Gut ausgerüstet in die Zukunft. Dieser Pinsel hat sich schon mal kreativ weitergebildet.
4. Februar 2026 4. Februar 2026
Reading Time: 3 minutes

Kreativ sein mit KI: Geht das noch? Definitiv.

Michael Dobler

Michael Dobler

Autor Dr. Web

Adobe gründet das Creative Collective. Acht international bekannte Kreativprofis sollen helfen, den Wandel der Branche durch künstliche Intelligenz zu verstehen. Statt Zukunftsprognosen stehen praktische Erfahrungen im Fokus.

Warum braucht die Kreativbranche jetzt Orientierung?

Kommt Ihnen das bekannt vor? Die KI-Debatte pendelt zwischen zwei Extremen. Die einen sehen den Untergang kreativer Berufe. Die anderen versprechen eine goldene Zukunft durch automatisierte Workflows. Dazwischen arbeiten Millionen Kreative, die schlicht wissen wollen, wie sie ihre Tools sinnvoll einsetzen. Adobe reagiert auf genau diese Orientierungslosigkeit mit dem Adobe Creative Collective. Die Initiative versammelt acht Kreativprofis aus Design, Fotografie, Film, neuen Technologien und Bildung. Ihr Auftrag: Aus der Praxis berichten, was heute funktioniert und was nicht.

Gut ausgerüstet in die Zukunft. Dieser Pinsel hat sich schon mal kreativ weitergebildet.
Gut ausgerüstet in die Zukunft. Dieser Pinsel hat sich schon mal kreativ weitergebildet.

Wer sitzt am Tisch?

Die Gründungsmitglieder lesen sich wie ein Who’s Who der Kreativszene. Stefan Sagmeister, legendärer Designer und Storyteller, ist ebenso dabei wie Tina Roth Eisenberg, Gründerin der globalen Frühstücksreihe CreativeMornings. Lindsay Adler bringt die Perspektive der Mode- und Beauty-Fotografie ein. Tim Tadder experimentiert seit Jahren an der Schnittstelle von Werbefotografie und KI-Bildgenerierung. Don Allen Stevenson III arbeitet als Creative Technologist mit Augmented Reality und experimentellen Medien. Karen X Cheng ist bekannt für virale Videokonzepte. Brandon Baum (BrandonB) verbindet VFX-Produktion mit Social-Media-Storytelling. Scott Belsky, Gründer von Behance und ehemaliger Chief Product Officer bei Adobe, rundet das Kollektiv ab.

„KI ist nicht nur die Zukunft. Sie ist bereits die Gegenwart“, sagt Lindsay Adler. Sie wolle Teil der Gespräche sein, „die darüber entscheiden, wie sich diese Veränderungen auf unsere Branche, unser Handwerk und unsere Kunden auswirken“.

KI ist nicht nur die Zukunft. Sie ist bereits die Gegenwart.

Lindsay Adler

Was genau soll das Kollektiv leisten?

Stellen Sie sich vor: Statt abstrakter Trendreports liefert das Kollektiv konkrete Einblicke aus dem Arbeitsalltag von Profis. Don Allen Stevenson III bringt es auf den Punkt: „Künstler werden durch KI in Extreme gedrängt.“ Sein Fokus liegt darauf, eine Zukunft zu gestalten, die „menschliche Emotionen und Absichten respektiert“ und gleichzeitig kreative Möglichkeiten erweitert. Für Brandon Baum ist die Initiative eine Chance, „Erkenntnisse auszutauschen, mit anderen Branchenführern zusammenzuarbeiten und neue Ideen innerhalb der Community zu fördern“.

Welchen Business-Impact hat das?

Die wirtschaftliche Relevanz kreativer Arbeit ist messbar. Allein über Behance wurden im vergangenen Jahr kreative Aufträge im Wert von über 74 Millionen Euro für mehr als 100.000 Freelancer, Festangestellte und Auszubildende ausgeschrieben. Für Unternehmen, die Kreativleistungen einkaufen oder eigene Kreativteams führen, liefert das Kollektiv wertvolle Orientierung. Die Fragen, die dort verhandelt werden, betreffen auch Ihre Budgets: Wie verändert KI die Honorarstrukturen? Welche Skills brauchen Kreativteams in zwei Jahren? Und wie bleibt Urheberschaft in einer Welt automatisierter Bildproduktion relevant?

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Was steht konkret an?

Am 4. Juni kehrt die Adobe 99U Conference nach New York zurück. Der eintägige Live-Event konzentriert sich darauf, wie KI kreative Praxis, Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen verändert. Die Anmeldung startet im Februar. Halbjährliche Creative Collective Summits sollen die wichtigsten Erkenntnisse als Zusammenfassungen an die Community weitergeben. Zusätzlich plant Adobe Playbooks und Reports mit praktischen Anleitungen. Diese sollen zeigen, was in verschiedenen Kreativdisziplinen gerade funktioniert und was nicht.

Lohnt sich das Beobachten?

Die Initiative ist Teil eines breiteren Engagements. Adobe investiert über Programme wie das Creative Apprenticeship und die Digital Academy in den Nachwuchs. Das Creative Collective ergänzt diese Strategie um die Perspektive erfahrener Profis. Weitere Mitglieder sollen folgen. Für Entscheider in Kreativunternehmen und Marketingabteilungen ist das Kollektiv ein früher Indikator, wohin sich Workflows, Tools und Kompetenzanforderungen entwickeln. Wer heute in Kreativteams investiert, tut gut daran, diese Signale zu lesen.

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