PCjs verlangt keinen Download und keine virtuelle Maschine. Ein Klick im Browser genügt, schon flackert das grüne Monochrom-Bild eines IBM PC von 1981 wieder auf. Hinter der Nostalgie steckt ein handfester Nutzen für alle, die alte Software erhalten oder prüfen müssen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Reines JavaScript: PCjs bildet Original-CPUs, ROMs und IBM-Grafikkarten nach, ganz ohne Flash, Java oder WebAssembly.
- Kostenlos und quelloffen: Der Code steht unter MIT-Lizenz auf GitHub und lässt sich frei einbetten und selbst hosten.
- Läuft überall: DOS, Windows und OS/2 starten in jedem modernen Browser, auch auf iPhone und iPad.
- Konkurrenz benannt: v86 und das ins Web portierte DOSBox lösen dasselbe Problem mit anderer Technik.
Was macht PCjs anders als andere Emulatoren?

PCjs bildet die x86-Prozessoren von Hand in JavaScript nach und lässt sie mit ihrer Originaltaktung rechnen, statt Maschinencode wie v86 erst zur Laufzeit in WebAssembly zu übersetzen.
Das quelloffene Projekt lädt die echten IBM-ROMs und stellt sogar das Flimmern der alten CGA- und MDA-Anzeigen nach; eine XML-Konfiguration wird beim Seitenaufruf in HTML-Bausteine übersetzt.[1] Flash, Java oder ein Browser-Plugin sind nicht nötig.
Damit grenzt sich PCjs von zwei Alternativen ab. v86 übersetzt x86-Befehle für nahezu native Geschwindigkeit in WebAssembly,[2] während js-dos die bekannte DOSBox mit Emscripten ins Web bringt. Alte DOS-Spiele starten auf dem Mac auch nativ, über einen anderen Weg auf Apple Silicon.
Warum setzen Archive auf Emulation im Browser?
Ein Browser-Emulator macht historische Software teilbar: Ein Link genügt, damit die Anwendung ohne Installation auf jedem Rechner läuft.
Das Internet Archive nutzt genau dafür JavaScript-Portierungen wie Em-DOSBox und JSMESS und macht zehntausende Programme direkt im Browser lauffähig. Dieselbe Idee steckt hinter dem begehbaren virtuellen Betriebssystem-Museum und Bastelprojekten wie dem wiederbelebten Z80.
Für die Bewahrung zählt vor allem die Zugänglichkeit. Emulierte Rechner lassen sich verlinken, einbetten und auf jedem Gerät öffnen, vom Laptop bis zum iPad.
Emulation im Browser ist kein Nerd-Spielzeug, sondern die günstigste Versicherung gegen den Totalverlust alter Software.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
PCjs
Von Hand geschriebenes JavaScript, Original-ROMs und Original-Taktung. Bildet sogar das Monitor-Flimmern nach.
v86
Übersetzt x86-Befehle zur Laufzeit in WebAssembly und erreicht damit nahezu native Geschwindigkeit.
js-dos
Portiert die bekannte DOSBox mit Emscripten ins Web und spielt vor allem DOS-Programme ab.
Was bringt PCjs Unternehmen im DACH-Raum?
Für Museen, Schulen und Entwickler ersetzt PCjs teure Alt-Hardware und aufwändige virtuelle Maschinen: Legacy-Anwendungen laufen prüfbar im Browser, die MIT-Lizenz erlaubt das Einbetten in eigene Seiten.
In der Praxis ersetzt der Emulator die Suche nach funktionierender Alt-Hardware. Ein kurzer Test zeigt, ob eine betagte DOS-Fachanwendung im Browser reproduzierbar bleibt, bevor die letzte physische Maschine ausfällt. Die MIT-Lizenz erlaubt sogar, eine lauffähige Kopie für Schulung oder Dokumentation direkt in die eigene Website einzubetten, solange der Urheber genannt wird.
Der schnellste Einstieg führt über pcjs.org, wo dutzende fertige Maschinen sofort im Browser starten.
Quellen
[1] PCjs: „PCjs Machines – The original IBM PC and other machine emulations in JavaScript“
[2] v86: „x86 PC emulator and x86-to-wasm JIT, running in the browser“