Die Geburtenrate in Deutschland erreicht Sie als Elternbrief der Kita: Wegen fehlender Anmeldungen schließt eine Gruppe, in der verbliebenen spricht jedes vierte Kind zu Hause vorrangig eine andere Sprache. Weniger Kinder heißt nicht weniger Arbeit. 2025 kamen laut Statistischem Bundesamt 654.241 Babys zur Welt, bei 29,1 Prozent davon hatte die Mutter einen ausländischen Pass.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen„Mutter“ Deutschland bekommt so wenige Kinder wie zuletzt Mitte der Neunzigerjahre, und die Kinder, die zur Welt kommen, haben immer häufiger Eltern mit ausländischem Pass. Für Ihr Unternehmen hat das handfeste Folgen: Die Kita-Kinder von heute sind die Auszubildenden der späten 2030er-Jahre. Wir haben die amtlichen Geburtendaten seit 1871 und die Zahlen aller 400 Kreise ausgewertet, damit Sie sehen, wie sich die nächste Generation zusammensetzt und was daraus für Kita, Schule und Standort folgt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Geburtenrate fiel 2025 auf 1,32 Kinder je Frau, bei deutschen Frauen auf 1,20. Mit 654.241 Babys kamen so wenige Kinder zur Welt wie seit 1946 nicht mehr.
- 29,1 Prozent der Neugeborenen hatten 2025 eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Mindestens ein ausländisches Elternteil hatten 2024 schon 34,9 Prozent der Babys, nach 23,3 Prozent im Jahr 2011.
- Der Anteil steigt vor allem, weil deutsche Paare weniger Kinder bekommen: Seit 2016 sank die Zahl der Babys deutscher Mütter um 23,6 Prozent, die der Babys ausländischer Mütter blieb nahezu gleich. Syrische Mütter brachten 2025 rund 22.300 Kinder zur Welt, afghanische rund 6.800.
- Die Geburtenstatistik zählt Pässe, nicht Herkunft. Unter den Kindern unter fünf Jahren haben laut Mikrozensus 39,5 Prozent mindestens ein eingewandertes Elternteil. Ob diese Generation den Standort stärkt, entscheidet sich bei Sprache und Bildung im Kita-Alter.
1 Wie viele Kinder bekam eine Frau in Deutschland 2025 im Schnitt? Aufklappen ↓
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2 Welcher Anteil der Neugeborenen hatte 2025 eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit? Aufklappen ↓
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3 Welche Staatsangehörigkeit hatten 2025 die meisten ausländischen Mütter? Aufklappen ↓
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4 In welchem Kreis hatten 2024 die meisten Neugeborenen mindestens ein ausländisches Elternteil? Aufklappen ↓
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5 Wie viele Kinder zweier ausländischer Eltern wurden 2025 bei der Geburt automatisch Deutsche? Aufklappen ↓
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Wie hat sich die Geburtenrate in Deutschland seit 1871 entwickelt?

Seit Beginn der Reichsstatistik ist die Geburtenrate von 4,7 Kindern je Frau in den 1870er-Jahren auf 1,32 im Jahr 2025 gefallen. Zwei Einbrüche prägen die Kurve: der erste Geburtenrückgang um 1900 und der Pillenknick ab Ende der 1960er-Jahre. Seit 1970 liegt die Rate unter dem Bestandserhaltungsniveau von heute 2,07.
Gemessen wird die Geburtenrate als zusammengefasste Geburtenziffer. Die Kennzahl gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekäme, wenn die Geburtenhäufigkeit eines bestimmten Jahres für ihr ganzes Leben gälte. Der Vorteil: Die Zahl hängt nicht davon ab, wie viele Frauen gerade im gebärfähigen Alter sind. Für die Statistik zählen Frauen von 15 bis 49 Jahren.
Im Kaiserreich bekam eine Frau im Schnitt fast fünf Kinder. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) beziffert die Geburtenziffer für die Jahre 1871 bis 1880 auf 4,7. Viele dieser Kinder starben früh: 1870 mussten nach Berechnungen von Martin Bujard vom BiB im Schnitt 3,5 Kinder zur Welt kommen, damit zwei das Erwachsenenalter erreichten. 2025 reichten dafür 2,07. Mit besserer Medizin sank in den 1880er- und 1890er-Jahren die Säuglingssterblichkeit, wenig später folgte der erste große Geburtenrückgang. Im Jahrzehnt bis 1910 lag die Rate noch bei 4,17, im Ersten Weltkrieg fiel sie 1917 und 1918 auf 1,95.
Nach einem kurzen Anstieg auf 3,38 im Jahr 1920 sank die Rate in der Weltwirtschaftskrise auf 1,70 im Jahr 1933. Bis 1940 stieg die Rate auf 2,5, im Zweiten Weltkrieg fiel sie wieder unter 1,9. Für die Jahre 1945 bis 1955 weist das BiB keine gesamtdeutschen Werte aus. Danach begann der Babyboom: 1964 kamen 1.357.304 Kinder zur Welt, so viele wie in keinem anderen Jahr seit 1950, die Geburtenziffer erreichte 2,54.
Bis 1989 Werte des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, ab 1990 des Statistischen Bundesamts (ab 2012 auf Basis des Zensus 2022). Für 1945 bis 1955 liegen keine gesamtdeutschen Werte vor. Ostdeutschland: ostdeutsche Flächenländer ohne Berlin.
Der Absturz kam schnell. Zwischen 1966 und 1975 fiel die Rate von 2,51 auf 1,48. Die Antibabypille gab dem Einbruch den Namen Pillenknick, erklärt ihn aber nur zum Teil. Als zentralen Grund nennt Bujard in einer Analyse für die Bundeszentrale für politische Bildung die stärkere Beteiligung von Frauen an Bildung und Erwerbsarbeit, während Männer kaum Familienarbeit übernahmen und Betreuungsangebote fehlten. Für viele Frauen entstand ein Konflikt zwischen Elternschaft und Beruf. Im früheren Bundesgebiet verharrte die Rate danach laut BiB auf einem international sehr niedrigen Wert von 1,4, der seither als deutsche Normalität gilt.
Die Wiedervereinigung brachte den tiefsten Einschnitt der Nachkriegszeit. In den ostdeutschen Flächenländern brach die Geburtenziffer von 1,52 im Jahr 1990 auf 0,77 im Jahr 1994 ein, die Zahl der Geburten sank von 178.476 auf 78.698. Bujard führt den Einbruch auf den wirtschaftlichen Umbruch, hohe Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit zurück. Bundesweit lag die Rate 1994 bei 1,24, dem niedrigsten Wert seit Beginn der Reihe 1871.
Zwischen 2012 und 2016 stieg die Rate dann auf 1,60. Das Statistische Bundesamt nennt dafür günstige Rahmenbedingungen: eine stabile Wirtschaft, den Ausbau der Krippenplätze im Westen und das Elterngeld von 2007. Hinzu kamen die neuen Zuwanderinnen aus Osteuropa und die Schutzsuchenden aus Syrien und Afghanistan. Nach einem Zwischenhoch von 1,61 im Pandemiejahr 2021 folgte der dritte große Rückgang im vereinigten Deutschland: 1,49 im Jahr 2022, 1,38 im Jahr 2023, 1,35 im Jahr 2024 und 1,32 im Jahr 2025.
Mit 1,32 liegt die Geburtenrate so niedrig wie zuletzt 1996. Mit 654.241 Babys kamen 2025 so wenige Kinder zur Welt wie seit 1946 nicht mehr, nicht einmal halb so viele wie im Babyboom-Jahr 1964. Die Babyboomer gehen in Rente, und die Jahrgänge, die nachrücken, sind schmaler als je zuvor. Wir halten den aktuellen Rückgang für den folgenreichsten der drei, weil er nicht auf einen Umbruch folgt, sondern auf eine Krise des Zutrauens.
- Langfristig: Von 4,7 Kindern je Frau in den 1870er-Jahren auf 1,32 im Jahr 2025, seit 1970 unter dem Bestandserhaltungsniveau.
- Tiefpunkte: 1,24 bundesweit und 0,77 in Ostdeutschland im Jahr 1994, nach der Wiedervereinigung.
- Heute: 654.241 Geburten im Jahr 2025, halb so viele wie 1964 und so wenige wie seit 1946 nicht mehr.
Warum bekommen Frauen in Deutschland immer weniger Kinder?

Die Geburtenrate sinkt seit 2022 bei deutschen und ausländischen Frauen gleichermaßen. Deutsche Frauen bekamen 2025 im Schnitt 1,20 Kinder, Frauen mit ausländischem Pass 1,78. Das Statistische Bundesamt verweist auf aufgeschobene Familiengründungen, die Wirtschaftslage und Zukunftsängste.
Der Rückgang betrifft vor allem Frauen ab 30 und das erste Kind. Olga Pötzsch nennt in ihrer Analyse zum dritten Geburtenrückgang in der Fachzeitschrift des Statistischen Bundesamts mehrere Ursachen: nachlassende Effekte der Familienpolitik der 2000er-Jahre, Nachwirkungen der Pandemiejahre, die schlechtere Wirtschaftslage, den Klimawandel und Ängste um den Frieden in Europa. Während der Pandemie kamen zudem weniger Partnerschaften und Ehen zustande, was die Geburten der Folgejahre dämpfen kann.
Mütter sind bei der Geburt heute im Schnitt 31,9 Jahre alt, beim ersten Kind 30,5 Jahre. 1991 lag das Durchschnittsalter noch bei 27,9 Jahren. Je später die Familiengründung beginnt, desto weniger Zeit bleibt für ein zweites oder drittes Kind. Der Frauenjahrgang 1976, dessen Familienplanung weitgehend abgeschlossen ist, hat im Schnitt 1,58 Kinder bekommen, also deutlich mehr, als die aktuelle Jahresrate vermuten lässt. Ob die jüngeren Jahrgänge das Niveau halten, ist offen.
Im Osten sinkt die Rate schneller. Die ostdeutschen Flächenländer kamen 2025 auf 1,22 Kinder je Frau, die westlichen Länder auf 1,34. Sachsen meldete mit 1,16 den niedrigsten Wert seit 1998, Niedersachsen mit 1,38 den höchsten. In fast allen Ländern sank die Rate, nur Hamburg legte leicht zu. In den ostdeutschen Flächenländern und den Stadtstaaten zeichnet sich nach den Daten des Bundesamts zudem mehr dauerhafte Kinderlosigkeit ab.
Die Lücke zwischen deutschen und ausländischen Frauen schrumpft. 2016 bekamen Frauen mit ausländischem Pass im Schnitt 2,38 Kinder, deutsche Frauen 1,47. Bis 2025 fiel die Rate der Ausländerinnen auf 1,78, die der deutschen Frauen auf 1,20. Die Ausländerinnen verloren damit ein Viertel ihrer Geburtenhäufigkeit, die deutschen Frauen knapp ein Fünftel. Die Frauen mit ausländischem Pass heben die Gesamtrate um gut einen Zehntelpunkt: Ohne diese Gruppe läge Deutschland bei 1,20 statt 1,32.
Warum das für Sie als Arbeitgeber zählt, zeigt ein Blick auf die Rentenkasse und den Arbeitsmarkt. Jedes Kind, das heute nicht geboren wird, fehlt 20 Jahre später als Auszubildender, Facharbeiter und Beitragszahler. Wie eng Kinderzahl und Alterssicherung zusammenhängen, haben wir in unserem Beitrag zur Frage beschrieben, ob die Rente ohne genug Kinder noch funktioniert. Kurzfristig ändert eine höhere Geburtenrate am Fachkräftemangel nichts, langfristig entscheidet sie über ihn.
- Deutsche Frauen: 1,20 Kinder je Frau im Jahr 2025, so wenige wie zuletzt Mitte der Neunzigerjahre.
- Ausländerinnen: 1,78 Kinder je Frau, ein Viertel weniger als 2016. Die Lücke zu den deutschen Frauen schrumpft.
- Späte Mütter: 31,9 Jahre im Schnitt bei der Geburt, vier Jahre älter als 1991.
Wie viele Babys in Deutschland haben ausländische Eltern?

2025 hatten 29,1 Prozent der Neugeborenen eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit, 190.213 von 654.241 Kindern. Mit den Vätern gerechnet hatten 2024 schon 34,9 Prozent der Babys mindestens ein ausländisches Elternteil, nach 23,3 Prozent im Jahr 2011.
Die amtliche Statistik kennt zwei Blickwinkel. Das Statistische Bundesamt zählt in seinen Veröffentlichungen meist nach der Staatsangehörigkeit der Mutter. Die Regionaldatenbank der Statistischen Ämter weist zusätzlich aus, ob beide Eltern, ein Elternteil oder kein Elternteil einen ausländischen Pass haben. Die Zahlen unterscheiden sich bei gemischten Paaren: Hat nur der Vater einen ausländischen Pass, zählt das Kind in der Mütterstatistik als Kind einer deutschen Mutter.
Über Jahrzehnte war der Anteil der Babys ausländischer Mütter erstaunlich stabil. 1991 lag er bei 13,0 Prozent, zwischen 1996 und 2014 laut Statistischem Bundesamt bei 17 bis 18 Prozent. Mit der Fluchtzuwanderung stieg er 2015 auf 20,1 und 2016 auf 23,3 Prozent. Seit 2022 klettert der Anteil erneut: 25,9 Prozent im Jahr 2022, 27,8 Prozent im Jahr 2023, 29,1 Prozent im Jahr 2025.
Die regionalen Unterschiede sind groß. In Bremen hatten 2025 44,6 Prozent der Neugeborenen eine ausländische Mutter, in Berlin 42,5 Prozent, in Hamburg 34,8 Prozent und in Hessen 34,5 Prozent. Die ostdeutschen Flächenländer kamen zusammen auf 21,6 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern mit 18,5 Prozent auf den niedrigsten Wert. Die höchsten Anteile melden damit die Stadtstaaten, gefolgt von Hessen.
Noch deutlicher zeigt sich das Gefälle auf Kreisebene. Wir haben die Geburten aller 400 Kreise für 2024 ausgewertet, das jüngste Jahr, für das die Regionaldatenbank die Nationalität beider Eltern ausweist. Bundesweit hatten 21,8 Prozent der Babys zwei ausländische Eltern. In Offenbach am Main hatten 68,6 Prozent der Babys mindestens ein ausländisches Elternteil, in Pforzheim 63,1 Prozent, in Ludwigshafen 60,8 Prozent. In 26 Kreisen liegt der Wert bei 50 Prozent oder mehr, darunter München, Frankfurt, Nürnberg, Duisburg und Berlin. Am anderen Ende steht der Erzgebirgskreis mit 10,3 Prozent. Im mittleren Kreis der Rangliste beträgt der Wert 28,8 Prozent.
Gezählt wird die Staatsangehörigkeit der Eltern bei der Geburt, nicht die Herkunft. Eingebürgerte Eltern gelten als deutsch, der Anteil der Kinder mit Einwanderungsgeschichte liegt deshalb höher. Die Veränderung seit 2011 ist in Prozentpunkten angegeben. Göttingen 2011 als Summe der Altkreise Göttingen und Osterode am Harz.
Die Karte zeigt eine zweite Bewegung, die in Durchschnittswerten untergeht. Im Westen ist der Anteil in vielen Großstädten seit 2011 nur leicht gestiegen, in Frankfurt um 4,0 Prozentpunkte, in Köln um 1,4 Punkte. In ostdeutschen Städten wächst er dagegen schnell: in Leipzig um 19,1 Punkte, in Dresden um 18,2 Punkte, in Gera um 33,3 Punkte. Der Osten holt bei der Zuwanderung auf, während dort zugleich die Geburten deutscher Paare am stärksten einbrechen.
Für Arbeitgeber in Ballungsräumen ist die Zukunft damit schon Gegenwart. Ein Betrieb in Offenbach, Heilbronn oder Gelsenkirchen rekrutiert seine Auszubildenden der 2040er-Jahre aus Jahrgängen, in denen die Mehrheit mindestens ein ausländisches Elternteil hat. Ein Betrieb im Erzgebirge oder in der Altmark trifft auf Jahrgänge, die vor allem eines sind: klein. Beide Lagen verlangen eine eigene Strategie, und beide beginnen bei der Kita, lange vor der Bewerbung.
- Bundesweit: 29,1 Prozent der Babys hatten 2025 eine ausländische Mutter, 34,9 Prozent hatten 2024 mindestens ein ausländisches Elternteil.
- Großstädte: In 26 Kreisen hat die Hälfte der Neugeborenen oder mehr ein ausländisches Elternteil, an der Spitze Offenbach mit 68,6 Prozent.
- Osten: Niedrigere Anteile, aber der schnellste Anstieg, in Leipzig um 19,1 Prozentpunkte seit 2011.
Bekommen Syrerinnen und Afghaninnen mehr Kinder?

Ja, aber der Abstand schrumpft. Frauen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Kosovo kamen 2015 und 2016 auf geschätzt 3,5 bis 4,6 Kinder je Frau. 2019 lag die Rate der Syrerinnen bei 3,9. Seitdem sinkt die Geburtenziffer aller Ausländerinnen deutlich, von 2,38 im Jahr 2016 auf 1,78 im Jahr 2025.
Syrerinnen stellen heute die größte Gruppe unter den ausländischen Müttern. 2025 brachten syrische Mütter 22.264 Kinder zur Welt, 3,4 Prozent aller Neugeborenen. Dahinter folgen türkische Mütter mit 15.083 Babys, rumänische mit 12.842 und ukrainische mit 11.096. Afghanische Mütter brachten 6.832 Kinder zur Welt, 1,0 Prozent aller Geburten. Die Zahlen stammen aus dem Statistischen Bericht Geburten 2025 des Statistischen Bundesamts.
| Staatsangehörigkeit der Mutter | Geburten 2016 | Geburten 2025 | Anteil an allen Geburten 2025 |
|---|---|---|---|
| deutsch | 607.470 | 464.028 | 70,9 % |
| syrisch | 18.511 | 22.264 | 3,4 % |
| türkisch | 21.827 | 15.083 | 2,3 % |
| rumänisch | 10.504 | 12.842 | 2,0 % |
| ukrainisch | 2.952 | 11.096 | 1,7 % |
| kosovarisch | 6.827 | 8.436 | 1,3 % |
| afghanisch | 5.896 | 6.832 | 1,0 % |
| polnisch | 11.770 | 6.523 | 1,0 % |
| irakisch | 5.528 | 4.751 | 0,7 % |
| alle ausländischen Mütter | 184.661 | 190.213 | 29,1 % |
| insgesamt | 792.131 | 654.241 | 100 % |
Die hohen Raten der Fluchtjahre gehen auf einen bekannten Effekt zurück. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamts lag die Geburtenziffer von Frauen aus Syrien, dem Kosovo, Afghanistan und dem Irak im Durchschnitt der Jahre 2015 und 2016 zwischen 3,5 und 4,6 Kindern je Frau. Demografen sprechen vom Post-Arrival-Effekt: Nach der Ankunft holen Familien Geburten nach, die sie auf der Flucht aufgeschoben haben. Der Effekt flacht nach einigen Jahren ab. Bis 2019 sank die Rate der Syrerinnen um 28 Prozent auf 3,9 und die der Irakerinnen auf 3,2.
Neuere Raten für einzelne Nationalitäten hat das Statistische Bundesamt seit 2019 nicht veröffentlicht. Die absoluten Zahlen zeigen aber die Richtung. Syrische Mütter bekamen 2018 rund 22.000 Kinder, danach sank die Zahl auf knapp 20.000 und erreichte 2025 wieder den Stand von 2018. Bei Afghaninnen schwankt die Zahl seit 2016 zwischen rund 4.000 und 6.800 im Jahr. Ukrainerinnen bekommen im Schnitt sogar weniger Kinder als deutsche Frauen, das Bundesamt beziffert ihre Geburtenziffer für 2023 auf 1,17.
Den steigenden Anteil treiben deshalb vor allem die fehlenden Geburten der deutschen Paare. Seit 2016 sank die Zahl der Babys deutscher Mütter um 23,6 Prozent, von 607.470 auf 464.028. Die Zahl der Babys ausländischer Mütter stieg im selben Zeitraum um 3,0 Prozent. Kinder zweier deutscher Eltern kamen 2021 noch 559.187-mal zur Welt, drei Jahre später nur noch 440.681-mal. In 396 von 400 Kreisen kamen 2024 weniger Babys deutscher Paare zur Welt als 2016.
Seit 2016 schrumpft vor allem die Zahl der Babys deutscher Paare. Die Geburten mit zwei ausländischen Eltern liegen seit 2018 stabil zwischen rund 140.000 und 147.000 im Jahr.
Für die Debatte über Zuwanderung ist dieser Befund unbequem, für beide Seiten. Wer den Wandel allein mit kinderreichen Zuwanderinnen erklärt, übersieht den Einbruch bei den deutschen Familien. Umgekehrt ändert dieser Einbruch nichts daran, dass die Zusammensetzung der Jahrgänge sich schnell verschiebt. Wir lesen die Zahlen so: Deutschland wird nicht von einer Geburtenwelle überrollt, sondern von seiner eigenen Kinderlosigkeit eingeholt.
- Syrerinnen: 22.264 Babys im Jahr 2025, die größte Gruppe der ausländischen Mütter, nur gut 200 mehr als 2018.
- Post-Arrival-Effekt: Die hohen Raten der Fluchtjahre sinken, bei allen Ausländerinnen von 2,38 auf 1,78 Kinder je Frau.
- Treiber: Seit 2016 kommen 23,6 Prozent weniger Babys deutscher Mütter zur Welt, bei ausländischen Müttern 3,0 Prozent mehr.
Warum unterschätzt die Geburtenstatistik den Wandel?

Die Geburtenstatistik zählt Pässe, keine Herkunft. Eingebürgerte Eltern gelten als deutsch, und 51.706 Kinder zweier ausländischer Eltern wurden 2025 bei der Geburt automatisch Deutsche. Nach dem Mikrozensus hatten 2025 schon 39,5 Prozent der Kinder unter fünf Jahren mindestens ein eingewandertes Elternteil.
Die Zahl der Einbürgerungen erreichte 2025 einen Rekord. 333.343 Menschen erhielten den deutschen Pass, so viele wie nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2000. Die größte Gruppe stellten nach den vorläufigen Zahlen Syrer mit rund 65.600 Einbürgerungen, gefolgt von Türken mit rund 34.100 und Russen mit rund 19.700. Jede Einbürgerung einer Frau im gebärfähigen Alter verschiebt ihre künftigen Kinder in der Statistik von den ausländischen zu den deutschen Müttern.
Ein zweiter Effekt kommt aus dem Staatsangehörigkeitsrecht. Nach Paragraf 4 Absatz 3 des Staatsangehörigkeitsgesetzes erwirbt ein Kind ausländischer Eltern bei der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, sofern ein Elternteil seit fünf Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat. Bis Juni 2024 galten acht Jahre. 2025 profitierten 51.706 Neugeborene von dieser Regel, 36,6 Prozent aller Kinder zweier ausländischer Eltern. Nach der Staatsangehörigkeit des Kindes hatten 2025 deshalb nur 13,7 Prozent der Babys einen ausländischen Pass.
Ein Beispiel zeigt, wie stark die Passstatistik täuscht. Im Jahr 2000 brachten türkische Mütter in Deutschland 39.774 Kinder zur Welt, 2025 nur noch 15.083. Die türkischstämmigen Familien sind nicht verschwunden. Viele Mütter der zweiten und dritten Generation wurden eingebürgert oder kamen nach dem Geburtsortprinzip schon als Deutsche zur Welt und tauchen in der Statistik als deutsche Mütter auf.
Genauer misst der Mikrozensus, der nach dem Geburtsland fragt. Das Statistische Bundesamt unterscheidet seit 2023 zwei Begriffe. Eine Einwanderungsgeschichte hat, wer selbst eingewandert ist oder wessen Eltern beide eingewandert sind. Nach den Erstergebnissen für 2025 trifft das auf 25,6 Prozent der Kinder unter fünf Jahren zu. Weitere 13,8 Prozent haben ein eingewandertes Elternteil, zusammen sind das 39,5 Prozent. Nach dem älteren Begriff des Migrationshintergrunds, der auch Kinder eingebürgerter Eltern erfasst, liegt der Anteil bei 42,7 Prozent.
Eine Feinheit gehört zur Ehrlichkeit dieser Rechnung. Bei den 15- bis 20-Jährigen liegt der Anteil mit Einwanderungsgeschichte nach dem engen Begriff mit 32,0 Prozent höher als bei den Kleinkindern. In dieser Altersgruppe stecken viele Jugendliche, die selbst eingewandert sind, etwa mit den Fluchtbewegungen seit 2015 oder aus der Ukraine. Bei den Jüngsten wächst dagegen der Anteil der Kinder mit einem deutschen und einem eingewanderten Elternteil. Der Wandel verläuft also weniger als Bruch denn als Mischung.
Insgesamt hatten 2025 in Deutschland 21,8 Millionen Menschen eine Einwanderungsgeschichte, 26,3 Prozent der Bevölkerung. Ohne den Zuwachs bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte wäre die Bevölkerung laut Statistischem Bundesamt 2025 um 478.000 Menschen geschrumpft. Die Einwanderungsgesellschaft ist damit ein Befund, den jeder Kreißsaal neu bestätigt.
- Einbürgerung: 333.343 neue Deutsche im Jahr 2025, ein Rekord. Ihre Kinder zählen als Kinder deutscher Eltern.
- Geburtsortprinzip: 51.706 Kinder zweier ausländischer Eltern wurden 2025 bei der Geburt Deutsche.
- Kleinkinder: 39,5 Prozent der unter Fünfjährigen haben mindestens ein eingewandertes Elternteil, nach altem Begriff 42,7 Prozent.
Was bedeutet der Wandel für Kitas und Grundschulen?

Kitas und Grundschulen bekommen weniger Kinder, aber mehr Kinder, die Deutsch erst lernen. 2025 sprach ein Viertel der Kita-Kinder ab drei Jahren zu Hause vorrangig eine andere Sprache. Die Zahl der Grundschüler hat 2025 ihren Höchststand erreicht und sinkt laut Kultusministerkonferenz bis 2040 um 14,8 Prozent.
In den Kitas kommt der Geburtenrückgang zuerst an. Am 1. März 2026 besuchten 3,98 Millionen Kinder unter 14 Jahren eine Kindertagesbetreuung, 2,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei den unter Dreijährigen sank die Zahl seit dem Höchststand 2023 um 11,7 Prozent. Erstmals seit Beginn der Zeitreihe 2006 ging laut Statistischem Bundesamt auch die Zahl der Einrichtungen zurück, um rund 80 auf etwa 61.000.
Der nationale Bildungsbericht 2026 beschreibt, was das vor Ort heißt. In Ländern mit stark rückläufigen Kinderzahlen werden Kitas kleiner, Träger schließen Gruppen oder ganze Einrichtungen. Sachsen zählte im März 2025 rund 312.000 betreute Kinder bei rund 378.000 Plätzen. Das sächsische Kultusministerium nutzt das Geld, das durch weniger Kinder frei wird, für einen besseren Betreuungsschlüssel, und erwartet bis 2040 ein Viertel weniger Grundschüler.
Gleichzeitig wächst die Aufgabe pro Kind. Laut Bildungsbericht spricht ein Viertel der Kita-Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt zu Hause nicht vorrangig Deutsch, bei den Jüngeren 19 Prozent. In Baden-Württemberg zeigte die Einschulungsuntersuchung 2022/23 bei rund einem Drittel aller Kinder einen intensiven Sprachförderbedarf. Bei Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache lag der Anteil bei 80 Prozent, bei Kindern, in deren Familie nur Deutsch gesprochen wird, bei 13 Prozent.
Ausgerechnet die Kinder, die am meisten von der Kita profitieren würden, besuchen sie seltener. Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts für 2023 gingen 76,8 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen mit Migrationshintergrund in eine Kita, aber 99,3 Prozent der Kinder ohne. Bei den unter Dreijährigen lag das Verhältnis bei 22,3 zu 44,5 Prozent. Der Bildungsbericht 2026 rechnet vor, dass Familien mit Einwanderungsgeschichte bei vorhandenem Bedarf 2024 mit einer um 10 Prozentpunkte geringeren Wahrscheinlichkeit einen Kitaplatz bekamen.
Die Länder testen den Sprachstand höchst unterschiedlich. Acht Länder prüfen alle Kinder mit verpflichtenden Screenings oder Tests, vier nur Kinder, die keine Kita besuchen. In acht Ländern folgt bei festgestelltem Bedarf eine verpflichtende Sprachförderung, drei empfehlen sie nur. Berlin erreichte im Schuljahr 2023/24 nach einer Vorlage des Senats an das Abgeordnetenhaus weniger als die Hälfte der Nicht-Kita-Kinder mit dem Sprachtest, und rund 77 Prozent der getesteten Kinder hatten Förderbedarf.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Kinder in Kindertagesbetreuung am 01.03.2026 | 3.980.200 | 2,0 % weniger als im Vorjahr |
| darunter Kinder unter drei Jahren | 756.700 | 11,7 % weniger als 2023 |
| Kindertageseinrichtungen | rund 61.000 | erstmals seit 2006 ein Rückgang |
| Kita-Kinder ab drei Jahren mit vorrangig nichtdeutscher Familiensprache, 2025 | 25 % | bei jüngeren Kindern 19 % |
| Kita-Besuch der Drei- bis Sechsjährigen, 2023 | 76,8 % mit, 99,3 % ohne Migrationshintergrund | Lücke von 22,5 Punkten |
| Grundschüler mit Einwanderungsgeschichte, 2025 | 29,2 % | weitere 12,4 % mit einem eingewanderten Elternteil |
| Schüler im Primarbereich 2025 und 2040 | 3,30 und 2,81 Millionen | 14,8 % weniger |
| Einschulungen zum Schuljahr 2025/2026 | rund 811.500 | 2,2 % weniger als im Vorjahr |
In der Grundschule setzt sich die Entwicklung fort. 2025 hatten nach dem Mikrozensus 29,2 Prozent der Grundschüler eine Einwanderungsgeschichte, weitere 12,4 Prozent ein eingewandertes Elternteil. Der IQB-Bildungstrend 2021 zeigt, wie groß die Rückstände ausfallen: Viertklässler der ersten Zuwanderergeneration lagen beim Zuhören 146 Punkte hinter Kindern ohne Zuwanderungshintergrund. Das Institut setzt ein Schuljahr Lernzuwachs mit etwa 60 Punkten an, der Rückstand entspricht also mehr als zwei Schuljahren.
Was aus diesen Lücken bis zum Ende der Schulzeit wird, haben wir in unserer Analyse beschrieben, wie die Bildungskrise bis 2040 auf die Betriebe durchschlägt. Für die Grundschule ist die Lage paradox. Nach dem Schuljahr 2026/27 sinkt die Zahl der Kinder, in den ostdeutschen Flächenländern laut KMK bis 2036 um mehr als ein Viertel. Der Anteil der Kinder mit Förderbedarf steigt dagegen weiter. Wir halten das für eine seltene Gelegenheit: Erstmals seit Jahrzehnten könnten Schulen und Kitas mit gleichem Personal kleinere Gruppen bilden und genau dort fördern, wo der Bedarf wächst.
- Weniger Kinder: 2,0 Prozent weniger Kita-Kinder als im Vorjahr, erstmals weniger Einrichtungen, bis 2040 rund 15 Prozent weniger Grundschüler.
- Mehr Förderung: Ein Viertel der älteren Kita-Kinder spricht zu Hause vorrangig eine andere Sprache als Deutsch.
- Zugangslücke: Kinder aus Einwandererfamilien bekommen seltener einen Kitaplatz, obwohl sie am meisten davon hätten.
Was heißt das für den Standort Deutschland?

Ohne Zuwanderung schrumpft Deutschland schon heute. 2025 starben 352.000 Menschen mehr, als geboren wurden, die Bevölkerung sank um 110.000. Bis 2035 verliert das Land je nach Zuwanderung 3,2 bis 4,9 Millionen Menschen im Erwerbsalter. Ob die Kinder von heute die Lücke schließen, entscheidet ihre Ausbildung.
Das Geburtendefizit von 352.000 Menschen war 2025 das größte der Nachkriegszeit. Die Nettozuwanderung von 235.000 Menschen konnte das Defizit nicht mehr ausgleichen, zum ersten Mal seit 2020 sank die Bevölkerung. Ende 2025 lebten 83,5 Millionen Menschen in Deutschland. Im Jahr zuvor waren per Saldo noch 430.000 Menschen zugewandert.
Für den Arbeitsmarkt zählt die Altersgruppe von 20 bis 66 Jahren. 2024 gehörten ihr 51,2 Millionen Menschen an. Nach der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung schrumpft die Gruppe bis 2035 um 3,2 Millionen bei hoher und um 4,9 Millionen bei niedriger Zuwanderung. Um die Verluste vollständig abzufangen, müssten laut Statistischem Bundesamt bis 2035 jedes Jahr per Saldo etwa 570.000 Menschen im Erwerbsalter zuwandern. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet bis 2036 mit 4,3 Millionen Arbeitskräften weniger.
Schon heute hängen ganze Branchen an Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte. 2025 hatten 27 Prozent aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte, bei Köchinnen und Köchen 56 Prozent, in der Lebensmittelherstellung 55 Prozent, im Gerüstbau 51 Prozent und in der Pflege 33 Prozent. Die Kinder dieser Beschäftigten sind die Fachkräfte der 2040er-Jahre, sofern Schule und Ausbildung gelingen.
Über die Fachkräfte von 2045 entscheidet keine Grenzkontrolle, sondern der Sprachtest mit vier Jahren.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Bislang gelingt dieser Weg zu selten. Im Abgangsjahr 2024 verließen nach den Schuldaten des Statistischen Bundesamts 19,9 Prozent der ausländischen Schulabgänger die allgemeinbildende Schule ohne Ersten Schulabschluss, bei den deutschen Abgängern 6,0 Prozent. Das Bundesinstitut für Berufsbildung zählte 2024 unter den 20- bis 34-Jährigen mit Einwanderungsgeschichte 33,4 Prozent ohne Berufsabschluss, bei Gleichaltrigen ohne Einwanderungsgeschichte 10,6 Prozent.
Wie teuer diese Lücke ist, hat das ifo Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung berechnet. Bessere Bildungsleistungen ließen das Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahr 2105 um insgesamt rund 20,9 Billionen Euro zusätzlich wachsen, etwa das Fünffache der heutigen jährlichen Wirtschaftsleistung. Den größten Hebel für diese Investition sehen wir bei Kindern, die Deutsch erst in der Kita lernen.
Für Unternehmen verschiebt sich damit die Frage. Wie viele Menschen in einer Region leben, verliert an Gewicht gegenüber der Frage, was sie können. Die Babyboomer, die in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen, haben wir in einem eigenen Beitrag über die Lücke am Arbeitsmarkt beschrieben. Nachrücken werden Jahrgänge, die kleiner und vielfältiger sind. Wir sehen darin eine Bildungsaufgabe mit klarem Termin: Die Babys von 2025 stehen ab 2041 auf dem Ausbildungsmarkt.
- Defizit: 352.000 mehr Sterbefälle als Geburten im Jahr 2025, die Zuwanderung glich das erstmals seit 2020 nicht mehr aus.
- Erwerbsalter: Bis 2035 fehlen 3,2 bis 4,9 Millionen Menschen zwischen 20 und 66 Jahren.
- Bildungslücke: 19,9 Prozent der ausländischen Schulabgänger ohne Ersten Schulabschluss, bei deutschen Abgängern 6,0 Prozent.
Was sollten Unternehmen und Politik jetzt tun?

Die Politik sollte den Sprachstand aller Vierjährigen verbindlich prüfen, Förderung verpflichtend machen und frei werdende Kitaplätze gezielt an Kinder mit Förderbedarf vergeben. Unternehmen sollten ihre Nachwuchsplanung an der Zusammensetzung der Jahrgänge in ihrer Region ausrichten.
Die Zahlen lassen wenig Spielraum für Abwarten. Die Kinder, die 2041 ihre Ausbildung beginnen, sind bereits geboren, und ihre Sprachentwicklung entscheidet sich bis zur Einschulung 2031. Die Debatte über Zuwanderung bleibt unvollständig, solange sie an der Grenze endet und nicht im Kindergarten weitergeht. Der Hebel mit der größten Wirkung liegt bei den Drei- bis Fünfjährigen.
Für die Politik ergeben sich aus den Daten drei Prioritäten:
- Einen verpflichtenden Sprachtest für alle Kinder mit vier Jahren einführen, auch in den acht Ländern, die bisher nicht alle Kinder prüfen, und bei Bedarf eine verpflichtende Förderung anschließen.
- Frei werdende Kitaplätze zuerst an Familien vergeben, deren Kinder zu Hause kein Deutsch sprechen, und die Zugangslücke von 10 Prozentpunkten aktiv schließen.
- Erzieherinnen und Erzieher dort halten, wo die Kinderzahl sinkt, und den besseren Betreuungsschlüssel in Sprachförderung umsetzen, wie Sachsen das begonnen hat.
Unternehmen warten nicht auf die Politik. Ein Blick auf die Karte oben zeigt, wie Ihr Kreis aufgestellt ist. In Regionen mit kleinen Jahrgängen wird der Wettbewerb um Auszubildende härter, Betriebe sollten dort früher mit Schulen kooperieren und Praktika schon in der siebten Klasse anbieten. In Regionen, in denen die Mehrheit der Kinder ausländische Eltern hat, lohnt sich der Kontakt zu den Eltern, denn Eltern reden bei der Berufswahl mit, und eine duale Ausbildung wie in Deutschland ist international die Ausnahme.
Mehrere Ansätze sind für Betriebe jeder Größe machbar. Patenschaften mit Grundschulen und Kitas im Quartier, Lesepaten aus der Belegschaft und Ausbildungsmessen mit mehrsprachigem Material kosten wenig. Größere Unternehmen können Betriebskita-Plätze gezielt für Familien öffnen, die bisher keinen Platz finden. Ein Sprachkurs für Auszubildende zahlt sich aus, weil er genau die Leute stärkt, die Sie in zehn Jahren dringend brauchen.
Die Geburtenrate selbst ändert sich nur langsam, das zeigen die Erfahrungen mit Elterngeld und Kita-Ausbau: Beide hoben die Rate in den 2010er-Jahren, aber nur auf höchstens 1,61. Die Zusammensetzung der nächsten Generation ist ohnehin entschieden. Offen ist allein, ob Deutschland diese Generation so ausbildet, dass sie den Wohlstand der Babyboomer erhalten kann. Was diese Kinder einmal können, entscheidet sich in den Jahren bis zur Einschulung.
- Politik: Sprachtest für alle Vierjährigen, verpflichtende Förderung, frei werdende Plätze für Kinder mit Förderbedarf.
- Unternehmen: Nachwuchsplanung nach der Zusammensetzung der Jahrgänge im eigenen Kreis, früh mit Schulen und Eltern arbeiten.
- Termin: Die Auszubildenden von 2041 sind schon geboren, ihre Sprachentwicklung entscheidet sich bis zur Einschulung 2031.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zur Geburtenrate

Bestandserhaltungsniveau
Bestandserhaltungsniveau: die Geburtenrate, bei der eine Bevölkerung ohne Zuwanderung langfristig gleich groß bleibt. Der Wert hängt von der Sterblichkeit ab und liegt in Deutschland heute bei 2,07 Kindern je Frau. Seit 1970 liegt die tatsächliche Geburtenrate darunter.
Einbürgerung
Einbürgerung: der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Antrag. Seit der Reform vom Juni 2024 ist Mehrstaatigkeit grundsätzlich erlaubt. 2025 wurden 333.343 Menschen eingebürgert. Ihre Kinder zählen in der Geburtenstatistik als Kinder deutscher Eltern.
Einwanderungsgeschichte
Einwanderungsgeschichte: Begriff des Statistischen Bundesamts seit 2023. Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Ist nur ein Elternteil eingewandert, spricht das Amt von einseitiger Einwanderungsgeschichte.
Erwerbspersonenpotenzial
Erwerbspersonenpotenzial: die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen könnten, also Erwerbstätige, Arbeitslose und die stille Reserve. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung berechnet daraus, wie viel Zuwanderung nötig ist, um das Arbeitskräfteangebot stabil zu halten.
Geburtendefizit
Geburtendefizit: der Überschuss der Sterbefälle über die Geburten eines Jahres. 2025 lag das Defizit in Deutschland bei 352.000 Menschen, dem höchsten Wert der Nachkriegszeit. Nur Zuwanderung kann ein Geburtendefizit ausgleichen.
Geburtsortprinzip
Geburtsortprinzip: die Regel, nach der ein in Deutschland geborenes Kind ausländischer Eltern automatisch Deutscher wird, sofern ein Elternteil seit fünf Jahren rechtmäßig hier lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat. Die Regel steht in Paragraf 4 Absatz 3 des Staatsangehörigkeitsgesetzes.
IQB-Bildungstrend
IQB-Bildungstrend: Schulleistungsstudie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Studie prüft im Auftrag der Länder, ob Viertklässler und Neuntklässler die Bildungsstandards erreichen, und weist Ergebnisse nach Zuwanderungshintergrund aus.
Kohortenfertilität
Kohortenfertilität: die durchschnittliche Zahl der Kinder, die die Frauen eines Geburtsjahrgangs tatsächlich bekommen haben. Anders als die Jahresrate wird die Kennzahl nicht durch aufgeschobene Geburten verzerrt. Der Frauenjahrgang 1976 kam auf 1,58 Kinder.
Mikrozensus
Mikrozensus: die größte jährliche Haushaltsbefragung in Deutschland, an der rund ein Prozent der Bevölkerung teilnimmt. Der Mikrozensus fragt nach Geburtsland und Zuwanderung und liefert deshalb genauere Angaben zur Herkunft als die Geburtenstatistik, die nur die Staatsangehörigkeit erfasst.
Migrationshintergrund
Migrationshintergrund: älterer, weiter gefasster Begriff. Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Nach dieser Definition haben 42,7 Prozent der Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund.
Pillenknick
Pillenknick: der Einbruch der Geburtenrate zwischen Mitte der 1960er- und Mitte der 1970er-Jahre, von 2,51 auf 1,48 Kinder je Frau. Der Name verweist auf die Antibabypille, wichtiger waren laut Bevölkerungsforschung aber Bildung und Erwerbstätigkeit der Frauen.
Post-Arrival-Effekt
Post-Arrival-Effekt: die vorübergehend erhöhte Geburtenrate von Zuwanderinnen in den ersten Jahren nach der Ankunft, weil Familien aufgeschobene Geburten nachholen. In Deutschland erreichte die Rate der Ausländerinnen 2016 mit 2,38 ihren Höchstwert und sank danach.
Regionaldatenbank
Regionaldatenbank: gemeinsame Datenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder mit Ergebnissen bis auf Kreis- und Gemeindeebene. Für die Karte in diesem Beitrag liefert die Datenbank die Geburten nach Nationalität der Eltern für alle 400 Kreise von 2011 bis 2024.
Zusammengefasste Geburtenziffer
Zusammengefasste Geburtenziffer: die amtliche Kennzahl für die Geburtenrate. Die Kennzahl gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekäme, wenn die altersspezifischen Geburtenraten eines Jahres ihr Leben lang gälten. 2025 lag der Wert in Deutschland bei 1,32.
FAQ: Geburtenrate Deutschland: Der Wandel beginnt im Kreißsaal

Wie hoch ist die Geburtenrate in Deutschland 2025?
Die Geburtenrate lag 2025 bei 1,32 Kindern je Frau, nach 1,35 im Jahr 2024. So niedrig lag die Rate zuletzt 1996. Insgesamt kamen 654.241 Kinder zur Welt, so wenige wie seit 1946 nicht. In Ostdeutschland lag die Rate bei 1,22, im Westen bei 1,34.
Wie viele Kinder bekommen Ausländerinnen in Deutschland?
Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bekamen 2025 im Schnitt 1,78 Kinder, deutsche Frauen 1,20. Der Abstand schrumpft, 2016 lagen die Werte noch bei 2,38 und 1,47. Neuere Raten für einzelne Nationalitäten hat das Statistische Bundesamt seit 2019 nicht veröffentlicht.
Wie hoch wäre die Geburtenrate in Deutschland ohne Migranten?
Ohne Frauen mit ausländischem Pass läge die Geburtenrate 2025 bei 1,20 statt 1,32 Kindern je Frau. Die Zahl erfasst nur die Staatsangehörigkeit. Eingebürgerte Frauen und Töchter von Zugewanderten mit deutschem Pass sind darin enthalten, eine Rate nach Herkunft veröffentlicht das Statistische Bundesamt nicht.
Welche Geburtenrate braucht Deutschland für eine stabile Bevölkerung?
Ohne Zuwanderung bliebe die Bevölkerung bei rund 2,07 Kindern je Frau langfristig gleich groß. Diesen Wert, das Bestandserhaltungsniveau, unterschreitet Deutschland seit 1970. Die Lücke schließt seither die Zuwanderung, 2025 gelang das erstmals seit 2020 nicht mehr.
Wie viele Kinder werden in Deutschland pro Jahr geboren?
2025 wurden in Deutschland 654.241 Kinder geboren, 3,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Im Babyboom-Jahr 1964 kamen 1.357.304 Kinder zur Welt. Zuletzt stieg die Zahl 2021 auf 795.492, seitdem sinkt sie jedes Jahr.
Wie hoch ist die Geburtenrate in anderen EU-Ländern?
Laut Eurostat lag die Geburtenrate in der EU 2024 bei 1,34 Kindern je Frau. Frankreich kam auf 1,61, Italien auf 1,18 und Spanien auf 1,10. Für 2025 melden die nationalen Statistikämter für Frankreich 1,56 und für Italien 1,14.
Quellen
39 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 05.10.2026
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 230 vom 01.07.2026: Zusammengefasste Geburtenziffer sinkt im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau
- Statistisches BundesamtLebendgeborene nach der Staatsangehörigkeit der Mutter 2025 (Stand 01.07.2026)
- Statistisches BundesamtStatistischer Bericht Geburten 2025
- Statistisches BundesamtLebendgeborene, Gestorbene und Geburten- oder Sterbeüberschuss ab 1950
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 146 vom 28.04.2026: Größtes Geburtendefizit der Nachkriegszeit
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 203 vom 16.06.2026: Bevölkerung 2025
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 332 vom 21.09.2016: Geburten 2015
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 510 vom 16.12.2020: Geburtenziffern nach Staatsangehörigkeit 2019
- Statistisches BundesamtWISTA 4/2025: Der dritte Geburtenrückgang im vereinigten Deutschland
- Statistisches BundesamtWISTA 3/2018: Aktueller Geburtenanstieg und seine Potenziale
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 186 vom 03.06.2026: Einbürgerungen 2025
- Statistisches BundesamtEinbürgerungen: endgültige Ergebnisse 2025
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 128 vom 13.04.2026: 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte
- Statistisches BundesamtStatistischer Bericht Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte, Erstergebnisse 2025
- Statistisches BundesamtStatistischer Bericht Bevölkerung nach Migrationshintergrund, Erstergebnisse 2025
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 342 vom 29.09.2026: Kindertagesbetreuung 2026
- Statistisches BundesamtBetreuungsquote von Kindern unter 6 Jahren nach Migrationshintergrund 2023
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 404 vom 12.11.2025: Einschulungen 2025/2026
- Statistisches BundesamtStatistischer Bericht Allgemeinbildende Schulen 2024/2025
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. N066 vom 28.09.2026: Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte in Engpassberufen
- Statistisches Bundesamt16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Annahmen und Ergebnisse
- Statistisches BundesamtPressemitteilung Nr. 446 vom 11.12.2025: 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
- Statistische Ämter des Bundes und der LänderRegionaldatenbank, Tabelle 12612-05-01-4: Lebendgeborene nach Nationalität der Eltern, Kreise, 2011 bis 2024
- Bundesinstitut für BevölkerungsforschungZusammengefasste Geburtenziffer in Deutschland ab 1871
- Bundeszentrale für politische BildungMartin Bujard: Geburtenentwicklung in Deutschland, wie könnte der Negativtrend gestoppt werden?
- Bundesministerium der Justiz§ 4 Staatsangehörigkeitsgesetz
- Autorengruppe BildungsberichterstattungBildung in Deutschland 2026
- Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-WürttembergPositive Entwicklungen bei Einschulungsuntersuchung
- Abgeordnetenhaus BerlinDrucksache 19/2657: Vorlage des Senats zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes
- Institut zur Qualitätsentwicklung im BildungswesenIQB-Bildungstrend 2021, Pressemappe
- KultusministerkonferenzSchülerzahlen: Demografischer Wandel erreicht die Schulen früher (Vorausberechnung 2025 bis 2040)
- Statistisches Landesamt SachsenMedieninformation 139/2025: Kindertagesbetreuung 2025
- Sächsische StaatsregierungKultusministerium zur Entwicklung der Kinderzahlen in Kitas
- Institut der deutschen WirtschaftBabyboomer in Rente: Bis 2036 fehlen 4,3 Millionen Arbeitskräfte
- Bundesinstitut für BerufsbildungDatenreport zum Berufsbildungsbericht 2026
- Bertelsmann StiftungRund 21 Billionen Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung durch bessere Bildung
- EurostatFertility in the EU, News vom 06.03.2026
- INSEEBilan démographique 2025, Insee Première Nr. 2087
- ISTATIndicatori demografici, Anno 2025
