Medienkonsum hatte 1985 ein festes Ende: Ab April spielte das ZDF zum nächtlichen Sendeschluss die Nationalhymne, die ARD folgte im Mai. Heute besitzen 95 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein Smartphone, auf dem der Feed nie endet. Was dieser Wechsel mit Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Langeweile anstellt, haben Forscher vielfach untersucht, mit Ergebnissen, die selten zu den Schlagzeilen passen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAnfang September meldete die OECD für Deutschland die schwächsten PISA-Ergebnisse seit Beginn der Studie; derselbe Bericht erwähnt längere Bildschirmzeiten und sinkende Lesefreude. Der Anteil der Ausbildungsbetriebe, die mangelnde Ausbildungsreife beklagen, erreichte einen neuen Höchststand, fast jeder zweite Betrieb stellt oft Defizite bei kognitiven Fähigkeiten wie der Aufmerksamkeit fest. Ob hinter beidem das Smartphone steckt oder nur die nächste Medienpanik, zeigen ein Vergleich mit dem Medienalltag der Achtziger und ein nüchterner Blick in die Hirnforschung.
Das Wichtigste in Kürze
- Bis 1984 empfingen die meisten westdeutschen Haushalte drei Fernsehprogramme, nachts kam der Sendeschluss. Heute schauen 14- bis 29-Jährige nur noch 24 Minuten am Tag lineares Fernsehen, aber 150 Minuten Video auf Abruf.
- Das Belohnungssystem reagiert auf Überraschungen. Schon eine eingehende Benachrichtigung senkt die Leistung. Populäre Schlagworte wie der Goldfisch mit acht Sekunden Aufmerksamkeit halten einer Prüfung dagegen nicht stand.
- Erinnern braucht ungeteilte Aufmerksamkeit und Ruhephasen. Das Smartphone füllt heute genau die Leerlaufzeiten, die früher Langeweile hießen. Ständiges Wechseln zwischen Videos steigert die Langeweile in Experimenten sogar.
- Deutschland erreichte bei PISA 2025 die schwächsten Werte seit Beginn der Studie, 94 Prozent der Betriebe beklagen mangelnde Ausbildungsreife. Gegen die Zerstreuung helfen feste Zeiten ohne Benachrichtigungen und Selbsttests beim Lernen.
1 Wie viele Fernsehprogramme empfingen die meisten westdeutschen Haushalte bis 1984? Aufklappen ↓
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2 Wie lange blieb der Blick von Büroangestellten in einer Studie von 2016 im Schnitt bei einem Bildschirminhalt? Aufklappen ↓
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3 Was taten viele Teilnehmer, als sie 15 Minuten allein mit ihren Gedanken bleiben sollten? Aufklappen ↓
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4 Wie veränderte sich die Länge der Instrumental-Intros in US-Hits zwischen Mitte der Achtziger und 2015? Aufklappen ↓
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5 Welchen Wert erreichten deutsche 15-Jährige bei PISA 2025 im Lesen? Aufklappen ↓
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Wie sah Medienkonsum in den Achtzigern und Neunzigern aus?

Medienkonsum folgte einem festen Takt. Bis 1984 empfingen die meisten Haushalte drei Fernsehprogramme, nachts kam der Sendeschluss, Musik lief über Platte, Kassette oder Radio. 1985 kamen Westdeutsche ab 14 Jahren auf knapp sechs Stunden Mediennutzung am Tag, davon 154 Minuten Radio und 121 Minuten Fernsehen.
Die Werte stammen aus der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation, die den Medienalltag der Deutschen seit 1964 in regelmäßigen Wellen vermisst. Die Forscher fragten nach der Nutzung am Vortag und addierten alle Medien, auch parallel genutzte. Bis 1990 erfasste die Langzeitstudie nur die alten Bundesländer, vor 1990 zudem nur die Tage von Montag bis Samstag.
| Medium (Minuten pro Tag, ab 14 Jahren) | 1980 | 1985 | 1990 |
|---|---|---|---|
| Radio | 135 | 154 | 170 |
| Fernsehen | 125 | 121 | 135 |
| Tageszeitung | 38 | 33 | 28 |
| Bücher | 22 | 17 | 18 |
| Alle erfassten Medien | 346 | 351 | 380 |
Am 1. Januar 1984 startete im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen der Privatsender PKS, ein Jahr später in Sat.1 umbenannt, am 2. Januar folgte RTL plus aus Luxemburg. Mit den beiden Sendern begann das duale Rundfunksystem aus öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern. Zunächst konnten nur wenige Zuschauer die neuen Kanäle empfangen. Ende 1985 hingen laut Medienbericht der Bundesregierung 1,6 Millionen Haushalte am Kabel, gut 6 Prozent aller westdeutschen Haushalte, 1990 bereits 31 Prozent.
Nachts endete das Programm. Ab dem 1. April 1985 spielte das ZDF zum Sendeschluss allabendlich die Nationalhymne, die ARD schloss sich am 23. Mai an. Durchgehend sendeten die meisten Programme erst Ende der Neunziger: 1998 boten laut Medienbericht der Bundesregierung die allermeisten Veranstalter ihr Programm rund um die Uhr an, nachts vor allem Wiederholungen.
Sony brachte den Walkman 1979 auf den Markt und machte die Musikkassette mobil. Für ein Lied in Dauerschleife musste die Kassette zurückgespult werden, Alben liefen in der Reihenfolge, die das Plattenlabel festgelegt hatte. Der Videorekorder stand 1985 in 21 Prozent der westdeutschen Haushalte, 1990 in 48 Prozent; aufgezeichnet wurde, was das Programm vorgab.
Ende der Neunziger befragte die erste JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren. 18 Prozent nutzten zumindest selten das Internet, 35 Prozent besaßen einen eigenen Computer und 8 Prozent ein eigenes Handy. Fernsehen schauten 95 Prozent mehrmals pro Woche.
- Drei Programme: Privates Fernsehen startete erst im Januar 1984, Ende 1985 hingen gut 6 Prozent der Haushalte am Kabel.
- Fester Takt: Nachts kam der Sendeschluss, rund um die Uhr sendeten die meisten Programme erst Ende der Neunziger.
- 351 Minuten: So viel Medienzeit kam 1985 pro Tag zusammen, vor allem Radio und Fernsehen.
Was hat sich seit dem Smartphone grundlegend verändert?

Medien laufen heute auf Abruf und ohne Ende. Das Smartphone vereint Fernseher, Radio, Zeitung, Telefon und Spielkonsole, 95 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen eines. Statt eines Sendeplans bestimmt ein Algorithmus das nächste Video, einen Sendeschluss kennt der Feed nicht.
Apple stellte das iPhone am 9. Januar 2007 vor, in Deutschland kam das Gerät am 9. November 2007 in den Handel. Knapp zwei Jahrzehnte später gehört das Smartphone zur Grundausstattung der Jugend; 1998 besaßen laut JIM-Studie gerade 8 Prozent der Jugendlichen ein Handy.
Wie intensiv die Geräte laufen, zeigt die eingebaute Statistik zur Bildschirmzeit. Jugendliche, die den Wert ablesen konnten, kamen laut JIM-Studie 2025 auf 231 Minuten Smartphone am Tag, die 18- und 19-Jährigen auf 278 Minuten. Mindestens mehrmals pro Woche nutzen 96 Prozent WhatsApp, 75 Prozent YouTube, 63 Prozent Instagram und 53 Prozent TikTok.
Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 misst für alle ab 14 Jahren 385 Minuten Mediennutzung am Tag. Gut die Hälfte davon, 199 Minuten, entfällt auf Video. Lineares Fernsehen kommt im Schnitt noch auf 116 Minuten, bei den 14- bis 29-Jährigen auf 24 Minuten. Die Jüngeren schauen trotzdem 169 Minuten Video täglich, davon 150 Minuten auf Abruf und 47 Minuten allein in sozialen Medien.
Einen Vergleich über die Jahrzehnte erlaubt nur die alte Langzeitstudie mit gleicher Methode. Danach wuchs die tägliche Medienzeit der 14- bis 29-Jährigen von 5 Stunden 32 Minuten im Jahr 1985 auf 10 Stunden 21 Minuten im Jahr 2020. Gezählt wird dabei brutto, parallel genutzte Medien gehen also mehrfach ein.
Der Feed von TikTok, Instagram oder YouTube sitzt zwischen den Welten. Das Wischen fühlt sich an wie Abruf, funktioniert aber wie ein Programm: Niemand wählt dabei aus einem Katalog, die Reihenfolge bestimmt ein Empfehlungsalgorithmus. Der Algorithmus übernimmt die Rolle des Programmdirektors, nur ohne Sendeschluss und mit einem eigenen Programm für jeden Zuschauer.
YouTube meldete 2020 rund 500 Stunden neues Videomaterial pro Minute, 2025 mehr als 20 Millionen hochgeladene Videos am Tag. Spotify führt über 100 Millionen Musiktitel. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) zählt mehr als 180 private Fernsehprogramme mit bundesweiter Zulassung, 160 davon auf Sendung.
- 231 Minuten: So lange nutzen Jugendliche laut Bildschirmzeit-Statistik täglich ihr Smartphone, die 18- und 19-Jährigen 278 Minuten.
- 150 Minuten: So lange schauen 14- bis 29-Jährige täglich Video auf Abruf, lineares Fernsehen nur 24 Minuten.
- Algorithmus statt Sendeplan: Im Feed bestimmt eine Empfehlungssoftware die Reihenfolge, für jeden Nutzer anders und ohne Ende.
Was passiert im Gehirn, wenn der Feed nie endet?

Das Belohnungssystem springt auf Überraschungen an: Dopaminneuronen melden, ob etwas besser oder schlechter ausfällt als erwartet. Ein Feed mischt Treffer und Nieten in unvorhersehbarer Folge. Hinzu kommt ein ständiger Wechsel der Aufmerksamkeit, den schon eine einzelne Benachrichtigung auslöst.
Dopamin gilt landläufig als Glückshormon, für die Hirnforschung ist der Botenstoff vor allem ein Lernsignal. Wolfram Schultz, Peter Dayan und Read Montague beschrieben 1997 in der Fachzeitschrift Science, wie Dopaminneuronen die Differenz zwischen erwarteter und tatsächlicher Belohnung melden. Fällt eine Belohnung größer aus als erwartet, feuern die Zellen stärker, bleibt eine erwartete Belohnung aus, sinkt ihre Aktivität kurz ab. Fachleute sprechen vom Belohnungsvorhersagefehler.
2003 legte Schultz mit Christopher Fiorillo und Philippe Tobler nach. Zwei Affen sahen Bildreize, die Saft mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit ankündigten. Zwischen Reiz und möglicher Belohnung baute sich in den Dopaminneuronen ein Signal auf, das bei einer Gewinnchance von 50 Prozent am stärksten ausfiel und bei sicherer oder ausgeschlossener Belohnung fehlte. Die Deutung dieses Signals ist unter Fachleuten umstritten; zwei Versuchstiere erlauben zudem keine Aussage über Instagram.
Als Denkmodell taugt der Befund trotzdem. Ein Feed funktioniert wie ein Spielautomat mit winzigem Einsatz: Jedes Wischen startet eine neue Ziehung, mal kommt ein Treffer, meist eine Niete. Genau diese Ungewissheit fehlte dem Fernsehabend von 1985, dessen Ablauf in der Programmzeitschrift stand.
Soziale Medien belohnen zudem mit etwas, auf das Menschen stark ansprechen: Rückmeldung von anderen. Forschende der University of North Carolina begleiteten 169 Schülerinnen und Schüler im Alter von rund zwölf Jahren drei Jahre lang mit dem Hirnscanner (JAMA Pediatrics, 2023). Bei Jugendlichen, die Facebook, Instagram und Snapchat mehr als 15-mal am Tag checkten, stieg die Empfindlichkeit für erwartete soziale Rückmeldung über die Jahre. Bei Gleichaltrigen ohne diese Gewohnheit sank der Wert. Die Unterschiede bestanden allerdings schon zu Beginn der Studie, Ursache und Wirkung bleiben offen.
| Befund | Studie | Belegstärke |
|---|---|---|
| Dopamin meldet Abweichungen von der Erwartung | Schultz, Dayan und Montague, Science 1997 | vielfach bestätigt |
| Stärkstes Erwartungssignal bei 50 Prozent Gewinnchance | Fiorillo, Tobler und Schultz, Science 2003 | zwei Affen, Deutung umstritten |
| Vielchecker entwickeln eine andere Hirnreaktion auf soziale Rückmeldung | Maza und Kollegen, JAMA Pediatrics 2023 | 169 Jugendliche, Zusammenhang ohne Kausalbeleg |
| Benachrichtigungen stören auch ohne Griff zum Telefon | Stothart, Mitchum und Yehnert, 2015 | Laborexperiment |
| Der Blick bleibt im Schnitt 47 Sekunden bei einem Bildschirminhalt | Mark und Kollegen, CHI 2016 | 40 Beschäftigte, misst Fensterwechsel |
| Ein Handy auf dem Tisch senkt die Denkleistung | Ward und Kollegen 2017, Metaanalyse Parry 2024 | direkte Wiederholung ohne Effekt, Metaanalyse: kleiner Effekt nur auf das Arbeitsgedächtnis |
| Acht Sekunden Aufmerksamkeit, weniger als ein Goldfisch | Microsoft Kanada, 2015 | keine Studie als Grundlage |
Wie oft der Blick springt, misst Gloria Mark von der University of California in Irvine seit 2003 an Büroarbeitsplätzen. 2004 blieben die Beobachteten rund zweieinhalb Minuten bei einem Bildschirminhalt, 2012 noch 75 Sekunden, in einer Studie von 2016 mit 40 Beschäftigten im Schnitt 47 Sekunden, im Median 40 Sekunden. Die Werte stammen aus kleinen Stichproben mit unterschiedlicher Methode und messen die Verweildauer auf einem Fenster, keine allgemeine Konzentrationsfähigkeit.
Teuer wird ein Wechsel, sobald eine Aufgabe liegen bleibt. In einer Beobachtungsstudie von Mark aus dem Jahr 2005 wurden 57 Prozent der Arbeitsvorhaben unterbrochen. Bis die Beschäftigten zu einem unterbrochenen Vorhaben zurückkehrten, vergingen im Schnitt gut 25 Minuten, dazwischen lagen im Mittel mehr als zwei andere Tätigkeiten.
Die viel zitierte Behauptung, Menschen könnten sich nur noch acht Sekunden konzentrieren, hat dagegen keine Studie als Grundlage. Wie die Legende vom Goldfisch entstand, lässt sich nachzeichnen: Microsoft Kanada nannte 2015 als Quelle den Datendienst Statistic Brain, die BBC fand 2017 keine Studie dahinter.
Belegt ist dagegen, wie wenig für eine Störung reicht. In einem Experiment der Florida State University sank die Leistung bei einer anspruchsvollen Aufgabe schon, sobald das Telefon eine Benachrichtigung meldete, obwohl niemand danach griff. Der Effekt war ähnlich groß wie beim aktiven Telefonieren oder Schreiben von Nachrichten.
- Überraschung zählt: Dopamin meldet Abweichungen von der Erwartung, ein Feed liefert solche Abweichungen im Sekundentakt.
- Teure Unterbrechung: Bis zur Rückkehr an eine unterbrochene Aufgabe vergingen in einer Studie im Schnitt gut 25 Minuten.
- Kein Goldfisch: Die acht Sekunden Aufmerksamkeit sind erfunden, gemessen wird die Verweildauer auf einem Bildschirm.
Warum leidet das Langzeitgedächtnis unter dem Dauerstrom?

Erinnern braucht zwei Dinge, die im Dauerstrom knapp werden: ungeteilte Aufmerksamkeit im Moment des Lernens und ruhige Phasen danach. Was nur flüchtig ins Arbeitsgedächtnis gelangt, verblasst schnell. Jede Lücke, die sofort ein neuer Reiz füllt, fehlt der Festigung im Langzeitgedächtnis.
Ein Team um Kevin Madore von der Stanford University zeigte 2020 in der Fachzeitschrift Nature, wie eng Aufmerksamkeit und Gedächtnis zusammenhängen. Bei 80 jungen Erwachsenen sagten Hirnströme und Pupillenweite unmittelbar vor dem Abruf voraus, ob eine Erinnerung misslingen würde. Teilnehmende, die im Alltag stärker zum Media Multitasking neigten, also mehrere Medien parallel nutzten, schnitten im Gedächtnistest schlechter ab; die Studie belegt allerdings nur einen Zusammenhang.
Frisch Gelerntes ist zunächst empfindlich. Der Hippocampus festigt neue Gedächtnisspuren über Stunden und Tage, besonders in Ruhephasen und im Schlaf; Fachleute sprechen von Konsolidierung. Ein Team um Michaela Dewar von der University of Edinburgh ließ 2012 ältere Probanden nach dem Hören einer Geschichte zehn Minuten mit geschlossenen Augen ruhen oder auf Bildern Unterschiede suchen. Nach der Ruhepause erinnerten die Teilnehmer mehr, auch noch eine Woche später.
Eine präregistrierte Wiederholungsstudie fand den Effekt 2019 zwar nicht, eine gleichzeitig vorgelegte Auswertung über zehn Studien bestätigt ihn aber in moderater Größe. „Gut Ding will Weile haben“ gilt also auch für das Gedächtnis, nur weniger dramatisch, als die erste Studie vermuten ließ.
Auch das Auslagern an Geräte kann Erinnerungen schwächen, die Forschung spricht von kognitivem Offloading. Bei einem Museumsrundgang, den Linda Henkel von der Fairfield University 2014 auswertete, erinnerten sich Studierende an fotografierte Objekte schlechter als an nur betrachtete. Zoomten die Teilnehmer dagegen auf ein Detail, verschwand der Nachteil.
Berühmt wurde auch der Google-Effekt: Betsy Sparrow und Kollegen berichteten 2011 in Science, dass Menschen sich Informationen bei erwartetem späterem Zugriff schlechter merken und stattdessen den Speicherort behalten. Eine Replikation im Social Sciences Replication Project konnte den ersten Teilversuch der Studie 2018 allerdings nicht bestätigen; die Gedächtnisversuche wurden dabei nicht geprüft.
Konkreter ist ein Laborbefund aus München zum prospektiven Gedächtnis, also zur Fähigkeit, an geplante Vorhaben zu denken. Ein Team der Ludwig-Maximilians-Universität ließ 60 Versuchspersonen zehn Minuten ruhen oder Twitter, YouTube oder TikTok nutzen. Nur nach TikTok stieg die Fehlerquote bei der Vorhaben-Aufgabe deutlich, von 20 auf rund 51 Prozent und damit auf Rateniveau. Die Studie zeigt, wie Kurzvideos das Gedächtnis für Vorhaben schwächen können; mit 15 Personen je Gruppe bleibt der Befund allerdings ein erster Hinweis.
Auch das Navigationsgerät übernimmt Arbeit, die sonst das Gedächtnis leistet. Eine Studie der McGill University in Montreal mit 50 Autofahrern fand 2020: Je mehr GPS jemand im Leben genutzt hatte, desto schwächer fiel das räumliche Gedächtnis beim Durchqueren virtueller Labyrinthe aus. Bei 13 Teilnehmern, die nach gut drei Jahren erneut antraten, sank die Leistung umso stärker, je mehr sie in der Zwischenzeit mit Navi gefahren waren.
- Erst hinsehen: Aufmerksamkeitsaussetzer kündigen Vergessen an, paralleles Media Multitasking geht mit schwächerem Gedächtnis einher.
- Pause statt Feed: Ruhe nach dem Lernen hilft beim Festigen, ein neuer Reizschwall überlagert die frische Spur.
- Auslagern mit Maß: Foto, Suchmaschine und Navi entlasten, doch was ausgelagert wird, übt das eigene Gedächtnis nicht.
Warum braucht das Gehirn Langeweile?

Leerlauf bedeutet für das Gehirn Arbeit: Ohne äußeren Reiz wird ein eigenes Netzwerk aktiv, das Erinnerungen abruft und Pläne schmiedet. Langeweile drängt zudem zu einer befriedigenderen Beschäftigung. Das Smartphone schaltet dieses Signal heute ab, bevor der Impuls wirken kann.
Ein Team um Marcus Raichle von der Washington University in St. Louis beschrieb 2001 Hirnregionen, die bei konzentrierten Aufgaben herunterfahren und in wacher Ruhe aktiv bleiben. Die Forscher sprachen von einem „default mode“, heute heißt das Netzwerk Default Mode Network, auf Deutsch Ruhezustandsnetzwerk. In solchen Phasen schweifen die Gedanken ab, zu Erinnerungen, Plänen und Tagträumen. Die Psychologie definiert Langeweile als unangenehmen Zustand, in dem Menschen sich eine befriedigende Beschäftigung wünschen und keine finden.
Wie schwer vielen Menschen ungefüllte Zeit fällt, zeigte 2014 ein Team um Timothy Wilson von der University of Virginia: Versuchspersonen sollten sechs bis 15 Minuten allein mit ihren Gedanken verbringen. In einem Versuch durften die Teilnehmer sich dabei einen leichten Stromschlag versetzen, den sie vorher als so unangenehm bewertet hatten, dass sie für seine Vermeidung gezahlt hätten. Zwölf von 18 Männern und sechs von 24 Frauen drückten trotzdem mindestens einmal den Knopf. Eine Folgestudie mit 2.557 Menschen aus elf Ländern bestätigte 2019 den Grundbefund: Überall zogen die Befragten Tun dem Denken vor, Vielnutzer des Smartphones hatten weniger Freude am bloßen Nachdenken.
Langeweile kann zugleich kreativ machen, zumindest im Labor. Sandi Mann und Rebekah Cadman von der University of Central Lancashire ließen 2014 Versuchspersonen eine Viertelstunde lang Telefonnummern aus einem Verzeichnis abschreiben. Anschließend fielen den Gelangweilten mehr Verwendungen für Plastikbecher ein als einer Vergleichsgruppe, im zweiten Versuch auch originellere. Die Studie hat Schwächen: Ausgewertet wurden nur Teilnehmer, die sich tatsächlich gelangweilt und dabei tagträumend erlebt hatten.
Das Smartphone soll Langeweile vertreiben und verstärkt sie womöglich. Katy Tam und Michael Inzlicht von der University of Toronto ließen in sieben Experimenten mit zusammen 1.223 Teilnehmern Videos schauen. Durften die Probanden vorspulen oder zwischen Videos wechseln, langweilten sich die Teilnehmer stärker als ohne diese Möglichkeit; Zufriedenheit, Aufmerksamkeit und das Gefühl von Sinn sanken. Die Effekte waren klein, in zwei Versuchen außerhalb der Studierendenschaft blieb der Unterschied aus. Im Alltag droht trotzdem ein Teufelskreis aus Langeweile, Wischen und noch mehr Langeweile.
In den Achtzigern gehörte Langeweile zum Alltag: an der Bushaltestelle, im Wartezimmer, auf der Rückbank im Stau. Heute überbrückt das Smartphone jede dieser Lücken in Sekunden. Als eigentlichen Unterschied zwischen den Generationen sehen wir deshalb das Verschwinden des Leerlaufs.
- Leerlauf arbeitet: In wacher Ruhe aktiviert das Gehirn ein eigenes Netzwerk für Erinnerungen, Pläne und Tagträume.
- Ungeliebte Stille: Zwölf von 18 Männern versetzten sich beim Alleinsein mit ihren Gedanken mindestens einen Stromschlag.
- Wischen verstärkt Langeweile: Durften Versuchspersonen spulen oder wechseln, langweilten sie sich stärker und waren weniger zufrieden.
Linear oder sprunghaft: Wie verändert sich das Denken?

Lineare Medien wie Roman oder Spielfilm geben eine Reihenfolge vor und belohnen das Dranbleiben. Nichtlineare Medien laden zum Springen ein. Beide Formen schulen verschiedene Fähigkeiten, längere Sachtexte verstehen Leser allerdings auf Papier besser als am Bildschirm, mit wachsendem Vorsprung.
Das Gegenstück zu linear heißt nichtlinear; beide Begriffe stehen sogar im Medienrecht. Rundfunk ist laut Medienstaatsvertrag „ein linearer Informations- und Kommunikationsdienst“, verbreitet „entlang eines Sendeplans“ und zum zeitgleichen Empfang bestimmt. Die EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste nennt dagegen Angebote nichtlinear, die Nutzer „zu dem vom Nutzer gewählten Zeitpunkt“ aus einem Katalog abrufen, also Mediatheken und Streamingdienste.
| Merkmal | Linear | Nichtlinear |
|---|---|---|
| Reihenfolge | legt der Anbieter fest | wählt der Nutzer oder ein Algorithmus |
| Zeitpunkt | fester Sendetermin | jederzeit auf Abruf |
| Ende | Sendeschluss, letzte Seite, Plattenseite | offen, der Feed läuft endlos |
| Typische Formate | Fernseh- und Radioprogramm, Roman, Album | Mediathek, Streaming, Feed, verlinkter Text |
| Geübt wird vor allem | Dranbleiben, einem Gedankengang folgen | Suchen, Filtern, schnelles Umschalten |
Für das Lesen liegen die belastbarsten Daten vor. Forschende um Pablo Delgado und Ladislao Salmerón von der Universität Valencia werteten 2018 in einer Metaanalyse 54 Studien mit 171.055 Teilnehmern aus. Sachtexte verstanden die Leser auf Papier besser als am Bildschirm, besonders unter Zeitdruck; bei erzählenden Texten zeigte sich kein Unterschied. Der Vorsprung des Papiers wuchs mit den Jahren, obwohl die Leser mit Bildschirmen immer vertrauter wurden. Fast 200 Leseforscher fassten den Stand 2019 in der Stavanger-Erklärung zusammen.
Die Popmusik hat sich auf das schnelle Weiterschalten eingestellt. Hubert Léveillé Gauvin von der Ohio State University analysierte 303 Top-10-Singles aus den USA der Jahre 1986 bis 2015. Die Instrumental-Intros schrumpften von mehr als 20 Sekunden Mitte der Achtziger auf rund fünf Sekunden, ein Minus von 78 Prozent. Das Tempo stieg um etwa 8 Prozent, der Songtitel fiel früher. Der Autor prüfte damit ausdrücklich Folgen der Aufmerksamkeitsökonomie.
Für Kurzvideos werteten Forschende der Griffith University in Australien 2025 in einer Metaanalyse 71 Studien mit 98.299 Teilnehmern aus, erschienen in der Fachzeitschrift Psychological Bulletin. Intensivere Nutzung ging mit schwächerer Aufmerksamkeit und schwächerer Impulskontrolle einher, die Zusammenhänge waren mittelstark. 87 Prozent der Studien zeigten allerdings nur Zusammenhänge, gut die Hälfte erfasste suchtartige Nutzung statt Nutzungsdauer, knapp drei Viertel stammen aus Asien. Ob Kurzvideos die Aufmerksamkeit schwächen oder unaufmerksame Menschen mehr Kurzvideos schauen, bleibt offen.
Sprunghafte Medien schulen auch nützliche Fähigkeiten, wie Studien zu Actionspielen zeigen. Ein Team um Benoit Bediou und Daphne Bavelier von der Universität Genf fand 2018 in einer Metaanalyse, dass Actionspiele die gezielte Aufmerksamkeit verbessern, ebenso das räumliche Denken. In Trainingsstudien lag der Effekt bei rund einem Drittel einer Standardabweichung. Die Autoren warnen selbst, dass die veröffentlichten Studien die Effekte um etwa 30 Prozent überzeichnen.
Nichtlineare Medien schaden also nicht per se. Kritisch wird die Lage erst, sobald das lineare Training ganz ausfällt. Wer nie ein längeres Buch am Stück liest, übt nicht, einem langen Gedankengang zu folgen. Genau diese Fähigkeit verlangen Verträge, Fachtexte und Abschlussprüfungen.
- Sendeplan oder Abruf: Nach diesem Kriterium trennen Medienstaatsvertrag und EU-Recht lineare von nichtlinearen Medien.
- Papier vorn: Sachtexte verstehen Leser auf Papier besser, der Vorsprung wuchs über die Jahre.
- Beides üben: Actionspiele schulen die gezielte Aufmerksamkeit, lange Texte das Dranbleiben.
Was bedeutet der Wandel für das Gehirn von Jugendlichen?

Jugendliche erleben den Dauerstrom in einer empfindlichen Phase: Der präfrontale Kortex, zuständig für Planen und gute Entscheidungen, reift bis Mitte oder Ende zwanzig. Problematische Nutzung sozialer Medien nimmt zu, die durchschnittlichen Effekte auf das Wohlbefinden sind aber klein und umstritten.
Nach Angaben des US-amerikanischen National Institute of Mental Health reift das Gehirn bis Mitte oder Ende zwanzig, der präfrontale Kortex hinter der Stirn gehört zu den letzten Regionen, die ausreifen. Zugleich verändern sich in der Jugend die Hirnbereiche für soziale Prozesse, weshalb Gleichaltrige und ihr Urteil stark an Gewicht gewinnen. Diese Neuroplastizität ist Chance und Risiko zugleich: Was häufig geübt wird, festigt sich, was brachliegt, bildet sich zurück.
Das WHO-Regionalbüro für Europa stellte im September 2024 die internationale Schülerstudie HBSC vor. Laut der Studie stieg der Anteil der 11- bis 15-Jährigen mit problematischer Nutzung sozialer Medien von 7 Prozent im Jahr 2018 auf 11 Prozent im Jahr 2022. Befragt wurden knapp 280.000 Jugendliche in 44 Ländern, Mädchen waren mit 13 Prozent häufiger betroffen als Jungen mit 9 Prozent.
In Deutschland zählt die Mediensucht-Studie von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in ihrer jüngsten Welle vom Herbst 2025 bei 21,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen eine riskante Social-Media-Nutzung. Hochgerechnet entspricht der Anteil rund 1,1 Millionen Kindern und Jugendlichen, als pathologisch stufen die Forscher 6,6 Prozent ein, rund 350.000. Der Anstieg gegenüber der Vorjahreswelle ist laut Bericht allerdings statistisch nicht signifikant.
Wie groß der Effekt auf das Wohlbefinden im Schnitt ausfällt, haben Amy Orben und Andrew Przybylski von der Universität Oxford 2019 mit Daten von 355.358 Jugendlichen berechnet. Die Nutzung digitaler Technik erklärte höchstens 0,4 Prozent der Unterschiede im Wohlbefinden. Kartoffelessen hing in den Daten ähnlich stark mit dem Wohlbefinden zusammen, Mobbing 4,3-mal stärker negativ; ausreichend Schlaf und ein Frühstück gingen stärker mit Wohlbefinden einher.
Der Streit um diese Zahlen füllt Bestsellerlisten. Jonathan Haidt macht in dem Buch „The Anxious Generation“, deutsch „Generation Angst“, Smartphones und soziale Medien für eine Welle psychischer Erkrankungen verantwortlich. Candice Odgers hielt in der Fachzeitschrift Nature dagegen, die These, digitale Technik verdrahte die Gehirne von Kindern neu, sei wissenschaftlich nicht gedeckt. Wir halten beide Extreme für falsch: Einzelstudien zu Hirnveränderungen sind mit Vorsicht zu genießen, kleine Durchschnittseffekte können trotzdem für eine Minderheit mit problematischer Nutzung große Folgen haben.
- Soziales Gehirn: In der Jugend verändern sich die Hirnbereiche für soziale Prozesse, das Urteil Gleichaltriger gewinnt stark an Gewicht.
- Mehr Problemfälle: Problematische Social-Media-Nutzung stieg in Europa von 7 auf 11 Prozent, in Deutschland gelten 6,6 Prozent der 10- bis 17-Jährigen als pathologische Nutzer.
- Kleine Mittelwerte: Im Schnitt erklärt die Nutzung digitaler Technik höchstens 0,4 Prozent der Unterschiede im Wohlbefinden.
94 Prozent der Ausbildungsbetriebe sehen Mängel bei der Ausbildungsreife, nur 13 Prozent bei IT- und Medienkenntnissen. Betriebe müssen der Generation TikTok nicht den Umgang mit dem Smartphone beibringen, sondern die Stunde ohne.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie wirkt sich der Wandel auf Schule, Bildung und Ausbildung aus?

Die Schulleistungen in Deutschland sinken seit gut einem Jahrzehnt. Deutschland erreichte bei PISA 2025 in allen drei Fächern die niedrigsten Werte seit Beginn der Studie, jedes vierte Kind der vierten Klasse lag 2021 beim Lesen unter dem Mindeststandard. Dass Bildschirme die Ursache sind, belegen die Daten nicht.
Im PISA-Bericht vom 8. September 2026 kamen deutsche 15-Jährige in Mathematik auf 464 Punkte, im Lesen auf 465 und in den Naturwissenschaften auf 486. 2018 lagen die Werte noch bei 500, 498 und 503. In Mathematik erreichten 34 Prozent nicht einmal Kompetenzstufe 2, im Lesen 32 Prozent.
| Indikator | Früher | Zuletzt | Quelle |
|---|---|---|---|
| PISA Mathematik, Deutschland | 500 Punkte (2018) | 464 Punkte (2025) | OECD |
| PISA Lesen, Deutschland | 498 Punkte (2018) | 465 Punkte (2025) | OECD |
| Viertklässler unter dem Lese-Mindeststandard | 17,0 % (2001) | 25,4 % (2021) | IGLU |
| 13-Jährige in den USA, die fast täglich zum Vergnügen lesen | 35 % (1984) | 14 % (2025) | NAEP |
| 12- bis 19-Jährige, die regelmäßig gedruckte Bücher lesen | 38 % (1998) | 35 % (2025) | JIM-Studie |
| Betriebe, die mangelnde Ausbildungsreife feststellen | rund 90 % (seit 2009) | 94 % (2026) | DIHK |
Die OECD formuliert vorsichtig: Generalsekretär Mathias Cormann schreibt im Vorwort, zunehmende Digitalisierung, längere Bildschirmzeiten und sinkende Lesefreude seien zeitlich mit schwächeren Leseleistungen zusammengefallen. Andreas Schleicher, Direktor für Bildung, geht weiter: Das Überfliegen von Feeds könne die Fähigkeit schwächen, sich auf komplexe Texte und Daten einzulassen, sicher sagen lasse sich das nicht. Der Anteil hastiger Leser, die Texte überfliegen und schnell falsch antworten, stieg im OECD-Schnitt seit 2018 von 7 auf 11 Prozent.
Im Unterricht ist die Ablenkung messbar: 33 Prozent der deutschen Schüler berichten bei PISA 2025 von Ablenkung durch digitale Geräte in allen oder fast allen Naturwissenschaftsstunden, im OECD-Schnitt 28 Prozent. Schüler mit höchstens einer Stunde Freizeitnutzung digitaler Geräte in der Schule lagen bei PISA 2022 im OECD-Schnitt in Mathematik 49 Punkte vor Schülern mit fünf bis sieben Stunden. Der Wert berücksichtigt bereits den sozialen Hintergrund.
64 Prozent der deutschen 15-Jährigen besuchen inzwischen Schulen mit Handyverbot, 2022 lag der Anteil bei 59 Prozent. An diesen Schulen ist die Wahrscheinlichkeit digitaler Ablenkung um 22 Prozent geringer. Weltweit hatten laut UNESCO im März 2026 bereits 58 Prozent der Länder ein Handyverbot an Schulen, im Juni 2023 erst 24 Prozent. In den Niederlanden, wo seit Januar 2024 eine landesweite Vereinbarung gilt, meldeten 75 Prozent der weiterführenden Schulen eine bessere Konzentration. Hessen erklärt die private Handynutzung an Schulen seit dem Schuljahr 2025/26 per Gesetz grundsätzlich für unzulässig, die Leopoldina empfahl im August 2025, Smartphones bis einschließlich Klasse 10 aus Schulen herauszuhalten.
Beim Lesen zum Vergnügen liefern die USA die längste Zeitreihe: Unter den 13-Jährigen lasen 1984 laut der staatlichen Bildungsstatistik NAEP 35 Prozent fast täglich zum Vergnügen, 2025 noch 14 Prozent. In Deutschland fällt das Bild weniger dramatisch aus. Laut JIM-Studie lesen 35 Prozent der 12- bis 19-Jährigen regelmäßig gedruckte Bücher, 1998 lag der Anteil bei 38 Prozent, bei leicht anderer Fragestellung.
Auch Intelligenztests norwegischer Wehrpflichtiger zeigen eine Wende. Bernt Bratsberg und Ole Rogeberg werteten dafür 2018 in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften 736.808 Testergebnisse aus. Bis zum Geburtsjahrgang 1975 stiegen die Werte, danach sanken sie um rund drei Punkte pro Jahrzehnt, auch im Vergleich zwischen Brüdern derselben Familie. Den jahrzehntelangen Anstieg nennt die Fachwelt Flynn-Effekt. Weil der Rückgang innerhalb von Familien auftritt, sehen die Autoren Umweltfaktoren als Ursache, welche genau, lassen sie offen. Die Jahrgänge ab 1975 wuchsen mit Privatfernsehen und später mit dem Internet auf; ein Beleg für einen Zusammenhang ist das nicht.
In den Betrieben kommt die Entwicklung als Alltagsproblem an. In der DIHK-Ausbildungsumfrage 2026 mit 14.058 Unternehmen berichten 94 Prozent von mangelnder Ausbildungsreife, ein neuer Höchststand. Fast jeder zweite Betrieb stellt oft oder immer Defizite bei kognitiven Kompetenzen wie Aufmerksamkeit, Bearbeitungstempo und logischem Denken fest, 51 Prozent bei der Belastbarkeit. Ausbilder, die ihren Beruf selbst von der Pike auf gelernt haben, sollten Konzentration deshalb wieder auf den Ausbildungsplan setzen.
- Neuer Tiefstand: PISA 2025 zeigt für Deutschland die schwächsten Werte seit Beginn der Studie, 34 Prozent verfehlen in Mathematik Kompetenzstufe 2.
- Ablenkung im Unterricht: Ein Drittel der Schüler wird in (fast) jeder Naturwissenschaftsstunde digital abgelenkt, an Schulen mit Handyverbot seltener.
- Betriebe spüren den Wandel: Fast jeder zweite Ausbildungsbetrieb sieht oft Defizite bei Aufmerksamkeit und Bearbeitungstempo, 51 Prozent bei der Belastbarkeit.
Was bedeutet der Wandel für die Gesellschaft?

Aufmerksamkeit ist zur knappen Ressource geworden, um die Plattformen, Medien und Unternehmen konkurrieren. Gemeinsame Fernsehmomente, die früher Millionen gleichzeitig erlebten, werden seltener; die Politik reagiert mit Altersgrenzen und Auflagen gegen suchtförderndes Design.
Herbert A. Simon beschrieb den Mechanismus schon 1971: Ein Reichtum an Information erzeuge eine Armut an Aufmerksamkeit. Plattformen verdienen an jeder Minute, die Nutzer im Feed verbringen, weil Werbeplätze an Aufmerksamkeit gekoppelt sind. Die Fachwelt spricht von Aufmerksamkeitsökonomie.
Gemeinsame Fernsehmomente existieren noch, nur kleiner. „Wetten, dass..?“ erreichte am 9. Februar 1985 nach Angaben des Branchendienstes Quotenmeter 23,42 Millionen Zuschauer, allein in Westdeutschland. Die Tagesschau um 20 Uhr sahen 2025 im Schnitt 9,59 Millionen Menschen über alle ausstrahlenden Sender, mit dem höchsten Marktanteil seit 1991.
Die Sprache spiegelt den Wandel: Oxford University Press kürte „brain rot“ zum Wort des Jahres 2024 und „rage bait“ zum Wort des Jahres 2025. Gemeint sind Inhalte, die gezielt Wut auslösen sollen.
Die Sorge um das Gedächtnis ist älter als jeder Bildschirm. In Platons Dialog „Phaidros“ lässt Sokrates den ägyptischen König Thamus warnen, die Schrift werde bei den Lernenden Vergessen hervorrufen, weil sie ihr Gedächtnis nicht mehr übten. 1985 warf Neil Postman in „Wir amüsieren uns zu Tode“ dem Fernsehen vor, öffentliche Debatten in Unterhaltung zu verwandeln, also genau dem Medium, dem heute viele nachtrauern.
Anders als das Fernsehprogramm von 1985 hört ein Feed allerdings nie auf; jede weitere Minute bringt dem Anbieter Werbeeinnahmen. Die EU-Kommission stellte im Februar 2026 vorläufig fest, dass TikTok mit Endlos-Scrollen, automatisch startenden Videos, Push-Mitteilungen und seinem Empfehlungssystem gegen den Digital Services Act verstößt. Im Juli 2026 folgte dieselbe Einschätzung für Instagram und Facebook. TikTok nannte die Vorwürfe „kategorisch falsch“ und kündigte an, sie mit allen Mitteln anzufechten, Meta widersprach ebenfalls.
| Ebene | Regel | Stand im September 2026 |
|---|---|---|
| Australien | Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige | in Kraft seit 10. Dezember 2025 |
| EU-Kommission | EU KIDS Act: kein Konto unter 13 Jahren, kein Endlos-Scrollen und kein Autoplay für Minderjährige | Vorschlag vom 17. September 2026 |
| EU-Kommission | Verfahren nach dem Digital Services Act wegen suchtfördernden Designs gegen TikTok sowie Instagram und Facebook | vorläufige Feststellungen im Februar und Juli 2026, Unternehmen widersprechen |
| EU-Parlament | Mindestalter 16 Jahre, ab 13 mit Zustimmung der Eltern | nicht bindende Entschließung vom 26. November 2025 |
| Frankreich | Verbot für unter 15-Jährige | vom Verfassungsrat am 14. August 2026 gekippt |
| Dänemark | Mindestalter 15 Jahre, ab 13 mit Zustimmung der Eltern | Gesetzentwurf, Inkrafttreten geplant zum 1. Juli 2027 |
| Deutschland | Expertenkommission legt 56 Empfehlungen vor, die Bundesbildungsministerin befürwortet eine Altersgrenze von 13 Jahren | Empfehlungen vom 24. Juni, Abschlussbericht vom 11. September 2026 |
Wie wirksam solche Verbote sind, bleibt offen. In Australien wurden laut der Aufsichtsbehörde eSafety kurz nach dem Start mehr als 4,7 Millionen Konten deaktiviert, eine Zahl, die nichts darüber verrät, wie viele Jugendliche auf andere Wege ausweichen. Wir halten deshalb die Regeln für das Design der Plattformen für den stärkeren Hebel als reine Altersgrenzen.
- Knappe Ressource: Schon 1971 beschrieb Herbert A. Simon, wie ein Überfluss an Information die Aufmerksamkeit verknappt.
- Alte Sorge: Von Platons Schriftkritik bis zu Neil Postmans Fernsehkritik begleitet jede Medienrevolution die Angst ums Denken.
- Design im Visier: Die EU prüft Endlos-Scrollen, Autoplay und Push-Mitteilungen als mögliche Verstöße gegen den Digital Services Act.
Was können Unternehmen, Ausbilder und Eltern konkret tun?

Unternehmen, Ausbilder und Eltern können die linearen Strecken bewusst zurückholen: mit festen Zeiten ohne Benachrichtigungen, Selbsttests statt bloßen Wiederlesens, verteilten Lerneinheiten und einer Uhrzeit, ab der das Smartphone Pause hat. Eine Rückkehr in die Achtziger verlangt dafür niemand.
Weil schon eine eingehende Nachricht die Leistung senkt, beginnt Konzentration am Arbeitsplatz bei den Einstellungen. Hilfreich sind feste Fokuszeiten ohne Signale von Mail oder Chat sowie klare Regeln, bis wann eine Antwort erwartet wird. Was wäre, wenn das Smartphone einen Sendeschluss hätte? Die Geräte bringen die Funktion längst mit: Ruhezeiten, Fokus-Modi und Limits für die Bildschirmzeit lassen sich für die Abendstunden einstellen.
Für Ausbildung und Onboarding liefert die Lernforschung einen robusten Hebel: das aktive Abrufen. Henry Roediger und Jeffrey Karpicke ließen 2006 Studierende Texte entweder wiederholt lesen oder den Inhalt aus dem Gedächtnis aufschreiben. Nach einer Woche erinnerten die Getesteten 56 Prozent, die Wiederholer 42 Prozent. Die Wiederholer schätzten ihr Behalten dabei höher ein. Die Fachwelt nennt den Vorteil Testing-Effekt; im Versuch genügten dafür sieben Minuten Schreibzeit.
Auch der Abstand zwischen Lerneinheiten zählt. Ein Team der University of California in San Francisco zeigte 2026 an Mäusen, dass das Gehirn pro Lernereignis umso mehr mitnimmt, je größer der Abstand zur vorigen Belohnung ist. Übertragen auf den Menschen wären Pausen zwischen zwei Lerneinheiten Teil des Lernsignals. Beim Menschen ist der Vorteil verteilten Lernens ohnehin gut belegt: Eine Übersichtsarbeit um Nicholas Cepeda wertete 2006 insgesamt 317 Experimente aus. Das Ergebnis: Je länger das Wissen halten soll, desto größer sollte der Abstand zwischen den Lerneinheiten sein.
Für komplexe Unterlagen lohnt sich Papier. Bei Sachtexten unter Zeitdruck lag das Verständnis auf Papier in der Metaanalyse aus Valencia vorn; Verträge, Normen und Prüfungsstoff gehören deshalb ausgedruckt auf den Tisch. Handschriftliche Notizen gelten als Geheimtipp, der Vorteil gegenüber dem Laptop ließ sich in Wiederholungsstudien allerdings nicht verlässlich bestätigen.
Eltern finden in der medizinischen S2k-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs konkrete Orientierung, für 12- bis 16-Jährige höchstens ein bis zwei Stunden Freizeit am Bildschirm pro Tag, bis spätestens 21 Uhr. Die Leopoldina rät, Konten in sozialen Medien erst ab 13 Jahren zuzulassen und für 13- bis 15-Jährige nur mit Zustimmung der Eltern. Wir bei Dr. Web halten den persönlichen Sendeschluss für die unterschätzteste Maßnahme: eine feste Uhrzeit, ab der das Programm endet, für Azubis, Führungskräfte und Eltern gleichermaßen.
- Signale stumm: Fokuszeiten ohne Benachrichtigungen schützen die Konzentration im Team.
- Abfragen statt lesen: Selbsttests verankern Wissen besser als wiederholtes Lesen.
- Pausen einplanen: Verteilte Lerneinheiten und Ruhe nach dem Lernen festigen das Gelernte.
- Persönlicher Sendeschluss: Ruhezeiten am Gerät holen die Grenze zurück, die früher das Programm setzte.
Glossar: 17 wichtige Fachbegriffe zu Medienkonsum und Gehirn

Arbeitsgedächtnis
Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen für Sekunden bis wenige Minuten bereit, damit wir mit ihnen rechnen, planen oder einen Satz verstehen können. Seine Kapazität ist eng begrenzt. Häufige Wechsel zwischen App, Mail und Gespräch können Inhalte verdrängen, bevor diese ins Langzeitgedächtnis gelangen.
Aufmerksamkeitsökonomie
Die Aufmerksamkeitsökonomie beschreibt Märkte, in denen die Aufmerksamkeit der Menschen knapper ist als die Information. Plattformen optimieren ihre Feeds auf die Zeit, die Nutzer im Angebot verbringen, weil sie daran verdienen. Herbert A. Simon beschrieb den Mechanismus bereits 1971.
Belohnungsvorhersagefehler
Der Belohnungsvorhersagefehler (Reward Prediction Error) ist die Differenz zwischen erwarteter und tatsächlicher Belohnung. Dopaminneuronen signalisieren diese Differenz: stark bei positiver Überraschung, gedämpft, sobald eine erwartete Belohnung ausbleibt. Das Konzept erklärt, warum Überraschungen das Lernen stärker antreiben als erwartete Ereignisse.
Default Mode Network
Das Default Mode Network (Ruhezustandsnetzwerk) ist ein Verbund von Hirnregionen, der in wacher Ruhe aktiv ist und bei konzentrierten Aufgaben herunterfährt. In diesen Phasen schweifen Gedanken zu Erinnerungen, Plänen und Tagträumen. Beschrieben hat das Netzwerk ein Team um Marcus Raichle im Jahr 2001.
Dopamin
Dopamin ist ein Botenstoff, der im Belohnungssystem vor allem Erwartung und Lernen steuert, weniger das Genießen selbst. Dopaminneuronen melden, ob eine Belohnung besser oder schlechter ausfällt als erwartet. Im Tierversuch fiel das Erwartungssignal bei einer Gewinnchance von 50 Prozent am stärksten aus.
Duales Rundfunksystem
Das duale Rundfunksystem bezeichnet das Nebeneinander öffentlich-rechtlicher und privater Sender in Deutschland. Das System begann im Januar 1984 mit dem Start von PKS, dem späteren Sat.1, im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen und von RTL plus aus Luxemburg. Mit den Privatsendern endete die Zeit der drei Fernsehprogramme.
Flynn-Effekt
Der Flynn-Effekt beschreibt den jahrzehntelangen Anstieg der Ergebnisse in Intelligenztests im 20. Jahrhundert, benannt nach dem Forscher James Flynn. In Norwegen kehrte sich der Trend für die ab Mitte der 1970er Geborenen um. Die Ursachen gelten als umweltbedingt, der Anteil der Medien ist ungeklärt.
Hippocampus
Der Hippocampus ist eine Hirnstruktur im Schläfenlappen, die neue Erinnerungen bildet und die räumliche Orientierung unterstützt. Die Struktur überführt Erlebtes schrittweise in dauerhafte Gedächtnisspuren, vor allem in Ruhephasen und im Schlaf. Häufige Navi-Nutzung hängt in Studien mit schwächerem räumlichem Gedächtnis zusammen.
Kognitives Offloading
Kognitives Offloading meint das Auslagern geistiger Arbeit an Hilfsmittel wie Notizzettel, Navigationsgerät, Suchmaschine, Kamera oder KI. Das entlastet den Kopf, kann aber dazu führen, dass Inhalte weniger fest im eigenen Gedächtnis verankert werden. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt davon ab, was ausgelagert wird und was geübt bleibt.
Konsolidierung
Die Konsolidierung ist der Prozess, in dem das Gehirn frisch Gelerntes festigt und vom kurzfristigen in das dauerhafte Gedächtnis überführt. Dafür braucht das Gehirn Zeit, Ruhe und Schlaf. Neue Reize direkt nach dem Lernen können frische Gedächtnisspuren überlagern.
Media Multitasking
Media Multitasking bezeichnet die gleichzeitige Nutzung mehrerer Medien, etwa Serie, Chat und Feed parallel. Studien finden bei starken Media-Multitaskern häufiger Aufmerksamkeitsaussetzer und schwächere Gedächtnisleistungen, mehrere Befunde ließen sich aber nicht wiederholen. Ob die Gewohnheit Ursache oder Folge ist, bleibt offen.
Metaanalyse
Eine Metaanalyse fasst die Ergebnisse vieler Einzelstudien zu einer Frage statistisch zusammen. Die gebündelten Daten erlauben zuverlässigere Schätzungen als eine einzelne Untersuchung. Die Qualität hängt allerdings von den einbezogenen Studien ab, etwa davon, ob diese nur Zusammenhänge oder echte Ursachen messen.
Neuroplastizität
Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrung zu verändern: Verbindungen zwischen Nervenzellen werden gestärkt, geschwächt oder neu geknüpft. Genutzte Fähigkeiten bauen sich aus, ungenutzte bilden sich zurück. Das Gehirn bleibt lebenslang formbar, am stärksten in Kindheit und Jugend.
Präfrontaler Kortex
Der präfrontale Kortex im Stirnhirn ist gefragt, sobald Menschen planen, Prioritäten setzen oder Entscheidungen abwägen. Die Region reift als eine der letzten im Gehirn, nach Angaben des US-Instituts NIMH bis Mitte oder Ende zwanzig. Zusammen mit dem starken Gewicht von Gleichaltrigen kann die laufende Reifung Jugendliche zu mehr Risiken verleiten.
Prospektives Gedächtnis
Das prospektive Gedächtnis erinnert an Vorhaben in der Zukunft, etwa den Rückruf um 14 Uhr oder das Medikament nach dem Essen. Ein Laborexperiment der LMU München fand nach zehn Minuten TikTok deutlich mehr Fehler bei solchen Aufgaben. Im Berufsalltag hängen Termine und Zusagen an dieser Fähigkeit.
Replikation
Eine Replikation wiederholt eine Studie mit neuen Teilnehmern, um zu prüfen, ob sich ein Befund bestätigt. Große Replikationsprojekte zeigten, dass viele bekannte Effekte der Psychologie kleiner ausfallen als zunächst berichtet oder sich gar nicht wiederholen lassen. Für Entscheider ist die Replikation ein guter Prüfstein.
Testing-Effekt
Der Testing-Effekt beschreibt, dass aktives Abrufen von Wissen das Behalten stärker fördert als wiederholtes Lesen. In einer Studie von Roediger und Karpicke erinnerten sich Getestete nach einer Woche an 56 Prozent des Stoffs, Wiederholer nur an 42 Prozent. Für Ausbildung und Onboarding bietet der Effekt einen günstigen Hebel.
FAQ: Was macht der Medienkonsum von heute mit dem Gehirn?

Was ist der Unterschied zwischen linearem und nichtlinearem Fernsehen?
Lineares Fernsehen folgt einem festen Sendeplan, den Zuschauer nicht verändern können, etwa das klassische Programm von ARD, ZDF oder RTL. Nichtlineare Angebote wie Mediatheken und Streamingdienste halten Sendungen in einem Katalog bereit, Nutzer rufen die Inhalte zu einem selbst gewählten Zeitpunkt ab. Beide Begriffe sind rechtlich definiert, im Medienstaatsvertrag und in der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste. Bei den Jüngeren liegt der Abruf weit vorn: 14- bis 29-Jährige schauen laut ARD/ZDF-Medienstudie 2026 täglich 24 Minuten lineares Fernsehen, aber 150 Minuten Video auf Abruf.
Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder und Jugendliche gesund?
Die medizinische S2k-Leitlinie zu Bildschirmmedien empfiehlt für die Freizeit: unter drei Jahren keine Bildschirmmedien, von drei bis sechs Jahren höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen, von neun bis zwölf Jahren 45 bis 60 Minuten täglich und von 12 bis 16 Jahren höchstens ein bis zwei Stunden am Tag. Für Sechs- bis Neunjährige nennt die Leitlinie 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen, für 12- bis 16-Jährige zusätzlich ein Ende der Bildschirmzeit bis spätestens 21 Uhr. Bei Drei- bis Sechsjährigen empfiehlt die Leitlinie die Nutzung nur in Begleitung der Eltern, für 16- bis 18-Jährige kann der Orientierungswert bei zwei Stunden am Tag liegen. Seit September 2026 liegt die Leitlinie in Version 1.4 vor, die Empfehlungen blieben unverändert.
Ist digitale Demenz eine echte Krankheit?
Digitale Demenz ist ein populärwissenschaftlicher Begriff und keine medizinische Diagnose. Bekannt machte den Begriff der Ulmer Psychiater Manfred Spitzer 2012 mit seinem gleichnamigen Buch. Laut dem Lexikon der Psychologie Dorsch fehlen substanzielle Belege für hirnorganische Schäden durch digitale Medien. Eine Metaanalyse der University of Texas at Austin und der Baylor University prüfte die These an der ersten Generation mit Computererfahrung, die inzwischen das Alter mit steigendem Demenzrisiko erreicht. In 57 Studien mit 411.430 Menschen über 50 ging die Nutzung digitaler Technik mit einem deutlich geringeren Risiko kognitiver Beeinträchtigungen einher. Die Daten stammen aus Beobachtungsstudien, geistig fitte Menschen nutzen Technik womöglich einfach häufiger. Einzelne Nachteile des Auslagerns sind dagegen belegt, etwa eine schwächere Erinnerung an fotografierte Museumsobjekte.
Was bedeutet Brain Rot?
Brain Rot heißt wörtlich Hirnfäule. Oxford University Press definiert den Begriff als vermeintlichen Verfall des geistigen Zustands, vor allem durch übermäßigen Konsum trivialer oder anspruchsloser Inhalte, heute besonders im Internet. Der Verlag kürte Brain Rot zum Wort des Jahres 2024. Die Verwendung stieg laut Oxford University Press zwischen 2023 und 2024 um 230 Prozent, an der Abstimmung beteiligten sich mehr als 37.000 Menschen. Der erste belegte Gebrauch stammt von 1854: Henry David Thoreau kritisierte in seinem Buch „Walden“ den Hang der Gesellschaft, komplexe Ideen zugunsten einfacher abzuwerten. Ein medizinischer Fachbegriff ist Brain Rot nicht.
Macht das Smartphone dumm?
Für eine allgemeine Verdummung durch das Smartphone fehlt der Beleg. Messbar sind aber konkrete Kosten: Schon eine eingehende Benachrichtigung senkt die Leistung bei anspruchsvollen Aufgaben. Schüler mit viel Freizeitnutzung digitaler Geräte in der Schule schneiden in Mathematik schlechter ab. Bei PISA 2022 lagen Schüler, die digitale Geräte in der Schule höchstens eine Stunde am Tag in der Freizeit nutzten, im OECD-Schnitt 49 Punkte vor Gleichaltrigen mit fünf bis sieben Stunden. Der viel zitierte Befund, schon ein Handy auf dem Tisch senke die Denkleistung, ließ sich in direkten Wiederholungsstudien nicht bestätigen. Intelligenztests norwegischer Wehrpflichtiger zeigen zwar sinkende Werte ab dem Geburtsjahrgang 1975, welche Umweltfaktoren dahinterstecken, bleibt aber offen.
Wie lässt sich die Aufmerksamkeitsspanne trainieren?
Hilfreich sind vor allem weniger Unterbrechungen und regelmäßige Übung: Benachrichtigungen abschalten, feste Zeiten für konzentrierte Arbeit einplanen und längere Texte am Stück lesen, Sachtexte am besten auf Papier. Nach dem Lernen festigen Selbsttests und Pausen ohne Bildschirm das Gelernte im Gedächtnis. Eine feste Aufmerksamkeitsspanne für alle Lebenslagen misst die Forschung nicht: Wie lange Menschen bei einer Sache bleiben, hängt laut Gemma Briggs von der Open University von der Aufgabe ab. Eine Metaanalyse der Universität Genf zeigt, dass Actionspiele die gezielte Aufmerksamkeit verbessern, in Trainingsstudien um rund ein Drittel einer Standardabweichung. Ruhezeiten und Fokus-Modi am Smartphone übernehmen die Rolle, die früher der Sendeschluss spielte.
Quellen
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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) | JIM-Studie 2025: Jugend, Information, Medien | https://mpfs.de/app/uploads/2025/11/JIM_2025_PDF_barrierearm.pdf | besucht am 27.09.2026
OECD | PISA 2025 Results (Volume I) | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2026/09/pisa-2025-results-volume-i_5265bfb1/73451bc5-en.pdf | besucht am 27.09.2026
OECD | PISA 2025 Ergebnisse (Band I), Ländernotiz Deutschland | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2026/09/pisa-2025-results-volume-i-country-notes_88d1164e/germany_20677961/8a1ce578-de.pdf | besucht am 27.09.2026
Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) | DIHK-Ausbildungsumfrage 2026 | https://www.dihk.de/resource/blob/184324/b02a38def867b74612c8519bdaeaf818/fachkraefte-dihk-ausbildungsumfrage-2026-data.pdf | besucht am 27.09.2026
Media Perspektiven | Breunig, Handel, Kessler: Massenkommunikation 1964–2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich (7-8/2020) | https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2020/070820_Breunig_Handel_Kessler.pdf | besucht am 27.09.2026
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) | BRD: Das duale TV-System ab 1982 | https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/deutsche-fernsehgeschichte-in-ost-und-west/246235/brd-das-duale-tv-system-ab-1982/ | besucht am 27.09.2026
Stiftung Haus der Geschichte (LeMO) | Jahreschronik 1984 | https://www.hdg.de/lemo/jahreschronik/1984 | besucht am 27.09.2026
Deutscher Bundestag | Medienbericht ’85 der Bundesregierung, Drucksache 10/5663 | https://dserver.bundestag.de/btd/10/056/1005663.pdf | besucht am 27.09.2026
Deutscher Bundestag | Medienbericht 1994 der Bundesregierung, Drucksache 12/8587 | https://dserver.bundestag.de/btd/12/085/1208587.pdf | besucht am 27.09.2026
Deutscher Bundestag | Medienbericht 1998 der Bundesregierung, Drucksache 13/10650 | https://dserver.bundestag.de/btd/13/106/1310650.pdf | besucht am 27.09.2026
Victoria and Albert Museum | Personal stereo Stowaway TPS-L2, Sony, 1979–80 | https://collections.vam.ac.uk/item/O58358/ | besucht am 27.09.2026
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) | JIM-Studie 1998: Jugend, Information, (Multi-)Media | https://mpfs.de/app/uploads/2024/11/JIM_Studie_1998.pdf | besucht am 27.09.2026
Apple | Apple Reinvents the Phone with iPhone | https://www.apple.com/newsroom/2007/01/09Apple-Reinvents-the-Phone-with-iPhone/ | besucht am 27.09.2026
Apple | Apple and T-Mobile Announce Exclusive Partnership for iPhone in Germany | https://www.apple.com/newsroom/2007/09/19Apple-and-T-Mobile-Announce-Exclusive-Partnership-for-iPhone-in-Germany/ | besucht am 27.09.2026
ARD/ZDF-Forschungskommission | ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Basispräsentation | https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/Medienstudie/Basispraesentation_ARD-ZDF-Medienstudie_2026.pdf | besucht am 27.09.2026
Media Perspektiven | von Oehsen: Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort (23/2026) | https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2026/MP_23_2026_ARD-ZDF-Medienstudie_2026_Lineare_Medien_bleiben_relevant.pdf | besucht am 27.09.2026
YouTube | YouTube at 15: My personal journey and the road ahead | https://blog.youtube/news-and-events/youtube-at-15-my-personal-journey/ | besucht am 27.09.2026
Google | 20 ways we’re celebrating two decades of YouTube | https://blog.google/intl/en-ca/products/inside-youtube/20-ways-were-celebrating-two-decades-of-youtube/ | besucht am 27.09.2026
Spotify | About Spotify (Company Info) | https://newsroom.spotify.com/company-info/ | besucht am 27.09.2026
Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) | Programmveranstalter | https://www.kek-online.de/medienkonzentration/programmveranstalter/ | besucht am 27.09.2026
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EUR-Lex | Richtlinie 2010/13/EU über audiovisuelle Mediendienste | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32010L0013 | besucht am 27.09.2026
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Psychological Bulletin | Bediou et al.: Meta-analysis of action video game impact on perceptual, attentional, and cognitive skills (2018) | https://doi.org/10.1037/bul0000130 | besucht am 27.09.2026
National Institute of Mental Health (NIMH) | The Teen Brain: 7 Things to Know | https://www.nimh.nih.gov/health/publications/the-teen-brain-7-things-to-know | besucht am 27.09.2026
WHO-Regionalbüro für Europa | Teens, screens and mental health | https://www.who.int/europe/news/item/25-09-2024-teens–screens-and-mental-health | besucht am 27.09.2026
DAK-Gesundheit | DAK-Suchtstudie untersucht Jugendtrend: KI-Chatbots erhöhen riskanten Medienkonsum | https://www.dak.de/presse/bundesthemen/kinder-jugendgesundheit/dak-suchtstudie-untersucht-jugendtrend-ki-chatbots-erhoehen-riskanten-medienkonsum_164470 | besucht am 27.09.2026
DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | Mediensucht-Studie, Ergebnisbericht der Welle vom Herbst 2025 | https://caas.content.dak.de/caas/v1/media/164480/data/668eaf4707e36da3f06d952d00e44da3/260324-download-mediensucht-ergebnisbericht.pdf | besucht am 27.09.2026
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Penguin Random House | Jonathan Haidt: The Anxious Generation | https://www.penguinrandomhouse.com/books/729231/the-anxious-generation-by-jonathan-haidt/ | besucht am 27.09.2026
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Hessisches Kultusministerium | Smartphone-Schutzzonen | https://kultus.hessen.de/smartphone-schutzzonen | besucht am 27.09.2026
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung | Soziale Medien: Mehr Schutz für Kinder und Jugendliche gefordert | https://www.mpib-berlin.mpg.de/meldungen/diskussionspapier-soziale-medien | besucht am 27.09.2026
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina | Soziale Medien und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (2025) | https://www.leopoldina.org/ergebnisse-und-termine/publikationen/detail/soziale-medien-und-die-psychische-gesundheit-von-kindern-und-jugendlichen-2025 | besucht am 27.09.2026
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Quotenmeter | Quotencheck: „Wetten, dass..?“ | https://www.quotenmeter.de/n/69999/quotencheck-wetten-dass | besucht am 27.09.2026
DWDL | Nachrichten-Quoten: „Tagesschau“ mit Rekord-Marktanteil | https://www.dwdl.de/zahlenzentrale/105132/nachrichtenquoten_tagesschau_mit_rekordmarktanteil/ | besucht am 27.09.2026
Oxford University Press | ‘Brain rot’ named Oxford Word of the Year 2024 | https://corp.oup.com/news/brain-rot-named-oxford-word-of-the-year-2024/ | besucht am 27.09.2026
Oxford University Press | The Oxford Word of the Year 2025 is rage bait | https://corp.oup.com/news/the-oxford-word-of-the-year-2025-is-rage-bait/ | besucht am 27.09.2026
Perseus Digital Library, Tufts University | Platon: Phaidros, Stephanus-Seite 275 | https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0174%3Atext%3DPhaedrus%3Apage%3D275 | besucht am 27.09.2026
S. Fischer Verlage | Neil Postman: Wir amüsieren uns zu Tode | https://www.fischerverlage.de/buch/neil-postman-wir-amuesieren-uns-zu-tode-9783596242856 | besucht am 27.09.2026
Europäische Kommission | Commission preliminarily finds TikTok’s addictive design in breach of the Digital Services Act | https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/commission-preliminarily-finds-tiktoks-addictive-design-breach-digital-services-act | besucht am 27.09.2026
Europäische Kommission | Commission preliminarily finds the addictive design of Instagram and Facebook in breach of the Digital Services Act | https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/commission-preliminarily-finds-addictive-design-instagram-and-facebook-breach-digital-services-act | besucht am 27.09.2026
Euronews | TikTok’s ‘addictive’ design breaches EU law, European Commission says | https://www.euronews.com/2026/02/06/tiktoks-addictive-design-breaches-eu-law-commission-says | besucht am 27.09.2026
Al Jazeera | EU says ‘addictive’ features on Instagram and Facebook breach its rules | https://www.aljazeera.com/news/2026/7/10/eu-says-addictive-features-on-instagram-and-facebook-breach-its-rules | besucht am 27.09.2026
Australian Government, Federal Register of Legislation | Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act 2024 | https://www.legislation.gov.au/C2024A00127/asmade/text | besucht am 27.09.2026
Europäische Kommission | EU KIDS Act to restrict social media platforms’ access to children in the EU | https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/eu-kids-act-restrict-social-media-platforms-access-children-eu | besucht am 27.09.2026
Europäische Kommission | The KIDS Act explained | https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/faqs/kids-act-explained | besucht am 27.09.2026
Europäisches Parlament | Children should be at least 16 to access social media, say MEPs | https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20251120IPR31496/children-should-be-at-least-16-to-access-social-media-say-meps | besucht am 27.09.2026
Conseil constitutionnel | Décision n° 2026-911 DC du 14 août 2026, Communiqué de presse | https://www.conseil-constitutionnel.fr/actualites/communique/decision-n-2026-911-dc-du-14-aout-2026-communique-de-presse | besucht am 27.09.2026
The Copenhagen Post | Social media age limit bill sent to be drafted and presented | https://cphpost.dk/2026-09-07/news/round-up/social-media-age-limit-bill-sent-to-be-drafted-and-presented/ | besucht am 27.09.2026
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend | Expertenkommission legt Abschlussbericht vor | https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/expertenkommission-legt-abschlussbericht-vor-294112 | besucht am 27.09.2026
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend | Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt | https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/kinder-und-jugend/kinder-und-jugendschutz/handlungsempfehlungen-der-expertenkommission-kinder-und-jugendschutz-in-der-digitalen-welt–290244 | besucht am 27.09.2026
Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) | Expert*innenkommission veröffentlicht Handlungsempfehlungen | https://www.leibniz-ipn.de/de/das-ipn/aktuelles/aktuelle-meldungen/expertenkommission-veroeffentlicht-handlungsempfehlungen | besucht am 27.09.2026
ABC News | More than 4.7m social media accounts closed in two days after ban began, data reveals | https://www.abc.net.au/news/2026-01-15/social-media-ban-data-millions-of-accounts-closed/106232768 | besucht am 27.09.2026
Psychological Science | Roediger, Karpicke: Test-Enhanced Learning: Taking Memory Tests Improves Long-Term Retention (2006) | https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.2006.01693.x | besucht am 27.09.2026
Nature Neuroscience | Burke et al.: Duration between rewards controls the rate of behavioral and dopaminergic learning (2026) | https://doi.org/10.1038/s41593-026-02206-2 | besucht am 27.09.2026
Psychological Bulletin | Cepeda, Pashler, Vul, Wixted, Rohrer: Distributed practice in verbal recall tasks: A review and quantitative synthesis (2006) | https://doi.org/10.1037/0033-2909.132.3.354 | besucht am 27.09.2026
Psychological Science | Urry et al.: Don’t Ditch the Laptop Just Yet: A Direct Replication of Mueller and Oppenheimer’s (2014) Study 1 Plus Mini Meta-Analyses Across Similar Studies (2021) | https://doi.org/10.1177/0956797620965541 | besucht am 27.09.2026
Educational Psychology Review | Morehead, Dunlosky, Rawson: How Much Mightier Is the Pen than the Keyboard for Note-Taking? A Replication and Extension of Mueller and Oppenheimer (2014) (2019) | https://doi.org/10.1007/s10648-019-09468-2 | besucht am 27.09.2026
AWMF | S2k-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend (Registernummer 027-075) | https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/027-075 | besucht am 27.09.2026
AWMF | S2k-Leitlinie 027-075, Langfassung Version 1.4 (September 2026) | https://register.awmf.org/assets/guidelines/027-075l_S2k_Praevention-dysregulierten-Bildschirmmediengebrauchs-Kinder-Jugendliche_2026-09.pdf | besucht am 27.09.2026
Attention, Perception, & Psychophysics | Wiradhany, Nieuwenstein: Cognitive control in media multitaskers: Two replication studies and a meta-analysis (2017) | https://doi.org/10.3758/s13414-017-1408-4 | besucht am 27.09.2026
Proceedings of the National Academy of Sciences | Ophir, Nass, Wagner: Cognitive control in media multitaskers (2009) | https://doi.org/10.1073/pnas.0903620106 | besucht am 27.09.2026
Hogrefe, Dorsch Lexikon der Psychologie | Appel: digitale Demenz | https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/digitale-demenz | besucht am 27.09.2026
Droemer Knaur | Manfred Spitzer: Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen | https://www.droemer-knaur.de/buch/manfred-spitzer-digitale-demenz-9783426300565 | besucht am 27.09.2026
Nature Human Behaviour | Benge, Scullin: A meta-analysis of technology use and cognitive aging (2025) | https://doi.org/10.1038/s41562-025-02159-9 | besucht am 27.09.2026