Nur noch 12 Prozent ihrer Seitenaufrufe erhielten Verlage in Nordamerika im dritten Quartal 2026 über Suchmaschinen, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 21 Prozent. Die Werte stammen aus dem Quartalsbericht des Analysedienstes Chartbeat vom 15. Oktober.[1] Soziale Netzwerke kamen in derselben Region auf 18 Prozent der Aufrufe und lagen damit vor der Suche.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenIn Nordeuropa kippte das Verhältnis im dritten Quartal: 13 Prozent der Aufrufe kamen dort über Suchmaschinen, 14 Prozent über soziale Netzwerke. Im Vorquartal lag die Suche mit 13 zu 12 Prozent noch vorn. Für Website-Betreiber, die ihre Reichweite vor allem über Google planen, liefert der Bericht einen Vergleichswert für die eigene Statistik.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Anteil der Suchmaschinen an den Seitenaufrufen nordamerikanischer Verlage sank binnen eines Jahres von 21 auf 12 Prozent.
- In drei von zehn Regionen, darunter Nordamerika und Nordeuropa, bringen soziale Netzwerke mehr Aufrufe als Suchmaschinen.
- Chartbeat sieht im wachsenden Einfluss der KI auf die Suche die wahrscheinliche Ursache.
- Einen Wert für Deutschland weist Chartbeat nicht aus.
Was misst Chartbeat genau?

Chartbeat verkauft Analysewerkzeuge an Verlage und wertet die Aufrufe auf den Websites seiner Kunden aus. Der Bericht teilt die Welt in zehn Regionen und zeigt je Region, welcher Anteil der Seitenaufrufe von Suchmaschinen, von sozialen Netzwerken und von Stammlesern stammt.[1] Google, Bing und andere Suchmaschinen fasst Chartbeat dabei zu einer Gruppe zusammen. Wie viele Websites in die Auswertung eingehen, gibt das Unternehmen nicht an.
Ein sinkender Anteil bedeutet nicht automatisch weniger Besuche aus der Suche, denn der Wert fällt auch, sobald andere Quellen mehr Aufrufe liefern. Chartbeat schreibt, die Zahl der Aufrufe insgesamt bleibe stabil. Eine absolute Zahl nannte der Dienst zuvor: Zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 sanken die Aufrufe über Google auf den Websites der Chartbeat-Kunden um 34 Prozent.
Warum verliert die Suche seit einem Jahr?
Im dritten Quartal 2025 stieg der Suchanteil noch in den meisten Regionen, obwohl Chartbeat schon damals einen wachsenden Einfluss der KI auf die Suche sah.[2] Der Umschwung folgte im Schlussquartal: In Nordamerika fiel der Wert von 21 auf 16 Prozent, in Nordeuropa von 19 auf 16 Prozent. Diesen Rückgang führte Chartbeat „wahrscheinlich“ auf den Einfluss der KI zurück.[3]
In dasselbe Quartal fiel die Ausweitung des KI-Modus (AI Mode): Seit Oktober 2025 beantwortet die KI-Suche von Google Fragen auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Dialog. Wie KI-Antworten Klicks kosten, zeigt eine Messung des Pew Research Center: Erscheint eine KI-Zusammenfassung, klicken nur 8 statt 15 Prozent der Nutzer auf ein klassisches Ergebnis. Einen ursächlichen Zusammenhang mit den eigenen Zahlen weist Chartbeat nicht nach.
Anteil der Suchmaschinen, drittes Quartal im Vergleich
Suche und soziale Netzwerke im Vergleich, drittes Quartal 2026
Bei 12 Prozent Suchanteil darf kein Verlag seine Reichweite noch allein auf Google bauen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Verlage im DACH-Raum?
Welcher Region Chartbeat Deutschland zuordnet, erklärt das Unternehmen im Bericht nicht. Die drei europäischen Regionen des Berichts verloren binnen eines Jahres zwischen sechs und acht Prozentpunkte, Mittel- und Osteuropa sowie Südeuropa je acht Punkte. Die stärkste Leserbindung meldet Chartbeat für Nordeuropa, wo 59 Prozent der Aufrufe von Stammlesern kommen.[1]
Deutsche Nachrichtenportale beziehen zudem einen großen Teil ihrer Google-Besuche aus Google Discover, dem Empfehlungsfeed von Google, bei großen Portalen 61 bis 70 Prozent. Ob Chartbeat den Feed zur Suche zählt, geht aus dem Quartalsbericht nicht hervor.
Was sollten Website-Betreiber jetzt prüfen?
- Quellen trennen: Vergleichen Sie in Google Analytics den Anteil der organischen Suche je Quartal mit den Chartbeat-Werten. Die Aufrufe über Discover weist die Google Search Console in einem eigenen Bericht aus.
- Zuordnung prüfen: Besuche aus KI-Diensten können unter den direkten Zugriffen landen, wie im Oktober, als ChatGPT eine Woche lang Links ohne Herkunftskennung auslieferte.
- Direkte Wege ausbauen: Newsletter und Push-Mitteilungen erreichen Leser ohne Umweg über eine Suchmaschine. Wie Inhalte als Quelle in KI-Antworten auftauchen, erklärt unser Ratgeber zur Generative Engine Optimization.
FAQ: Chartbeat: Suchmaschinen liefern Verlagen in Nordamerika nur noch 12 Prozent der Seitenaufrufe
Wie viele Seitenaufrufe bekommen Verlage über Suchmaschinen?
Laut Chartbeat lag der Anteil im dritten Quartal 2026 je nach Region zwischen 12 Prozent in Nordamerika und 46 Prozent in Afrika. In Europa reichte die Spanne von 13 Prozent in Nordeuropa bis 25 Prozent in Südeuropa.
Bringen soziale Netzwerke Verlagen mehr Aufrufe als Google?
In drei von zehn Regionen ja: In Nordamerika stehen 18 Prozent aus sozialen Netzwerken gegen 12 Prozent aus Suchmaschinen, in Nordeuropa 14 gegen 13 Prozent. Chartbeat zählt dabei alle Suchmaschinen zusammen, nicht Google allein.
Gilt der Rückgang auch für deutsche Websites?
Einen Wert für Deutschland weist Chartbeat nicht aus. Alle drei europäischen Regionen des Berichts verloren binnen eines Jahres sechs bis acht Prozentpunkte. Die eigene Entwicklung zeigt Google Analytics im Bericht „Traffic-Akquisition“ beim Kanal „Organische Suche“.
Quellen
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