Checkliste: Das solltest du tun, bevor deine Website live geht

Die Checkliste

Andreas Hecht

ist freier Journalist, WordPress-Experte und -Entwickler, Spezialist für WordPress-Sicherheit und WordPress Performance....

Die Entwicklung von Websites kann ein langwieriger und mühsamer Prozess sein. Besonders, wenn du einen Klienten erwischt, der keine klare Vorstellung vom Projekt hat. Du könntest jetzt in die Versuchung geraten, die Website so schnell wie nur möglich online zu bringen. Das ist jedoch nicht gerade vorteilhaft für dich.

Checkliste: Das solltest Du tun, bevor Deine Website live geht

Wenn du denkst, dass du die Website schnell online stellen und die letzten Fehler im Live-Betrieb ausmerzen kannst, dann kann dich diese Einstellung durchaus in Schwierigkeiten bringen.

Auch wenn dein Klient schwierig ist, so hat er ein Anrecht auf Qualität und sollte zu jeder Zeit in den Prozess eingebunden sein. Beiden Parteien muss klar sein, was wann geliefert wird.

Dir als Webentwickler muss klar sein, dass deine Reputation unter Umständen unter einer Harakiri-Aktion durchaus leiden kann. Unfertige Websites online zu stellen und dann nachzuarbeiten wird sich höchstwahrscheinlich herumsprechen. Das kann nicht gut für dich und deinen Ruf als Fachmann sein.

Die Checkliste für den Website-Launch

Um dir dieses und andere Probleme zu ersparen, habe ich eine Checkliste zusammengestellt, die dir dabei helfen soll, nur noch »fertige« Websites zu veröffentlichen.

1 – Checke den vereinbarten Arbeitsumfang

Dein Klient und du haben bei Projektbeginn (hoffentlich) einen genau definierten Arbeitsumfang schriftlich festgelegt. Während der Arbeiten an der Website kann sich dieser Umfang natürlich ergänzt haben, was jeweils schriftlich fixiert werden sollte.

Der Besitzer der Website hat mit dir also vereinbart, welche Elemente die Website haben soll. Wieviele Seiten, welche Inhalte, wer die Inhalte verfasst, ob die Website z.B. einen Slider haben soll, welche speziellen Funktionalitäten gewünscht werden und so weiter.

Gehe die Liste durch und prüfe eingehend, ob alle vereinbarten Funktionen und Elemente vorhanden sind und funktionieren. Ist die Liste unvollständig bearbeitet, arbeite sie vollständig ab.

2 – Prüfe jede einzelne Seite

Jede einzelne Seite sollte nun genauestens geprüft werden. Schaue dir jedes Element an und checke, ob alles so aussieht, wie es aussehen soll. Funktioniert alles? Prüfe es. Checke vor allem folgendes:

  • Das Logo
  • Die Navigation
  • Die Bilder und Grafiken
  • Die Texte – auch auf korrekte Anzeige
  • Die Call-to-Action Elemente
  • Die Formulare (Kontaktformular, Newsletter)
  • Die Links
  • Die Google-Maps
  • Die Kontaktinfo
  • Das Impressum
  • Die Social Media Buttons
  • Die Widgets
  • Die Logins

All diese Dinge müssen funktionieren und gut angezeigt werden.

3 – Teste den Content

Gerade die Inhalte, die Texte sind sehr wichtig. Sie müssen nicht nur gut aussehen, sondern auch möglichst fehlerfrei geschrieben sein. Deshalb schaue dir jeden einzelnen Textbereich genau an. Prüfe eingehend, ob die Darstellung bereits optimal ist. Wenn die Darstellung der Textbereiche verbessert werden kann, gehe dieser Aufgabe nach.

Wenn das Design der Texte optimal ist, prüfe die Inhalte auf Rechtschreibfehler. Lasse nicht zu, dass Texte mit Fehlern online gehen. Deine Reputation wird darunter leiden. Mit den folgenden Online-Tools kannst du einen Test auf Fehler durchführen:

Korrekturen.de  |  Duden.de

4 – Prüfe die Fotos

Für viele Firmen und Branchen ist eine optimale Darstellung auf den Fotos extrem wichtig. Prüfe daher jedes einzelne Foto, ob es in einer ausreichenden Qualität vorliegt. Sind manche Bereiche noch nicht aussagekräftig genug bebildert, setze entweder hervorragende Stockfotos ein oder bitte den Klienten, professionelle Bilder machen zu lassen.

Sollten Fotos der Firmenzentrale und der Mitarbeiter eingesetzt werden, so sind professionelle Fotos ein Muss. Mache deinem Kunden klar, dass er dafür Geld in die Hand nehmen sollte.

Wichtig: Funktioniert das Favicon? Ein Favicon ist ein wichtiger Teil der Identität einer Website.

5 – Datenschutzerklärung und Impressum prüfen

Ist die Datenschutzerklärung vorhanden und korrekt ausgearbeitet? Sind die Sozialen Netzwerke aufgeführt? Prüfe und korrigiere diese Punkte, wenn nötig. Prüfe ebenfalls das Impressum genau auf alle vorgeschriebenen Angaben.

Für GmbHs und Aktiengesellschaften gelten besondere Regeln. Prüfe diese auf Einhaltung.

Impressums-Muster für eine GmbH

6 – Prüfe auf 404-Fehlermeldungen

Wenn du diesen Punkt erreicht hast, dann hast du bereits jeden Link innerhalb der Website auf Funktion getestet. Hast du auch bedacht, dass es 404-Fehler durch falsche Eingaben der User geben könnte? Jede Website sollte eine benutzerdefinierte 404-Fehlerseite haben, damit die User etas mit dieser Fehlermeldung anfangen können.

Solltest du bis jetzt noch keine eigene 404-Seite erstellt haben, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.

7 – Prüfe den SEO-Status der Website

Die beste Website nützt nichts, wenn sie nicht gefunden wird. Daher ist ein SEO-Test eine sehr gute Sache. Prüfe, ob ein SEO-Plugin installiert ist, ob die einzelnen Seiten die richtigen Titel haben, ob die Titel die richtige Länge besitzen, um in den Suchergebnissen angezeigt zu werden (maximal 65 Zeichen) und ob für jede Seite eine benutzerdefinierte Meta-Beschreibung existiert.

Des Weiteren prüfe ebenfalls, ob die wichtigen Open Graph Tags für die Sozialen Netzwerke korrekt ausgegeben werden.

8 – Mache einen Testlauf

In diesem Schritt solltest du alle Funktionalitäten überprüfen, die die Website für ihre Besucher bereithält. Wenn es nur eine einfache Unternehmens-Präsenz ist, kannst du nicht so viel testen. Wenn du allerdings einen Online-Store entwickelt hast, dann teste jede einzelne Funktion des Shops. Mache einen Testkauf.

Ist ein Customer-Relationship-Management (CRM) angeschlossen, dann teste die Funktionen ebenfalls und schaue, ob alle wichtigen Daten importiert werden.

9 – Teste die Mobil-Freundlichkeit

Heute sollte jede Seite responsiv sein und sich daher jeder Bildschirmauflösung anpassen. Teste eingehend auf verschiedenen, realen Endgeräten, ob die Website alle Elemente korrekt anzeigt und ob eventuell weitere Elemente ausgeblendet werden können und sollten.

Jede einzelne Seite der Website sollte auf mobilen Geräten gut aussehen, die Proportionen müssen – wie die Textgröße ebenfalls – stimmen.

10 – Teste die Browser-Kompatibilität

In deinem vereinbarten Arbeitsumfang sollte stehen, auf welche Browser du die Website zu optimieren hattest. Mein Tipp an dich: Lege genauestens mit dem Kunden fest, ob die Website auch in den Internet-Explorern zu funktionieren hat und wenn schon, dann in welchen Versionen.

Teste nun die Website in allen vereinbarten Browsern auf korrektes Design und Funktionalität. Sollte nicht alles optimal sein, arbeite die Probleme ab.

11 – Teste deine Code-Qualität

Die Qualität deines HTML-Codes ist wichtig für die Robustheit der Website. Daher sollte der HTML-Code immer valide und fehlerfrei sein, wenn du eine Website auslieferst. Zudem sind die von dir erstellten Websites dein Aushängeschild im Internet.

Lasse es nicht zu, dass du fehlerhaften Code auslieferst, der dann von einem Plugin völlig zerstört werden könnte. Es existieren viele Validatoren im Netz, der bekannteste dürfte der Validator des W3C sein.

W3C HTML Validator

12 – Teste ein eventuelles SSL-Zertifikat

Benutzt die von dir erstellte Website ein SSL-Zertifikat? Dann teste alle Seiten der Website, ob es überall in Grün angezeigt wird und somit auch alle geladenen Ressourcen über HTTPS laden kann. Solltest du Fehler entdecken, arbeite sie nach.

Der kostenlose Online SSL Checker hilft dir bei deiner Arbeit.

13 – Teste die Ladegeschwindigkeit der Website

Die Ladegeschwindigkeit ist ein wichtiger Faktor für die Benutzererfahrung einer Website. Je schneller eine Website ist, desto weniger Absprünge sind zu verzeichnen. Denn die User entscheiden sehr schnell, ob sie auf einer Website bleiben oder nicht. Zudem ist die Geschwindigkeit einer Website ein Rankingfaktor der Google-Suchmaschine.

Bereits drei Sekunden Ladezeit empfinden viele Menschen als zu lang, stelle daher sicher, dass sich die Ladezeit zumindest bei circa eineinhalb Sekunden bewegt. Das ist auch ohne tiefgreifende Änderungen an der Website möglich.

Ich empfehle als Test Tool die Pingdom Tools.

14 – Checke die Sicherheit der Website

Kümmere dich eingehend um die Sicherheit der Website. Solltest du noch keinerlei Maßnahmen getroffen haben, dann führe sie jetzt durch. Ein Mindestmaß an Sicherheit kannst du durch den Einsatz der optimalen .htaccess Datei darstellen. Überprüfe die Serversicherheit der Website und implementiere die richtigen HTTP-Header.

Wenn die von dir erstellte Website auf Basis von WordPress ist, dann kommen die folgenden Sicherheitseinstellungen für die wp-config.php infrage.

15 – Erneuere sämtliche Zugangsdaten

Bevor du die Website an den Klienten übergibst, empfehle ich dir, alle Passwörter zu erneuern und hierfür starke, sichere Passwörter zu wählen. Sollten sich noch zu einfache Benutzernamen wie »Admin« unter den Zugängen bewegen, dann wähle hier bessere Varianten.

Trage ebenfalls Sorge dafür, dass die User ihre Passwörter nicht so einfach in unsichere Varianten ändern können. Das erreichst du mit diesem Code, der in die functions.php des WordPress-Themes kommt, falls du eine WordPress-Website erstellt hast.

Fazit

Dieser Test kann ganz schön langwierig sein, hilft dir jedoch sehr dabei, deine Reputation auf einem sehr hohen Level anzusiedeln. Du wirst nur noch Qualität liefern. Das kommt dir, deinem Chef und vor allem dem Kunden zugute.

Bevor du jedoch die Website auf »Live« schaltest, sorge wirklich immer dafür, dass du von deinem Klienten, seinem Admin und eventuell deinem Chef das Okay besitzt. Diese Personen müssen unbedingt über die Website schauen und sie gegebenenfalls ebenfalls testen, um dann – das schriftliche – Okay zu geben. So bist du immer auf der sicheren Seite.

(dpe)

Andreas Hecht

ist freier Journalist, WordPress-Experte und -Entwickler, Spezialist für WordPress-Sicherheit und WordPress Performance. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog schreibt er hauptsächlich über WordPress und veröffentlicht nützliche WordPress-Snippets.

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Sabrina
Gast

Deine Checkliste ist nicht schlecht. Bei der nächsten Seite werde ich sie zu Rate ziehen.

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