Bis zu 400 Millionen Dollar könnte jeder der beiden Börsengänge einbringen. Der Autozulieferer Mahle und der Pharmaverpacker Schott Pharma wollen damit laut Bloomberg die hohen Bewertungen nutzen, die Anleger in Indien für vergleichbare Firmen zahlen.
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Mahle und Schott Pharma prüfen Börsengänge ihrer indischen Tochtergesellschaften. Das berichtete Bloomberg am 2. November unter Berufung auf Insider.[1] Jeder Börsengang könnte demnach bis zu 400 Mio. Dollar einbringen. Offiziell bestätigt haben die Unternehmen die Pläne bisher nicht.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Schott Pharma hat laut dem Bericht vergangene Woche mit Investmentbanken gesprochen.
- Mahle fordert Banken in dieser Woche auf, sich um die Mandate zu bewerben.
- Zeitplan und Bewertung sind offen, beide wollen zunächst ihre Berater bestimmen.
Was steht bei Schott Pharma zum Verkauf?

Die indische Tochter Schott Poonawalla stellt in Mumbai Primärverpackungen für Arzneimittel her, die gespritzt werden. Schott Pharma hält 50 Prozent. Weitere 35 Prozent kaufte 2025 der Finanzinvestor TPG vom Impfstoffhersteller Serum Institute of India, der eine Minderheit behielt.[4]
Nach einem Bericht von Kotak Neo vom 21. Oktober sollen beim Börsengang neue Aktien ausgegeben und bestehende verkauft werden.[3] Den Erlös aus neuen Aktien erhält das Unternehmen selbst. Bei einer Umplatzierung fließt das Geld dagegen an die Altaktionäre. Das Serum Institute könnte so laut Kotak Neo seinen Anteil verringern.
Warum versucht Mahle es ein zweites Mal?
Mahle hatte einen Börsengang in Indien bereits 2024 geprüft und die Pläne dann nicht weiterverfolgt. Ende August berichtete Bloomberg, dass der Konzern das Vorhaben wieder aufgreift, damals mit einem Volumen von 300 bis 400 Mio. Dollar.[5] In Indien ist Mahle seit 1958 vertreten, inzwischen fertigt der Konzern in Coimbatore auch E-Kompressoren für das Wärmemanagement von Elektroautos.[5]
Die Mahle GmbH gehört zu 99,9 Prozent der gemeinnützigen MAHLE-STIFTUNG.[6] Neue Aktionäre an der Mutter würden diese Struktur verändern. Eine Notierung der Tochter brächte Kapital von außen, ohne die Eigentumsverhältnisse in Stuttgart zu ändern.
Der Weg an die Börse in Mumbai
Warum zahlen Anleger in Indien mehr?
Bloomberg begründet die Pläne mit den hohen Bewertungen, die in Indien notierte Konkurrenten erzielen.[1] Vorbilder gibt es: Hyundai brachte seine Indien-Tochter im Oktober 2024 an die Börse, LG Electronics folgte ein Jahr später. LG verkaufte rund 15 Prozent seiner Tochter ausschließlich als Umplatzierung, die Aktie notierte zum Start mehr als 50 Prozent über dem Ausgabepreis.[7] Dass Konzerne einen Börsengang ihrer Tochter auch kurzfristig absagen, zeigte zuletzt SK Hynix mit seiner Speichertochter Solidigm.
Mahle und Schott wollen Anteile dort verkaufen, wo Anleger für Wachstum besonders viel zahlen. Ob dieser Bewertungsaufschlag bis zum Börsengang Bestand hat, entscheidet der Markt in Mumbai.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was würde eine Notierung offenlegen?
Bisher gibt es weder Zeitplan noch Börsenprospekt. Mit einer Notierung müssten die Indien-Gesellschaften aber regelmäßig Zahlen veröffentlichen. Damit würde erstmals öffentlich sichtbar, was Mahle mit seinem Indiengeschäft verdient.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- BloombergGerman Firms Mahle, Schott Said to Seek Banks for India IPOs
- Aktien.newsMahle und Schott prüfen Börsengänge ihrer Indien-Geschäfte
- Kotak NeoSCHOTT Poonawalla IPO: Pharma Packaging Firm Targets $400 Million India Listing
- Schott PharmaSCHOTT Pharma and Serum Institute of India welcomes new partner to Joint Venture in India (Pressemitteilung)
- Just AutoMahle revives plans for possible IPO of India business
- MAHLE-STIFTUNGDie Stiftung in Kürze (abgerufen am 2. November 2026)
- Outlook BusinessDream Debut: LG Electronics India Shares Jump over 50%
