Rund 30.000 Kunden haben laut Nutanix ihre Virtualisierung von VMware auf den Konkurrenten umgezogen. Hinter der Zahl steht eine wachsende Unzufriedenheit mit Broadcom.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenSeit der Übernahme von VMware durch Broadcom Ende 2023 suchen viele Unternehmen nach Alternativen. Steigende Preise und erzwungene Produktpakete treiben vor allem kleinere und mittlere Betriebe aus dem einstigen Marktführer heraus.
Das Wichtigste in Kürze
- Nutanix-Chef Rajiv Ramaswami nennt rund 30.000 von VMware abgewanderte Kunden, vor allem im Mid-Market.
- Als Gründe gelten höhere Preise, erzwungenes Bundling und das Ende unbefristeter Lizenzen.
- Broadcom richtet VMware stärker auf Großkunden aus, was kleinere Betriebe verdrängt.
Warum verlassen so viele Kunden VMware?

Preis und Zwang. Nach der Übernahme stellte Broadcom das Lizenzmodell um und beendete die Dauerlizenzen. Zusätzlich bündelte das Unternehmen Produkte zu größeren Paketen. Für viele Mittelständler wurde VMware dadurch zu teuer oder schlicht unpraktisch. Ars Technica fasst die Aussagen von der Nutanix-Konferenz zusammen.
Ramaswami sprach von den stärksten Neukunden-Zugängen seit acht Jahren. Auch der Finanzdienstleister Western Union zählt zu den Wechslern und nannte die Zusammenarbeit mit Broadcom rückblickend herausfordernd.
Was bedeutet das für deutsche IT-Abteilungen?

Abhängigkeit kostet. Die Migrationswelle trifft einen Nerv, der in der DACH-Region seit Monaten schmerzt. Viele Rechenzentren hierzulande laufen auf VMware, und die neuen Lizenzkosten sprengen so manches Budget. Eine ähnliche Kopplung von Funktionen an Verträge zeigt sich bei SAP, das neue KI nur Cloud-Kunden gibt.
Ein Anbieterwechsel ist allerdings kein Selbstläufer. Migrationen binden Personal und erfordern gründliche Tests, dazu kommen Risiken im laufenden Betrieb. Nutanix lockt deshalb mit einer eigenen Umstiegs-Aktion, die technische und finanzielle Hürden senken soll.
Die Zahl stammt vom Wettbewerber und ist entsprechend zu lesen. Den Trend bestätigt sie trotzdem: Eine Bindung an einen einzigen Anbieter rächt sich, sobald dieser seine Strategie ändert.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Entscheider jetzt prüfen?
Optionen offenhalten. Eine Hersteller-Zahl ersetzt keine eigene Analyse. Wichtig ist, die eigene Abhängigkeit von einer einzelnen Plattform realistisch zu bewerten und Ausweichpfade früh zu kennen.
Prüfen Sie bei der nächsten Vertragsverlängerung, was ein Wechsel tatsächlich kosten würde, und verhandeln Sie aus dieser Position heraus. Eine glaubwürdige Alternative im Rücken verbessert jede Verhandlung. Wie sich Anbieter-Abhängigkeit grundsätzlich vermeiden lässt, zeigt unser Bericht zur souveränen KI-Cloud des Bundes.