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Hessische Betriebe zahlten im September 194 € je Tonne Heu. Nach dem Dürresommer treibt das Gras zwar wieder aus, die leeren Silos füllt der späte Schnitt aber nur zum Teil.

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Auf meiner Morgenrunde stand das Gras im Hochsommer strohig und fahl, der Anblick hat mich erschreckt. Heute leuchtet dieselbe Wiese saftig grün, gerade hat der Bauer sie noch einmal gemäht. Seitdem frage ich mich, ob den Rinderhaltern nach diesem Sommer das Futter im Silo ausgeht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Sommer fielen bundesweit 72 Prozent der üblichen Regenmenge, in Baden-Württemberg 52 Prozent.
  • Knapp 80 Prozent der befragten Höfe in Bayern nannten ihr Grünland mangelhaft oder ungenügend.
  • Heu kostete im September im Bundesmittel 143 € je Tonne, so viel wie seit 2019 nicht.
  • Baden-Württemberg erstattet bis zur Hälfte der Kosten für Futterzukäufe.

Wie hart hat der Sommer die Futterbetriebe getroffen?

Ein Heuballen mit wachsendem Gras oben und einem Preisschild von 143 € davor
Sommer 2026: Zweitwärmster seit 1881, bundesweit nur 171 Liter Regen pro Quadratmeter. Baden-Württemberg erhielt 153 Liter. Grünland wächst kaum nach

Der Sommer 2026 war der zweitwärmste seit 1881 und brachte bundesweit rund 171 Liter Regen je Quadratmeter, knapp 72 Prozent des langjährigen Mittels.[1] Baden-Württemberg bekam mit 153 Litern gut die Hälfte. Auf dem Grünland wachse kaum noch etwas nach, meldete das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium Mitte August.[2]

In einer Umfrage des Bayerischen Bauernverbands bewerteten Anfang August knapp 80 Prozent der Betriebe ihr Grünland als mangelhaft oder ungenügend. Vielerorts fiel der dritte Schnitt ganz aus, fast 40 Prozent der Höfe kauften schon Futter zu. Verdorrte Wiesen zwingen Milchbauern, das Winterfutter schon im Sommer zu verbrauchen.

Warum hängt das Futter am Regen vor Ort?

Rinder fressen vor allem Gras und Mais vom eigenen Hof. Wie voll das Silo wird, entscheidet deshalb der Regen vor Ort. Im September fielen an einigen Stationen im Norden mehr als 125 Liter je Quadratmeter, im Saarland rund 3 Liter.[3]

Die Heupreise zeigen dasselbe Gefälle. Im September zahlten Betriebe in Hessen 194 € je Tonne und in Bayern 191 €, in Brandenburg dagegen 111 €. Das Bundesmittel kletterte auf 143 €, den höchsten Stand seit Juni 2019.[4] Steigende Futterkosten treiben auch die Lebensmittelpreise in die Höhe.

Der Bauernverband beobachtet, dass Zukäufer bislang genug Raufutter finden, auch weil die Viehbestände schrumpfen. Manche Rinderhalter verkleinern ihre Herden weiter.

Dürresommer 2026: Wo der Regen fehlte, ist das Heu am teuersten
Niederschlag im Sommer als Anteil am langjährigen Mittel und Heupreis im September 2026 (Großballen, ab Hof, ohne Mehrwertsteuer).
72 %
der üblichen Regenmenge fielen im Sommer bundesweit
27 %
des Mittels erreichte Baden-Württemberg im September
143 €
je Tonne Heu im Bundesmittel, höchster Stand seit Juni 2019
50 %
der Kosten für zugekauftes Futter erstattet Baden-Württemberg höchstens

Regen und Heupreis nach Bundesland

Regen im Sommer, Anteil am Mittel
Baden-Württemberg52 %
Rheinland-Pfalz55 %
Hessen57 %
Bayern66 %
Deutschland72 %
Heupreis September, je Tonne
Hessen194 €
Bayern191 €
Rheinland-Pfalz170 €
Bundesmittel143 €
Brandenburg111 €

Was bringen der späte Schnitt und die Futterhilfe?

Vielerorts haben die Betriebe bislang nur einen oder zwei Schnitte ins Silo gebracht, schreibt der Agrarwissenschaftler Olaf Steinhöfel.[5] Der Herbstregen ließ das Gras in den meisten Regionen Bayerns noch einmal austreiben, dieses Grün sehen Sie gerade.

Kürzere Tage bremsen den späten Aufwuchs, der Ertrag fällt geringer aus. Nach trüben Tagen enthält das Gras wenig Zucker und lässt sich schwer silieren. Dafür liefert ein sauber geernteter Herbstschnitt oft mehr als 16 Prozent Rohprotein in der Trockenmasse.[6]

Der späte Grasschnitt überbrückt ein paar Wochen, den ausgefallenen Sommerschnitt ersetzt er nicht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Baden-Württemberg zahlt seit dem 19. Oktober eine Futtermittelhilfe für Betriebe, die mehr als 30 Prozent ihres Futterertrags verloren haben: bis zu 50 Prozent der Nettokosten für zugekauftes Grobfutter samt Transport, höchstens 100.000 €.[7]

Angenommen, ein Betrieb kauft 100 Tonnen Heu zum Bundesmittel vom September, dann zahlt er 14.300 € netto, bis zu 7.150 € übernimmt das Land. Im August hatte das Ministerium bis zu fünf Millionen Euro eingeplant.[2] Mit dem Höchstbetrag reicht diese Summe für 50 Betriebe.

Rinderhalter in Baden-Württemberg sammeln am besten jeden Beleg seit Juli und stellen den Antrag bis zum 30. November, ein verspäteter Eingang führt zur Ablehnung.[7] Teures Futter trifft die Milchbauern hart: Schon im April kostete die Höfe ein Kilogramm Milch 53 Cent, die Molkereien zahlten 38 Cent.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Deutscher WetterdienstDeutschlandwetter im Sommer 202631.08.2026
  2. Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-WürttembergMinisterin Gentges: Unsere Landwirte sind im Kampf gegen Futterknappheit nicht allein18.08.2026
  3. Deutscher WetterdienstDeutschlandwetter im September 202629.09.2026
  4. agrarheuteHeupreise steigen im September auf 7-Jahreshoch: Was Landwirte jetzt für Heu zahlen, Auswertung der Preise der Landwirtschaftskammern17.09.2026
  5. Olaf Steinhöfel, Bayerisches Landwirtschaftliches WochenblattFutterknappheit: So gelingt die Herbstsilage22.10.2026
  6. Olaf Steinhöfel, LAND & FORSTGrünland: Herbstaufwüchse erfolgreich silieren20.10.2026
  7. Land Baden-WürttembergAntragstellung auf Futtermittelhilfe 2026 läuft an14.10.2026

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