Fraport will in Griechenland 22 weitere Regionalflughäfen übernehmen, von den Ferienflughäfen auf Paros und Naxos bis zur Piste auf der Kleinstinsel Kasos. Der Frankfurter Konzern gehört mit dem griechischen Partner Delta Airport Investments zu den drei Bewerbern, deren Namen der Staatsfonds Growthfund am 30. September veröffentlichte. Der Zuschlag brächte Fraport vor allem Inlandsverkehr, denn nur jeder fünfte Fluggast dieser Flughäfen nutzt eine internationale Verbindung.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFraport betreibt seit 2017 bereits 14 griechische Regionalflughäfen, darunter Rhodos, Korfu und Thessaloniki.[2] Diese Flughäfen fertigten 2025 rund 37,1 Millionen Passagiere ab, 3 % mehr als im Vorjahr.[3] Das neue Paket fällt deutlich kleiner aus: Die 22 ausgeschriebenen Flughäfen zählten 2025 zusammen rund 2,4 Millionen Fluggäste.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Fraport bewirbt sich zusammen mit Delta Airport Investments aus der griechischen Copelouzos-Gruppe um 22 staatliche Regionalflughäfen.
- Gegen das Duo treten der Athener Flughafenbetreiber AIA sowie GEK Terna mit dem indischen Betreiber GMR an.
- Growthfund vergibt die Flughäfen für rund 40 Jahre und nur gemeinsam, kleine Inselpisten eingeschlossen.
- Seit 2022 stieg die Zahl der Passagiere an den 22 Flughäfen um 36 % auf rund 2,4 Millionen.
Welche Bewerber stehen im Rennen?

Die erste Runde der Ausschreibung endete am 30. September. Der griechische Staatsfonds Growthfund nannte drei Bewerber: den Betreiber des Athener Flughafens AIA, ein Konsortium aus dem Baukonzern GEK Terna und GMR Airports Greece sowie Fraport mit Delta Airport Investments.[1] Hinter Delta steht die Copelouzos-Gruppe, Fraports Partner auch beim Flughafen Kalamata. Das Handelsblatt griff die Bewerbung am Montag auf.
Vergeben wird eine Konzession über rund 40 Jahre. Der Gewinner darf alle 22 Flughäfen verwalten, betreiben, ausbauen und kommerziell nutzen.[1] In der zweiten Runde reichen die vorqualifizierten Bewerber bindende Finanzangebote ein. Den höchsten Preis allein will Growthfund nicht belohnen, der Fonds verlangt ausdrücklich auch den Ausbau der Infrastruktur und hohe Servicequalität. Ein Termin für die zweite Runde steht noch aus.
Warum vergibt Athen die Flughäfen nur im Paket?
Sechzehn der 22 Flughäfen liegen auf Inseln, neben Ferienzielen wie Paros, Naxos oder Milos auch Kasos und Kastellorizo, deren Terminals 850 und 200 Quadratmeter messen.[2] Für einen privaten Betreiber rechnen sich vor allem die wachsenden Ferienflughäfen, die Kleinstflughäfen sichern in erster Linie die Anbindung entlegener Inseln. Im Paket muss der Gewinner beide übernehmen. Die lukrativen Flughäfen herauspicken und dem Staat den Rest überlassen kann kein Investor.
Das Wachstum sieht Growthfund im Auslandsverkehr. 2025 flogen nur 20 % der Passagiere international, Paros und Chios fertigten ausschließlich Inlandsflüge ab. Am Fraport-Flughafen Skiathos kamen dagegen 90 % der Fluggäste über internationale Verbindungen, in Samos 57 %. Nach Ausbauarbeiten könnten auch Paros und Chios Direktflüge aus dem Ausland empfangen, schreibt der Fonds in seiner Investorenpräsentation.[2]
Fraport kauft in Griechenland das Wachstum ein, das Frankfurt seit der Pandemie schuldig bleibt.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet die Bewerbung für Fraport und die Reisebranche?
Fraports Zuwachs kommt vor allem aus dem Ausland. Frankfurt zählte 2025 rund 63,2 Millionen Passagiere, 2,6 % mehr als im Vorjahr, blieb damit aber rund 10 % unter dem Niveau vor der Pandemie. Mehrere Auslandsflughäfen des Konzerns meldeten im selben Jahr Rekorde. Vorstandschef Stefan Schulte nennt den deutschen Markt einen „Nachzügler in Europa“ bei der Erholung des Luftverkehrs und verweist auf Schweden, das die Luftverkehrsteuer abgeschafft hat.[3]
Wie eine solche Konzession aussieht, zeigt Kalamata. Das Konsortium aus Fraport, Delta und Pileas zahlt für den Flughafen auf dem Peloponnes 45 Millionen Euro vorab. Hinzu kommen geplante Investitionen von 125 Millionen Euro, unter anderem in ein neues Terminal mit Läden und Gastronomie.[4] Erlöse jenseits der Landegebühren baut Fraport auch in Frankfurt aus und vermarktet den Flughafen dort als Werbenetzwerk. Die Lufthansa geht mit ihrer neuen Sparte Lufthansa Group Media denselben Weg.
Reiseveranstalter und Hoteliers auf den Ägäis-Inseln behalten die zweite Runde am besten im Blick. Ein Betreiber mit Erfahrung im Auslandsverkehr würde bei Fluggesellschaften um Direktflüge nach Paros oder Chios werben, sobald die Pisten ausgebaut sind. Auch TUI, das im September seine Gewinnprognose wegen später Buchungen senkte, bekäme dann neue Ziele für Pauschalreisen.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- GrowthfundExpression of Interest from Three (3) Investment Schemes for the Concession of 22 Regional Airports
- GrowthfundThe 22 Regional Airports Investment Opportunity
- FraportFraport Traffic Figures 2025: Broad Growth Across Airport Portfolio
- GrowthfundSigning of the Concession Agreement for the Development of Kalamata International Airport
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