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Für eine Landingpage genügt ein Absatz im Eingabefeld eines KI-Baukastens, die Ladezeit kommt darin selten vor. Shan Hannadige hat die eigene Website nachgebessert, die Messwerte veröffentlicht und zeigt, welche Gestaltungsentscheidungen Sekunden kosten.

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Erst nach rund 2,5 Sekunden erschien auf einem Smartphone mit gedrosselter Verbindung die erste Karte im Bildkarussell von Shan Hannadiges Startseite. Das Bild trug die Markierung für verzögertes Laden, der Browser wartete also absichtlich.[1] Ein Rat, der weiter unten auf der Seite stimmt, verzögerte ganz oben den ersten sichtbaren Inhalt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Web Almanac 2025 laden 17 % der mobilen Seiten ihr größtes Bild verzögert.
  • Ältere Lovable-Projekte setzen die Seite erst im Browser zusammen.
  • Laut Vercel führen die Crawler von OpenAI und Anthropic kein JavaScript aus.
  • Ein schriftliches Performance-Budget gehört in jede Vorgabe an den KI-Agenten.

Wo verliert eine Website aus dem KI-Baukasten ihre Zeit?

Weinbergschnecke trägt leeren orangefarbenen Bilderrahmen mit Anhänger „Lädt noch“
CDN-Rechenzentren speichern Kopien von Webseiten in der Nähe von Nutzern, um Latenz durch lange Serververbindungen zu vermeiden

Vor allem dort, wo die Seite erst im Browser des Besuchers entsteht und jeder Aufruf den weiten Weg zu einem einzelnen Server nimmt. Licht legt in der Glasfaser rund 200 Kilometer pro Millisekunde zurück, von Sydney nach Virginia und zurück sind es etwa 16.000 Kilometer. Ein CDN hält deshalb Kopien der Seite in Rechenzentren nahe den Besuchern vor.[1]

Mehrere App-Baukästen liefern laut Hannadige zuerst eine fast leere Seite und eine große JavaScript-Datei, aus der das Gerät des Besuchers den Inhalt baut.[1] Lovable bestätigt das für seine älteren Projekte mit React und Vite. Neue Projekte starten seit dem 13. Mai 2026 mit der Vorlage TanStack Start, die jede Seite auf dem Server erzeugt. Der Umstieg alter Projekte kostet meist 10 bis 35 Credits.[2]

Für die Sichtbarkeit zählt das doppelt: Vercel ermittelte Ende 2024, dass die Crawler von OpenAI, Anthropic, Meta und Perplexity kein JavaScript ausführen.[3] Inhalte, die erst im Browser entstehen, fehlen diesen Diensten, ein Problem für jede Optimierung für KI-Suchmaschinen.

Warum entscheidet das Design über die Ladezeit?

Die teuren Posten einer Seite sind laut Hannadige meist Gestaltungsentscheidungen, etwa ein automatisch startendes Video im Kopfbereich oder eine eigene Schrift in vier Schnitten. Jede davon bezahlt der Besucher mit Wartezeit und Datenvolumen.[1]

Auf Hannadiges Startseite lief eine animierte Netzwerkgrafik weiter, nachdem sie aus dem Bild gescrollt war, und beanspruchte den Prozessor auf dem Desktop rund 446 Millisekunden je fünf Sekunden. Dazu kamen Weiterleitungen für den Schrägstrich am Ende interner Links, auf dem Smartphone mit gedrosselter Verbindung etwa 800 Millisekunden je Seitenwechsel.[1]

Das verzögert geladene Hauptbild ist kein Einzelfall. Laut Web Almanac 2025 betrifft der Fehler 17 % der mobilen Seiten. Gute Core Web Vitals erreichten 48 % der mobilen Websites.[4] Bis das größte sichtbare Element, meist ein Bild, erscheint, sollen laut Google höchstens 2,5 Sekunden vergehen.[5]

Ladezeit: was eine Website wirklich kostet
Messwerte aus dem Web Almanac und das Performance-Budget einer Portfolio-Seite

So schnell ist das Web

48 %
der mobilen Websites erreichen gute Core Web Vitals (2025)
17 %
der mobilen Seiten laden ihr größtes Bild verzögert
2,5 s
Grenze von Google für das größte Element im sichtbaren Bereich

Budget und Messung einer Startseite

Messwert
Budget
gemessen
Größtes Element sichtbar (meist Bild)
unter 2,5 s
1,32 s
Reaktion auf Eingabe
unter 200 ms
48 ms
Layoutverschiebung
unter 0,1
0,00
Antwort des Servers
unter 200 ms
381 ms
Startseite übertragen
unter 1 MB
488 KB
JavaScript
unter 250 KB
209 KB
Längste Blockade des Browsers
unter 50 ms
78 ms

Wo das HTML entsteht

Vorab erzeugt
Wann: einmal beim Veröffentlichen
Passt für: Portfolio, Blog, Landingpage, Dokumentation
Auf dem Server
Wann: bei jedem Aufruf
Passt für: persönliche oder laufend aktuelle Inhalte, am besten mit Cache
Im Browser
Wann: erst nach Download und Ausführung des JavaScript
Risiko: für viele KI-Crawler eine leere Seite

Die KI baut die Seite in Minuten, die Sekunden Wartezeit bezahlt trotzdem jeder Besucher.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was sollten Unternehmen ihrem KI-Agenten vorgeben?

Ein schriftliches Performance-Budget, etwa als Datei, die der Agent bei jedem Auftrag mitliest. Hannadige fragt den Agenten unter anderem, wo das HTML entsteht und ob das größte Element im sofort sichtbaren Bereich verzögert lädt.[1]

In Deutschland lohnt ein zweiter Blick auf die Schriften. Das Landgericht München I wertete 2022 die Weitergabe der IP-Adresse beim Laden von Google Fonts als Rechtsverstoß, weil sich die Schrift auch vom eigenen Server ausliefern lässt.[6] Selbst gehostete Schriften ersparen die Verbindung zu einem fremden Server.

Laden Sie neue Seiten vor der Freischaltung mit gedrosselter Verbindung in den Entwicklerwerkzeugen des Browsers. Bei WordPress entscheidet oft schon das Hosting über Hunderte Millisekunden, einen Überblick über Anbieter gibt der Webhosting-Vergleich.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Shan HannadigeFast is a design decision19.10.2026
  2. Lovable-DokumentationUpgrade a project to TanStack Start
  3. VercelThe rise of the AI crawler17.12.2024
  4. HTTP ArchiveWeb Almanac 2025, Kapitel Performance15.01.2026
  5. web.dev (Google)Web Vitals
  6. Bayern.RechtLG München I, Endurteil vom 20.01.2022, 3 O 17493/20

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