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Rheinmetall und der norwegische Elektrolyse-Hersteller Nel prüfen, ob sich Kraftstoff für Militär und kritische Infrastruktur in Norwegen künftig vor Ort herstellen lässt. Mengen und Investitionen legen die beiden Unternehmen in der unverbindlichen Absichtserklärung vom 13. Oktober nicht fest.

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E-Fuels sollen eine Lücke schließen, die Norwegen trotz seines Ölreichtums hat: Das Land schickt Rohöl zum Raffinieren ins übrige Europa und kauft die fertigen Kraftstoffe zurück, weil im Inland nur noch eine Raffinerie arbeitet.[1] In einer Krise hängt ein Teil der Versorgung damit an Anlagen außerhalb norwegischer Kontrolle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nel bringt Elektrolyseure ein, Rheinmetall sein Konzept Giga PtX für modulare E-Fuel-Anlagen.
  • Die Partner bewerten Standorte, Stromanschluss, CO2-Quellen und mögliche Pilotprojekte.
  • Nel ist nach Sunfire und ITM Power der dritte Elektrolyse-Partner im Giga-PtX-Netz.

Was haben Rheinmetall und Nel vereinbart?

Kanister mit Windradmodell und Etikett „Hausgemacht“
Nel entwickelt Elektrolyse für grünen Wasserstoff, Rheinmetall integriert Systeme zur Herstellung von synthetischem Kraftstoff für Verteidigung und kritische Infrastruktur

In der Absichtserklärung übernimmt Nel die Elektrolyse für grünen Wasserstoff, Rheinmetall die Systemintegration samt seinem Anlagenkonzept Giga PtX. Gemeinsam bewerten beide Unternehmen modulare Anlagen, die synthetischen Kraftstoff für Verteidigung und kritische Infrastruktur nahe am Verbraucher herstellen. Auf der Prüfliste stehen mögliche Standorte, der Zugang zu Ökostrom, nachhaltige CO2-Quellen und die wichtigsten Einsatzfälle.[1] Pilotprojekte sind möglich, zugesagt ist keines.

Shena Britzen, Leiterin des Wasserstoffprogramms bei Rheinmetall, sagt: „Wir sehen die lokale Produktion synthetischer Kraftstoffe auf Basis der Elektrolyse als wichtigen Baustein.“ Nel-Finanzchef Kjell Christian Bjørnsen begründet den Schritt mit der Lage vieler Staaten: „Länder, die von langen und verwundbaren Lieferketten für Kraftstoff abhängen, sehen sich wachsender Unsicherheit gegenüber.“

Warum setzt Rheinmetall auf viele kleine Anlagen?

Hinter Giga PtX steht eine Prozesskette, die Rheinmetall im November 2025 mit deutschen Partnern vorstellte. Greenlyte aus Essen holt dafür CO2 aus der Luft, Ineratec aus Karlsruhe verarbeitet das Gas zusammen mit Wasserstoff per Fischer-Tropsch-Synthese zu flüssigem Kraftstoff. Rheinmetall tritt als Generalunternehmer auf und will die Anlagen auch betreiben. Am Ende steht ein Kraftstoff, der ohne Umbau in vorhandene Motoren passt.

Für Norwegen kommt ein Netzargument hinzu: Nel verortet Norwegens Engpass bei Übertragung und Verteilung, nicht bei der Erzeugung. Eine Anlage nahe am Wind- oder Wasserkraftwerk wandelt den Strom an der Quelle um und könnte die Leitungen entlasten.[1]

Für jeden Markt sucht Rheinmetall einen lokalen Elektrolyse-Partner. Sunfire aus Dresden war von Beginn an dabei, im April kam der britische Hersteller ITM Power hinzu, zunächst für Großbritannien. Europaweit plant der Düsseldorfer Konzern mehrere hundert Anlagen mit je bis zu 50 Megawatt Elektrolyse, jede soll 5.000 bis 7.000 Tonnen E-Fuel im Jahr liefern.

Eine Absichtserklärung ist noch kein Auftrag, aber sie zeigt, wo Elektrolyseur-Hersteller ihre Kunden inzwischen suchen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Giga PtX: Kraftstoff aus der Box
So plant Rheinmetall die dezentrale E-Fuel-Produktion
mehrere 100
modulare Anlagen plant Rheinmetall in Europa
50 MW
Elektrolyseleistung je Anlage, höchstens
5.000–7.000 t
E-Fuel liefert jede Anlage im Jahr
1
Raffinerie arbeitet noch in Norwegen
Schritt 1
Elektrolyse

Elektrolyseure spalten Wasser mit Ökostrom. Partner je Markt: Sunfire, ITM Power, jetzt Nel.

Schritt 2
CO2 aus der Luft

Greenlyte aus Essen liefert den Kohlenstoff.

Schritt 3
Synthese

Ineratec verarbeitet Wasserstoff und CO2 per Fischer-Tropsch zu Kraftstoff.

Ergebnis
Drop-in-Kraftstoff

Läuft ohne Umbau in vorhandenen Motoren.

Was heißt das für Betreiber kritischer Infrastruktur?

Für die Elektrolyse-Branche kommt der Rüstungskunde gelegen. Bei thyssenkrupp nucera brachen zuletzt die Aufträge für grünen Wasserstoff ein. Offen bleiben die Kosten: Grüner Wasserstoff kostet weiterhin deutlich mehr als fossiler. Jede Tonne E-Fuel braucht zusätzlich Energie für die Synthese und die CO2-Abscheidung. Deutsche Projekte wie das Solarkerosin aus Hürth oder Carbon2Chem bei thyssenkrupp zielen bisher auf den Luftverkehr.

Rechenzentren, Kliniken und Wasserwerke halten für ihre Notstromaggregate Diesel vorrätig. Synthetischer Diesel aus der Fischer-Tropsch-Synthese zählt wie HVO100 zu den paraffinischen Kraftstoffen nach der Norm EN 15940. Prüfen Sie deshalb gerne schon jetzt, ob der Hersteller Ihrer Aggregate diese Norm freigegeben hat. Wie weit sich Europa überhaupt vom Öl lösen kann, lesen Sie in unserer Analyse zum Post-Erdölzeitalter.

Quelle

1 Quelle anzeigenQuellen ausblenden
  1. Nel ASANel ASA: Partners with Rheinmetall on its Giga PtX project for decentralized synthetic fuel production (Pressemitteilung vom 13.10.2026)

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