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Bis zu 400 Millionen Dollar könnte jeder der beiden Börsengänge einbringen. Der Autozulieferer Mahle und der Pharmaverpacker Schott Pharma wollen damit laut Bloomberg die hohen Bewertungen nutzen, die Anleger in Indien für vergleichbare Firmen zahlen.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Was steht bei Schott Pharma zum Verkauf?
  2. Warum versucht Mahle es ein zweites Mal?
  3. Warum zahlen Anleger in Indien mehr?
  4. Was würde eine Notierung offenlegen?
  5. Mehr Newshunger?

Mahle und Schott Pharma prüfen Börsengänge ihrer indischen Tochtergesellschaften. Das berichtete Bloomberg am 2. November unter Berufung auf Insider.[1] Jeder Börsengang könnte demnach bis zu 400 Mio. Dollar einbringen. Offiziell bestätigt haben die Unternehmen die Pläne bisher nicht.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Schott Pharma hat laut dem Bericht vergangene Woche mit Investmentbanken gesprochen.
  • Mahle fordert Banken in dieser Woche auf, sich um die Mandate zu bewerben.
  • Zeitplan und Bewertung sind offen, beide wollen zunächst ihre Berater bestimmen.

Was steht bei Schott Pharma zum Verkauf?

Zwei weiße Würfel, aus dem rechten wächst ein Pflänzchen mit Schild „Indien“
Schott Poonawalla stellt in Mumbai Spritzampullen her. Schott Pharma hält 50 Prozent, TPG erwarb 2025 35 Prozent vom Serum Institute of India

Die indische Tochter Schott Poonawalla stellt in Mumbai Primärverpackungen für Arzneimittel her, die gespritzt werden. Schott Pharma hält 50 Prozent. Weitere 35 Prozent kaufte 2025 der Finanzinvestor TPG vom Impfstoffhersteller Serum Institute of India, der eine Minderheit behielt.[4]

Nach einem Bericht von Kotak Neo vom 21. Oktober sollen beim Börsengang neue Aktien ausgegeben und bestehende verkauft werden.[3] Den Erlös aus neuen Aktien erhält das Unternehmen selbst. Bei einer Umplatzierung fließt das Geld dagegen an die Altaktionäre. Das Serum Institute könnte so laut Kotak Neo seinen Anteil verringern.

Warum versucht Mahle es ein zweites Mal?

Mahle hatte einen Börsengang in Indien bereits 2024 geprüft und die Pläne dann nicht weiterverfolgt. Ende August berichtete Bloomberg, dass der Konzern das Vorhaben wieder aufgreift, damals mit einem Volumen von 300 bis 400 Mio. Dollar.[5] In Indien ist Mahle seit 1958 vertreten, inzwischen fertigt der Konzern in Coimbatore auch E-Kompressoren für das Wärmemanagement von Elektroautos.[5]

Die Mahle GmbH gehört zu 99,9 Prozent der gemeinnützigen MAHLE-STIFTUNG.[6] Neue Aktionäre an der Mutter würden diese Struktur verändern. Eine Notierung der Tochter brächte Kapital von außen, ohne die Eigentumsverhältnisse in Stuttgart zu ändern.

Zwei deutsche Konzerne, zwei Indien-Töchter
Was über die geprüften Börsengänge bekannt ist
bis 400 Mio. $
Erlös je Börsengang laut Bloomberg
50 %
Anteil von Schott Pharma an der Indien-Tochter, TPG Growth hält 35 %
99,9 %
Anteil der Mahle-Stiftung an der Mahle GmbH
+50 %
Erstnotiz von LG Electronics India über dem Ausgabepreis, 2025

Der Weg an die Börse in Mumbai

1958
Mahle beginnt in Indien mit einem Joint Venture für Kolben
2024
Mahle prüft einen Börsengang in Indien und verfolgt ihn nicht weiter
Mai 2025
TPG kauft 35 % an Schott Poonawalla vom Serum Institute
Oktober 2025
LG Electronics India notiert zum Start über 50 % über dem Ausgabepreis
August 2026
Mahle greift die Pläne laut Bloomberg wieder auf
November 2026
Beide Konzerne sprechen mit Investmentbanken

Warum zahlen Anleger in Indien mehr?

Bloomberg begründet die Pläne mit den hohen Bewertungen, die in Indien notierte Konkurrenten erzielen.[1] Vorbilder gibt es: Hyundai brachte seine Indien-Tochter im Oktober 2024 an die Börse, LG Electronics folgte ein Jahr später. LG verkaufte rund 15 Prozent seiner Tochter ausschließlich als Umplatzierung, die Aktie notierte zum Start mehr als 50 Prozent über dem Ausgabepreis.[7] Dass Konzerne einen Börsengang ihrer Tochter auch kurzfristig absagen, zeigte zuletzt SK Hynix mit seiner Speichertochter Solidigm.

Mahle und Schott wollen Anteile dort verkaufen, wo Anleger für Wachstum besonders viel zahlen. Ob dieser Bewertungsaufschlag bis zum Börsengang Bestand hat, entscheidet der Markt in Mumbai.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was würde eine Notierung offenlegen?

Bisher gibt es weder Zeitplan noch Börsenprospekt. Mit einer Notierung müssten die Indien-Gesellschaften aber regelmäßig Zahlen veröffentlichen. Damit würde erstmals öffentlich sichtbar, was Mahle mit seinem Indiengeschäft verdient.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergGerman Firms Mahle, Schott Said to Seek Banks for India IPOs02.11.2026
  2. Aktien.newsMahle und Schott prüfen Börsengänge ihrer Indien-Geschäfte02.11.2026
  3. Kotak NeoSCHOTT Poonawalla IPO: Pharma Packaging Firm Targets $400 Million India Listing21.10.2026
  4. Schott PharmaSCHOTT Pharma and Serum Institute of India welcomes new partner to Joint Venture in India (Pressemitteilung)06.05.2025
  5. Just AutoMahle revives plans for possible IPO of India business28.08.2026
  6. MAHLE-STIFTUNGDie Stiftung in Kürze (abgerufen am 2. November 2026)
  7. Outlook BusinessDream Debut: LG Electronics India Shares Jump over 50%14.10.2025

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