Mars steckt bis Ende 2027 rund 85 Millionen Euro in seine deutschen Werke, vor allem in die Schokoladenfabrik in Viersen und das Tiernahrungswerk in Verden. Neue Stellen kündigt der Konzern dafür nicht an. Mars finanziert damit Automatisierung, neue Verpackungslinien und die Umstellung auf die EU-Verpackungsregeln.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenRund 85 Millionen Euro will Mars in den Jahren 2026 und 2027 in seine deutschen Standorte investieren, wie die Mars GmbH aus Unterhaching am Donnerstag mitteilte.[1] Seit 2021 flossen bereits mehr als 150 Millionen Euro. Ein neues Werk enthält die angekündigte Tranche nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Mars plant bis Ende 2027 rund 85 Millionen Euro für seine deutschen Standorte, nach mehr als 150 Millionen Euro seit 2021.
- Rund 44 Millionen Euro gehen nach Viersen, mehr als 24 Millionen Euro nach Verden und in eine neue Linie für Portionsbeutel.
- Neue Arbeitsplätze und öffentliche Förderung nennt Mars nicht.
- Wie Haribo in Neuss setzt Mars auf bestehende Werke statt auf Neubauten.
Wohin fließen die 85 Millionen Euro?

Den größten Block bekommt Viersen. Für die Schokoladenfabrik am Niederrhein, seit 1979 in Betrieb, plant Mars bis Ende 2027 weitere rund 44 Millionen Euro, vor allem für Automatisierung, neue Maschinen und Schulungen.[1] Viersen ist weltweit der einzige Produktionsort für Balisto und fertigt im Schichtbetrieb rund um die Uhr Twix sowie Bestandteile von Celebrations. Eine zusätzliche Verpackungsstraße hat die Twix-Kapazität bereits um rund 3.500 Tonnen im Jahr erhöht.
In Verden an der Aller, Mars-Standort seit 1959, laufen Whiskas, Sheba, Cesar und Kitekat vom Band. Dort sind mehr als 18 Millionen Euro eingeplant, etwa für Anlagen zur Produktion von Sheba-Multipacks, dazu rund 6 Millionen Euro für eine neue Linie für Portionsbeutel.[1] Wohin der Rest von höchstens 17 Millionen Euro geht, schlüsselt Mars nicht auf.
Neue Arbeitsplätze und Fördergelder kommen in der Mitteilung nicht vor. Mars beschäftigt in Deutschland rund 5.800 Menschen an sechs Betriebsstandorten und setzte hier 2025 mehr als 2 Milliarden Euro um.[1] Die Jahrestranche von gut 42 Millionen Euro entspricht damit rund 2 Prozent des deutschen Umsatzes.
Warum modernisiert Mars, statt neu zu bauen?
Wie die Süßwarenbranche derzeit rechnet, zeigt Haribo. Ende September hat der Hersteller sein geplantes Maoam-Werk in Neuss abgesagt, rund 300 Millionen Euro und bis zu 100 zusätzliche Stellen. Haribo begründete den Stopp mit gestiegenen Baukosten und schlechter planbaren Großprojekten, nun modernisiert der Konzern das bestehende Werk. Mars wählt in Viersen und Verden denselben Weg: Das Geld fließt in vorhandene Linien.
Andere Lebensmittelhersteller verkleinern ihre Fertigung in Deutschland. Der Schokoladenhersteller Gubor kündigte im Oktober 2025 an, die Produktion im fränkischen Cadolzburg bis April 2026 einzustellen und nach Polen sowie an andere Standorte der Gruppe zu verlagern. Gubor nannte sinkende Nachfrage sowie teurere Rohstoffe und Energie. Theo Müller schließt das Saucenwerk in Rogätz und eine Käserei in Leppersdorf.
Ein Teil der Mars-Summe geht auf das EU-Recht zurück. In Viersen bereitet Mars die Linien ausdrücklich auf künftige Verpackungsvorgaben der EU vor, etwa für Papierverpackungen.[1] Die EU-Verpackungsverordnung gilt seit dem 12. August 2026. Ab 2030 dürfen Verpackungen, die weniger als 70 Prozent Recyclingfähigkeit erreichen, nicht mehr in Verkehr kommen.
Mars investiert 85 Millionen Euro in Maschinen und Verpackungen, eine neue Stelle verspricht der Konzern dafür nicht. Am Standort Deutschland gilt das inzwischen als gute Nachricht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet die Investition für Zulieferer und Markenhersteller?
Bis Ende 2027 kauft Mars neue Maschinen, Anlagen für Multipacks und eine Linie für Portionsbeutel. Für Anlagenbauer und Verpackungslieferanten sind das Aufträge mit festem Zeitfenster, sofern Mars den Plan einhält.
Lebensmittelhersteller mit eigener Marke prüfen ihre Verpackungen am besten jetzt gegen die Schwelle von 2030. Mars koppelt die Umstellung an den Tausch der Maschinen bis 2027 und erspart sich so einen zweiten Umbau kurz vor der Frist.
Quelle
[1] Mars GmbH: „Mars stärkt Zukunftsfähigkeit in Deutschland: Rund 85 Millionen Euro an Neuinvestitionen bis Ende 2027 geplant“ (8. Oktober 2026)
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