Bei neun von 18 Smartphone-Rohstoffen liefert ein einziges Land mehr als die Hälfte der Weltproduktion. Anas Sabbar macht diese Abhängigkeit mit Daten des US Geological Survey für 2025 sichtbar. Seine Seite zeigt nebenbei, wie ein Diagramm ohne reine Farbcodes auskommt.

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Die Smartphone-Rohstoffe reichen vom Quarzsand fürs Displayglas bis zum Kobalt im Akku: 19 Materialien führt die Visualisierung „What your phone is made of“ auf.[1] Die Liste stammt aus einer USGS-Broschüre von 2016, Sabbar hat Kobalt ergänzt.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • China führt bei 8 der 18 Rohstoffe mit Länderzahlen für 2025 die Weltproduktion an und ist an 16 davon beteiligt.
  • Beim Gallium kamen 99 % der Weltproduktion aus China, beim Kobalt 73 % aus der Demokratischen Republik Kongo.
  • Füllmuster und eine Live-Region für Screenreader machen das Diagramm auch ohne Farbsehen lesbar.
  • Große EU-Hersteller mobiler Geräte müssen ihre Lieferkette für strategische Rohstoffe mindestens alle drei Jahre bewerten.

Wie abhängig ist das Smartphone von einzelnen Ländern?

Bergarbeiterfigur und Setzkasten mit Mineralien und Elementen auf Weiß
China dominiert bei Gallium mit 99% der Weltproduktion. Bei neun von 18 Rohstoffen stammt über die Hälfte aus einem einzigen Land: China bei sechs, die DR Kongo bei zwei, Südafrika bei Platin

Bei neun der 18 Rohstoffe mit Länderzahlen stammte 2025 mehr als die Hälfte der Weltproduktion aus einem einzigen Staat. China stellt sechs dieser Spitzenreiter, die Demokratische Republik Kongo zwei und Südafrika einen beim Platin.[1]

Den Spitzenwert erreicht Gallium mit 99 % aus China. Das Metall steckt in den Leuchtdioden der Displaybeleuchtung. Wie Peking diese Marktmacht als Druckmittel einsetzt, beschreibt unser Porträt zum Gallium. Beim Kobalt für die Kathoden mancher Akkus kommt die Demokratische Republik Kongo auf 73 %, beim Tantal für Kondensatoren auf 52 %.[1]

Die Seite legt die Grenzen ihrer Daten offen. Ein Produktionsanteil verrät nicht, woher das Metall in einem bestimmten Gerät stammt, denn Erze und Metalle werden über Ländergrenzen gehandelt und verarbeitet. Welche Mengen tatsächlich in einem iPhone stecken, rechnet unser Rohstoff-Check vor.

Was macht das Diagramm für Webdesigner zum Vorbild?

Im Diagramm hat jedes der elf hervorgehobenen Länder eine Farbe und zusätzlich ein eigenes Füllmuster aus dem US-Standard für geologische Karten. Die Balken bleiben dadurch auch bei Farbfehlsichtigkeit und im Schwarz-Weiß-Druck unterscheidbar.[1]

Genau diese Doppelung fordert das WCAG-Kriterium 1.4.1 der Stufe A: Farbe darf nicht das einzige visuelle Mittel sein, das eine Information vermittelt.[3] Welche Diagrammfarben sich am seltensten verwechseln lassen, berechnet das Werkzeug Category Colors.

Die Länderauswahl besteht aus echten Schaltflächen mit dem Attribut aria-pressed, das Screenreadern den Zustand gedrückt oder nicht gedrückt meldet. Nach jedem Klick erscheint das Ergebnis als ganzer Satz in einer Live-Region. Dass Statusmeldungen den Screenreader ohne Fokuswechsel erreichen, verlangt das Kriterium 4.1.3 der Stufe AA.[4] Die wichtigsten Werte stehen zusätzlich als Text in einer Karte je Rohstoff, ähnlich wie beim Scrollytelling zum 100-Dollar-Schein.

Smartphone-Rohstoffe: Wo ein Land mehr als die Hälfte produziert
Kennzahlen der USGS-Daten für 2025 und die neun Rohstoffe mit einem Produktionsanteil über 50 %
19
Rohstoffe zeigt die Visualisierung, für 18 davon liegen Länderzahlen vor
61
Produktionsländer nennt der USGS über alle 18 Rohstoffe hinweg
8 von 18
Rohstoffen produziert China mehr als jedes andere Land
9 von 18
Rohstoffen stammen zu mehr als der Hälfte aus einem einzigen Land

Größter Produktionsanteil eines Landes, 2025

GalliumChina
99 %
SiliziumChina
87 %
WolframChina
79 %
GraphitChina
78 %
KobaltDR Kongo
73 %
PlatinSüdafrika
71 %
IndiumChina
69 %
Seltene ErdenChina
69 %
TantalDR Kongo
52 %
Gestrichelte Linie bei 65 %: EU-Richtwert für 2030, höchstens so viel der EU-Versorgung mit einem strategischen Rohstoff aus einem Drittland. Der Richtwert bezieht sich auf die EU-Versorgung, die Balken auf die Weltproduktion.

Ein Datendiagramm muss zwei Prüfungen bestehen: Stimmen die Zahlen, und kann jeder Besucher sie lesen? Sabbar besteht beide mit Füllmustern aus der Geologie und ohne externe Diagrammbibliothek.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

Die EU-Verordnung zu kritischen Rohstoffen verpflichtet große Unternehmen, die strategische Rohstoffe für mobile elektronische Geräte verwenden, zu einer Risikobewertung ihrer Lieferkette. Mindestens alle drei Jahre gehört eine Karte der Gewinnungs-, Verarbeitungs- und Recyclingorte dazu.[5]

Gallium, Kobalt, Wolfram und Siliziummetall stehen auf der Liste der strategischen Rohstoffe. Bis 2030 soll die Union bei keinem davon mehr als 65 % ihrer Versorgung aus einem einzigen Drittland beziehen.[5] Wie schwer dieser Richtwert zu erreichen ist, zeigt das Gallium mit seinem chinesischen Produktionsanteil von 99 %.

Agenturen finden auf der Seite eine Vorlage für Datengeschichten in Kundenprojekten: Muster zusätzlich zur Farbe und jede Zahl auch als Text. Für viele Onlineshops und digitale Dienste gilt seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, dessen Prüfmaßstab beide WCAG-Kriterien umfasst.

Quellen

[1] Anas Sabbar: „What your phone is made of“

[2] U.S. Geological Survey: „A world of minerals in your mobile device“ (General Information Product 167)

[3] W3C: „Understanding Success Criterion 1.4.1: Use of Color“

[4] W3C: „Understanding Success Criterion 4.1.3: Status Messages“

[5] Amtsblatt der EU: „Verordnung (EU) 2024/1252 zur Schaffung eines Rahmens zur Gewährleistung einer sicheren und nachhaltigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen“

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