Eine Website-Checkliste entscheidet darüber, ob Ihr Internetauftritt Kunden gewinnt oder Anwälte beschäftigt. Die meisten Unternehmen starten ihren Webauftritt mit einem guten Gefühl und einer langen Liste offener Fragen: Stimmt das Hosting? Läuft das Kontaktformular? Ist die Seite DSGVO-konform? Ohne systematische Prüfung bleiben genau diese Fragen offen, bis der erste Kunde stutzt oder die erste Abmahnung eintrifft.
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- Was gehört in eine Website-Checkliste für Entscheider?
- Welche Fehler passieren bei der Website-Konzeption?
- Wie sieht eine Webdesign-Checkliste 2026 aus?
- Welche technischen Punkte entscheiden über Erfolg und Misserfolg?
- Wie wird Ihre Website rechtssicher und DSGVO-konform?
- Was verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz von Ihrer Website?
- Wie läuft ein Website-Relaunch ab, ohne Rankings zu verlieren?
- Wie analysieren Sie eine bestehende Website systematisch?
- Was prüfen Sie in den letzten 48 Stunden vor dem Go-live?
- FAQ: Braucht Ihre Website eine Checkliste?
Hier finden Sie eine vollständige Checkliste für alle Phasen, von der Konzeption über Technik, Recht und Barrierefreiheit bis zum laufenden Betrieb. Die Prüfpunkte richten sich nicht an Webentwickler, sondern an Sie als Entscheider.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine vollständige Website-Checkliste umfasst neun Bereiche: Konzeption, Webdesign, Technik, DSGVO, Barrierefreiheit, Relaunch, Analyse, Go-live und laufende Wartung.
- Seit Juni 2025 sind barrierefreie Websites für die meisten B2C-Unternehmen gesetzliche Pflicht, die Bußgelder reichen bis 100.000 €.
- Die häufigsten Fehler passieren bei der Planung, lange vor der ersten Zeile Code: Das Briefing fehlt, die Zielgruppe bleibt unklar, und Rechtspflichten geraten in Vergessenheit.
- Eine systematische Website-Analyse deckt Schwachstellen auf, bevor Besucher sie bemerken.
Was gehört in eine Website-Checkliste für Entscheider?

Die meisten Checklisten im Netz richten sich an Webentwickler und Freelancer. Solche Listen sammeln technische Details, die für Geschäftsführer keine Rolle spielen. Gerade die Punkte, die über den geschäftlichen Erfolg einer Website entscheiden, fehlen dort: Rechtssicherheit, Barrierefreiheit, Conversion-Optimierung und strategische Positionierung.
Eine Checkliste für Entscheider klärt drei Fragen: Erreicht die Website die richtigen Menschen, verwandelt sie Besucher in Anfragen, und erfüllt sie alle gesetzlichen Pflichten, ohne Ihnen schlaflose Nächte zu bereiten?
| Bereich | Relevanz für Entscheider | Typische Folge bei Versäumnis |
|---|---|---|
| Konzeption und Briefing | Sehr hoch | Kosten verdoppeln sich, die Projektdauer verdreifacht sich |
| Webdesign und Usability | Hoch | 38 % der Besucher verlassen schlecht gestaltete Seiten sofort |
| Technik und Performance | Mittel | Langsame Seiten verlieren 53 % der mobilen Nutzer |
| DSGVO und Recht | Sehr hoch | Bußgelder bis 20 Mio. €, Abmahnungen ab 1.500 € |
| Barrierefreiheit (BFSG) | Sehr hoch | Bußgelder bis 100.000 €, Vertriebsverbote, Abmahnungen |
| Relaunch | Hoch | Rankings und Traffic brechen ein, Kundenanfragen bleiben aus |
| Analyse | Hoch | Probleme bleiben unsichtbar, bis der Umsatz sinkt |
Die folgenden Kapitel gehen jeden dieser Bereiche durch und nennen die konkreten Prüfpunkte, die in Ihrem Unternehmen jemand abhaken muss, bevor die Website live geht und solange sie online ist.
Welche Fehler passieren bei der Website-Konzeption?

Der teuerste Fehler bei einer neuen Website fällt vor dem ersten Pixel: Das Briefing fehlt oder bleibt lückenhaft. Agentur und Team raten dann, was der Auftraggeber im Kopf hat. Am Ende stehen drei Korrekturschleifen statt einer, ein verdoppeltes Budget und ein Ergebnis, mit dem niemand zufrieden ist.
Ein strukturiertes Lastenheft legt vor Projektstart fest, was die Website leisten, wen sie ansprechen und welche Inhalte sie bieten soll. Dieses Dokument spart mehr Geld als jede spätere Designentscheidung.
Für die Konzeptionsphase umfasst die Checkliste folgende Punkte:
| Prüfpunkt | Pflicht | Verantwortlich |
|---|---|---|
| Zielgruppe schriftlich definiert (Branche, Rolle, Schmerzpunkte) | Ja | Auftraggeber |
| Wettbewerberanalyse (mindestens 3 Konkurrenzseiten dokumentiert) | Ja | Agentur oder intern |
| Seitenstruktur als Sitemap vor Designbeginn freigegeben | Ja | Beide |
| Inhalte (Texte, Bilder, Videos) terminiert und Verantwortlichen zugewiesen | Ja | Auftraggeber |
| Erfolgs-KPIs definiert (Anfragen pro Monat, Verweildauer, Absprungrate) | Empfohlen | Auftraggeber |
| Domain und Hosting geklärt | Ja | Agentur oder IT |
| CMS-Entscheidung getroffen und begründet | Ja | Agentur |
Viele Projekte scheitern an der Inhaltsbeschaffung: Texte, Bilder und Freigaben kommen zu spät, die Agentur wartet, und die Rechnung läuft weiter. Legen Sie deshalb vor Projektstart fest, wer welche Inhalte bis wann liefert.
Wie sieht eine Webdesign-Checkliste 2026 aus?

Besucher bemerken gutes Webdesign nicht, weil sie auf Anhieb finden, was sie suchen. Schlechtes Design fällt dagegen sofort auf, etwa durch zu kleine Schrift, eine unlogische Navigation oder Buttons, die sich auf dem Smartphone nicht antippen lassen.
Laut Forrester Research spielt jeder in UX-Design investierte Betrag im Schnitt das Hundertfache wieder ein. Umgekehrt verlassen 38 Prozent der Nutzer eine Website sofort, sobald das Layout unattraktiv wirkt. Vier Kernbereiche gehören deshalb auf die Webdesign-Checkliste.
Navigation: Findet ein neuer Besucher innerhalb von drei Klicks die wichtigste Information? Testen Sie das mit fünf Personen, die Ihre Website noch nie gesehen haben, denn schon diese kleine Runde deckt rund 85 Prozent aller Usability-Probleme auf.
Mobile First: Über 60 Prozent aller Websitebesuche kommen 2026 von Smartphones. Prüfen Sie deshalb jede Seite auf einem echten Gerät und nicht nur im Browser-Emulator. Achten Sie auf die Schriftgröße (mindestens 16 px im Fließtext), auf Buttons mit mindestens 44 × 44 px Klickfläche und auf genug Abstand zwischen interaktiven Elementen.
Ladezeit: Google empfiehlt einen Largest Contentful Paint (LCP) unter 2,5 Sekunden, alles darüber kostet Rankings und Besucher. Kostenlose Werkzeuge wie PageSpeed Insights messen diesen Wert.
Typografie und Kontraste: Schwarzer Text auf weißem Grund bleibt die lesbarste Kombination. Hellgraue Schrift auf weißem Hintergrund sollten Sie meiden, denn die WCAG setzen das Kontrastminimum für normalen Text bei 4,5:1 an.
Diese Zielwerte prüfen Sie vor dem Go-live, am besten auf einem echten Smartphone statt im Browser-Emulator.
aller Usability-Probleme decken schon fünf Testpersonen auf, die Ihre Website noch nie gesehen haben.
aller Websitebesuche kommen 2026 von Smartphones.
beträgt die Mindestgröße für Fließtext auf dem Smartphone.
Klickfläche braucht jeder Button mindestens, dazu genug Abstand zum nächsten Element.
empfiehlt Google als Obergrenze für den Largest Contentful Paint (LCP).
verlangen die WCAG als Kontrastminimum zwischen normalem Text und Hintergrund.
Welche technischen Punkte entscheiden über Erfolg und Misserfolg?

Technik bildet das Fundament jeder Website; wackelt der Unterbau, hilft auch das beste Design nichts. Die technische Checkliste beginnt beim Hosting und endet beim letzten Formularfeld.
Hosting: Ein Managed-WordPress-Hosting (DSGVO-konform, schnelle Ladezeiten, automatische Backups) kostet zwischen 20 und 50 € pro Monat. Achten Sie dabei auf einen Auftragsverarbeitungsvertrag und einen Serverstandort in Deutschland, denn der Hoster verarbeitet jede Anfrage Ihrer Besucher samt IP-Adresse; welche Anbieter beides bieten, zeigt der Webhosting-Vergleich für Deutschland. Ein Sparkurs an dieser Stelle rächt sich: Eine Stunde Downtime kommt Sie teurer zu stehen als ein Jahr im Premium-Tarif.
SSL-Zertifikat: Verschlüsselung gehört seit Jahren zum Pflichtprogramm, trotzdem betreiben manche Unternehmen ihre Seiten noch immer ohne HTTPS. Ohne SSL zeigt Chrome eine Sicherheitswarnung, Google stuft die Seite ab, und Formulardaten laufen unverschlüsselt durchs Netz.
Formulare: Testen Sie jedes Kontaktformular nicht nur auf Funktion, sondern auch auf Zustellung: Landen die E-Mails im Spam, und erreicht die Bestätigungsmail den Absender? Prüfen Sie zusätzlich, ob sich das Formular auch auf dem Smartphone ausfüllen und absenden lässt. Für die meisten Anfragen reichen drei Felder (Name, E-Mail, Nachricht), denn jedes zusätzliche Pflichtfeld senkt die Abschlussrate messbar.
Backups: Automatische tägliche Sicherungen sind Pflicht. Prüfen Sie außerdem, ob sich eine Sicherung tatsächlich wiederherstellen lässt, denn ein Backup, das niemand je getestet hat, verdient den Namen nicht.
WordPress-spezifisch: Halten Sie die Zahl der Plugins unter 20, denn jede Erweiterung stellt ein mögliches Sicherheitsrisiko dar und verlangsamt die Seite. Aktualisieren Sie WordPress, Themes und Plugins mindestens einmal pro Woche.
Jeder dieser Punkte klingt banal, bis er fehlt.
| Technischer Prüfpunkt | Werkzeug zur Prüfung | Zielwert |
|---|---|---|
| Ladezeit (LCP) | PageSpeed Insights | Unter 2,5 Sekunden |
| Mobilfreundlichkeit | Test auf einem echten Smartphone | Alle Seiten lesbar und bedienbar |
| SSL-Zertifikat aktiv | Browser-Adressleiste | HTTPS ohne Sicherheitswarnung |
| Broken Links | Screaming Frog, Broken Link Checker | 0 tote Links |
| Backup-Wiederherstellung | Manueller Test | Unter 30 Minuten |
Wie wird Ihre Website rechtssicher und DSGVO-konform?

Die Datenschutz-Grundverordnung gilt seit 2018, und trotzdem verstoßen nach Branchenschätzungen über 60 Prozent aller deutschen Unternehmenswebsites gegen mindestens eine Vorschrift. Die häufigsten Verstöße sind fehlerhafte Cookie-Banner, unvollständige Datenschutzerklärungen und Tracking ohne Einwilligung.
Die rechtliche Checkliste gehört deshalb in die Projektplanung und nicht in die letzte Stunde vor dem Go-live.
Impressum: Hier stehen der vollständige Name, eine ladungsfähige Anschrift, Kontaktdaten, gegebenenfalls die Handelsregisternummer sowie die Umsatzsteuer-ID. Für GmbH und AG gelten zusätzliche Pflichtangaben. Ein fehlerhaftes Impressum zählt zu den häufigsten Abmahngründen.
Datenschutzerklärung: Das Dokument muss jede Datenverarbeitung auf Ihrer Website abbilden, von Kontaktformularen über Analytics, Newsletter-Anmeldung und Social-Media-Einbindungen bis zum Hosting. Nutzen Sie einen DSGVO-konformen Generator und lassen Sie das Ergebnis juristisch prüfen.
Cookie-Banner: Vorausgewählte Häkchen sind verboten, und das Ablehnen muss genauso einfach funktionieren wie das Zustimmen. Kein Tracking darf vor der aktiven Einwilligung starten. Bei der DSGVO-Umsetzung in WordPress verdienen Plugins und Themes besondere Aufmerksamkeit, sobald sie eigenständig Daten erheben.
Unterm Strich umfasst die DSGVO-Checkliste drei Pflichtbausteine: das Impressum, die Datenschutzerklärung und ein Cookie-Banner, das Tracking bis zur Einwilligung blockiert.
Was verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz von Ihrer Website?

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Unternehmen, die digitale Dienstleistungen an Verbraucher anbieten, sind seitdem gesetzlich verpflichtet, ihre Website barrierefrei zu gestalten. Verstöße können Bußgelder bis zu 100.000 € sowie Vertriebsverbote und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen nach sich ziehen.
Das BFSG betrifft nicht nur Onlineshops, sondern auch Websites, über die Verbraucher Termine buchen, Bankgeschäfte erledigen oder andere digitale Dienstleistungen nutzen. Ausgenommen sind lediglich Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und unter zwei Millionen Euro Jahresumsatz, sofern sie keine betroffenen Produkte herstellen.
Die technische Grundlage bilden die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) auf Level AA. Was abstrakt klingt, lässt sich auf vier Prinzipien zurückführen. Die folgende Übersicht zeigt diese Prinzipien zusammen mit den Eckdaten des Gesetzes.
Für Unternehmen, die digitale Dienstleistungen an Verbraucher anbieten, ist eine barrierefreie Website gesetzliche Pflicht. Vier Eckdaten und vier Prinzipien zeigen, was die Pflicht konkret verlangt.
Seit diesem Tag gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
Bis zu diesem Betrag reichen die Bußgelder, dazu drohen Vertriebsverbote und Abmahnungen.
Beschäftigte und unter zwei Millionen Euro Jahresumsatz: Kleinstunternehmen bleiben ausgenommen, sofern sie keine betroffenen Produkte herstellen.
Diese Stufe der WCAG 2.2 bildet die technische Grundlage der Prüfung.
Wahrnehmbar
Alle Nutzer können sämtliche Inhalte wahrnehmen.
Typischer Verstoß: Bilder ohne Alt-Text, Videos ohne Untertitel
Bedienbar
Die gesamte Navigation funktioniert per Tastatur.
Typischer Verstoß: Dropdown-Menüs, die nur per Maus erreichbar sind
Verständlich
Inhalte und Bedienung erschließen sich ohne Rätselraten.
Typischer Verstoß: kryptische Fehlermeldungen, unklare Formularbeschriftungen
Robust
Screenreader und andere assistive Technologien lesen alle Inhalte zuverlässig aus.
Typischer Verstoß: fehlende HTML-Semantik, falsche Überschriftenhierarchie
Aus diesen Prinzipien ergeben sich sechs Prüfpunkte für Ihre Checkliste. Jedes Bild braucht einen aussagekräftigen Alt-Text: Statt „Bild von einer Frau“ steht dort besser „Geschäftsführerin prüft Quartalszahlen am Laptop“. Dekorative Bilder erhalten ein leeres Alt-Attribut (alt="").
Jedes interaktive Element, ob Link, Button oder Formularfeld, muss sich per Tastatur erreichen und bedienen lassen. Zum Test drücken Sie Tab und springen durch die gesamte Seite, ohne die Maus anzurühren.
Für die Farbkontraste gilt das schon erwähnte Minimum von 4,5:1. Der kostenlose WebAIM Contrast Checker prüft den Wert in Sekunden.
Die Überschriften von H1 bis H6 brauchen eine logische Hierarchie, weil Screenreader sie als Navigationshilfe nutzen. Fehlt zwischen H1 und H3 eine H2, verlieren blinde Nutzer die Orientierung.
Formulare brauchen sichtbare Labels, die im Code mit dem jeweiligen Eingabefeld verknüpft sind; ein Platzhaltertext allein genügt nicht. Videos benötigen Untertitel, Audioinhalte eine Textalternative.
Alle Details zu Fristen, Ausnahmen und den Anforderungen einzelner Branchen finden Sie in unserer ausführlichen Analyse zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Für Prüfung und Umbau können Sie eine auf Barrierefreiheit spezialisierte Agentur beauftragen; welche Anbieter infrage kommen, zeigt unser Vergleich der Agenturen für Barrierefreiheit.
Eine Website-Checkliste ohne Barrierefreiheit gleicht seit dem 28. Juni 2025 einem Auto ohne Bremsen. Losfahren klappt, doch spätestens die erste Abmahnung oder ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro beendet die Fahrt.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie läuft ein Website-Relaunch ab, ohne Rankings zu verlieren?

Ein Relaunch ist der riskanteste Eingriff, den Sie Ihrer Website zumuten können. Gut geplant liefert der Neustart frisches Design, bessere Performance und höhere Conversion-Raten als die alte Seite. Geht dagegen etwas schief, können über Nacht 80 Prozent des Google-Traffics wegbrechen.
Drei Fehler passieren beim Relaunch besonders oft: URLs ändern sich ohne 301-Weiterleitung, bestehende Inhalte verschwinden ersatzlos, und die neue Seite geht live, bevor jemand die Indexierung geprüft hat.
Bevor Sie auch nur ein Design-Mockup freigeben, exportieren Sie die Daten der letzten zwölf Monate aus der Google Search Console und markieren jede URL, die organischen Traffic bringt. Diese Seiten sind unantastbar: Adresse, Inhalt und interne Verlinkungen bleiben beim Relaunch unverändert.
Dr. Web hat 14 Best Practices für einen erfolgreichen Relaunch der Internetseite zusammengestellt. Für Ihre Relaunch-Checkliste zählen vor allem die folgenden Punkte.
Vor dem Relaunch: Crawlen Sie die bestehende Seite vollständig, etwa mit Screaming Frog. Dokumentieren Sie dabei jede URL, jeden Seitentitel und jede Meta Description. Aus diesen Daten entsteht eine Weiterleitungsliste, die jeder alten URL ihre neue Adresse zuordnet. Gearbeitet wird auf einer Staging-Umgebung, nie direkt im Livesystem.
Am Tag des Relaunches: Prüfen Sie jede 301-Weiterleitung und reichen Sie die neue Sitemap in der Google Search Console ein. Anschließend testen Sie sämtliche Formulare, internen Links und externen Einbindungen.
Nach dem Relaunch: Beobachten Sie den organischen Traffic mindestens vier Wochen lang täglich. Die Search Console zeigt Ihnen Crawling-Fehler, und auf jede 404-Meldung reagieren Sie sofort.
Wie analysieren Sie eine bestehende Website systematisch?

Mit dem Go-live endet die Checkliste nicht, denn eine Website zu bauen ist ein Projekt, sie zu betreiben dagegen ein Prozess. Die meisten Unternehmen stecken viel Geld in den Launch und überlassen die Seite danach sich selbst, ohne regelmäßige Analyse, Monitoring oder Optimierung.
Die Checkliste für die laufende Analyse beantwortet vier Fragen.
Finden Besucher Ihre Seite? Die Google Search Console zeigt, bei welchen Suchbegriffen Ihre Seite erscheint, wie oft Nutzer sie anklicken und auf welcher Position sie steht. Werten Sie diese Daten monatlich aus.
Bleiben Besucher auf Ihrer Seite? Absprungrate (Bounce Rate) und Verweildauer verraten, ob Ihre Inhalte relevant sind. Liegt die Absprungrate einer Landingpage über 70 Prozent, deutet das auf ein Problem hin, etwa ein falsches Keyword, einen schwachen ersten Eindruck oder eine zu lange Ladezeit.
Tun Besucher, was Sie wollen? Das Conversion-Tracking misst, ob Besucher das Kontaktformular ausfüllen, den Newsletter abonnieren oder ein Produkt kaufen. Ohne diese Messung fliegen Sie blind.
Funktioniert die Technik zuverlässig? Prüfen Sie regelmäßig, ob tote Links, fehlerhafte Weiterleitungen, abgelaufene SSL-Zertifikate oder veraltete Plugins auftauchen. Werkzeuge wie Screaming Frog, Ahrefs oder die kostenlose Google Search Console decken solche Probleme auf, bevor Besucher sie bemerken.
| Analysebereich | Kostenlos | Professionell |
|---|---|---|
| Suchbegriffe und Rankings | Google Search Console | Sistrix, Ahrefs |
| Besucherverhalten | Google Analytics 4 (mit Einwilligung) | Matomo (selbst gehostet, DSGVO-konform) |
| Technischer Zustand | PageSpeed Insights | Screaming Frog, Sitebulb |
| Barrierefreiheit | WAVE, axe DevTools | Deque, Siteimprove |
| Rechtssicherheit | Manueller Check | eRecht24-Scanner |
Was prüfen Sie in den letzten 48 Stunden vor dem Go-live?

Die Go-live-Checkliste fällt kurz und mechanisch aus. In den letzten zwei Tagen vor dem Start haben kreative Entscheidungen nichts mehr verloren; jetzt zählt eine nüchterne Abnahme, bei der jeder Punkt geprüft und abgehakt wird.
Rufen Sie jede einzelne Seite auf, am Desktop wie am Smartphone. Kontrollieren Sie, ob alle Texte korrekt erscheinen, alle Bilder laden und alle Links funktionieren. Füllen Sie jedes Formular aus und warten Sie, bis die Bestätigung per E-Mail im Postfach liegt. Betreiben Sie einen Onlineshop, testen Sie zusätzlich den Bestellprozess von Anfang bis Ende.
Danach kommen die Grundlagen an die Reihe. Ist das Impressum vollständig und die Datenschutzerklärung aktuell? Arbeitet das Cookie-Banner fehlerfrei, und ist die XML-Sitemap eingereicht? Kontrollieren Sie zuletzt, ob die robots.txt richtig eingestellt ist und kein versehentliches noindex die Startseite aus dem Google-Index fernhält.
Messen Sie die Performance ein letztes Mal, denn Ladezeiten können zwischen Staging- und Produktivumgebung abweichen. Ein LCP-Wert, der auf dem Testserver unter 2 Sekunden lag, kann auf dem echten Server auf 4 Sekunden steigen.
Vor dem Start steht ein vollständiges Backup. Den genauen Zeitpunkt des Go-live dokumentieren Sie und teilen ihn allen Beteiligten mit. Danach drücken Sie den Knopf und beobachten genau, was passiert.
FAQ: Braucht Ihre Website eine Checkliste?

Was benötige ich alles für eine Website?
Für eine Unternehmenswebsite brauchen Sie eine Domain, ein Hosting, ein Content-Management-System, ein SSL-Zertifikat, ein Impressum, eine Datenschutzerklärung und die eigentlichen Inhalte wie Texte, Bilder oder Videos. Seit dem 28. Juni 2025 kommt für viele Unternehmen die Barrierefreiheit nach dem BFSG als gesetzliche Pflicht hinzu. Vor dem Start definieren Sie Ihre Zielgruppe und beschreiben alle Anforderungen in einem Lastenheft.
Worauf sollten Sie bei einer neuen Website achten?
Am Anfang steht ein vollständiges Briefing mit Zielgruppe, Sitemap und klar verteilten Zuständigkeiten für die Inhalte. Danach zählen ein mobiltaugliches Design, ein Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden, eine vollständige DSGVO-Umsetzung und eine barrierefreie Gestaltung nach WCAG 2.2 auf Level AA. Legen Sie außerdem messbare Ziele fest, etwa die Zahl der Anfragen pro Monat, und prüfen Sie regelmäßig, ob die Website sie erreicht.
Ist eine barrierefreie Website Pflicht?
Für Unternehmen, die digitale Dienstleistungen an Verbraucher anbieten, ja: Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und unter zwei Millionen Euro Jahresumsatz, sofern sie keine betroffenen Produkte herstellen. Verstöße können Bußgelder bis zu 100.000 Euro, Vertriebsverbote und Abmahnungen nach sich ziehen.
Wie prüfen Sie, ob Ihre Website barrierefrei ist?
Einen ersten Eindruck liefern kostenlose Werkzeuge wie WAVE oder axe DevTools. Testen Sie zusätzlich die Tastaturbedienung: Drücken Sie die Tab-Taste und navigieren Sie ohne Maus durch die gesamte Seite. Den Farbkontrast von mindestens 4,5:1 prüft der WebAIM Contrast Checker in Sekunden; eine gründliche Untersuchung nach WCAG 2.2 leisten professionelle Lösungen wie Deque oder Siteimprove.
Wie vermeiden Sie Rankingverluste beim Relaunch?
Exportieren Sie vor dem Relaunch die Daten der letzten zwölf Monate aus der Google Search Console und markieren Sie jede URL, die organischen Traffic bringt. Diese Seiten behalten Adresse, Inhalt und interne Verlinkungen; geänderte URLs leiten Sie per 301-Weiterleitung um. Nach dem Start beobachten Sie den organischen Traffic mindestens vier Wochen lang täglich und reagieren sofort auf 404-Meldungen.
Wie oft sollten Sie Ihre Website prüfen und pflegen?
Backups laufen automatisch und täglich; WordPress, Themes und Plugins aktualisieren Sie mindestens einmal pro Woche. Die Daten der Google Search Console werten Sie monatlich aus. Tote Links, fehlerhafte Weiterleitungen und ablaufende SSL-Zertifikate prüfen Sie regelmäßig mit Werkzeugen wie Screaming Frog oder der Search Console.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 15.04.2026
- Craftzing / anatom5Digital Trust Index 2025
- Bundesgesetzblatt§ 37 BFSG Bußgeldvorschriften
- BundesgesetzblattBarrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)
- W3CWeb Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2
- GooglePageSpeed Insights
- WebAIMWAVE Web Accessibility Evaluation Tool
- Buzzmatic / DataPulse Research99 Prozent der deutschen Online-Shops nicht barrierefrei
| Datum | Version | Änderung |
|---|---|---|
| 13.09.2019 | v1.0 | Erstveröffentlichung. WordPress-fokussierte Pre-Launch-Checkliste, 18 Kapitel, Du-Ansprache, Autor: Markus Seyfferth |
| 16.07.2024 | v1.1 | Redaktionelle Aktualisierung (Datum im CMS geändert, keine substanzielle Überarbeitung erkennbar) |
| 22.04.2026 | v2.0 | Kompletter Neuschnitt. |
| 04.10.2026 | v2.1 | Sprachliche Überarbeitung, zwei Infografiken, FAQ neu gefasst, Hinweis zu Auftragsverarbeitung und Serverstandort beim Hosting |

14 Kommentare
guud lluck. thanks for shearing
Sehr hilfreiche Checkliste – vielen Dank für die strukturierte Übersicht!
Gerade bei Website-Projekten ist es entscheidend, nicht nur technisch sauber zu arbeiten, sondern auch inhaltlich und strategisch alles im Griff zu haben. Diese Punkte helfen, professionell und effizient abzuliefern – genau das, was Kunden erwarten.
Wunderbarer Beitrag, danke für diese Checkliste.
Gern geschehen. Magst du deiner Agentur und uns etwas Gutes tun und Agenturpartner werden? Melde dich gerne bei Interesse unter der [email protected], oder wir kommen mal beim Outreach vorbei 🙂
Hallo Dr. Web Team,
wie immer umfassender Beitrag, einen DSGVO Check kannman noch laufen lassen, Bsp. hier dr-dsgvo.de/webseiten-check/ oder nicht als Tool hier: https://bit.ly/3uJcmRa Viele Grüße aus Franken
So eine Zusammenfassung ist wirklich prima. Danke und weiter so! Grüße aus Berlin
Sehr guter Beitrag. Danke dafür.
Hallo Andreas,
ich finde die Zusammenstellung ganz gelungen, auch wenn nicht alles abgebildet wird, was bei einem Webprojekt so auf einen zukommt.
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es zu Verzögerungen auf Kundenseite kommt. Gerade, wenn es um Feedback zu Grafikentwürfen oder das Liefern von Inhalten geht.
Häufig hängt es daran, dass der Kunde nicht hinterher kommt, und wir sehr lange auf wichtige Infos warten – häufig ist ein ähnliches Muster zu erkennen – „sorry, ich hab gerade so viel um die Ohren und komme nicht dazu.“ „ich habe gerade private Probleme und schaffe es einfach nicht.“
Natürlich sind wir hier sehr fair, aber irgendwann kann ich es einfach nicht mehr hören. Es nervt und verursacht bei uns Mehraufwand, gegen den wir uns zukünftig absichern möchten/müssen.
Wir haben z.B. aktuell den Fall, dass die Website zu 99% fertig und betriebsbereit ist, der Kunde uns aber leider bis heute nur Rohtexte geliefert hat.
Er kommt „angeblich“ nicht dazu, die Texte auszuformulieren – und somit verzögert sich der Go-Live Termin dementsprechend. Da der Kunde die Endrechnung erst bezahlen will, wenn die Website online ist, besteht hier Klärungsbedarf und ein hohes Konfliktpotenzial.
Wir feilen gerade an einem Modell, dass den Kunden mehr in die Pflicht nehmen soll.
Falls hier jemand eine gute Idee oder Erfahrungswerte hat, freue ich mich über Antworten.
BG aus Köln
Ken
Hallo Ken,
erfahrungsgemäß tun sich alle Kunden schwer mit Texten, da es ihnen logischerweise an Expertise und Selbstvertrauen fehlt.
Die Frage sollte nicht sein, wie man die Kunden in die Pflicht nimmt, sondern wie man sie dabei unterstützen kann, ihre Unsicherheiten zu überwinden. Gleiches Problem, andere Sichtweise.
Wir machen das so:
Entweder bieten wir von vornherein die Texterstellung nach einer Checkliste an. Das hat den Vorteil, dass wir die Texte gleich sinnvoll strukturieren und die Kunden an die Hand nehmen können.
Oder wir fangen erst dann mit dem Projekt an, wenn die fertigen Texte vorliegen, da wir einen Content First-Ansatz verfolgen. Wenn das zu lange dauert, ziehen wir nach Rücksprache erstmal andere Projekte vor.
Selbst nach einem Jahr haben sich Kunden bei mir wieder gemeldet, die ich schon aufgegeben hatte. Und haben dann durchgezogen.
Am Ende führt nur (gegenseitiges) Verständnis zu einer vertrauensvollen und langfristigen Zusammenarbeit. Ist jedenfalls meine Erfahrung 😉
Viele Grüße & viel Erfolg
Lorena
Hallo,
ich habe mal eine Frage: Habt Ihr eventuell irgendwelche Vorgaben wie schnell eine Webseite sein muss, damit Sie NICHT negativ bei Google gewertet wird?
Vielen Dank schon mal im Voraus
BG
Jules
Hallo Julia, eine fixe Grenze gibt es meines Wissens nach nicht, aber Tools wie:
– https://www.thinkwithgoogle.com/feature/testmysite/
– https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/
– https://www.webpagetest.org/
können Dir schon ganz konkrete Hinweise geben, welche Fehler es auf einer Seite zu beheben gilt.
Hallo, hier meine SEO Checkliste fuer Drupal Webprojekte.
Wenn das Design der Texte optimal ist, prüfe die Inhalte auf Rechtschreibfehler. Lasse nicht zu, dass Texte mit Fehlern online gehen. Deine Reputation wird darunter leiden.
„, damit die User etas mit dieser Fehlermeldung anfangen können.“
Tip: die vorgestellte Checkliste auch selbst nutzen 😉
Ein wichtiger Punkt, der mir noch fehlt: Prüfen von Redirects (Weiterleitungen). Häufig wird vor allem auf der Startseite vergessen, diese sauber einzurichten. Die Startseite ist dadurch durch viele Varianten aufrufbar:
mit-www
ohne-www
/index.php
/home
Hier sollte man sich für eine Variante (mit oder ohne www) entscheiden und alle anderen Ziele per 301-Redirect weiterleiten. Beim Prüfen der Varianten helfen Plugins wie „Redirect Path“ in Chrome, um die Weiterleitungen zu visualisieren.