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Zwei kleine Sprachmodelle, die auf dem Smartphone oder im Auto laufen und nichts kosten: iFlytek legt beide am 1. September offen. Jedes fasst bis zu eine Million Token und richtet sich an Geräte ohne Cloud-Anbindung. Hinter der Großzügigkeit steht ein Konzern, der weiter Millionen verliert.

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iFlytek stellt mit Spark X2.5 zwei quelloffene On-Device-Modelle bereit, kleiner als jedes Cloud-Flaggschiff und trotzdem auf lange Kontexte ausgelegt. Der chinesische KI-Anbieter kündigte die Freigabe für den 1. September 2026 an, wenige Tage vor seinem Entwicklertag.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Spark X2.5-4B und Spark X2.5-1.7B erscheinen am 1. September 2026 als offene Modelle, das Vollmodell Spark X2.5 mit 293 Milliarden Parametern folgt am 7. September.
  • Beide Gerätemodelle unterstützen nativ ein Kontextfenster von bis zu einer Million Token und zielen auf Fahrzeuge, smarte Hardware und vernetzte Geräte.
  • Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz auf rund 1,49 Milliarden Euro (plus 6,5 Prozent), bereinigt blieb ein Verlust von rund 81 Millionen Euro.
  • Die Forschung verschlang über 380 Millionen Euro, mehr als ein Viertel des Umsatzes.

Was gibt iFlytek genau frei?

Metallgerät „KI-Modell“, offenes Vorhängeschloss und Anhänger „0 € KOSTENFREI“
Spark X2.5-4B und X2.5-1.7B: Zwei schlanke Modelle für lokale Verarbeitung, bis zu eine Million Token, optimiert für Agentenfunktionen, Mathematik und Textverständnis

Zwei Größen, ein Zuschnitt: Spark X2.5-4B und Spark X2.5-1.7B bleiben bewusst schlank, damit die Rechnung direkt auf dem Endgerät läuft statt in einem Rechenzentrum.[1] Beide Varianten fassen nativ bis zu eine Million Token, genug für lange Dokumente oder ganze Wissenssammlungen, und legen den Schwerpunkt auf Agentenfunktionen, Mathematik und allgemeines Textverständnis.

Termin und Nachschub: Die Freigabe der beiden offenen Gerätemodelle nannte iFlytek für den 1. September, das große Basismodell Spark X2.5 mit 293 Milliarden Parametern soll am 7. September folgen. Als Einsatzfelder benennt der Anbieter das vernetzte Fahrzeug, intelligente Hardware und das Internet der Dinge, also Umgebungen, in denen eine ständige Cloud-Verbindung fehlt oder zu träge wäre.

Warum verschenkt ein Verlustbringer seine Modelle?

Reichweite statt Lizenzgeld: Offene Gewichte kosten iFlytek kurzfristig Einnahmen, verschaffen dem Anbieter aber Entwickler, die seine Modelle in eigene Produkte einbauen. Dieselbe Logik treibt seit Monaten die ganze Branche: DeepSeek, Alibabas Qwen und Zhipus GLM-Reihe geben ihre Gewichte frei und unterbieten westliche Preise deutlich.

Heimische Chips als Zwang: iFlytek steht seit 2019 auf der US-Entity-List und trainiert seine Modelle überwiegend auf inländischen Beschleunigern. Die Freigabe kleiner, lokal lauffähiger Modelle passt zu dieser erzwungenen Eigenständigkeit, wie sie auch der Chipentwickler Biren vorantreibt.

Rote Zahlen trotz Wachstum: Im ersten Halbjahr 2026 meldete iFlytek rund 1,49 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 6,5 Prozent.[2] Der Fehlbetrag nach eigener Rechnung schrumpfte zwar auf rund 26 Millionen Euro, bereinigt um Sondereffekte klaffte aber ein Verlust von rund 81 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Ursache ist die Forschung, deren Budget binnen eines Jahres um über 75 Millionen Euro zulegte. Ähnlich kämpft der Klinik-KI-Spezialist Unisound mit hohen Kosten und Verlust.

iFlytek: Freigabe und Finanzen im Überblick
Spark X2.5 als Open Source, während der Konzern Verlust schreibt
2 Modelle
Spark X2.5-4B und X2.5-1.7B, quelloffen ab 1. September 2026
1 Mio.
Token Kontextfenster, nativ von beiden On-Device-Modellen unterstützt
1,49 Mrd. €
Halbjahresumsatz 2026, ein Plus von 6,5 Prozent
81 Mio. €
bereinigter Halbjahresverlust, im Vorjahr rund 47 Mio. €
380 Mio. €
Forschungsausgaben, mehr als ein Viertel des Umsatzes

Ein quelloffenes Modell, das komplett auf dem Gerät läuft, löst genau das Cloud-Problem, das europäische Firmen bei chinesischer KI umtreibt. Den Preis dafür zahlt iFlytek gerade selbst, mit einem Verlust, der die Freigabe erst erklärt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Unternehmen in Europa?

Daten bleiben lokal: Weil die Gewichte offenliegen, lässt sich ein On-Device-Modell im eigenen Netz betreiben, ohne Anfragen an einen chinesischen Cloud-Dienst zu senden. Genau an solchen Cloud-Verbindungen entzündete sich die Kritik europäischer Datenschutzbehörden an chinesischer KI wie DeepSeek.

Prüfen bleibt Pflicht: Die Entity-List-Einstufung und iFlyteks Nähe zu staatlichen Projekten mahnen zur Sorgfalt. Für den produktiven Einsatz empfiehlt sich eine abgeschottete Umgebung mit protokollierten Ausgaben, freigegeben entlang der BSI-Vorgaben und der DSGVO. Beim Aufbau eigener Edge-KI gewinnen Unternehmen mit offenen Gewichten Kontrolle, tragen aber auch die Verantwortung für die Sicherheitsprüfung.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. 界面新闻 (Jiemian)科大讯飞将于9月7日发布星火X2.5通用大模型 (Ankündigung der Open-Source-Freigabe zum 1. September)
  2. IT之家 (ITHome)科大讯飞 2026 年上半年归母亏损 2.04 亿元,同比收窄 14.68% (Halbjahreszahlen 2026)

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