Ein Minicomputer aus dem Jahr 1970 legte die Grundlagen für vieles, was wir heute am Rechnen für selbstverständlich halten. Ein ausführlicher Rückblick zeichnet nach, warum der PDP-11 von Digital Equipment Corporation als einflussreichster Minicomputer aller Zeiten gilt.

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Der PDP-11 brachte interaktives Rechnen in eine Zeit, in der Programme noch per Lochkarte und im Stapelbetrieb liefen. Aus diesem System gingen das Betriebssystem UNIX und die Programmiersprache C hervor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der PDP-11 von DEC kam 1970 auf den Markt und wurde über 22 Jahre lang verkauft, mit rund 600.000 Einheiten.
  • Das System trug zur Entstehung von UNIX und der Programmiersprache C bei.
  • Seine 16-Bit-Architektur mit orthogonalem Befehlssatz und dem flexiblen UNIBUS galt als besonders gut programmierbar.
  • Das Design beeinflusste spätere Prozessoren wie den Intel x86 und den Motorola 68000.

Warum war der PDP-11 so einflussreich?

Metallbox mit Kippschaltern und LED-Anzeigen, bezeichnet mit
Der PDP-11 ermöglichte um 1970 erstmals interaktives Rechnen für breitere Nutzerkreise, während Großrechner damals nur über Lochkarten im Stapelbetrieb nutzbar waren

Der Kern lag im Zugang zu Rechenzeit. Um 1970 lief das meiste Rechnen auf teuren Großrechnern von GE, CDC und IBM, zu denen kaum jemand direkten Zugang hatte. Es gab keine Laptops, keine Desktops, keine PCs, und Programme liefen nicht-interaktiv im Stapelbetrieb über Lochkarten.

Der PDP-11 brach mit diesem Modell und machte interaktives Arbeiten breiter verfügbar. Das löste eine regelrechte Welle von Minicomputern aus, die eine neue Generation von Rechnern zugänglich machte. Genau dieser Schritt hin zu mehr Zugang prägt die Branche bis heute.

Was steckte technisch im System?

Eine kupferfarbene Platine mit beschrifteten Mikrochips und Komponenten auf weißem Grund
Der PDP-11/20 kostete 20.000 Dollar und bot mit 16-Bit-Architektur, acht Registern und flexiblem UNIBUS eine bemerkenswert programmierbare Plattform trotz nur 4 KB RAM

Die frühen Modelle waren bescheiden ausgestattet. Der erste PDP-11/20 kostete 20.000 Dollar und kam mit rund 4 Kilobyte Arbeitsspeicher. Trotzdem brachte er eine bemerkenswerte 16-Bit-Architektur mit acht Registern, 65 Kilobyte Adressraum und einen flexiblen UNIBUS, der spätere Peripheriegeräte anbinden konnte.

Diese gut programmierbare Architektur machte das System für allgemeine Aufgaben beliebt. Aus dem PDP-11 gingen UNIX und C hervor, und sein Aufbau beeinflusste spätere Prozessorgenerationen, vom Intel x86 bis zum Motorola 68000. Wer sich für die Sprachen interessiert, die auf solchen Maschinen entstanden, findet in unserer Übersicht der Programmiersprachen 2026 den Bogen bis in die Gegenwart.

Ohne den PDP-11 gäbe es UNIX und C in der heutigen Form nicht, und damit auch nicht das Internet, wie wir es kennen. Wer die Wurzeln der Software-Welt verstehen will, kommt an dieser Maschine nicht vorbei.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bleibt vom PDP-11?

PDP-11 Schaltkasten neben leuchtender Elektronenröhre auf Acrylblock vor Weiß
DEC PDP-11: 600.000 Einheiten über 22 Jahre in Unternehmen, Universitäten und Forschung mit Betriebssystemen wie RT-11, RSTS und RSX

Das Erbe ist allgegenwärtig. Über die 22-jährige Lebensspanne hinweg, eine für heutige Verhältnisse unvorstellbare Dauer, verkaufte DEC rund 600.000 Einheiten. Die Maschine stand in Unternehmen, an Universitäten und in der Forschung, oft mit Betriebssystemen wie RT-11, RSTS oder RSX.

Für die Retro-Szene ist der PDP-11 ein zentrales Stück Computing-Geschichte, dessen Spuren in modernen Architekturen und Betriebssystemen weiterleben. Wie zählebig solche Grundlagen sind, zeigt auch unser Beitrag zu alten Technologien, die das Internet bis heute dominieren.

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