DeepSeek schließt eine der größten Finanzierungsrunden der chinesischen KI-Branche ab, doch die Geldgeber bekommen dafür nichts zu sagen. Der Batteriekonzern CATL, Tencent und JD.com stocken auf, während Gründer Liang Wenfeng die Kontrolle behält. Genau diese Konstruktion zeigt, wie China seine KI-Champions unter Sanktionsdruck finanziert.

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Die DeepSeek-Finanzierung erreicht laut Berichten eine Bewertung von rund 74 Milliarden Dollar, etwa 64 Milliarden Euro. Kein Investor bekommt dafür Stimmrechte, und verkaufen darf fünf Jahre lang niemand. Kontrolle wird bei dieser Runde zur eigentlichen Währung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund acht Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 6,9 Milliarden Euro, fließen in die neue Runde, bei einer Bewertung um 74 Milliarden Dollar.
  • Bestehende Geldgeber wie CATL, Tencent, NetEase und JD.com stocken auf, Gründer Liang Wenfeng bleibt größter Kapitalgeber.
  • Die Anteile kommen mit fünf Jahren Sperrfrist und ohne Stimmrecht, nur Chinas staatlicher KI-Fonds ist ausgenommen.
  • In Deutschland prüfen Datenschutzbehörden die DeepSeek-App wegen der Datenübertragung nach China.

Wie groß ist die neue DeepSeek-Runde?

Offener Safe mit Geld, Notiz „Spendengelder“; davor Box mit Aufschrift „0 Stimmen“
DeepSeek sammelt in zweiter Finanzierungsrunde acht Milliarden Dollar ein, unterstützt von Investoren wie Tencent und CATL

DeepSeek nimmt laut Bloomberg und dem Finanzdienst Caixin eine zweite externe Finanzierungsrunde wieder auf. Rund acht Milliarden Dollar sollen zusammenkommen, umgerechnet etwa 6,9 Milliarden Euro zum Kurs von 0,86 Euro je Dollar am 27. August 2026.[2] Schon die erste Runde im Mai brachte dem Labor eine Bewertung von rund 52 Milliarden Dollar, getragen von Tencent und dem Batteriekonzern CATL.[1]

Die Zahlen rücken DeepSeek in eine Liga mit den teuersten Privatfirmen der Branche. Bestehende Geldgeber ziehen mit, darunter der Spielekonzern NetEase und der Onlinehändler JD.com. Parallel drängen Chinas Tech-Konzerne an die Kapitalmärkte, so macht auch Baidu Hongkong zur Hauptbörse. Westliche Runden wie Nvidias Milliardenkauf von Hugging Face sichern den Geldgebern Anteile und Einfluss, bei DeepSeek läuft der Handel umgekehrt.

Warum nimmt DeepSeek Geld ohne Stimmrechte?

Die ungewöhnliche Konstruktion dreht sich um die Steuerung der Firma. Seit die USA moderne KI-Chips von Nvidia für China sperren, muss DeepSeek sein Wachstum auf heimische Rechenleistung stützen und Fachkräfte im Preiskampf halten. Kapital hilft bei beidem, die Kontrolle über die Firma soll aber niemand mitkaufen.

Die neuen Anteile tragen eine fünfjährige Sperrfrist und kein Stimmrecht. Gründer Liang Wenfeng bleibt größter Kapitalgeber und gibt die Richtung im Alleingang vor. Nur Chinas staatlicher KI-Fonds ist von der Sperre ausgenommen und sitzt mit echtem Einfluss am Tisch.

Das Muster prägt Chinas gesamten KI-Sektor. Tencent öffnete gerade sein Hunyuan-Modell, und Moonshot verhandelt Kimi K3 für die US-Clouds der großen Anbieter. Geld und Staatsnähe wachsen zusammen, die Verfügungsgewalt bleibt im Land.

Milliarden ohne Stimmrecht bringen keinen Firmenanteil ein, sondern einen Platz in Chinas KI-Strategie. Für europäische Entscheider zählt darum weniger die Bewertung als die Frage, wem ein Modell am Ende gehorcht.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
DeepSeek: Milliarden ohne Mitsprache
Die neue Finanzierungsrunde in Zahlen, umgerechnet in Euro (Stand 27. August 2026)
64 Mrd. €
Bewertung der neuen Runde (rund 74 Mrd. Dollar)
6,9 Mrd. €
Frisches Kapital (rund 8 Mrd. Dollar)
5 Jahre
Sperrfrist auf die neuen Anteile
0
Stimmrechte für die neuen Geldgeber
Erste Runde im Mai 2026: rund 45 Milliarden Euro Bewertung (etwa 52 Milliarden Dollar), getragen von Tencent und dem Batteriekonzern CATL.

Was bedeutet die DeepSeek-Finanzierung für Europa?

Für den deutschsprachigen Markt bleibt DeepSeek Angebot und Risiko zugleich. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Meike Kamp meldete die DeepSeek-App bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt. Das Unternehmen übertrage Nutzerdaten nach China und verstoße gegen Artikel 46 der DSGVO, so die Behörde. Auch Aufsichtsbehörden in Frankreich, Irland, Belgien und den Niederlanden prüfen den Dienst, Italien sperrte die App bereits Anfang 2025.

Unternehmen trennen beim Einsatz von DeepSeek darum besser die gehostete App von den frei verfügbaren Modellgewichten. Die offenen Modelle laufen auch in einem europäischen Rechenzentrum, ganz ohne Datenabfluss nach China. Die Consumer-App dagegen gehört bis zum Abschluss der Verfahren nicht in sensible Arbeitsabläufe. Welche Alternativen europäische Anbieter bereitstellen, zeigt unser Vergleich der besten KI-Textgeneratoren.

Quellen

[1] Caixin Global: „DeepSeek Reaches $52 Billion Valuation in Round Backed by Tencent, CATL“

[2] Bloomberg: „DeepSeek Resumes $8 Billion Round With Monolith in the Running“

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