Eine neue Analyse der UN-Universität zeigt, wie stark der Energiebedarf von KI-Systemen wächst. Der Stromverbrauch von KI-Rechenzentren soll weltweit bis 2030 auf 945 Terawattstunden steigen, fast das Doppelte des jährlichen Stromverbrauchs von ganz Deutschland.

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Der Stromverbrauch der künstlichen Intelligenz wird damit zum handfesten Faktor für Energie-, Wasser- und Klimapolitik. Neben dem Strombedarf treibt KI auch den Wasser- und Flächenverbrauch in die Höhe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut UN-Universität steigt der Stromverbrauch von KI-Rechenzentren bis 2030 weltweit auf 945 Terawattstunden.
  • Das entspricht fast dem Doppelten des jährlichen Stromverbrauchs von Deutschland.
  • 2025 verbrauchten Rechenzentren weltweit schätzungsweise 448 Terawattstunden Strom.
  • Der Wasserverbrauch für die Kühlung steigt der Untersuchung zufolge auf 9,3 Billionen Liter.

Woher kommt der enorme Bedarf?

Wasserhahn mit Stecker, Kabel und Anhänger (945 TWh) auf weißem Grund
ChatGPT und andere KI-Dienste verzeichnen 2025 über zwei Millionen monatlich aktive Nutzer. Der Stromverbrauch der Rechenzentren wächst entsprechend stark an

Mit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 wurde KI für Millionen Menschen erlebbar, und die Nutzung wächst seither rasant. Allein 2025 hat sich die Zahl der monatlich aktiven Nutzer großer KI-Dienste mehr als verdoppelt. Jede Anfrage läuft in Rechenzentren, die rund um die Uhr arbeiten.

Der Sprung in den Zahlen ist beträchtlich. Von geschätzten 448 Terawattstunden im Jahr 2025 soll der Verbrauch der KI-Rechenzentren bis 2030 auf 945 Terawattstunden klettern. Hinzu kommt der Wasserverbrauch, denn die Abwärme der Rechenzentren erfordert aufwendige Kühlung. Die Untersuchung beziffert den Anstieg auf 9,3 Billionen Liter.

Die UN-Universität ist nicht allein mit dieser Warnung. Zwei Anfang Juni veröffentlichte internationale Berichte zeichnen dasselbe Bild, wonach der Ressourcenbedarf digitaler Infrastrukturen schneller wächst als die politischen und technischen Gegenmaßnahmen. Wie sich der KI-Strombedarf überhaupt schnell abschätzen lässt, zeigt unser Beitrag zum MIT-Werkzeug EnergAIzer.

Jede KI-Anfrage hat einen physischen Preis in Kilowattstunden und Litern Wasser. Wer KI im Unternehmen breit ausrollt, sollte den Energie- und Wasserfußabdruck in die Kalkulation aufnehmen, nicht nur die Lizenzkosten.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt das für deutsche Unternehmen?

Orangefarbene Steckdosen-Figur mit Kabel und winziger Deutschlandfahne auf weißem Hintergrund
KI-Betreiber müssen ab 2027 bilanziell 100% Strom aus erneuerbaren Energien nutzen. Strom- und Wasserbedarf beeinflussen Kostenrechnung und Standortwahl

Für Betreiber und Nutzer von KI verschiebt sich die Kostenrechnung. Strom- und Wasserbedarf werden zu Posten, die in Nachhaltigkeitsstrategien und Standortentscheidungen einfließen. In Deutschland gilt seit 2024 das Energieeffizienzgesetz, das Rechenzentren ab 2027 zu bilanziell 100 Prozent erneuerbarem Strom verpflichtet, was die Betriebskosten zusätzlich prägt.

Prüfen Sie bei KI-Projekten nicht nur die Modellqualität, sondern auch, wo und wie die genutzten Rechenzentren betrieben werden. Ein effizienter Standort mit erneuerbarer Versorgung senkt sowohl den Fußabdruck als auch das regulatorische Risiko. Der Wettlauf zwischen den großen Anbietern verschärft den Infrastruktur-Hunger zusätzlich, wie unser Marktüberblick zum KI-Chatbot-Markt zeigt.

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