und Bilder an und veröffentlichen mit einem Klick. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Für komplexe Anforderungen oder Integrationen kann allerdings technische Unterstützung sinnvoll sein.
Quellen
Google – PageSpeed Insights Documentation – https://developers.google.com/speed/docs/insights/v5/about – besucht am 21.01.2026
Nielsen Norman Group – How Users Read on the Web – https://www.nngroup.com/articles/how-users-read-on-the-web/ – besucht am 21.01.2026
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