
Braucht Ihre Website eine Checkliste?

Markus Seyfferth
Autor Dr. WebEine Website Checkliste entscheidet darüber, ob Ihr Internetauftritt Kunden gewinnt oder Anwälte beschäftigt. Die meisten Unternehmen starten ihren Webauftritt mit einem guten Gefühl und einer langen Liste offener Fragen: Stimmt das Hosting? Läuft das Kontaktformular? Ist die Seite DSGVO konform? Genau diese Fragen bleiben ohne systematische Prüfung unbeantwortet, bis der erste Kunde oder die erste Abmahnung kommt.
Dieser Artikel liefert Ihnen eine vollständige Website Checkliste, die alle Phasen abdeckt: von der Konzeption über Technik, Recht und Barrierefreiheit bis zum laufenden Betrieb. Nicht aus der Perspektive eines Webentwicklers, sondern aus Ihrer als Entscheider.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine vollständige Website Checkliste umfasst neun Bereiche: Konzeption, Webdesign, Technik, DSGVO, Barrierefreiheit, Relaunch, Analyse, Go Live und laufende Wartung
- Seit Juni 2025 sind barrierefreie Websites für die meisten B2C Unternehmen gesetzliche Pflicht. Verstöße kosten bis zu 100.000 €
- Die häufigsten Fehler passieren nicht beim Code, sondern bei der Planung: fehlendes Briefing, unklare Zielgruppen und vergessene Rechtspflichten
- Eine systematische Website Analyse deckt Schwachstellen auf, bevor Besucher sie bemerken
Was gehört in eine Website Checkliste für Entscheider?

Die meisten Checklisten im Netz richten sich an Freelancer und Webentwickler. Sie listen technische Details auf, die für Geschäftsführer irrelevant sind. Gleichzeitig fehlen genau die Punkte, die über den geschäftlichen Erfolg einer Website entscheiden: Rechtssicherheit, Barrierefreiheit, Conversion Optimierung und strategische Positionierung.
Eine Website Checkliste für Entscheider beantwortet drei Fragen. Erstens: Erreicht die Website die richtigen Menschen? Zweitens: Verwandelt sie Besucher in Anfragen? Drittens: Erfüllt sie alle gesetzlichen Pflichten, ohne dass Sie nachts wach liegen müssen?
| Bereich | Entscheider Relevanz | Typische Folge bei Versäumnis |
|---|---|---|
| Konzeption und Briefing | Sehr hoch | Kosten verdoppeln sich, Projektdauer verdreifacht sich |
| Webdesign und Usability | Hoch | 38 % der Besucher verlassen schlecht gestaltete Seiten sofort |
| Technik und Performance | Mittel | Langsame Seiten verlieren 53 % der mobilen Nutzer |
| DSGVO und Recht | Sehr hoch | Bußgelder bis 20 Mio. €, Abmahnungen ab 1.500 € |
| Barrierefreiheit (BFSG) | Sehr hoch | Bußgelder bis 100.000 €, Vertriebsverbote, Abmahnungen |
| Relaunch | Hoch | Rankingverlust, Traffic Einbruch, Kundenanfragen brechen weg |
| Analyse | Hoch | Probleme bleiben unsichtbar, bis der Umsatz sinkt |
Die folgenden Kapitel führen Sie durch jeden dieser Bereiche. Jedes Kapitel enthält die konkreten Prüfpunkte, die in Ihrem Unternehmen jemand abhaken muss, bevor die Website live geht oder live bleibt.
Welche Fehler passieren bei der Website Konzeption?

Der teuerste Fehler bei einer neuen Website passiert vor dem ersten Pixel: ein fehlendes oder unvollständiges Briefing. Agenturen und interne Teams arbeiten dann gegen eine Vorstellung, die nur im Kopf des Auftraggebers existiert. Das Ergebnis: drei Korrekturschleifen statt einer, doppeltes Budget und ein Ergebnis, das niemanden zufriedenstellt.
Ein strukturiertes Lastenheft definiert vor Projektstart, was die Website leisten soll, wen sie ansprechen soll und welche Inhalte sie braucht. Dieses Dokument spart mehr Geld als jede Designentscheidung danach.
Diese Website Checkliste für die Konzeptionsphase umfasst folgende Punkte:
| Prüfpunkt | Pflicht | Verantwortlich |
|---|---|---|
| Zielgruppe schriftlich definiert (Branche, Rolle, Schmerzpunkte) | Ja | Auftraggeber |
| Wettbewerberanalyse (mindestens 3 Konkurrenzseiten dokumentiert) | Ja | Agentur oder intern |
| Seitenstruktur als Sitemap vor Designbeginn freigegeben | Ja | Beide |
| Inhalte (Texte, Bilder, Videos) terminiert und verantwortlich zugewiesen | Ja | Auftraggeber |
| Erfolgs KPIs definiert (Anfragen pro Monat, Verweildauer, Absprungrate) | Empfohlen | Auftraggeber |
| Domain und Hosting geklärt | Ja | Agentur oder IT |
| CMS Entscheidung getroffen und begründet | Ja | Agentur |
Viele Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Inhaltsbeschaffung. Texte, Bilder und Freigaben kommen zu spät, die Agentur wartet, die Rechnung läuft weiter. Definieren Sie vor Projektstart, wer welche Inhalte bis wann liefert.
Wie sieht eine Webdesign Checkliste 2026 aus?

Gutes Webdesign ist unsichtbar. Besucher bemerken es nicht, sie finden einfach, was sie suchen. Schlechtes Webdesign dagegen fällt sofort auf: zu kleine Schrift, unlogische Navigation, Buttons die auf dem Smartphone nicht klickbar sind.
Die Webdesign Checkliste umfasst vier Kernbereiche. Laut Forrester Research bringt jeder in UX Design investierte Dollar im Schnitt 100 Dollar zurück. Gleichzeitig verlassen 38 Prozent der Nutzer eine Website sofort, sobald das Layout unattraktiv wirkt.
Navigation: Findet ein neuer Besucher innerhalb von drei Klicks die wichtigste Information? Testen Sie das mit fünf Personen, die Ihre Website noch nie gesehen haben. Bereits fünf Testpersonen decken rund 85 Prozent aller Usability Probleme auf.
Mobile First: Über 60 Prozent aller Websitebesuche kommen 2026 von Smartphones. Prüfen Sie jede Seite auf einem echten Gerät, nicht nur im Browser Emulator. Achten Sie auf Schriftgrößen (mindestens 16 px Fließtext), Buttongrößen (mindestens 44 × 44 px Klickfläche) und ausreichende Abstände zwischen interaktiven Elementen.
Ladezeit: Google empfiehlt einen Largest Contentful Paint (LCP) unter 2,5 Sekunden. Alles darüber kostet Rankings und Besucher. Tools wie PageSpeed Insights messen das kostenlos.
Typografie und Kontraste: Schwarzer Text auf weißem Grund ist nach wie vor die lesbarste Kombination. Vermeiden Sie hellgraue Schrift auf weißem Hintergrund. Das WCAG Kontrastminimum liegt bei 4,5:1 für normalen Text.
Welche technischen Punkte entscheiden über Erfolg und Misserfolg?

Technik ist die Basis, auf der alles andere steht. Stimmt sie nicht, hilft auch das beste Design nichts. Die technische Website Checkliste beginnt beim Hosting und endet beim letzten Formularfeld.
Hosting: Ein Managed WordPress Hosting in Deutschland (DSGVO konform, schnelle Ladezeiten, automatische Backups) kostet zwischen 20 und 50 € pro Monat. Sparen Sie nicht am Hosting. Eine Stunde Downtime kostet mehr als ein Jahr Premium Hosting.
SSL Zertifikat: Pflicht seit Jahren, trotzdem betreiben immer noch Unternehmen Seiten ohne HTTPS. Ohne SSL Verschlüsselung zeigt Chrome eine Sicherheitswarnung, Google stuft die Seite ab, und Formulardaten wandern unverschlüsselt durchs Netz.
Formulare: Testen Sie jedes Kontaktformular nicht nur auf Funktion, sondern auch auf Zustellung. Landen die E-Mails im Spam? Kommt die Bestätigungsmail beim Absender an? Funktioniert das Formular auf dem Smartphone? Drei Felder (Name, E-Mail, Nachricht) reichen für die meisten Kontaktformulare. Jedes zusätzliche Pflichtfeld senkt die Abschlussrate messbar.
Backups: Automatische tägliche Backups sind Pflicht. Prüfen Sie, ob Sie ein Backup auch tatsächlich wiederherstellen können. Ein Backup, das niemand je getestet hat, ist kein Backup.
WordPress spezifisch: Halten Sie die Anzahl der Plugins unter 20. Jedes Plugin ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko und verlangsamt die Seite. Aktualisieren Sie WordPress, Themes und Plugins mindestens wöchentlich.
Jeder Punkt dieser Website Checkliste klingt banal, bis er fehlt.
| Technischer Prüfpunkt | Tool zur Prüfung | Zielwert |
|---|---|---|
| Ladezeit (LCP) | PageSpeed Insights | Unter 2,5 Sekunden |
| Mobilfreundlichkeit | Google Mobile Friendly Test | Bestanden |
| SSL Zertifikat aktiv | Browser Adressleiste | Schlosssymbol sichtbar |
| Broken Links | Screaming Frog, Broken Link Checker | 0 tote Links |
| Backup Wiederherstellung | Manueller Test | Unter 30 Minuten |
Wie wird Ihre Website rechtssicher und DSGVO konform?

Seit 2018 gilt die Datenschutz Grundverordnung. Trotzdem verstoßen nach Branchenschätzungen über 60 Prozent aller deutschen Unternehmenswebsites gegen mindestens eine Vorschrift. Die häufigsten Verstöße: fehlerhafte Cookie Banner, unvollständige Datenschutzerklärungen und Tracking ohne Einwilligung.
Die rechtliche Website Checkliste ist kein optionaler Anhang. Sie gehört in die Projektplanung, nicht in die letzte Stunde vor dem Go Live.
Impressum: Vollständiger Name, ladungsfähige Anschrift, Kontaktdaten, Handelsregisternummer (falls vorhanden), Umsatzsteuer ID. Für GmbHs und AGs gelten zusätzliche Pflichtangaben. Ein fehlerhaftes Impressum ist einer der häufigsten Abmahngründe.
Datenschutzerklärung: Sie muss jede Datenverarbeitung auf Ihrer Website abbilden: Kontaktformulare, Analytics, Newsletter Anmeldung, Social Media Einbindungen, Hosting. Nutzen Sie einen DSGVO konformen Generator und lassen Sie das Ergebnis juristisch prüfen.
Cookie Banner: Vorausgewählte Häkchen sind verboten. Ablehnen muss genauso einfach sein wie Zustimmen. Kein Tracking darf vor der aktiven Einwilligung starten. Die WordPress DSGVO Umsetzung erfordert besondere Aufmerksamkeit bei Plugins und Themes, die eigenständig Daten erheben.
Ihre DSGVO Website Checkliste umfasst drei Pflichtdokumente: Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie Banner mit vorheriger Blockierung.
Was verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz von Ihrer Website?

Seit dem 28. Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft. Für Unternehmen, die digitale Dienstleistungen an Verbraucher anbieten, bedeutet das: Ihre Website muss barrierefrei sein. Keine Empfehlung, sondern Gesetz. Verstöße können Bußgelder bis zu 100.000 € sowie Vertriebsverbote und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen nach sich ziehen.
Das BFSG betrifft nicht nur Onlineshops. Jede Website mit Kontaktformular, Terminbuchung, Onlinebanking oder digitalen Dienstleistungen fällt unter die Regelung. Ausgenommen sind lediglich Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und unter zwei Millionen Euro Jahresumsatz, sofern sie keine betroffenen Produkte herstellen.
Die technische Grundlage bilden die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) auf Level AA. Was abstrakt klingt, lässt sich auf vier Prinzipien herunterbrechen:
| WCAG Prinzip | Was es bedeutet | Typischer Verstoß |
|---|---|---|
| Wahrnehmbar | Alle Inhalte müssen von allen Nutzern wahrnehmbar sein | Bilder ohne Alt Text, Videos ohne Untertitel |
| Bedienbar | Navigation muss per Tastatur funktionieren | Dropdown Menüs nur per Maus erreichbar |
| Verständlich | Inhalte und Bedienung müssen verständlich sein | Kryptische Fehlermeldungen, unklare Formularbeschriftungen |
| Robust | Inhalte müssen von assistiven Technologien lesbar sein | Fehlende HTML Semantik, falsche Überschriftenhierarchie |
Die barrierefreie Website Checkliste im Überblick:
Jedes Bild braucht einen aussagekräftigen Alt Text. Nicht „Bild von einer Frau“, sondern „Geschäftsführerin prüft Quartalszahlen am Laptop“. Dekorative Bilder erhalten ein leeres Alt Attribut (alt=““).
Alle interaktiven Elemente (Links, Buttons, Formularfelder) müssen per Tastatur erreichbar und bedienbar sein. Testen Sie das: Drücken Sie Tab und navigieren Sie durch Ihre gesamte Seite, ohne die Maus zu berühren.
Farbkontraste zwischen Text und Hintergrund müssen mindestens 4,5:1 betragen. Der kostenlose WebAIM Contrast Checker prüft das in Sekunden.
Die Überschriftenstruktur (H1 bis H6) muss logisch aufgebaut sein. Screenreader nutzen Überschriften als Navigationshilfe. Eine fehlende H2 zwischen H1 und H3 verwirrt blinde Nutzer.
Formulare brauchen sichtbare Labels, die programmatisch mit dem Eingabefeld verknüpft sind. Placeholder Text allein reicht nicht.
Videos benötigen Untertitel. Audioinhalte brauchen eine Textalternative.
Dr. Web hat das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ausführlich analysiert. Dort finden Sie alle Details zu Fristen, Ausnahmen und den konkreten Anforderungen für verschiedene Branchen. Ohne diesen Punkt ist keine Website Checkliste vollständig.
Eine Website Checkliste ohne Barrierefreiheit ist 2026 so vollständig wie ein Auto ohne Bremsen. Sie kommen vorwärts, aber nicht lange.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie läuft ein Website Relaunch ab, ohne Rankings zu verlieren?

Ein Relaunch ist die riskanteste Operation, die Sie Ihrer Website antun können. Richtig durchgeführt bringt er frisches Design, bessere Performance und höhere Conversion Raten. Falsch durchgeführt verlieren Sie über Nacht 80 Prozent Ihres Google Traffics.
Die häufigsten Fehler beim Relaunch: URLs ändern sich ohne 301 Weiterleitungen. Bestehende Inhalte verschwinden ersatzlos. Die neue Seite geht live, bevor jemand die Indexierung geprüft hat.
Bevor Sie auch nur ein Design Mockup freigeben, exportieren Sie Ihre Google Search Console Daten der letzten zwölf Monate. Identifizieren Sie jede URL, die organischen Traffic bringt. Diese Seiten sind heilig. Ihre URLs dürfen sich nicht ändern. Ihre Inhalte dürfen nicht verschwinden. Ihre internen Verlinkungen müssen erhalten bleiben.
Dr. Web hat 14 Best Practices für einen erfolgreichen Internetseite Relaunch zusammengestellt. Die wichtigsten Punkte für Ihre Relaunch Website Checkliste:
Vor dem Relaunch: Crawlen Sie die bestehende Seite vollständig (Screaming Frog). Dokumentieren Sie jede URL, jeden Seitentitel und jede Meta Description. Erstellen Sie eine Weiterleitungsmap: alte URL → neue URL. Arbeiten Sie auf einer Staging Umgebung, nie direkt auf dem Livesystem.
Am Tag des Relaunches: Prüfen Sie jede 301 Weiterleitung. Reichen Sie die neue Sitemap in der Google Search Console ein. Testen Sie alle Formulare, alle internen Links und alle externen Einbindungen.
Nach dem Relaunch: Überwachen Sie den organischen Traffic täglich für mindestens vier Wochen. Prüfen Sie die Search Console auf Crawling Fehler. Reagieren Sie sofort auf 404 Meldungen.
Wie analysieren Sie eine bestehende Website systematisch?

Eine Website Checkliste endet nicht beim Go Live. Eine Website zu bauen ist ein Projekt. Eine Website zu betreiben ist ein Prozess. Die meisten Unternehmen investieren viel Geld in den Launch und lassen die Seite danach verrotten. Keine regelmäßige Analyse, kein Monitoring, keine Optimierung.
Die Analyse Website Checkliste beantwortet vier Fragen:
Finden Besucher Ihre Seite? Google Search Console zeigt, für welche Suchbegriffe Ihre Seite angezeigt wird, wie oft sie geklickt wird und auf welcher Position sie steht. Analysieren Sie diese Daten monatlich.
Bleiben Besucher auf Ihrer Seite? Die Absprungrate (Bounce Rate) und die Verweildauer zeigen, ob Ihre Inhalte relevant sind. Eine Absprungrate über 70 Prozent auf Landingpages deutet auf ein Problem hin: falsches Keyword, schlechter erster Eindruck oder zu lange Ladezeit.
Tun Besucher, was Sie wollen? Conversion Tracking misst, ob Besucher das Kontaktformular ausfüllen, den Newsletter abonnieren oder ein Produkt kaufen. Ohne Conversion Tracking betreiben Sie Blindflug.
Funktioniert die Technik zuverlässig? Prüfen Sie regelmäßig auf tote Links, fehlerhafte Weiterleitungen, abgelaufene SSL Zertifikate und veraltete Plugins. Tools wie Screaming Frog, Ahrefs oder die kostenlose Google Search Console decken technische Probleme auf, bevor Besucher sie bemerken.
| Analyse Bereich | Kostenlos | Professionell |
|---|---|---|
| Suchbegriffe und Rankings | Google Search Console | Sistrix, Ahrefs |
| Besucherverhalten | Google Analytics 4 (mit Consent) | Matomo (self hosted, DSGVO konform) |
| Technischer Zustand | PageSpeed Insights | Screaming Frog, Sitebulb |
| Barrierefreiheit | WAVE, axe DevTools | Deque, Siteimprove |
| Rechtssicherheit | Manueller Check | eRecht24 Scanner |
Was prüfen Sie in den letzten 48 Stunden vor dem Go Live?

Die Go Live Website Checkliste ist kurz und mechanisch. Die letzten zwei Tage vor dem Go Live sind kein Zeitpunkt für kreative Entscheidungen. Sie sind der Moment für eine emotionslose Abnahme. Jeder Punkt wird geprüft, jeder Punkt wird abgehakt.
Rufen Sie jede einzelne Seite auf. Auf Desktop und auf Smartphone. Prüfen Sie, ob alle Texte korrekt dargestellt werden, ob alle Bilder laden und ob alle Links funktionieren. Füllen Sie jedes Formular aus und prüfen Sie, ob die E-Mail ankommt. Testen Sie den Bestellprozess von Anfang bis Ende, falls Sie einen Onlineshop betreiben.
Prüfen Sie die Basics: Ist das Impressum vollständig? Ist die Datenschutzerklärung aktuell? Ist der Cookie Banner korrekt konfiguriert? Ist die XML Sitemap eingereicht? Ist die robots.txt korrekt (kein versehentliches noindex auf der Startseite)?
Prüfen Sie die Performance ein letztes Mal. Ladezeiten können sich zwischen Staging und Produktivumgebung unterscheiden. Ein LCP Wert, der auf dem Testserver unter 2 Sekunden lag, kann auf dem echten Server bei 4 Sekunden landen.
Erstellen Sie ein vollständiges Backup. Dokumentieren Sie den Zeitpunkt des Go Live. Informieren Sie alle Beteiligten. Und dann: Knopf drücken und beobachten.
FAQ: Braucht Ihre Website eine Checkliste?

Was benötige ich alles für eine Website?
Eine Website braucht ein Hosting, eine Domain, ein Content Management System, ein SSL Zertifikat, ein Impressum, eine Datenschutzerklärung und Inhalte (Texte, Bilder, Videos). Seit Juni 2025 kommt die Barrierefreiheit nach BFSG als gesetzliche Pflicht hinzu. Bevor Sie starten, definieren Sie Ihre Zielgruppe und erstellen ein Lastenheft mit allen Anforderungen.
Worauf sollten Sie bei einer neuen Website achten?
Achten Sie auf eine klare Seitenstruktur, mobiltaugliches Design, schnelle Ladezeiten unter 2,5 Sekunden, vollständige DSGVO Konformität und barrierefreie Gestaltung nach WCAG 2.2. Definieren Sie vor dem Start messbare Ziele und prüfen Sie regelmäßig, ob die Website diese Ziele erreicht.
Was muss auf eine Homepage?
Die Startseite braucht eine klare Kernbotschaft, die in drei Sekunden erfassbar ist, eine intuitive Navigation, einen sichtbaren Call to Action (Kontaktformular, Telefonnummer), vertrauensbildende Elemente (Referenzen, Zertifikate, Bewertungen) und ein vollständiges Impressum mit Datenschutzerklärung im Footer.
Was sollte eine Website haben?
Jede Unternehmenswebsite braucht mindestens eine Startseite, eine Leistungsseite, eine Über uns Seite, eine Kontaktseite mit Formular, ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Für SEO empfehlen sich ein Blog oder Ratgeberbereich, eine XML Sitemap und strukturierte Daten (Schema.org).
Wer kümmert sich um meine Website nach dem Launch?
Nach dem Launch braucht Ihre Website regelmäßige Pflege: Software Updates (mindestens wöchentlich), Sicherheitsmonitoring, Backups, Content Aktualisierungen und eine monatliche Analyse der Besucherdaten. Sie können das intern übernehmen, an Ihre Agentur auslagern oder einen Wartungsvertrag mit einem spezialisierten Dienstleister abschließen.
Ist meine Website barrierefrei?
Prüfen Sie Ihre Website mit dem kostenlosen WAVE Tool oder dem Schnelltest der Aktion Mensch. Testen Sie außerdem die Tastaturbedienung: Drücken Sie Tab und navigieren Sie ohne Maus durch Ihre gesamte Seite. Prüfen Sie die Farbkontraste mit dem WebAIM Contrast Checker. Für eine vollständige WCAG 2.2 Prüfung empfiehlt sich ein professionelles Audit.
Quellen
Digital Trust Index 2025 | Craftzing / anatom5 | https://anatom5.de/agentur/themen/detail/news-digital-trust-index-2025-wie-barrierefrei-ist-das-internet-in-europa | besucht am 15.04.2026
§ 37 BFSG Bußgeldvorschriften | Bundesgesetzblatt | https://bfsg-gesetz.de/37-bfsg/ | besucht am 15.04.2026
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) | Bundesgesetzblatt | https://www.gesetze-im-internet.de/bfsg/ | besucht am 15.04.2026
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 | W3C | https://www.w3.org/TR/WCAG22/ | besucht am 15.04.2026
PageSpeed Insights | Google | https://pagespeed.web.dev/ | besucht am 15.04.2026
WAVE Web Accessibility Evaluation Tool | WebAIM | https://wave.webaim.org/ | besucht am 15.04.2026
Buzzmatic / DataPulse Research | 99 Prozent der deutschen Online Shops nicht barrierefrei | https://www.eu-schwerbehinderung.eu/index.php/schwerbehinderung/26886-99-prozent-der-deutschen-online-shops-sind-nicht-barrierefrei | besucht am 15.04.2026
| Datum | Version | Änderung |
|---|---|---|
| 13.09.2019 | v1.0 | Erstveröffentlichung. WordPress-fokussierte Pre-Launch-Checkliste, 18 Kapitel, Du-Ansprache, Autor: Markus Seyfferth |
| 16.07.2024 | v1.1 | Redaktionelle Aktualisierung (Datum im CMS geändert, keine substanzielle Überarbeitung erkennbar) |
| 22.04.2026 | v2.0 | Kompletter Neuschnitt. |
13 Kommentare zu „Braucht Ihre Website eine Checkliste?“
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Sehr hilfreiche Checkliste – vielen Dank für die strukturierte Übersicht!
Gerade bei Website-Projekten ist es entscheidend, nicht nur technisch sauber zu arbeiten, sondern auch inhaltlich und strategisch alles im Griff zu haben. Diese Punkte helfen, professionell und effizient abzuliefern – genau das, was Kunden erwarten. -
Wunderbarer Beitrag, danke für diese Checkliste.
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Gern geschehen. Magst du deiner Agentur und uns etwas Gutes tun und Agenturpartner werden? Melde dich gerne bei Interesse unter der michael.dobler@drweb.de, oder wir kommen mal beim Outreach vorbei 🙂
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Hallo Dr. Web Team,
wie immer umfassender Beitrag, einen DSGVO Check kannman noch laufen lassen, Bsp. hier dr-dsgvo.de/webseiten-check/ oder nicht als Tool hier: https://bit.ly/3uJcmRa Viele Grüße aus Franken -
So eine Zusammenfassung ist wirklich prima. Danke und weiter so! Grüße aus Berlin
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Sehr guter Beitrag. Danke dafür.
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Hallo Andreas,
ich finde die Zusammenstellung ganz gelungen, auch wenn nicht alles abgebildet wird, was bei einem Webprojekt so auf einen zukommt.
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es zu Verzögerungen auf Kundenseite kommt. Gerade, wenn es um Feedback zu Grafikentwürfen oder das Liefern von Inhalten geht.
Häufig hängt es daran, dass der Kunde nicht hinterher kommt, und wir sehr lange auf wichtige Infos warten – häufig ist ein ähnliches Muster zu erkennen – „sorry, ich hab gerade so viel um die Ohren und komme nicht dazu.“ „ich habe gerade private Probleme und schaffe es einfach nicht.“Natürlich sind wir hier sehr fair, aber irgendwann kann ich es einfach nicht mehr hören. Es nervt und verursacht bei uns Mehraufwand, gegen den wir uns zukünftig absichern möchten/müssen.
Wir haben z.B. aktuell den Fall, dass die Website zu 99% fertig und betriebsbereit ist, der Kunde uns aber leider bis heute nur Rohtexte geliefert hat.
Er kommt „angeblich“ nicht dazu, die Texte auszuformulieren – und somit verzögert sich der Go-Live Termin dementsprechend. Da der Kunde die Endrechnung erst bezahlen will, wenn die Website online ist, besteht hier Klärungsbedarf und ein hohes Konfliktpotenzial.Wir feilen gerade an einem Modell, dass den Kunden mehr in die Pflicht nehmen soll.
Falls hier jemand eine gute Idee oder Erfahrungswerte hat, freue ich mich über Antworten.BG aus Köln
Ken-
Hallo Ken,
erfahrungsgemäß tun sich alle Kunden schwer mit Texten, da es ihnen logischerweise an Expertise und Selbstvertrauen fehlt.
Die Frage sollte nicht sein, wie man die Kunden in die Pflicht nimmt, sondern wie man sie dabei unterstützen kann, ihre Unsicherheiten zu überwinden. Gleiches Problem, andere Sichtweise.
Wir machen das so:
Entweder bieten wir von vornherein die Texterstellung nach einer Checkliste an. Das hat den Vorteil, dass wir die Texte gleich sinnvoll strukturieren und die Kunden an die Hand nehmen können.
Oder wir fangen erst dann mit dem Projekt an, wenn die fertigen Texte vorliegen, da wir einen Content First-Ansatz verfolgen. Wenn das zu lange dauert, ziehen wir nach Rücksprache erstmal andere Projekte vor.
Selbst nach einem Jahr haben sich Kunden bei mir wieder gemeldet, die ich schon aufgegeben hatte. Und haben dann durchgezogen.
Am Ende führt nur (gegenseitiges) Verständnis zu einer vertrauensvollen und langfristigen Zusammenarbeit. Ist jedenfalls meine Erfahrung 😉
Viele Grüße & viel Erfolg
Lorena
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Hallo,
ich habe mal eine Frage: Habt Ihr eventuell irgendwelche Vorgaben wie schnell eine Webseite sein muss, damit Sie NICHT negativ bei Google gewertet wird?
Vielen Dank schon mal im Voraus
BG
Jules-
Hallo Julia, eine fixe Grenze gibt es meines Wissens nach nicht, aber Tools wie:
– https://www.thinkwithgoogle.com/feature/testmysite/
– https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/
– https://www.webpagetest.org/können Dir schon ganz konkrete Hinweise geben, welche Fehler es auf einer Seite zu beheben gilt.
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Hallo, hier meine SEO Checkliste fuer Drupal Webprojekte.
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Wenn das Design der Texte optimal ist, prüfe die Inhalte auf Rechtschreibfehler. Lasse nicht zu, dass Texte mit Fehlern online gehen. Deine Reputation wird darunter leiden.
„, damit die User etas mit dieser Fehlermeldung anfangen können.“
Tip: die vorgestellte Checkliste auch selbst nutzen 😉 -
Ein wichtiger Punkt, der mir noch fehlt: Prüfen von Redirects (Weiterleitungen). Häufig wird vor allem auf der Startseite vergessen, diese sauber einzurichten. Die Startseite ist dadurch durch viele Varianten aufrufbar:
mit-www
ohne-www
/index.php
/home
Hier sollte man sich für eine Variante (mit oder ohne www) entscheiden und alle anderen Ziele per 301-Redirect weiterleiten. Beim Prüfen der Varianten helfen Plugins wie „Redirect Path“ in Chrome, um die Weiterleitungen zu visualisieren.
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