
Google AI Mode: Das Ende der Klicks für Publisher?
Google rollt den AI Mode in Deutschland aus und begräbt damit die klassische Websuche ein Stück weiter. Während das Unternehmen von Innovation spricht, melden Website-Betreiber Traffic-Verluste im zweistelligen Bereich. Für Entscheider im digitalen Business wird es Zeit, sich auf eine neue Realität einzustellen.
Seit dem 8. Oktober 2025 ist Googles AI Mode auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Die Ära der blauen Links neigt sich damit einem Ende zu. Der neue KI-Modus verwandelt die Suchmaschine in einen dialogfähigen Chatbot, der auf Basis des Gemini-2.5-Modells arbeitet. Statt zehn Treffern erhalten Sie eine fertige Antwort, zusammengestellt aus Dutzenden Quellen. Praktisch für Nutzer. Problematisch für alle, die von Suchmaschinen-Traffic leben.
Wie der AI Mode funktioniert
Die Funktionsweise folgt einem Query-Fan-Out-Verfahren. Google zerlegt Ihre Anfrage in Teilfragen und durchsucht parallel hunderte Websites. Das Ergebnis: Eine konsolidierte Antwort mit Quellenangaben, die weitere Klicks oft überflüssig macht. Multimodale Eingaben über Text, Bild und Audio sind möglich. Folgefragen können Sie stellen, ohne eine neue Suche zu starten. Das System lernt aus Ihrem Suchverhalten und personalisiert die Ergebnisse zunehmend.
Traffic-Einbruch als neue Normalität
Hier wird es für Publisher ernst. Seit der Einführung in den USA im Mai 2025 mehren sich Berichte über deutliche Traffic-Einbußen. ComputerBase, eines der größten deutschen Tech-Portale, verzeichnet messbare Rückgänge seit Einführung der KI-Zusammenfassungen im Frühjahr. Studien von Pew Research, Sistrix und HubSpot bestätigen: Nutzer klicken signifikant seltener auf externe Links, wenn die Antwort bereits in der Suche steht. Die Zahlen sprechen von zehn bis dreißig Prozent weniger Besuchern aus organischer Google-Suche.
Google schweigt zu konkreten Zahlen
Google hält dagegen. Hema Budaraju, Vizepräsidentin der Suchabteilung, bezeichnet vorliegende Analysen als „unvollständig“. Konkrete Zahlen zum Gesamt-Traffic-Volumen nennt das Unternehmen nicht. Stattdessen verweist man auf „konstanten Search Traffic“ innerhalb der eigenen Plattform. Eine Argumentation, die bei betroffenen Website-Betreibern auf wenig Verständnis stößt. Was nützt Google-interner Traffic, wenn externe Seiten keine Klicks mehr erhalten?
Was das für Ihre Strategie bedeutet
Für Sie als Entscheider bedeutet das: Ihre SEO-Strategie muss sich fundamental ändern. Die klassische Content-Optimierung für Featured Snippets reicht nicht mehr. Sie benötigen Markenaufbau außerhalb von Google, starke Präsenzen auf Plattformen wie YouTube und Reddit, einzigartige Expertise statt austauschbarer Ratgeber-Inhalte. Leicht dahergesagt, nicht wahr? Der AI Mode ist derzeit noch ein separater Tab neben „Alle“, „Bilder“ und „Videos“. Google-CEO Sundar Pichai hat jedoch durchblicken lassen, dass der KI-Modus mittelfristig zur Standard-Suche werden soll.
Verfügbarkeit und Ausblick
Der AI Mode ist über google.com/ai, als Tab auf Suchergebnisseiten oder via Google-App erreichbar. Über 200 Länder haben nun Zugriff, 36 neue Sprachen wurden aktiviert. Wichtige EU-Märkte wie Frankreich, Italien und Spanien fehlen noch auf der Liste.
Der Rollout erfolgt gestaffelt, die vollständige Verfügbarkeit in Deutschland kann noch einige Tage dauern. Nutzen Sie die Zeit, um über Ihre digitale Strategie nachzudenken. Die Zukunft der Suche ist konversationell, personalisiert und vor allem: weit weniger großzügig mit Klicks für Publisher.
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2 Antworten zu „Google AI Mode: Das Ende der Klicks für Publisher?“
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Ich finde die Zeit momentan, sehr spannend. – Klar äußerst Disruptiv aber spannend.
LLM-Chatbots rücken an die Stelle zwei(GPT) der meist genutzten Suchmaschinen weltweit.
Heißt das jetzt wir Online-Marketer müssen nun SEO und KI-SEO bzw GEO machen? – Irgendwie ja, um nicht abgehängt zu werden.Aber ich finde, genau das macht einen guten Online-Marketer, SEO Manager oder Kreativen aus. Jederzeit flexibel und immer auf der Suche nach der besten Lösung oder Option.
Deshalb sehe ich den AI Wandel als Chance neue Wege zu gehen um Lösungen zu entwicklen die in die Zeit passen.
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Zuerst die omnipräsenten Adblocker, dann das DSGVO-getriebene Consentmanagement und nun KI – irgendwas stand und wird immer im Weg stehen.
Die Pionierzeiten des Webs (2.0), wo wir knapp nach der Erfindung des WWW begannen, dieses Supermedium zu dem zu machen, was es heute ist, sind vorbei.
Vorbei der Spaß an der Freude, am Experimentieren, schauen, was alles geht und dem kometenhaften Ausbau von Interaktivität, Funktionen, Diensten, Services.Einerseits baut die Politik absurde, aber hpts. nur für kleine Webbetreiber geltende Vorschriften ein und andererseits machen die Techno-Giganten mit dem Web, seinen eigentlichen Gestaltern und den Nutzern, was sie wollen.
„Dieser Weg wird kein leichter sein …“
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