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Garbe Industrial hat in Kamen eine Logistikhalle ohne feste Mietzusage gebaut und sie noch vor der Fertigstellung vermietet. Der Essener Kontraktlogistiker Sesé Deutschland übernimmt den gesamten Neubau mit 18.700 Quadratmetern an der A 1. Wie viele Arbeitsplätze dort entstehen, sagen beide Unternehmen nicht.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was steht jetzt in Kamen?
  2. Warum baut Garbe eine Halle ohne Mieter?
  3. Was bedeutet der Einzug für den Kreis Unna?
  4. Mehr Newshunger?

Garbe Industrial hat seinen Neubau an der Henry-Everling-Straße in Kamen (Kreis Unna) an Sesé Deutschland vermietet und den Schlüssel übergeben. Das teilte der Hamburger Immobilienentwickler am 2. November mit.[1] Sesé hieß früher van Eupen Logistik und lagert, kommissioniert, verpackt, repariert und bereitet Waren im Auftrag anderer Unternehmen auf.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Garbe hat nach eigenen Angaben rund 25,5 Millionen Euro investiert, bei der Ankündigung im November 2025 nannte das Unternehmen rund 28,5 Millionen Euro.
  • Sesé mietet die gesamte Fläche von rund 18.700 Quadratmetern langfristig, die Laufzeit nennt Garbe nicht.
  • Zahl der Arbeitsplätze, Kunden und Fördergeld erwähnen Garbe und Sesé nicht.

Was steht jetzt in Kamen?

Modellhaus, Schlüssel und Fußmatte mit dem Text: Bitte Schuhe ausziehen. Aufschrift Vermietet
Logistikzentrum mit 16.500 m² Halle, 16 Lkw-Toren, Photovoltaikanlage und Luftwärmepumpenheizung auf 27.300 m² Grundstück

Auf einem Grundstück von rund 27.300 Quadratmetern stehen 16.500 Quadratmeter Halle, 500 Quadratmeter Büros und Sozialräume sowie 1.700 Quadratmeter Zwischenebenen. Das Gebäude hat 16 Tore für Lkw, draußen gibt es Stellplätze für 27 Pkw und drei Lkw. Luftwärmepumpen heizen das Gebäude, auf dem Dach liegt eine Photovoltaikanlage.[1] Angekündigt hatte Garbe 17 Überladebrücken, zwei ebenerdige Tore und 30 Pkw-Stellplätze.[2]

„Wir freuen uns, dass die Immobilie nach acht Monaten Bauzeit jetzt in den operativen Betrieb übergeht“, sagt Nick Jung, der bei Garbe Industrial Projekte im Westen entwickelt.[1] Der Neubau ist also fertig, und Sesé zieht ein. Johannes Schwarze, bei Sesé für Ausschreibungen und den Anlauf neuer Projekte zuständig, nennt die Lage als Grund: Die Anschlussstelle Kamen-Zentrum ist vier Minuten entfernt, das Kamener Kreuz mit der A 2 sechs Kilometer.[1]

Warum baut Garbe eine Halle ohne Mieter?

Im November 2025 war der Mieter noch offen, Garbe sprach damals von Gesprächen mit Interessenten.[2] Eine solche Vorratsbebauung lohnt sich nur, wenn die Nachfrage hält. Im Ruhrgebiet hält sie: Von Januar bis September 2026 kam der Flächenumsatz mit Lager- und Logistikflächen dort nach Zahlen von BNP Paribas Real Estate auf 484.000 Quadratmeter, 35,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viel wie nie in diesem Zeitraum.[3]

Logistikdienstleister wie Sesé stellten mit mehr als 340.000 Quadratmetern knapp 71 Prozent dieses Umsatzes. Die Spitzenmiete stieg auf 8,10 Euro je Quadratmeter, die Durchschnittsmiete auf 6,80 Euro. Auch im Kreis Unna gab es einen großen Abschluss: In Werne mietete das Handelsunternehmen FlexiSpot 20.500 Quadratmeter.[3]

Der Logistik-Neubau in Kamen
Gebaut ohne Mieter, vermietet vor der Fertigstellung
25,5 Mio. €
Investition von Garbe, angekündigt waren 28,5 Mio. €
18.700 m²
Mietfläche, davon 16.500 m² Halle
8 Monate
Bauzeit an der Henry-Everling-Straße
+35,6 %
Flächenumsatz im Ruhrgebiet Januar bis September 2026: 484.000 m²

Vom Vorratsbau zum Mieter

Juli 2025
van Eupen verkauft Teile des Transportgeschäfts mit 120 Beschäftigten an L.I.T.
27. November 2025
Garbe kündigt den Neubau in Kamen an, ein Mieter steht noch nicht fest
Januar bis September 2026
Rekordumsatz auf dem Logistikmarkt Ruhrgebiet
2. November 2026
Schlüsselübergabe an Sesé Deutschland, Beginn des Betriebs
offen
Zahl der Arbeitsplätze in Kamen

Garbe baut auf Vorrat, und das Ruhrgebiet nimmt die Hallen ab. Was Kamen davon hat, hängt an einer Zahl, die in der Mitteilung fehlt: wie viele Menschen dort künftig arbeiten.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet der Einzug für den Kreis Unna?

Im Nachbarort Unna steht das Zentrallager von Galeria. Die Fiege-Gesellschaft, die es betreibt, hat Insolvenz beantragt, 1.250 Stellen sind betroffen. Ob die Halle in Kamen davon etwas auffängt, ist offen, weil Sesé keine Stellenzahl nennt.

Sesé Deutschland gehört zur spanischen Grupo Sesé und hat sein Geschäft zuletzt umgebaut. Im Juli 2025 verkaufte das Unternehmen Teile seines Transportgeschäfts an die L.I.T.-Gruppe aus Brake, mit 120 Beschäftigten, 85 Zugmaschinen und 110 Spezialaufliegern.[4] Spezialisiert ist Sesé laut Garbe auf Kontraktlogistik, und dafür braucht der Dienstleister Hallen wie die in Kamen.[1]

Für Firmen, die im Ruhrgebiet Lagerfläche suchen, heißt das: Die Mieten steigen leicht, und ein Neubau wie der in Kamen war vergeben, bevor er fertig war. Ob Garbe die DGNB-Zertifizierung in Gold erreicht, die das Unternehmen für den Neubau anstrebt, steht noch aus.[1]

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Garbe IndustrialLogistikdienstleister Sesé Deutschland zieht bei Garbe Industrial in Kamen ein (Pressemitteilung)02.11.2026
  2. Garbe IndustrialGarbe Industrial starts new construction at Kamener Kreuz (Pressemitteilung)27.11.2025
  3. BNP Paribas Real EstateLogistikmarkt Ruhrgebiet Q3 2026 (PDF, Stand 30. September 2026)
  4. McDermott Will & EmeryMcDermott Advises van Eupen Logistik on the Sale of the Transportation Business to L.I.T. Group (Mitteilung)14.07.2025

Mehr Newshunger?

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