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Beim Frühstück lesen Sie auf dem Handy, die CSU rutsche in Bayern ab und die Mehrheit der Regierung wackle. Das Minus beträgt drei Punkte. Infratest dimap gibt für den BayernTrend selbst eine Schwankungsbreite von zwei bis drei Punkten an, gewählt wird erst im Herbst 2028.

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Bis zur nächsten Landtagswahl in Bayern vergehen noch rund zwei Jahre, die Verfassung setzt den Termin zwischen September und Dezember 2028. Trotzdem fragen die Institute im Wochentakt, wen die Deutschen wählen würden: Allein 2025 erschienen bundesweit 256 Sonntagsfragen, so viele zählen wir in den Tabellen von wahlrecht.de. Hier lesen Sie, was diese Zahlen messen, warum Redaktionen aus kleinen Ausschlägen große Geschichten machen und welchen Anteil der Medienbetrieb am Erfolg der Parteien an den Rändern hat.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Im BayernTrend vom Oktober 2026 verliert die CSU drei Punkte und landet bei 36 Prozent, einen Punkt unter ihrem Wahlergebnis von 2023. Die Schwankungsbreite gibt Infratest dimap mit zwei bis drei Punkten an, der Anstieg der AfD seit der Wahl liegt dagegen weit darüber.
  • Bundesweit erschienen 2025 nach unserer Zählung 256 Sonntagsfragen von neun Instituten, viele im Auftrag von Sendern und Zeitungen. Die Berichte über Wahlumfragen haben sich zwischen 1980 und 2017 verzehnfacht.
  • Jedes zusätzliche negative Wort in einer Überschrift steigerte in Experimenten des US-Portals Upworthy die Klickrate im Schnitt um 2,3 Prozent. Die Zeitungsverlage verdienen inzwischen ein Viertel ihres Umsatzes digital und hängen an Reichweite.
  • Provokationen der AfD lösten laut Mainzer Forschern mehr Berichte und mehr Aufmerksamkeit für die Partei aus. Auf TikTok stellte die AfD vor der Bundestagswahl 2025 rund ein Fünftel der Partei-Videos, in den Feeds junger Testprofile aber 37,4 Prozent.
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Was wissen Sie über Umfragen, Klicks und Skandale?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Welche Schwankungsbreite nennt Infratest dimap für den BayernTrend vom Oktober 2026? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Zwei Punkte bei einem Anteil von 10 Prozent, drei Punkte bei 50 Prozent. Das CSU-Minus von drei Punkten liegt damit am Rand der Fehlertoleranz.
2 Wie viele bundesweite Sonntagsfragen erschienen 2025 nach unserer Zählung der Tabellen von wahlrecht.de? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Neun Institute veröffentlichten 256 Sonntagsfragen, INSA allein 103, Forsa 52. Das zweite Kapitel zeigt, wer die Umfragen bestellt.
3 Um wie viel steigerte jedes zusätzliche negative Wort in einer Überschrift die Klickrate in den Upworthy-Experimenten? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Gemessen an einer Überschrift durchschnittlicher Länge, als relative Veränderung. Jedes positive Wort senkte die Klickrate um 1,0 Prozent.
4 Wie viele von 111 öffentlichen Rücktrittsdebatten um Bundesminister zwischen 1969 und 2005 endeten mit einem Rücktritt? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Nur 14. Ob ein Minister geht, hängt nach der Studie vor allem vom politischen Rückhalt ab.
5 Welchen Anteil an den Partei-Videos in den TikTok-Feeds junger Testprofile erreichte die AfD vor der Bundestagswahl 2025? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Hochgeladen hatte die AfD 21,5 Prozent der Partei-Videos. Auch Die Linke und das BSW erschienen weit häufiger, als ihr Anteil an den Uploads erwarten ließ.

Was sagt die Bayern-Umfrage zwei Jahre vor der Wahl aus?

Oranges Balkendiagramm mit Porzellanschwein und Anhänger „Sonntagsfrage“
CSU bei 36 Prozent, AfD mit sechs bis sieben Punkten Zuwachs seit 2023. Umfrage des Bayerischen Rundfunks Oktober 2026

Wenig über den Wahlabend 2028 und einiges über die Stimmung im Oktober 2026. Die CSU liegt mit 36 Prozent nur einen Punkt unter ihrem Wahlergebnis von 2023, die AfD hat seitdem dagegen sechs bis sieben Punkte gewonnen.

Infratest dimap befragte für den BayernTrend des Bayerischen Rundfunks vom 12. bis 17. Oktober 2026 genau 1.207 Wahlberechtigte, 708 am Telefon und 499 online. Die CSU kommt auf 36 Prozent, drei Punkte weniger als im Januar. Die AfD erreicht 21 Prozent, die Grünen 15, die Freien Wähler 9 und die SPD 8 Prozent.

Die Koalition aus CSU und Freien Wählern hätte mit zusammen 45 Prozent eine knappe Mehrheit, AfD, Grüne und SPD kämen auf 44 Prozent.

Fast zeitgleich veröffentlichte GMS für „17:30 SAT.1 Bayern“ eine zweite Umfrage mit 1.011 Befragten: CSU 37, AfD 22, Grüne 15, Freie Wähler 10 und SPD 6 Prozent.

ParteiLandtagswahl 8.10.2023GMS, 14. bis 19.10.2026Infratest dimap, 12. bis 17.10.2026Infratest dimap gegenüber Januar 2026
CSU37,0 %37 %36 %−3
AfD14,6 %22 %21 %+2
Grüne14,4 %15 %15 %+2
Freie Wähler15,8 %10 %9 %±0
SPD8,4 %6 %8 %±0
Sonntagsfrage Bayern im Oktober 2026 und Ergebnis der Landtagswahl 2023 (Gesamtstimmen). Schwankungsbreite laut Infratest dimap zwei Punkte bei 10 Prozent, drei Punkte bei 50 Prozent. Quellen: Infratest dimap, BR, wahlrecht.de, Landeswahlleiter Bayern.

Wie genau solche Zahlen sind, schreibt Infratest dimap selbst unter die Studie. Die Schwankungsbreite liegt bei zwei Prozentpunkten für eine Partei mit rund 10 Prozent und bei drei Punkten für eine Partei um 50 Prozent. Für die CSU mit 36 Prozent heißt das: Ihr wahrer Wert in der Bevölkerung kann ebenso bei 33 wie bei 39 Prozent liegen.

Ein Minus von drei Punkten bewegt sich damit am Rand dessen, was allein der Zufall der Stichprobe erzeugt.

Die Sonntagsfrage messe aktuelle Wahlneigungen und nicht das spätere Wahlverhalten, zitierte der BR das Institut, Rückschlüsse auf den Wahlausgang seien „nur bedingt möglich“.

In den Schlagzeilen klang dieselbe Messung anders. Die WELT titelte am 21. Oktober: „CSU fällt in Bayern auf schwächsten Wert seit drei Jahren“.

Die Ippen-Portale meldeten „Mehrheit wackelt“, die Süddeutsche Zeitung schrieb im Anreißer, CSU und Freie Wähler müssten „um ihre Mehrheit bangen“. Am Vortag hatte die WELT die GMS-Umfrage mit einem Punkt mehr für die CSU noch so überschrieben: „AfD gewinnt in Bayern hinzu, CSU stabil“. Ein einziger Prozentpunkt trennt in derselben Woche „stabil“ von „schwächster Wert seit drei Jahren“.

Falsch ist keine der beiden Zeilen. Die Zahlen stimmen, der Rekordwert der AfD im BayernTrend ebenso. Die Wahl der Wörter entscheidet, welche Geschichte beim Leser ankommt.

Ein Befund verdient dabei mehr Aufmerksamkeit als das Auf und Ab der CSU. Bei der Landtagswahl am 8. Oktober 2023 holte die AfD 14,6 Prozent der Gesamtstimmen, heute messen beide Institute 21 und 22 Prozent. Dieser Anstieg liegt weit außerhalb jeder Fehlertoleranz und zieht sich durch alle Umfragen seit der Wahl.

Wer über Umfragen berichtet, kann diesen langen Trend sauber belegen, statt den Ausschlag einer einzelnen Woche zum Drama zu machen.

Auf den Punkt

Die CSU liegt im BayernTrend nur einen Punkt unter ihrem Wahlergebnis von 2023, das Minus von drei Punkten bewegt sich am Rand der Fehlertoleranz. Belastbar ist der lange Trend: Die AfD hat seit der Wahl sechs bis sieben Punkte gewonnen.

Wie oft fragen Institute, wen Sie wählen würden?

Tischkalender, 25.01.1976, Kreisdiagramme, Aufschrift „SCHON WIEDER“, weißer Hintergrund
256 bundesweite Sonntagsfragen zählt Dr. Web für das Jahr 2025, allein INSA lieferte 103.

Im Bund ungefähr fünfmal pro Woche. Nach unserer Zählung der Tabellen von wahlrecht.de erschienen 2025 bundesweit 256 Sonntagsfragen von neun Instituten, allein INSA lieferte 103. Viele Umfragen geben Sender und Zeitungen selbst in Auftrag.

INSA veröffentlicht im Schnitt zweimal pro Woche, Forsa einmal pro Woche, seit November 2017 als „RTL/n-tv Trendbarometer“. Das Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF erscheint meist alle zwei Wochen, der DeutschlandTrend von Infratest dimap läuft im Auftrag der ARD. Hinzu kommen YouGov, Ipsos, Allensbach, Verian und GMS.

Für die Bundesländer fällt die Taktung deutlich dünner aus. Zu Bayern zählen wir seit der Wahl 2023 genau 15 Sonntagsfragen, zwischen Oktober 2024 und September 2025 erschien elf Monate lang keine einzige. In den neun Monaten vor der Wahl 2023 erschienen 23.

Je näher der Wahltag rückt, desto dichter fragen die Institute.

Ein Sender, der eine Umfrage bezahlt, will die Zahlen auch senden. Aus jedem neuen Datensatz wird eine Meldung, und eine Meldung braucht eine Veränderung, über die sich berichten lässt. Bei wöchentlichen Messungen bleibt diese Veränderung meist im Bereich von ein bis zwei Punkten, also im Rauschen der Stichprobe.

Sonntagsfragen im Wochentakt
Bundesweite Sonntagsfragen im Jahr 2025 nach Institut, in Klammern die wichtigsten Auftraggeber aus den Medien.
256
bundesweite Sonntagsfragen erschienen 2025, nach unserer Zählung
15
Sonntagsfragen zu Bayern seit der Landtagswahl im Oktober 2023
23
Bayern-Umfragen in den neun Monaten vor der Wahl 2023
10×
so viele Berichte über Wahlumfragen 2017 wie 1980
INSA (Bild)
103
Forsa (RTL, n-tv)
52
Forschungsgruppe Wahlen (ZDF)
22
YouGov
18
Ipsos
15
Infratest dimap (ARD)
14
Allensbach (FAZ)
13
Verian
11
GMS
8

Eigene Zählung der Tabellen auf wahlrecht.de, Stand 21. Oktober 2026, ohne weitere Anbieter wie Civey. Die Verzehnfachung der Umfrageberichte hat Frank Brettschneider (Universität Hohenheim) für die Jahre 1980 bis 2017 gemessen.

„Da Meinungsforscher keine Propheten sind, kann eine Umfrage niemals eine Prognose für einen tatsächlichen Wahlausgang liefern“, sagte Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen dem Tagesspiegel. Das Lexikon von wahlrecht.de wird deutlicher: Einen Trend zwischen zwei Umfragen festzustellen, sei noch schwieriger, weil er „von den recht großen Schwankungen überlagert wird“.

Thorsten Faas, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, sagt, die Institute betonten das immer wieder, „in der öffentlichen Diskussion um die Zahlen geht das aber oft ein bisschen unter“.

Das Pferderennen verdrängt die Sachthemen

Die US-Forschung hat für diese Art der Berichterstattung einen eigenen Begriff: Horse-Race-Journalismus, der Wahlkampf als Pferderennen. Thomas E. Patterson vom Shorenstein Center der Harvard University ließ die Berichte über die Präsidentschaftswahl 2016 auswerten. Sachthemen machten nur 10 Prozent der Wahlberichterstattung aus und bekamen damit weniger als ein Viertel des Platzes, den das Rennen um Umfragewerte erhielt. Laut Patterson beherrscht das Pferderennen die Wahlberichte in den USA seit den 1970er Jahren.

Eine ähnlich lange Zeitreihe für Deutschland haben wir nicht gefunden. Dass Umfragen hierzulande Wirkung zeigen, belegt eine Studie von Thorsten Faas, Christian Mackenrodt und Rüdiger Schmitt-Beck zur Bundestagswahl 2005. Die Erwartungen der Wähler, welche Koalition am Ende regiert, folgten stark den Parteianteilen in den Umfrageberichten. Für SPD und Linkspartei beeinflussten günstige Umfragemeldungen sogar die Wahlabsicht und die Stimmabgabe selbst.

Ein Experiment in Dänemark kam 2017 zum selben Ergebnis: Befragte, denen ein Aufwärtstrend einer Partei gezeigt wurde, änderten ihre Wahlabsicht in dieselbe Richtung, am stärksten bei positiven Meldungen. Umfragen beschreiben die Stimmung also nicht nur, sie verschieben die Stimmung ein Stück weit.

Auf den Punkt
  • Takt: 256 bundesweite Sonntagsfragen im Jahr 2025, INSA allein 103
  • Auftraggeber: Bild, RTL und n-tv, ZDF, ARD und FAZ bestellen regelmäßig
  • Wirkung: Umfrageberichte verschoben 2005 Koalitionserwartungen und einzelne Stimmen

Warum klicken Leser auf schlechte Nachrichten?

Zwei Briefumschläge auf Weiß: links mit Smiley, rechts aufgerissen mit Warnsymbol
Jedes negative Wort in einer Überschrift steigerte die Klickrate in den Upworthy-Experimenten um 2,3 Prozent.

Weil Menschen auf Bedrohungen stärker reagieren als auf gute Nachrichten. In einer Auswertung von rund 105.000 Überschriften-Varianten steigerte jedes zusätzliche negative Wort die Klickrate im Schnitt um 2,3 Prozent, jedes positive senkte sie um 1,0 Prozent.

Die Zahl stammt von einem Forscherteam um Claire Robertson und Stefan Feuerriegel, veröffentlicht 2023 in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour. Die Wissenschaftler werteten Tausende Experimente des US-Portals Upworthy aus, das für jeden Artikel mehrere Überschriften an zufällig ausgewählte Leser ausspielte. Zusammen kamen die Varianten auf mehr als 370 Millionen Einblendungen und rund 5,7 Millionen Klicks.

Die 2,3 Prozent beschreiben eine relative Veränderung, keine Prozentpunkte. Eine Überschrift, die 100 Klicks holt, bekommt mit einem zusätzlichen negativen Wort im Schnitt rund 102. Über Tausende Artikel im Jahr summiert sich dieser kleine Vorteil zu einem spürbaren Anreiz für jede Redaktion, die nach Reichweite bezahlt wird.

Stuart Soroka, Patrick Fournier und Lilach Nir maßen 2019 bei 1.156 Teilnehmern in 17 Ländern auf sechs Kontinenten Hautleitfähigkeit und Herzschlag, während diese echte Fernsehnachrichten sahen. Negative Beiträge lösten im Schnitt stärkere körperliche Reaktionen aus als positive, mit großen Unterschieden zwischen einzelnen Menschen.

Deutschland war nicht unter den untersuchten Ländern, der Negativitätseffekt, die stärkere Reaktion auf schlechte Nachrichten, zeigte sich aber über alle Kontinente hinweg.

StudieDatenBefund
Robertson u. a., Nature Human Behaviour 2023rund 105.000 Überschriften-Varianten des US-Portals Upworthy, mehr als 370 Mio. Einblendungen+2,3 % Klickrate je negativem Wort, −1,0 % je positivem
Soroka, Fournier, Nir, PNAS 20191.156 Teilnehmer in 17 Ländernstärkere körperliche Reaktion auf negative Fernsehnachrichten
Nickl, Moussaïd, Lorenz-Spreen, 2025rund 40 Mio. Überschriften englischsprachiger NachrichtenseitenÜberschriften wurden über zwei Jahrzehnte länger und negativer
Lischka, Garz, New Media and SocietySocial-Media-Beiträge von 37 deutschen Nachrichtenmedien über 54 Monateechter Clickbait selten, Angleichung an einen Branchenstandard
Patterson, Shorenstein Center 2016Berichte zur US-Präsidentschaftswahl 2016Sachthemen 10 % der Berichte, das Rennen um Umfragewerte mehr als viermal so viel
Was die Forschung über Negativität in Nachrichten und Überschriften zeigt. Die Daten stammen überwiegend aus englischsprachigen Medien. Quellen: Nature Human Behaviour, PNAS, Humanities and Social Sciences Communications, New Media and Society, Shorenstein Center.

Die Überschriften selbst haben sich verändert. Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung werteten rund 40 Millionen Überschriften englischsprachiger Nachrichtenseiten aus zwei Jahrzehnten aus. Viele Merkmale wurden häufiger, darunter Länge und Negativität, und zwar bei Medien aus verschiedenen Ländern, politischen Richtungen und Qualitätsstufen.

Für deutsche Medien fällt der Befund milder aus. Juliane Lischka und Marcel Garz untersuchten die Facebook- und Twitter-Beiträge von 37 etablierten deutschen Nachrichtenmedien über viereinhalb Jahre. Echten Clickbait setzten die meisten selten ein, nur wenige Angebote griffen häufig dazu.

Die Redaktionen glichen sich aber einem gemeinsamen Branchenstandard an: Was die Konkurrenz an Zuspitzung wagt, wird zur Messlatte.

Im Beitrag zur Frage, ob Deutschland den Bach runtergeht, haben wir die Kluft zwischen Stimmung und Lage nachgerechnet. Im ZDF-Politbarometer vom Januar 2026 nannten 62 Prozent der Befragten ihre eigene wirtschaftliche Lage gut, die Lage im Land nur 8 Prozent.

Auf den Punkt

Negative Wörter bringen messbar mehr Klicks, das zeigen Experimente mit rund 105.000 Überschriften. Deutsche Medien setzen echten Clickbait selten ein, orientieren sich aber an dem, was die Konkurrenz an Zuspitzung wagt.

Wie wird aus einem Strandkorb ein Skandal?

Ein Strandkorb-Modell mit „SKANDAL“-Schild, stark vergrößert unter einer Lupe
Von 111 Rücktrittsdebatten um Bundesminister zwischen 1969 und 2005 endeten 14 mit einem Rücktritt.

Über ein starkes Bild, ein kurzes Schlagwort und eine Berichterstattung, die Normverstöße seit Jahrzehnten häufiger anprangert. Die meisten Rücktrittsdebatten enden trotzdem ohne Rücktritt.

In der ZDF-Dokureihe „Inside CDU“, deren zweite Staffel seit dem 22. September 2026 läuft, lässt sich Staatsminister Philipp Amthor einen Strandkorb auf den Balkon seines Büros im Kanzleramt liefern. Bezahlt hatte Amthor den Korb privat, nach wenigen Tagen Spott ließ er ihn wieder abholen. Warum ausgerechnet ein Möbelstück so viel Aufmerksamkeit bekam, haben wir in der Frage untersucht, warum ein Strandkorb zum Symbol der Abgehobenheit wird.

Kurz gesagt: Das Wort passt in jede Schlagzeile, und das Bild erzählt ohne Erklärung von Urlaub im Amt.

Der Mainzer Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger hat die Skandalisierung über Jahrzehnte untersucht. Seine Zeitreihen beginnen 1950 und stützen sich unter anderem auf die Zahl der Skandal-Verweise im Register des SPIEGEL. Die Medienforscherin Ines Oelrichs fasst den Forschungsstand so zusammen, dass die Anprangerung mutmaßlicher Normverstöße in der Berichterstattung „in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen“ habe.

Kepplinger beschreibt außerdem, wie solche Berichte auf die Betroffenen zurückwirken: Politiker lesen über sich selbst und richten ihr Handeln nach der Berichterstattung aus, die sie erwarten. Die Fachliteratur nennt das reziproke Effekte.

Für die Jahre 1969 bis 2005 haben die Politikwissenschaftler Fischer, Kaiser und Rohlfing untersucht, wie selten aus der Aufregung ein Rücktritt wird. Die drei Forscher zählten 111 ernsthafte öffentliche Debatten über die Zukunft eines Bundesministers, nur 14 endeten mit einem Rücktritt.

Ob ein Minister geht, folgt nach ihrer Analyse einer politischen Logik, etwa dem Rückhalt in Partei und Koalition, und nicht allein der Schwere des Fehlers.

KennzahlWertQuelle
Öffentliche Debatten über einen Rücktritt von Bundesministern, 1969 bis 2005111Fischer, Kaiser, Rohlfing
davon mit Rücktritt14Fischer, Kaiser, Rohlfing
Bürgermeister, die selbst oder deren Umfeld beleidigt, bedroht oder angegriffen wurden57 %Körber-Stiftung, forsa 2021
Bürgermeister, die weitgehend auf soziale Medien verzichten37 %Körber-Stiftung, forsa 2021
Bürgermeister, die sich zu bestimmten Themen seltener äußern als früher30 %Körber-Stiftung, forsa 2021
Bürgermeister, die schon über einen Rückzug aus der Politik nachgedacht haben19 %Körber-Stiftung, forsa 2021
Druck auf Politiker in Zahlen. Befragt wurden 1.641 Bürgermeister. Quellen: West European Politics (2006), Körber-Stiftung.

Härter trifft der Druck die Kommunalpolitik, wo er oft direkt von Bürgern kommt. In einer Forsa-Umfrage für die Körber-Stiftung unter 1.641 Bürgermeistern gaben 57 Prozent an, sie oder ihr Umfeld seien wegen ihres Amtes schon beleidigt, bedroht oder angegriffen worden. 37 Prozent verzichten weitgehend auf soziale Medien, 30 Prozent äußern sich zu bestimmten Themen seltener als früher.

Wir halten diesen Rückzug für einen schlechten Tausch. Ein Bürgermeister, der heikle Themen meidet, überlässt die Debatte denen, die am lautesten rufen.

Auf den Punkt
  • Skandale: Die Anprangerung von Normverstößen hat über Jahrzehnte stark zugenommen
  • Rücktritte: Von 111 Ministerdebatten zwischen 1969 und 2005 endeten 14 mit Rücktritt
  • Rückzug: 30 Prozent der Bürgermeister äußern sich zu manchen Themen seltener als früher

Was haben Abo und Paywall mit dem Ton zu tun?

Eine gerollte Zeitung, verschlossen durch ein orangefarbenes Vorhängeschloss mit einem „Abo“-Anhänger
Die Zeitungsverlage erzielten 2025 ein Viertel ihres Umsatzes digital.

Viel, weil Reichweite heute Geld bringt: über Werbung nach Reichweite und über Leser, die aus einem Anreißer heraus ein Abo abschließen. Die gedruckte Auflage der Tageszeitungen hat sich seit 1991 mehr als halbiert, die Verlage verdienen inzwischen ein Viertel ihres Umsatzes digital.

1991 verkauften die Tageszeitungen in Deutschland im zweiten Quartal 27,3 Millionen Exemplare pro Erscheinungstag, 2026 noch 9,68 Millionen, so die Aufbereitung der IVW-Zahlen durch Statista. Der Abstieg hält an. Im vierten Quartal 2025 stiegen die ePaper-Verkäufe zwar um 8,5 Prozent auf 2,77 Millionen, die Gesamtauflage fiel trotzdem um 5,7 Prozent.

Weniger Papier, mehr Druck auf jede Überschrift
Verkaufte Auflage der Tageszeitungen in Deutschland je Erscheinungstag, jeweils im zweiten Quartal.
25 %
des Umsatzes der Zeitungsverlage kam 2025 aus dem Digitalgeschäft
11 %
der Befragten zahlten 2026 für Online-Nachrichten
45 %
der Verlagshäuser hängen stark oder existenziell am Traffic der großen Plattformen
72 %
meiden Nachrichten zumindest gelegentlich
1991
27,3 Mio.
2001
23,7 Mio.
2011
18,8 Mio.
2024
10,2 Mio.
2026
9,68 Mio.

Auflage nach IVW in der Aufbereitung von Statista. Digitalanteil am Umsatz laut BDZV-Umsatzerhebung 2025, Abhängigkeit vom Traffic laut Trendumfrage von BDZV und Highberg unter 94 Verlagshäusern, Zahlungsbereitschaft und Nachrichtenvermeidung laut Digital News Report 2026.

Einen Teil des Ausfalls fangen die Verlage digital auf. Nach der Umsatzerhebung des BDZV für 2025 stieg der digitale Anteil am Umsatz der Zeitungsverlage von 20,4 auf 25,0 Prozent. Erstmals brachten digitale Verkaufserlöse mehr ein als digitale Werbung, 53 gegen 47 Prozent. Die Anzeigen und Beilagen im Print sanken um 7,2 Prozent auf rund 1,38 Milliarden Euro. Die Leser zahlen allerdings zögerlich. Laut Digital News Report 2026 des Reuters Institute bezahlten in Deutschland nur 11 Prozent der Befragten für Online-Nachrichten, zwei Punkte weniger als im Vorjahr.

Aus dieser Lage folgt der Druck auf jede einzelne Überschrift. In der Trendumfrage von BDZV und Highberg gaben gut 45 Prozent der befragten Verlagshäuser an, stark oder existenziell vom Traffic aus Suchmaschinen und Plattformen der großen Tech-Konzerne abzuhängen.

Was dort gut läuft, entscheiden Klickraten, und Klickraten steigen mit negativen Wörtern, wie die Upworthy-Experimente zeigen.

Die Sonntagsfrage passt genau in dieses Geschäft. Beide Bayern-Umfragen waren in sechs Tagen erhoben, liefern verlässlich eine Zahl mit Vorzeichen und lassen sich als Wettkampf erzählen. „Wahlumfragen haben einen hohen Nachrichtenwert“, sagt der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. Die statistische Fehlerspanne erfahren die Leser dagegen „nur sehr selten“.

Eine Redaktion, die jede Woche eine Sonntagsfrage bestellt, braucht auch jede Woche eine Wende.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Ironischerweise schadet der Ton genau dem Produkt, das die Verlage verkaufen wollen. Im deutschen Teil des Digital News Report 2026 gaben 72 Prozent der Befragten an, Nachrichten zumindest gelegentlich zu meiden. Als wichtigsten Grund nannten die Nachrichtenvermeider im Vorjahr die schlechte Wirkung auf die eigene Stimmung, 48 Prozent. 39 Prozent fanden, über Kriege und Konflikte werde zu viel berichtet, und fühlten sich von der Menge der Nachrichten erschöpft.

Auf den Punkt

Die gedruckte Auflage ist seit 1991 um fast zwei Drittel geschrumpft, gut 45 Prozent der Verlagshäuser hängen stark am Traffic der großen Plattformen. Der Ton, der Klicks bringt, vertreibt zugleich Leser: 48 Prozent der Nachrichtenvermeider nennen die Wirkung auf ihre Stimmung.

Machen Medien die Ränder stark?

Ein weißes Megafon mit der Aufschrift „Verstärker“ und orangefarbenen Bändern auf weißem Grund
Provokationen erhöhten laut Mainzer Forschern die Berichte über die AfD und die Aufmerksamkeit für die Partei.

Medien tragen einen Teil dazu bei, allein verantwortlich sind die Redaktionen nicht. Provokationen der AfD lösten laut Mainzer Forschern mehr Berichte und mehr Aufmerksamkeit aus, und Parteien an den Rändern profitieren schon davon. Einen eigenen Schub liefern inzwischen Plattformen wie TikTok.

Die genaueste Untersuchung für Deutschland stammt von Marcus Maurer und Kollegen an der Universität Mainz. Die Forscher analysierten 17 gezielte Provokationen von AfD-Politikern zwischen 2015 und 2018 und verglichen sie mit der Berichterstattung und der öffentlichen Wahrnehmung der Partei. Über Angriffe auf Migranten berichteten die Zeitungen deutlich mehr als über Angriffe auf politische Eliten, über alle Fälle überwiegend skandalisierend.

Die Provokationen erhöhten trotzdem die Zahl der Berichte über die AfD und die Aufmerksamkeit für die Partei.

In einem Fachaufsatz von 2019 zieht Maurer daraus eine unbequeme Lehre. „Ein Anstieg der Medienberichterstattung über die AfD führte unmittelbar dazu, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für die Partei in etwa gleichem Maße anstieg“, schreibt der Mainzer Professor. Längerfristig sei die Partei dadurch einer wachsenden Zahl von Menschen wählbar erschienen.

Und: „Im Gegensatz zu den etablierten Volksparteien profitieren Parteien an den politischen Rändern bereits von der reinen Medienaufmerksamkeit.“

Verschweigen empfiehlt Maurer trotzdem nicht. Er plädiert für einen „nicht unkritischen, aber sachlichen“ Umgang mit der Partei. Die AfD auszuschließen oder sich über ihre Provokationen zu empören, sei „weder zielführend“, noch entspreche das journalistischen Grundregeln. Die mediale Empörung helfe der Partei sogar, weil sie daraus eine Opferrolle ableite.

Ein zweiter Mechanismus wirkt leiser. Joseph Cappella und Kathleen Hall Jamieson zeigten schon 1997 in Experimenten, dass Berichte, die Politik als Machtspiel darstellen, zynische Reaktionen auf Politiker und Politik auslösen. Berichte über Sachfragen taten das nicht oder dämpften den Zynismus sogar. Ihr Buch nannten die Autoren „Spiral of Cynicism“, die Spirale des Zynismus.

Gegen eine Alleinschuld der Redaktionen spricht vor allem der Wandel der Wege, auf denen Nachrichten ankommen. Laut Digital News Report 2026 kommen 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in sozialen Medien mit Nachrichten in Kontakt, für 17 Prozent dieser Altersgruppe sind soziale Medien die einzige Quelle. Dort entscheidet kein Chefredakteur über die Reihenfolge, sondern ein Algorithmus.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der Universität Potsdam hat diesen Algorithmus vor der Bundestagswahl 2025 mit 268 künstlichen Nutzerprofilen junger Menschen getestet. Die AfD stellte 21,5 Prozent der TikTok-Videos aller Parteien, in den Feeds der Testprofile kam sie aber auf 37,4 Prozent. Die Linke lud rund 10 Prozent der Videos hoch und erschien mit 28 Prozent fast dreimal so oft.

Das BSW steigerte seinen Anteil von 3 Prozent der Uploads auf 8 Prozent der Ausspielungen. Überproportional sichtbar waren damit drei Parteien vom rechten und vom linken Rand.

ParteiAnteil an den TikTok-Uploads der ParteienAnteil an den Partei-Videos in den Feeds
AfD21,5 %37,4 %
Die Linkerund 10 %28 %
BSW3 %8 %
Ausgewählte Parteien vor der Bundestagswahl 2025: Uploads vom 1. Januar bis 23. Februar 2025, Feeds von 268 künstlichen Nutzerprofilen junger Erwachsener. Quelle: Bertelsmann Stiftung und Universität Potsdam, EINWURF 06/2025.

Der Mechanismus belohnt also Zuspitzung, egal von welcher Seite. Die Forscher vermuten, dass der Algorithmus bestimmte Kommunikationsstile und Interaktionsmuster bevorzugt, welche genau, bleibt offen.

Das Misstrauen lässt sich in Deutschland messen. In der Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen vertrauten Ende 2024 nur 19 Prozent der Befragten der Politik. Den etablierten Medien vertrauten 47 Prozent bei wichtigen Dingen, aber jeder Fünfte stimmte der Aussage zu, die Bevölkerung werde von den Medien systematisch belogen, zwei Jahre zuvor 14 Prozent.

In der Bürgerbefragung des Beamtenbunds dbb sank das Ansehen von Politikern 2026 auf 7 Prozent, das von Journalisten liegt bei 29 Prozent.

Unser Urteil fällt deshalb klar aus: Die klassischen Medien sind Teil des Problems, weil sie Provokationen verstärken, Umfragerauschen zum Drama machen und Politik als Wettkampf erzählen. Wählerinnen und Wähler entscheiden sich aber nicht nur wegen einer Schlagzeile für eine Partei, sondern auch wegen ihrer eigenen Lage und ihrer Erfahrungen mit Staat und Parteien.

Die Medien sind ein Verstärker, nicht die Ursache.

Auf den Punkt
  • Verstärker: Provokationen erhöhen Berichte und Aufmerksamkeit, auch bei kritischem Ton
  • Zynismus: Politik als Machtspiel erzeugt Misstrauen, Sachberichte nicht
  • Plattformen: Auf TikTok erscheinen AfD, Linke und BSW weit häufiger, als sie hochladen

Waren Politiker vor dem Internet näher an der Wirklichkeit?

Zeitungsstapel links, leerer Ständer rechts, mit orangefarbenem Schild: „Vergriffen“
Fast jeder zweite Landkreis hat nur noch eine unabhängige lokale Tageszeitung.

Nur zum Teil. Umfrageberichte und Skandale nahmen schon lange vor dem Internet stark zu. Verloren gegangen ist seitdem vor allem die Lokalzeitung, die Politik und Alltag vor Ort zusammenhielt.

Die Vorstellung liegt nahe, dass erst Smartphone und soziale Medien jede Regung eines Politikers zur Schlagzeile machen. Die Zahlen widersprechen. Frank Brettschneider hat gemessen, dass sich die Berichterstattung über Wahlumfragen in Deutschland zwischen 1980 und 2017 verzehnfacht hat, der Anstieg begann also lange vor dem ersten Webbrowser.

Bei den Skandalen sieht die Kurve ähnlich aus. Nach Kepplingers Zählung nahm die Zahl der Skandale in der Bundesrepublik schon zwischen den frühen 1950er und den späten 1980er Jahren stark zu, so gibt ein Sammelband über politische Affären seine Befunde wieder.

Das Internet hat das Tempo verändert, nicht die Richtung. Was früher in der Zeitung vom nächsten Morgen stand, verbreitet sich heute innerhalb von Minuten über WhatsApp, Instagram und TikTok. Laut Digital News Report 2026 kommen 36 Prozent der Erwachsenen in Deutschland in sozialen Medien mit Nachrichten in Kontakt, 2013 erst 18 Prozent. Die gedruckte Zeitung erreichte im selben Zeitraum statt 63 nur noch 17 Prozent.

Kennzahlfrüherheute
Unabhängige lokale Tageszeitungen je Landkreis2,26 (1992)1,83 (2023)
Landkreise mit nur einer Tageszeitung134187
Erwachsene, die Nachrichten aus gedruckten Zeitungen beziehen63 % (2013)17 % (2026)
Erwachsene, die in sozialen Medien mit Nachrichten in Kontakt kommen18 % (2013)36 % (2026)
Wie sich die Wege der Nachrichten verändert haben. Quellen: Wüstenradar der Hamburg Media School, Reuters Institute Digital News Report 2026.

Der stillere Verlust spielt sich vor Ort ab. Nach dem Wüstenradar der Hamburg Media School sank die Zahl unabhängiger lokaler Tageszeitungen je Landkreis von 2,26 im Jahr 1992 auf 1,83 im Jahr 2023. In fast jedem zweiten Kreis erscheint nur noch eine einzige Lokalzeitung, die Zahl der Einzeitungskreise stieg von 134 auf 187.

Echte Nachrichtenwüsten ohne jede Tageszeitung existieren auf Kreisebene laut den Forschern noch nicht.

Die politischen Folgen haben die Politikwissenschaftler Ellger, Hilbig, Riaz und Tillmann für Deutschland untersucht und dafür alle deutschen Lokalzeitungen zwischen 1980 und 2009 ausgewertet. Wo eine Lokalzeitung verschwand, nahm die Polarisierung bei Wahlen zu, und kleinere Parteien gewannen Stimmen. Die Leser ersetzten die lokale Berichterstattung nach dem Befund der Forscher durch überregionale Boulevardmedien.

Unsere Einschätzung: Die Nähe zur Wirklichkeit ging weniger mit dem Internet verloren als mit dem Lokalreporter, der im Gemeinderat saß und den Bürgermeister nach der Sitzung am Parkplatz traf. Ein Bundesminister war nie so nah an seinen Wählern wie ein Landrat, über dessen Kreisstraße die Zeitung am nächsten Morgen berichtete. Ob Politiker nah oder abgehoben wirken, entscheidet sich zudem nicht nur an Inhalten. Wähler urteilen über Auftreten, Möbel und Kleidung oft, bevor ein Argument fällt, wie wir am Beispiel der Politikerkleidung beschrieben haben.

Auf den Punkt

Umfrageberichte und Skandale nahmen schon vor dem Internet stark zu. Verloren ging vor allem die zweite Lokalzeitung: Fast jeder zweite Landkreis hat nur noch eine.

Was müssten Redaktionen und Leser anders machen?

Eine Waage mit Fragezeichen, Lupe und Text GELASSEN
Ein Durchschnitt mehrerer Umfragen glättet das Rauschen einzelner Messungen.

Redaktionen sollten Umfragen mit Fehlerspanne und im Schnitt mehrerer Institute melden, Sachfragen vor das Rennen stellen und Provokateure kritisch befragen, statt sich nur zu empören. Leser prüfen Auftraggeber, Befragungszeitraum und Schwankungsbreite.

Brettschneider fordert „weniger Zahlen-Hype und mehr Qualität in der Berichterstattung“. Ein einfacher Anfang wäre der Durchschnitt. Das Portal dawum.de bildete aus den beiden Bayern-Umfragen vom Oktober einen Wahltrend: CSU 36,5, AfD 21,5, Grüne 15,0, Freie Wähler 9,5 und SPD 7,0 Prozent.

Mit dieser Zahl verschwindet der Unterschied zwischen „stabil“ und „schwächster Wert seit drei Jahren“, der Anstieg der AfD seit der Wahl bleibt sichtbar.

Der zweite Hebel betrifft die Art der Fragen. Cappella und Jamieson fanden, dass Berichte über Sachfragen den Zynismus nicht anheizen.

Für den Umgang mit Provokateuren liefern die Politikwissenschaftler Bolet und Foos in einer 2023 vorab veröffentlichten Studie einen experimentellen Befund aus Großbritannien und Australien: Unkritische Interviews mit einem rechtsextremen Aktivisten erhöhten die Zustimmung zu seinen Thesen, kritische Nachfragen beschädigten sein Bild und schwächten den Effekt ab.

PrüffrageWorauf Sie achtenBeispiel BayernTrend Oktober 2026
SchwankungsbreiteIst die gemeldete Veränderung größer als die Fehlerspanne?CSU −3, Fehlerspanne bis zu 3 Punkte
AuftraggeberWer hat bezahlt, wer meldet die Zahl zuerst?Bayerischer Rundfunk
StichprobeWie viele Menschen, auf welchem Weg befragt?1.207 Befragte, 708 am Telefon, 499 online
ZeitraumWann wurde befragt, was geschah in dieser Zeit?12. bis 17. Oktober 2026
VergleichWas messen andere Institute in derselben Woche?GMS: CSU 37, AfD 22
Abstand zur WahlWie lange dauert es noch bis zum Wahltag?Wahl zwischen September und Dezember 2028
So prüfen Sie eine Umfragemeldung. Quellen: Infratest dimap, wahlrecht.de, Bayerische Verfassung.

Für Leserinnen und Leser bleibt die Gegenprobe: Steht die Schwankungsbreite im Text, und ist die gemeldete Veränderung größer? Welcher Auftraggeber hat die Umfrage bezahlt, und wie viele Menschen wurden wann befragt? Sagt eine zweite Umfrage aus derselben Woche dasselbe?

Wir nehmen uns dabei nicht aus. Auch Dr. Web lebt von Klicks, und auch unser Obertitel über diesem Text spitzt zu. Unser Maßstab: Der Text hält, was die Zeile verspricht.

Teil der Lösung können die Redaktionen also sein, sobald sie ihr eigenes Geschäft so streng prüfen wie die Politiker, über die sie schreiben.

Am Wahlabend 2028 zählen in Bayern die Stimmen aus den Urnen. Bis dahin erscheinen noch viele Sonntagsfragen, vor der Wahl 2023 erschienen 23 in neun Monaten. Wie viel Gelassenheit die Berichte darüber zulassen, entscheiden die Redaktionen selbst.

Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Umfragen und Medien

Offenes Buch, weiße Seiten, rechtes Blatt mit orangefarbenem Diagramm-Aufkleber auf Weiß
Von der Fehlertoleranz bis zur Sonntagsfrage: die wichtigsten Begriffe zu Umfragen und Medien.

Bandwagon-Effekt

Bandwagon-Effekt, auf Deutsch Mitläufereffekt, heißt die Neigung, sich der Partei anzuschließen, die in Umfragen vorn liegt oder zulegt. Studien zur Bundestagswahl 2005 und ein Experiment in Dänemark fanden solche Effekte. Wie stark solche Effekte wirken, ist in der Forschung umstritten, der Begriff selbst wird uneinheitlich verwendet.

Clickbait

Clickbait nennt man Überschriften und Anreißer, die vor allem einen Klick auslösen sollen, oft durch vorenthaltene Information oder starke Reizwörter. Eine Untersuchung von 37 deutschen Nachrichtenmedien in sozialen Netzwerken fand echten Clickbait selten, aber eine Angleichung der Redaktionen an einen gemeinsamen Branchenstandard.

Einzeitungskreis

Einzeitungskreis heißt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt, in dem nur noch eine unabhängige lokale Tageszeitung erscheint. Nach dem Wüstenradar der Hamburg Media School stieg die Zahl dieser Kreise von 134 auf 187. Leser haben dort keine zweite lokale Zeitung mehr zum Vergleich.

Fehlertoleranz

Fehlertoleranz, auch Schwankungsbreite oder Fehlerspanne, beschreibt den Bereich, in dem der wahre Wert einer Partei trotz Zufallsstichprobe mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt. Bei 1.000 Befragten liegt die Fehlertoleranz bei rund drei Prozentpunkten. Veränderungen innerhalb dieses Bereichs lassen sich nicht sicher von Zufall unterscheiden.

Framing

Framing bezeichnet den Deutungsrahmen, in den eine Nachricht gestellt wird. Ein strategischer Rahmen erzählt Politik als Machtkampf um Umfragewerte, ein sachlicher Rahmen erklärt Inhalte und Folgen. Nach Experimenten von Cappella und Jamieson löst der strategische Rahmen zynische Reaktionen auf Politik aus.

Gesamtstimmen

Gesamtstimmen heißen in Bayern die Erst- und Zweitstimmen einer Partei zusammen. Anders als im Bund zählen bei der Landtagswahl beide Stimmen für die Verteilung der Sitze. Bei der Wahl am 8. Oktober 2023 erhielt die CSU 37,0 Prozent der Gesamtstimmen, die AfD 14,6 Prozent.

Horse-Race-Journalismus

Horse-Race-Journalismus nennt die US-Forschung eine Wahlberichterstattung, die den Wahlkampf wie ein Pferderennen erzählt: wer vorn liegt, wer aufholt, wer zurückfällt. Im US-Wahlkampf 2016 bekam das Rennen um Umfragewerte mehr als viermal so viel Raum wie Sachthemen.

IVW

IVW steht für die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern. Die Organisation prüft die verkaufte Auflage von Zeitungen und Zeitschriften und veröffentlicht sie quartalsweise. Werbekunden und Verlage nutzen die Zahlen als gemeinsame Währung für Anzeigenpreise.

Klickrate

Klickrate heißt der Anteil der Menschen, die einen Link oder eine Überschrift anklicken, gemessen an allen, denen sie angezeigt wurde. Redaktionen testen Überschriften gegeneinander, um die Klickrate zu steigern. Schon kleine relative Unterschiede summieren sich über Tausende Artikel zu viel Reichweite.

Nachrichtenvermeidung

Nachrichtenvermeidung beschreibt, dass Menschen Nachrichten bewusst aus dem Weg gehen, ganz oder bei bestimmten Themen. Im Digital News Report 2026 gaben 72 Prozent der Befragten in Deutschland an, Nachrichten zumindest gelegentlich zu meiden. Häufigster Grund im Vorjahr war die schlechte Wirkung auf die Stimmung.

Negativitätseffekt

Negativitätseffekt nennt die Psychologie die Neigung, negative Informationen stärker zu beachten und zu gewichten als positive. In einer Studie mit Teilnehmern aus 17 Ländern reagierten Menschen auf negative Fernsehnachrichten körperlich stärker als auf positive, mit großen Unterschieden zwischen Einzelnen.

Paywall

Paywall heißt die Bezahlschranke, hinter der Verlage Artikel nur für zahlende Leser freigeben. Viele Medien zeigen Überschrift und Anreißer frei und schließen den Rest. In Deutschland bezahlten laut Digital News Report 2026 nur 11 Prozent der Befragten für Online-Nachrichten.

Reziproke Effekte

Reziproke Effekte nennt der Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger die Rückwirkung der Berichterstattung auf die Menschen, über die berichtet wird. Politiker lesen über sich selbst, erwarten Berichte und richten Entscheidungen danach aus. So wirken Medien nicht nur auf ihr Publikum.

Skandalisierung

Skandalisierung heißt die Darstellung eines mutmaßlichen Fehlverhaltens als empörenden Verstoß, der Konsequenzen verlangt. Ob ein Vorgang zum Skandal wird, hängt weniger von seiner Schwere ab als davon, wie Medien ihn darstellen und einordnen und wie lange sie ihn verfolgen. Die Forschung misst eine starke Zunahme seit den 1950er Jahren.

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage heißt die Umfragefrage, welche Partei jemand wählen würde, fände am kommenden Sonntag eine Wahl statt. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme der Stimmung, keine Prognose. Weit vor einer Wahl haben sich viele Befragte mit ihrer Entscheidung noch kaum beschäftigt.

FAQ: Sonntagsfrage und Skandal: Machen Medien die Ränder stark?

Ein weißer Standbriefkasten mit der Aufschrift FAQ und orangefarbenen Fragezeichen darauf
Häufige Fragen zu Sonntagsfrage, Landtagswahl in Bayern, Auftraggebern und Vertrauen in Medien.

Wie genau ist eine Sonntagsfrage?

Bei rund 1.000 Befragten liegt die Fehlertoleranz bei etwa zwei bis drei Prozentpunkten, je nach Größe der Partei. Infratest dimap nennt für den BayernTrend vom Oktober 2026 zwei Punkte bei 10 Prozent und drei Punkte bei 50 Prozent. Kleinere Veränderungen zwischen zwei Umfragen lassen sich deshalb nicht sicher deuten.

Wann ist die nächste Landtagswahl in Bayern?

Im Herbst 2028. Die Bayerische Verfassung verlangt die Neuwahl frühestens 59 und spätestens 62 Monate nach der letzten Wahl vom 8. Oktober 2023. Den genauen Tag setzt die Staatsregierung spätestens fünf Monate vorher fest.

Wer gibt Wahlumfragen in Auftrag?

Meist Medien. Forsa befragt für RTL und n-tv, INSA für Bild, die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF, Infratest dimap für die ARD und Allensbach für die FAZ. In Bayern bestellen der Bayerische Rundfunk und SAT.1 Bayern.

Beeinflussen Umfragen das Wahlverhalten?

Teilweise ja. Bei der Bundestagswahl 2005 prägten Umfrageberichte die Erwartungen, welche Koalition regieren wird, und beeinflussten bei SPD und Linkspartei auch Stimmen. Wie stark solche Mitläufereffekte allgemein sind, ist in der Forschung umstritten.

Warum klicken Menschen eher auf negative Schlagzeilen?

Weil das Gehirn auf mögliche Bedrohungen stärker reagiert als auf gute Nachrichten. In Experimenten mit rund 105.000 Überschriften-Varianten steigerte jedes negative Wort die Klickrate um 2,3 Prozent, jedes positive senkte sie um 1,0 Prozent.

Wie sehr vertrauen die Deutschen den Medien?

Laut Digital News Report 2026 finden 46 Prozent, man könne den meisten Nachrichten meistens vertrauen. In der Mainzer Langzeitstudie vertrauten Ende 2024 47 Prozent den etablierten Medien bei wichtigen Dingen, jeder Fünfte glaubte dagegen an systematische Lügen der Medien.

Quellen

54 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 21.10.2026
  1. Infratest dimapBayernTREND Oktober 2026
  2. Bayerischer RundfunkBayernTrend: Minus für CSU, Plus für Grüne, AfD mit Höchstwert20.10.2026
  3. wahlrecht.deSonntagsfrage zur Landtagswahl in Bayern
  4. t-online, dpaUmfrage sieht CSU in Bayern bei 37 Prozent20.10.2026
  5. DAWUMBayern: Wahltrend vom 20.10.2026
  6. Freistaat BayernVerfassung des Freistaates Bayern, Art. 16
  7. Freistaat BayernLandeswahlgesetz, Art. 20
  8. Landeswahlleiter des Freistaates BayernLandtagswahl 2023, endgültiges Ergebnis
  9. WELTUmfrage: CSU fällt in Bayern auf schwächsten Wert seit drei Jahren21.10.2026
  10. WELTUmfrage: AfD gewinnt in Bayern hinzu, CSU stabil, Mehrheit fordert Rücktritt von Merz20.10.2026
  11. Soester AnzeigerBayerntrend: CSU verliert, AfD auf Rekordhoch, Mehrheit wackelt21.10.2026
  12. Süddeutsche ZeitungSonntagsfrage in Bayern, Anreißer zum BayernTrend20.10.2026
  13. wahlrecht.deSonntagsfrage Bundestagswahl, Übersicht der Institute
  14. wahlrecht.deINSA: Sonntagsfrage
  15. wahlrecht.deINSA: Sonntagsfrage 2025
  16. wahlrecht.deForsa: Sonntagsfrage
  17. wahlrecht.deLexikon: Wahlumfragen
  18. Deutscher Bundestag, mitmischen.deNicht wie Wetterprognosen10.03.2021
  19. Der TagesspiegelPrognosen ja, Propheten nein21.09.2017
  20. Brandenburgische Landeszentrale für politische BildungWahlumfragen: Wie aussagekräftig sind sie wirklich?
  21. Shorenstein Center, Harvard UniversityNews Coverage of the 2016 General Election: How the Press Failed the Voters
  22. International Journal of Public Opinion ResearchFaas, Mackenrodt, Schmitt-Beck: Polls that Mattered2008
  23. Scandinavian Political StudiesDahlgaard, Hansen, Hansen, Larsen: How Election Polls Shape Voting Behaviour2017
  24. Nature Human BehaviourRobertson u. a.: Negativity drives online news consumption2023
  25. PNASSoroka, Fournier, Nir: Cross-national evidence of a negativity bias in psychophysiological reactions to news2019
  26. Humanities and Social Sciences CommunicationsNickl, Moussaïd, Lorenz-Spreen: The evolution of online news headlines2025
  27. New Media and SocietyLischka, Garz: Clickbait news and algorithmic curation
  28. ZDFheutePolitbarometer zur Wirtschaft: Wenige Bürger erwarten Aufschwung21.01.2026
  29. ZDFInside CDU, Staffel 2, Folge 4: Rumms
  30. ZDFheuteAmthors Strandkorb im Kanzleramt kehrt in den Norden zurück28.09.2026
  31. Springer VSKepplinger: Medien und Skandale, Kapitel Entwicklung der Skandalhäufigkeiten2018
  32. VS Verlag für SozialwissenschaftenKepplinger: Skandale und Politikverdrossenheit, ein Langzeitvergleich1996
  33. Herbert von Halem VerlagOelrichs: Skandalfaktoren (2017), Leseprobe
  34. Wydawnictwo Uniwersytetu WrocławskiegoPolitische Affären in der Bundesrepublik Deutschland: Verlauf, Akteure, Folgen (Zusammenfassung)
  35. Harvard International Journal of Press/PoliticsKepplinger: Reciprocal Effects2007
  36. West European PoliticsFischer, Kaiser, Rohlfing: The Push and Pull of Ministerial Resignations in Germany, 1969 bis 20052006
  37. Körber-StiftungHass und Gewalt gegen Kommunalpolitiker, Umfrage von forsa2021
  38. StatistaVerkaufte Auflage der Tageszeitungen in Deutschland
  39. epd medienZeitungsauflagen im vierten Quartal 202521.01.2026
  40. BDZVDigitalumsätze der Zeitungsverlage erreichen 25 Prozent2026
  41. BDZV, HighbergTrendumfrage 2026, Pressemitteilung18.02.2026
  42. Reuters InstituteDigital News Report 2026: Germany
  43. Leibniz-Institut für Medienforschung, Hans-Bredow-InstitutNachrichtennutzung über soziale Medien steigt16.06.2026
  44. Leibniz-Institut für Medienforschung, Hans-Bredow-InstitutGerman findings of the Reuters Institute Digital News Report 2025
  45. Universität Hohenheim, idwBrettschneider: Wahlumfragen in der Berichterstattung14.09.2021
  46. International Journal of Press/PoliticsMaurer u. a.: How Right-Wing Populists Instrumentalize News Media2023
  47. JournalistikMaurer: Zwischen Misstrauen und Instrumentalisierung (2/2019)
  48. Oxford University PressCappella, Jamieson: Spiral of Cynicism (1997), Kapitel Activating the Public’s Cynicism about Politics
  49. Johannes Gutenberg-Universität MainzMainzer Langzeitstudie Medienvertrauen, Welle 2024
  50. dbb beamtenbund und tarifunionBürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2026
  51. Bertelsmann StiftungDemokratie im Feed? EINWURF 06/2025
  52. WUZHamburger Pionierstudie zum Zeitungssterben (Wüstenradar)
  53. British Journal of Political ScienceEllger, Hilbig, Riaz, Tillmann: Local Newspaper Decline and Political Polarization2024
  54. SocArXivBolet, Foos: Media platforming and the normalisation of extreme right views2023
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