Andrew Warkentin hat 20 Jahre lang Betriebssysteme gesammelt. Das Ergebnis steckt in einer einzigen Linux-VM, mit über 1.700 vorinstallierten Systemen, von der Manchester Baby aus dem Jahr 1948 bis zu heutigen Distributionen. Ein Klick genügt, und das jeweilige System läuft.

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Ein virtuelles Betriebssystem-Museum versammelt jetzt mehr als 1.700 lauffähige Systeme an einem Ort. Hinter dem Virtual OS Museum stecken ein einzelner Kurator und zwei Jahrzehnte Sammelarbeit. Das Paket nimmt Nutzern die mühsame Einrichtung von Emulatoren und alten Installationsmedien komplett ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 1.700 vorinstallierte Betriebssysteme, mehr als 250 Plattformen und über 570 verschiedene OSes stecken in dem Paket.
  • Die Zeitspanne reicht von der Manchester Baby von 1948 bis zu aktuellen Systemen.
  • Emulatoren wie QEMU, VirtualBox und UTM sind bereits eingerichtet, ein eigener Launcher startet jedes System per Klick.
  • Eine Snapshot-Funktion setzt zerschossene Installationen sofort in einen lauffähigen Zustand zurück.
  • Verfügbar als Voll-Version für den Offline-Betrieb und als schlanke Lite-Version, die Images bei Bedarf nachlädt.

Was steckt in der Sammlung?

Oranges 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk mit Etikett
Sammlung historischer Betriebssysteme: Von Großrechnern wie CTSS und Unix über Heimcomputer bis Windows 1.0 und klassisches Mac OS

Die Bandbreite ist enorm. Frühe Großrechner wie CTSS, Multics und MVS finden sich ebenso wie die ersten Unix-Versionen, NeXTSTEP, BeOS und OS/2. Heimcomputer sind mit CP/M-Varianten, Commodore-Maschinen, ZX Spectrum und Atari vertreten. Dazu kommen Windows von der Version 1.0 bis zu frühen Longhorn-Betas und klassisches Mac OS bis Mac OS X 10.5.

Auch Exotisches hat seinen Platz. Forschungssysteme wie Plan 9 und Oberon laufen genauso wie obskure Plattformen, die heute kaum noch jemand gebootet hat. Das erklärte Ziel des Projekts: Wenn von einem Betriebssystem irgendwo eine lauffähige Version existiert, soll sie hier auf einem normalen Laptop starten.

Warum ist das mehr als Nostalgie?

Floppy-Disk mit Beschriftung, oben kriecht eine Schnecke. Hintergrund: Weiß
Museum liefert alte Software vorkonfiguriert aus und löst damit Kompatibilitätsprobleme bei der digitalen Langzeiterhaltung

Software-Erhaltung scheitert oft an der Erreichbarkeit. Alte Systeme verlangen komplizierte Installationsprozeduren, laufen nur in bestimmten Emulator-Versionen oder brechen bei späteren Updates. Das Museum löst genau dieses Problem, indem es alles vorkonfiguriert ausliefert. Damit reiht es sich in eine wachsende Retro-Bewegung ein, die Dr. Web zuletzt am Beispiel des Z80-Nachbaus PicoZ80 und der bewussten Rückkehr zur Retro-Technik gegen Big Tech dokumentiert hat.

Lauffähige Computergeschichte ist kein Selbstzweck. Das Original zu booten erklärt mehr über heutige Systeme als jede Zusammenfassung. Genau diese Erreichbarkeit macht das Projekt wertvoll, gerade für Teams, die verstehen wollen, woher ihre Werkzeuge kommen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Für wen lohnt sich der Download?

Ein grauer Metallschrank mit
Virtual OS Museum bietet Entwicklern und Technikhistorikern fertig konfigurierte historische Betriebssysteme ohne manuellen Aufbau einer Toolchain

Profitieren dürften vor allem Entwickler, Lehre und Technikhistoriker, die Systeme vergleichen oder zeigen wollen, ohne erst eine Toolchain zusammenzubauen. Wer mit Virtualisierung arbeitet, findet im Paket nebenbei ein Lehrstück über QEMU und VirtualBox. Den Download und die vollständige Installationsliste stellt der Kurator auf der Projektseite des Virtual OS Museum bereit.

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