Rohstoffe im iPhone reisen aus drei Erdteilen an, bevor Sie morgens auf den Wecker tippen. Ein Geologen-Team aus Plymouth hat ein Gerät im Mixer zerlegt, um den Beweis zu liefern. Was dabei herauskam, ordnet kaum jemand richtig ein.
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- In einem iPhone stecken je nach Zählweise zwischen 30 und über 60 verschiedene Rohstoffe, darunter rund acht Seltene Erden.
- Geologen der University of Plymouth fanden in einem zerlegten Gerät unter anderem 36 Milligramm Gold, 90 Milligramm Silber und 900 Milligramm Wolfram.
- Der reine Materialwert der Metalle liegt bei rund einem Euro, der Verkaufspreis beim Tausendfachen.
- China kontrolliert etwa 90 Prozent der weltweiten Veredelung Seltener Erden, bei den schweren Varianten nahezu vollständig.
- Apple verarbeitet wachsende Mengen Rezyklat, doch die Rückgewinnungsquote deckt nur einen Bruchteil der Nachfrage.
Wie viele Rohstoffe stecken wirklich in einem iPhone?

Von außen sehen Sie drei Materialien. Ein Rahmen aus Aluminium, eine Vorder- und Rückseite aus Glas, ein paar Kunststoffteile am Rand. Diese Sparsamkeit täuscht.
Tatsächlich vereint ein modernes Smartphone Stoffe aus aller Welt. Die Umweltorganisation Abenteuer Regenwald beziffert die Zahl der verarbeiteten Stoffe je nach Modell auf rund hundert, davon mehr als sechzig Metalle. Andere Zählungen kommen auf dreißig bis vierzig Elemente, je nachdem, ob Spuren oder nur funktional relevante Mengen gezählt werden.
Die Spannweite erklärt sich aus der Frage, was man überhaupt mitzählt. Ein Atom Quecksilber im Lötzinn ist etwas anderes als das Kilo Aluminium im Gehäuse. Seriöse Quellen einigen sich auf eine Größenordnung: mehrere Dutzend Rohstoffe, von denen ein Dutzend wirklich kritisch ist.
Diese Stoffe lassen sich in vier Gruppen sortieren. Die Hauptmasse bilden gewöhnliche Metalle wie Aluminium, Eisen und Kupfer. Dann folgen die Edelmetalle Gold, Silber und Palladium in winzigen Mengen. Die dritte Gruppe bilden die Seltenen Erden, etwa Neodym und Dysprosium. Und schließlich kommen Nichtmetalle und Kunststoffe hinzu, vom Silizium der Chips bis zum erdölbasierten Gehäusekunststoff.
Wer die Reise dieser Stoffe nachzeichnet, landet schnell bei harten Fragen. Genau deshalb taugt das iPhone als Lehrstück. Dieselbe Logik aus Abhängigkeit und Knappheit, die unsere Stoffgeschichte zu den Seltenen Erden am einzelnen Rohstoff durchspielt, lässt sich am Endprodukt in der Hosentasche besichtigen.
Welche Metalle tragen das Gerät, und welche stecken im Mikrogramm-Bereich?

Im März 2019 warfen zwei Geologen der University of Plymouth ein altes iPhone 4S in einen Hochleistungsmixer. Arjan Dijkstra und Colin Wilkins zerkleinerten das Gerät, vermischten den Staub bei knapp 500 Grad Celsius mit Natriumperoxid und lösten das Ergebnis in Säure auf. So bestimmten die Forscher die genaue chemische Zusammensetzung.
Das Resultat liefert bis heute die belastbarsten Mengenangaben. Laut der offiziellen Mitteilung der Universität enthielt das Gerät 33 Gramm Eisen, 13 Gramm Silizium und 7 Gramm Chrom. Bei den kritischen Elementen wurde es interessanter: 900 Milligramm Wolfram, je 70 Milligramm Kobalt und Molybdän, 160 Milligramm Neodym, 30 Milligramm Praseodym.
Dann kamen die Edelmetalle. Die Geologen fanden 90 Milligramm Silber und 36 Milligramm Gold. Dijkstra und Wilkins detektierten mindestens 39 Elemente und hörten nur deshalb auf, weil sie sich auf die häufigsten konzentrierten.
| Element | Menge im iPhone 4S | Funktion |
|---|---|---|
| Eisen | 33 g | Stahlrahmen, Strukturteile |
| Silizium | 13 g | Chips, Glas |
| Chrom | 7 g | Legierungen, Korrosionsschutz |
| Wolfram | 900 mg | Vibrationsmotor, Kontakte |
| Neodym | 160 mg | Permanentmagnete |
| Silber | 90 mg | Leiterbahnen, Kontakte |
| Kobalt | 70 mg | Akku-Kathode |
| Gold | 36 mg | Kontakte, Schaltkreise |
| Praseodym | 30 mg | Magnete |
Eine Einordnung ist Pflicht. Das untersuchte iPhone 4S stammt aus dem Jahr 2011 und besaß noch einen Stahlrahmen. Neuere Modelle setzen auf Aluminium, was den Eisenanteil senkt. Die Größenordnungen bei Edelmetallen und Seltenen Erden bleiben über die Generationen hinweg vergleichbar.
Besonders die Goldkonzentration verblüffte die Forscher. Bezogen auf das Gewicht steckt in einem iPhone laut Plymouth-Team rund hundertmal mehr Gold als in einem Erz, das Geologen als hochwertig bezeichnen würden. Ein Mobiltelefon ist, rein chemisch betrachtet, eine reiche Mine im Westentaschenformat.
Diese Dichte hat einen Preis. Die Forscher rechneten vor, dass für die Rohstoffe eines einzigen Geräts zwischen zehn und fünfzehn Kilogramm Erz abgebaut werden müssen, darunter sieben Kilo hochkonzentriertes Golderz und ein Kilo Kupfererz. Das Verhältnis von Ausbeute zu Abraum kippt deutlich zulasten der Umwelt.
Warum entscheidet China über jedes iPhone, ohne es zu bauen?

Die Lieferkette eines iPhones zieht sich über fast alle Kontinente. Das Aluminium stammt häufig aus Bauxit aus Australien oder Guinea. Das Kobalt kommt überwiegend aus der Demokratischen Republik Kongo. Das Lithium für den Akku liefern Salzseen in Südamerika. Doch ein Land hat einen Hebel, der alle anderen übertrifft.
China fördert nach Daten des US Geological Survey rund 69 Prozent der weltweiten Seltenen Erden. Viel entscheidender ist ein zweiter Wert. Die Volksrepublik kontrolliert laut Internationaler Energieagentur etwa 90 Prozent der Veredelung, also den chemischen Schritt zwischen Erz und einsetzbarem Metall.
Bei den schweren Seltenen Erden ist die Konzentration nahezu vollständig. Analysen beziffern den chinesischen Anteil an der Verarbeitung von Dysprosium und Terbium auf über 99 Prozent. Genau diese Elemente stecken in den Permanentmagneten von Lautsprecher, Mikrofon und Vibrationsmotor jedes iPhones.
Der Witz an dieser Marktmacht liegt in ihrer Unsichtbarkeit. Selbst wenn ein Hersteller sein Erz aus Australien, Brasilien oder den USA bezieht, läuft der Trennungsschritt fast zwangsläufig über chinesische Anlagen. Apple kann seine Mine wählen, die Raffinerie kaum.
Wer ein iPhone kauft, kauft chinesische Industriepolitik mit. Apple beherrscht das Design bis zur letzten Schraube, aber bei der Veredelung der Seltenen Erden sitzt Peking am längeren Hebel, und kein Marketingvideo aus Cupertino ändert daran etwas.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Diese Abhängigkeit ist politisch geworden. Seit 2025 hat China in mehreren Wellen Exportkontrollen auf Seltene Erden und die zugehörige Verarbeitungstechnik verhängt. Für Hersteller von Magneten, Chips und Verteidigungstechnik wurde die Versorgung zur offenen Flanke.
Die andere Hälfte der geopolitischen Rechnung steht im Kongo. Aus dem zentralafrikanischen Land stammt nach Schätzungen rund die Hälfte des weltweiten Kobalts, dazu ein erheblicher Teil des Coltans, aus dem Tantal für Kondensatoren gewonnen wird. Ein großer Anteil des Abbaus erfolgt im handwerklichen Kleinbergbau.
Genau dort dokumentieren Menschenrechtsorganisationen seit Jahren Kinderarbeit und gefährliche Bedingungen. Der Handel mit Zinn, Tantal und Wolfram aus Konfliktgebieten kann bewaffnete Gruppen finanzieren. Diese Stoffe tragen deshalb das Etikett Konfliktrohstoffe.
Apple gilt in Sachen Transparenz als vergleichsweise auskunftsfreudig und hat einzelne Schmelzwerke aus der Lieferkette verbannt. Das Grundproblem bleibt. Solange der Weltmarkt günstige Erze ohne lückenlosen Herkunftsnachweis anbietet, lässt sich ein Restrisiko in der Kette kaum ausschließen.
Was ist das Rohmaterial im iPhone überhaupt wert?

Hier wartet die größte Überraschung. Die Metalle in einem iPhone sind als reine Rohstoffe kaum etwas wert. Schätzungen aus der Branche taxieren den Materialwert der enthaltenen Metalle auf ungefähr einen Euro, wovon mehr als die Hälfte auf den winzigen Goldanteil entfällt.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Kluft. Angenommen, der reine Metallwert läge bei einem Euro und der Verkaufspreis eines aktuellen Geräts bei rund tausend Euro. Dann wäre der Rohstoff für ein Promille des Endpreises verantwortlich. Der Rest verteilt sich auf ganz andere Posten.
Wo also landet das Geld? Der mit Abstand größte Block entfällt auf Entwicklung, Software, Marke und Marge. Dann folgen die Fertigung, die Komponenten von Zulieferern wie Display und Chip, Logistik, Vertrieb und Steuern. Der Rohstoff am Anfang der Kette ist der kleinste Posten von allen.
| Preisbestandteil (illustrativ) | Anteil grob |
|---|---|
| Marke, Entwicklung, Software, Marge | größter Block |
| Komponenten (Display, Chip, Kamera) | hoch |
| Fertigung und Montage | mittel |
| Logistik, Vertrieb, Steuern | mittel |
| Rohmetalle | unter 1 Promille |
Diese Asymmetrie ist kein Apple-Spezifikum. Sie zieht sich durch fast jedes verarbeitete Produkt und wiederholt ein Muster, das unsere Stoffgeschichten regelmäßig zeigen. Der Rohstofflieferant am Anfang verdient wenig, der Markeninhaber am Ende viel. Beim Lithium für den Akku zeigt sich derselbe Mechanismus entlang der Wertschöpfung.
Für die Rohstoffförderländer ist das bitter. Der Kongo trägt das ökologische und soziale Gewicht des Kobaltabbaus, kassiert aber nur einen Bruchteil der Wertschöpfung. Die Marge entsteht in Kalifornien, nicht in Kolwezi.
Wie grün ist Apples Recycling-Versprechen wirklich?

Apple wirbt offensiv mit Kreislaufwirtschaft. Zerlege-Roboter mit Namen wie Daisy und Liam sollen Altgeräte in ihre Bestandteile zerlegen und Wertstoffe zurückgewinnen. Der Konzern hat angekündigt, langfristig ganz ohne neu geförderte Rohstoffe auskommen zu wollen.
Die Richtung stimmt, das Tempo ist die Frage. Apple verbaut in mehreren Komponenten bereits recyceltes Material, etwa Rezyklat im Aluminiumgehäuse und in den Magneten. Diese Fortschritte sind real und belegt durch die jährlichen Umweltberichte des Konzerns.
Der Haken liegt in der Mengenbilanz. Die weltweite Sammelquote für Altgeräte bleibt niedrig, viele Telefone verschwinden in Schubladen oder im Restmüll. Was nicht zurückkommt, lässt sich nicht recyceln. Solange die Nachfrage nach neuen Geräten schneller wächst als der Rücklauf, deckt das Rezyklat nur einen Teil des Bedarfs.
Hinzu kommt die technische Hürde. Die Rückgewinnung Seltener Erden aus geschredderten Geräten ist aufwendig und teuer, weil die Elemente in winzigen Mengen fein verteilt sind. Für viele dieser Stoffe existiert bislang keine wirtschaftliche Recyclingroute im großen Maßstab.
Für Sie als Verbraucher bleibt der wirksamste Hebel simpel: Geräte länger nutzen und alte Telefone in den Rücknahmekreislauf geben. Jedes reparierte Display und jedes zurückgegebene Altgerät senkt den Bedarf an neu gefördertem Erz spürbarer als jede Konzernankündigung.
Was bedeutet die Rohstofflage für Entscheider in Deutschland?

Die Abhängigkeit reicht weit über den privaten Handykauf hinaus. Der Europäische Rechnungshof prüfte 2026 die EU-Strategie für kritische Rohstoffe und kam zu einem ernüchternden Urteil. Der Sonderbericht trägt den Titel „Keine solide Strategie vorhanden“.
Die Zahlen darin sind unbequem. Laut dem Bericht deckt China 97 Prozent des in der EU benötigten Magnesiums, die Türkei 99 Prozent des Bors. Für ein Industrieland wie Deutschland, dessen Wohlstand an Elektronik, Maschinenbau und Automobil hängt, ist diese Konzentration ein strukturelles Risiko.
Drei Szenarien zeichnen sich für die kommenden Jahre ab. Im optimistischen Fall greifen die westlichen Diversifizierungsprojekte, neue Trennanlagen in Australien und Estland senken die Abhängigkeit messbar. Im realistischen Fall bleibt China auf Jahre der Flaschenhals, während Alternativen langsam hochfahren. Im pessimistischen Fall verschärfen weitere Exportkontrollen die Lage und treffen einzelne Industrien hart.
Für Unternehmen folgt daraus eine klare Hausaufgabe. Wer auf elektronische Bauteile angewiesen ist, sollte seine Lieferkette auf Klumpenrisiken prüfen und nach Möglichkeit zweite Quellen erschließen. Das gilt für den Mittelständler mit Sensorik im Produkt ebenso wie für den Großserienfertiger.
Auch der Umgang mit Altgeräten wird zur strategischen Frage. Urban Mining, also die Rückgewinnung von Metallen aus ausgedienter Elektronik, gilt zunehmend als eigene Rohstoffquelle. Wer hier früh Kompetenz aufbaut, sichert sich einen Vorsprung, wenn die Primärrohstoffe knapper und teurer werden.
Die nüchterne Lehre des iPhones lautet: Ein Alltagsgegenstand bündelt die geopolitischen Spannungen der Gegenwart auf wenigen Quadratzentimetern. Wer das versteht, trifft bessere Entscheidungen, ob beim nächsten Gerätekauf oder bei der Aufstellung der eigenen Lieferkette.
Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zu Rohstoffen im iPhone

Bauxit
Bauxit ist das wichtigste Erz zur Gewinnung von Aluminium. Der Abbau erfolgt überwiegend im Tagebau, etwa in Australien, Guinea und Brasilien. Für eine Tonne Aluminium werden rund vier Tonnen Bauxit benötigt, was große Mengen Abraum und einen hohen Energieaufwand bedeutet.
Coltan
Coltan ist die Kurzform für Columbit-Tantalit, ein Erz, aus dem das Metall Tantal gewonnen wird. Ein großer Teil der Förderung stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Wegen der dortigen Konflikte gilt Coltan als klassischer Konfliktrohstoff.
Dysprosium
Dysprosium zählt zu den schweren Seltenen Erden und macht Permanentmagnete hitzebeständig. Die Verarbeitung dieses Elements findet fast vollständig in China statt. Ohne Dysprosium verlieren Hochleistungsmagnete bei Wärme ihre Kraft.
Edelmetalle
Edelmetalle wie Gold, Silber, Palladium und Platin widerstehen Korrosion und leiten Strom hervorragend. Im iPhone sichern sie Kontakte und Schaltkreise gegen Oxidation. Trotz winziger Mengen machen sie einen Großteil des reinen Materialwerts aus.
Kobalt
Kobalt ist ein zentraler Bestandteil der Kathode in Lithium-Ionen-Akkus. Rund die Hälfte der Weltproduktion stammt aus dem Kongo. Der Abbau im Kleinbergbau steht wegen dokumentierter Kinderarbeit in der Kritik.
Konfliktrohstoffe
Konfliktrohstoffe sind Bodenschätze, deren Abbau in Krisengebieten bewaffnete Gruppen finanziert oder Menschenrechtsverletzungen begünstigt. Zu den klassischen Vertretern zählen Zinn, Tantal, Wolfram und Gold, oft zusammengefasst als 3TG. Gesetzliche Sorgfaltspflichten sollen den Handel eindämmen.
Lithium-Ionen-Akku
Lithium-Ionen-Akku bezeichnet den wiederaufladbaren Energiespeicher moderner Smartphones. Die Technik nutzt die Wanderung von Lithium-Ionen zwischen zwei Elektroden. Neben Lithium stecken Kobalt, Nickel und Graphit in der Zelle.
Neodym
Neodym ist eine leichte Seltene Erde und Grundstoff für besonders starke Permanentmagnete. Im iPhone treibt es Lautsprecher, Mikrofon und Vibrationsmotor an. Die kompakte Bauweise vieler Komponenten wäre ohne Neodym-Magnete nicht möglich.
Permanentmagnet
Permanentmagnet bezeichnet einen Magneten, der sein Magnetfeld dauerhaft behält. Hochleistungsvarianten bestehen aus Neodym, Eisen und Bor, oft ergänzt um Dysprosium. Sie sind das Herzstück vieler Miniaturbauteile in der Unterhaltungselektronik.
Seltene Erden
Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen mit ähnlichen chemischen Eigenschaften. Der Name täuscht, denn viele kommen häufiger vor als Gold. Selten sind abbauwürdige Konzentrationen, weshalb die Förderung und Veredelung stark auf wenige Länder konzentriert ist.
Urban Mining
Urban Mining meint die Rückgewinnung von Rohstoffen aus bereits genutzten Produkten, etwa aus Elektroschrott. Die Idee behandelt die Gerätebestände in Haushalten als Lagerstätte. Mit steigenden Rohstoffpreisen gewinnt dieser Ansatz wirtschaftlich an Bedeutung.
Veredelung
Veredelung bezeichnet die Aufbereitung von Roherz zu einsetzbarem Reinmetall. Bei Seltenen Erden ist dieser Trennungsschritt chemisch aufwendig und konzentriert sich zu rund 90 Prozent auf China. Die Veredelung ist der eigentliche Engpass der globalen Lieferkette.
FAQ: Was steckt wirklich in einem iPhone?

Wie viele Rohstoffe stecken in einem iPhone?
Je nach Zählweise sind es zwischen 30 und über 60 verschiedene Rohstoffe. Geologen der University of Plymouth wiesen in einem Gerät mindestens 39 Elemente nach. Dazu zählen gewöhnliche Metalle, Edelmetalle, rund acht Seltene Erden sowie Kunststoffe und Silizium.
Wie viel Gold ist in einem iPhone enthalten?
Das Plymouth-Team fand in einem iPhone 4S rund 36 Milligramm Gold. Bezogen auf das Gewicht ist das eine hundertmal höhere Konzentration als in einem Erz, das Geologen als hochwertig bezeichnen würden. Der reine Goldwert liegt dennoch nur bei wenigen Cent.
Welche Rolle spielt China bei den Rohstoffen im iPhone?
China kontrolliert rund 90 Prozent der weltweiten Veredelung Seltener Erden, bei den schweren Varianten nahezu vollständig. Selbst Erze aus anderen Ländern werden meist in chinesischen Anlagen getrennt. Damit hat Peking einen Hebel über praktisch jedes Smartphone.
Warum gelten manche Rohstoffe im Handy als Konfliktrohstoffe?
Zinn, Tantal, Wolfram und Gold stammen teilweise aus Krisengebieten, in denen ihr Handel bewaffnete Gruppen finanzieren kann. Kobalt aus dem Kongo steht wegen Kinderarbeit in der Kritik. Sorgfaltspflichten und Audits sollen diese Risiken in der Lieferkette eindämmen.
Was ist das Rohmaterial in einem iPhone wert?
Der reine Metallwert liegt bei ungefähr einem Euro, wovon der Großteil auf Gold entfällt. Beim Verkaufspreis macht der Rohstoff damit weniger als ein Promille aus. Der Löwenanteil entfällt auf Marke, Entwicklung, Komponenten und Marge.
Kann man die Rohstoffe eines iPhones recyceln?
Grundsätzlich ja, Apple gewinnt mit Zerlege-Robotern bereits Metalle zurück. Die Rückgewinnung Seltener Erden ist jedoch aufwendig, und viele Altgeräte landen nie im Recyclingkreislauf. Der wirksamste Beitrag bleibt, Geräte länger zu nutzen und zurückzugeben.
Quellen

- University of Plymouth | Scientists use a blender to reveal what’s in our smartphones | https://www.plymouth.ac.uk/news/scientists-use-a-blender-to-reveal-whats-in-our-smartphones | besucht am 21.06.2026
- International Energy Agency | With new export controls on critical minerals, supply concentration risks become reality | https://www.iea.org/commentaries/with-new-export-controls-on-critical-minerals-supply-concentration-risks-become-reality | besucht am 21.06.2026
- US Geological Survey | Mineral Commodity Summaries, Rare Earths | https://www.usgs.gov/centers/national-minerals-information-center/rare-earths-statistics-and-information | besucht am 21.06.2026
- Europäischer Rechnungshof | Sonderbericht 04/2026, Kritische Rohstoffe | https://www.eca.europa.eu | besucht am 21.06.2026
- Smithsonian Magazine | What Happens When You Drop an iPhone Into a Blender? | https://www.smithsonianmag.com/smart-news/what-happens-when-you-drop-iphone-blender-180971715/ | besucht am 21.06.2026