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KI-Plakate wirken oft wie aus derselben Vorlage: dieselben weichen Farbverläufe, dieselbe glatte Symmetrie. Der Softwareentwickler John Hartnup führt in einem Blogbeitrag vor, dass die Einheitsoptik nicht am Werkzeug liegt, sondern an der Bestellung.[1]

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Warum sehen KI-Plakate alle gleich aus?
  2. Wie entstehen unterscheidbare Motive?
  3. Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?

Die meisten Nutzer tippen dieselbe knappe Vorgabe ein und bekommen dasselbe Ergebnis. Für Firmen, die Bildmaterial im Marketing brauchen, entscheidet dieser eine Handgriff über Wiedererkennung oder Verwechselbarkeit.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Rein KI-erzeugte Bilder wirken generisch, weil das Modell jede offene Gestaltungsfrage mit dem statistisch häufigsten Muster füllt.
  • Eine benannte Stilrichtung im Prompt, etwa Bauhaus, Risografie oder Memphis-Design, bricht den Einheitslook sofort auf.
  • John Hartnup erzeugte für einen einzigen Veranstaltungsauftrag mehr als acht klar unterscheidbare Plakatvarianten.
  • Ab dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 des EU AI Act eine Kennzeichnung öffentlich genutzter KI-Inhalte; rein KI-erzeugte Bilder genießen zudem kein Urheberrecht.

Warum sehen KI-Plakate alle gleich aus?

Zwei gerahmte Bilder an einer weißen Wand
Bildgeneratoren wählen für unspezifische Prompts die wahrscheinlichsten Varianten aus Trainingsdaten und erzeugen so durchschnittliche, glatte Bilder mit Farbverläufen

Statistischer Mittelwert. Ein Bildmodell wählt für jede Vorgabe, die der Prompt offenlässt, die wahrscheinlichste Variante aus seinen Trainingsdaten. Eine vage Bestellung wie „ein Plakat für ein Sommerfest“ lässt fast alles offen, also greift das Modell zum Durchschnitt aus Millionen ähnlicher Bilder. Genau dieser Durchschnitt ist der glatte, farbverlaufslastige Look, den viele inzwischen als KI-Ästhetik erkennen.

Nicht nur Plakate. Die Einheitsoptik betrifft mehr als Veranstaltungswerbung. Auch beim Aufmacherbild eines Blogs schließen Leser vom Bild auf die Qualität des Textes. Im Webdesign trennt sich gutes Gestalten von schnell generierten Oberflächen.

Wie entstehen unterscheidbare Motive?

Stil benennen. John Hartnup nennt im Prompt eine konkrete Gestaltungsschule und bekommt ein eigenständiges Ergebnis. Für ein einziges Sommerfest erzeugte er so mehr als acht Plakate, vom strengen Bauhaus bis zum Punk-Fanzine.[1] Jede Version sieht anders aus, weil der genannte Stil die offenen Gestaltungsfragen vorab entscheidet.

Stilmenü abfragen. Bei Unsicherheit über die passende Richtung liefert ein Modell wie ChatGPT, Midjourney oder DALL-E auf Nachfrage eine Auswahl möglicher Stile mit kurzer Beschreibung. Welches Werkzeug wie arbeitet, zeigt der Vergleich von Adobe Firefly und Midjourney für Marketing-Teams.

Ein Bildgenerator liefert standardmäßig den Durchschnitt seiner Trainingsdaten. Erst die benannte Stilrichtung macht aus einem beliebigen Motiv ein wiedererkennbares.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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KI-Plakate: vom Einheitslook zur Wiedererkennung
Kennzahlen zu KI-erzeugten Motiven, Stand September 2026
8+
klar unterscheidbare Plakatstile aus einem einzigen Auftrag, allein durch benannte Stilrichtungen
2. Aug. 2026
ab hier greift die Kennzeichnungspflicht des EU AI Act (Artikel 50) für öffentlich genutzte KI-Inhalte
15 Mio. €
bis zu dieser Summe oder 3 Prozent des Jahresumsatzes drohen bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten
0
urheberrechtlicher Schutz für rein KI-erzeugte Bilder ohne persönliche geistige Schöpfung

Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

Kennzeichnungspflicht. Ab dem 2. August 2026 greift Artikel 50 des EU AI Act. Firmen, die KI-erzeugte Bilder öffentlich einsetzen, müssen den KI-Ursprung offenlegen.[2] Für erkennbar künstlerische Arbeiten wie ein stilisiertes Plakat genügt ein unaufdringlicher Hinweis, der die Wirkung nicht stört.

Kein Urheberrecht. Ein rein von der KI erzeugtes Bild gilt in Deutschland nicht als persönliche geistige Schöpfung und genießt deshalb keinen Schutz nach dem Urheberrecht.[3] Ein Wettbewerber darf ein solches Plakat also kopieren. Schutz entsteht erst durch spürbare eigene Gestaltung, etwa durch nachträgliche Bearbeitung oder die Kombination mehrerer Elemente. Soll ein Motiv dauerhaft zum Markenauftritt gehören, spricht das für menschliche Gestaltung; Studios für solche Aufträge nennt der Vergleich der Designagenturen.

Für Entscheider. Vor dem nächsten Bildauftrag lohnen eine feste Stilvorgabe im Prompt, ein interner Kennzeichnungshinweis für öffentliche KI-Motive und die Klärung, welche Bildrechte das Unternehmen überhaupt beanspruchen kann. Die Antwort hängt auch vom Werkzeug ab, denn jeder Anbieter legt die Nutzungsrechte in eigenen Lizenzbedingungen fest; wie weit diese bei den gängigen Diensten reichen, zeigt unser Vergleich der KI-Bildgeneratoren.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. John HartnupAI-generated posters don’t have to be horrible
  2. Europäische KommissionLeitlinien zu den Transparenzpflichten (Artikel 50 EU AI Act)
  3. Gesetze im Internet§ 2 UrhG, persönliche geistige Schöpfung

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