D&O-Versicherung Vergleich 2026
Das sind die besten 40 Anbieter.

Markus Seyfferth Michael Dobler
Markus Seyfferth
& Michael Dobler
11 Min. Lesezeit
4,7 (128) Bewerten
Alle Angaben verifiziert Monatlich aktualisiert Von Fachredakteuren kuratiert Fokus DACH-Markt
Schwarzer Bürostuhl mit Holzschild "Chefsessel" auf orangem Sicherheitsnetz vor weißem Hintergrund

Als Geschäftsführerin, Vorstand oder Vereinsvorsitzender haften Sie für eine teure Fehlentscheidung grundsätzlich persönlich und unbegrenzt. Wir haben 40 Anbieter von D&O-Versicherungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz geprüft.


D&O-Versicherungen: Empfohlene Anbieter

AIG Österreich

Direktion für Österreich Industrieversicherer Vertrieb über Makler

AIG Österreich ist die Direktion der AIG Europe S.A. und damit ein internationaler Industrie- und Spezialversicherer in Österreich. Das D&O-Angebot als Vermögensschadenhaftpflicht richtet sich an Geschäftsführer und Vereinsvorstände, ergänzt um BusinessGuard Premier. Vertrieb über Makler.

AIG Österreich Screenshot aig.co.at

AIG Österreich ist die Direktion für Österreich der AIG Europe S.A. mit Hauptsitz in der 35D Avenue John F. Kennedy, L-1855 Luxembourg (R.C.S. B 218806). Hauptbevollmächtigter ist Thomas Zanner. Die Aufsicht liegt beim Commissariat aux Assurances (CAA), zusätzlich besteht eine eingeschränkte Rechtsaufsicht der FMA. Der Schwerpunkt liegt auf Financial Lines für Firmenkunden.

Die D&O-Versicherung ist eine Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Unternehmensleiter. Sie deckt das persönliche Haftungsrisiko der Organe juristischer Personen, etwa von Geschäftsführern einer GmbH oder Vorständen eines Vereins. Versicherungsnehmerin ist das Unternehmen. Die Police wehrt unbegründete Ansprüche ab und stellt von begründeten Ansprüchen frei. Zu BusinessGuard Premier stehen Produktinformation und ein Playbook bereit, unter anderem mit erweiterter Rückwärtsdeckung für neue Tochterunternehmen und Eigenschadendeckung.

Veröffentlichte Prämien oder Versicherungssummen gibt es nicht. Der Vertrieb läuft über einen Maklerbereich. Unternehmen in Österreich sichern ihre Organe daher über Makler und Vermittler ab.

Das spricht für AIG Österreich
Abwehr und Freistellung
Unbegründete Ansprüche werden abgewehrt, begründete Ansprüche werden freigestellt.
BusinessGuard Premier
Produktinformation und Playbook beschreiben den Deckungsumfang von BusinessGuard Premier.
Rückwärtsdeckung
Neue Tochterunternehmen erhalten eine erweiterte Rückwärtsdeckung.
Eigenschadendeckung
Das Produkt BusinessGuard Premier sieht eine Eigenschadendeckung vor.
Vereine und GmbH
Geschäftsführer einer GmbH und Vorstände eines Vereins gehören zu den versicherten Organen.
Maklerbereich
Zugang gibt es über den Maklerbereich von AIG Österreich.

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Was ist eine D&O-Versicherung, und wer braucht sie?

Schwarzer Bürostuhl mit Holzschild "Chefsessel" auf orangem Sicherheitsnetz vor weißem Hintergrund
Eine D&O-Versicherung fängt Organe auf, wenn eine Entscheidung zum persönlichen Haftungsfall wird.

Eine D&O-Versicherung ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für die Organe eines Unternehmens, also Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat. Sie prüft Schadensersatzansprüche gegen diese Personen, wehrt unberechtigte Forderungen ab und zahlt berechtigte bis zur Versicherungssumme.

Die Abkürzung steht für Directors and Officers. Versicherungsnehmer ist in der Regel das Unternehmen, versichert sind die Organe als natürliche Personen. Juristisch handelt es sich um eine Versicherung für fremde Rechnung: Die Gesellschaft zahlt die Prämie, den Schutz genießen ihre Leitungspersonen, oft auch ehemalige und künftige Organe, Prokuristen und leitende Angestellte.

Der Bedarf entsteht aus dem Gesetz. Nach § 43 GmbHG haften Geschäftsführer der Gesellschaft für Schäden aus Pflichtverletzungen, nach § 93 AktG gilt Entsprechendes für Vorstände, nach § 116 AktG für Aufsichtsräte. Diese Haftung ist der Höhe nach nicht begrenzt und trifft das Privatvermögen. Dazu kommen Ansprüche Dritter, etwa von Gläubigern, Behörden oder einem Insolvenzverwalter.

Gefährdet sind nicht nur Konzernvorstände. Auch die Gesellschafter-Geschäftsführerin einer Agentur-GmbH, der Gründer eines Start-ups mit Investoren oder der ehrenamtliche Vorstand eines großen Vereins tragen Organverantwortung. In Österreich regeln § 25 GmbHG und § 84 AktG die Haftung ähnlich, in der Schweiz Art. 754 OR die Verantwortlichkeit von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, dort heißt die Police meist Organhaftpflichtversicherung.

Der 7-Punkte-Test: Braucht Ihre Organisation eine D&O-Versicherung?
  • Organstellung: Sie sind Geschäftsführerin, Vorstand, Aufsichtsrat, Beirat oder Vereinsvorstand und tragen damit Leitungsverantwortung.
  • Finanzielle Tragweite: Ihre Entscheidungen bewegen Budgets, Verträge oder Investitionen, deren Fehlschlag einen sechsstelligen Schaden auslösen kann.
  • Mehrere Gesellschafter: An Ihrer Gesellschaft sind Investoren, Mitgesellschafter oder ein Konzern beteiligt, die Ansprüche prüfen würden.
  • Fremdkapital und Förderung: Sie arbeiten mit Bankkrediten, Fördermitteln oder Wagniskapital, deren Bedingungen Pflichten an die Geschäftsleitung knüpfen.
  • Steuern und Sozialabgaben: Sie verantworten Steuererklärungen, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge, für die Organe persönlich haften können.
  • Krisenrisiko: Ihr Unternehmen wächst schnell, ist saisonabhängig oder hat eine dünne Eigenkapitaldecke, sodass eine Insolvenz denkbar ist.
  • Privatvermögen: Ein Schadensersatzanspruch würde Ihr Privatvermögen, Ihre Immobilie oder Ihre Altersvorsorge treffen.

Treffen Punkt eins und zwei zu, lohnt sich eine D&O-Versicherung fast immer. Je mehr weitere Punkte zutreffen, desto wichtiger werden eine ausreichende Versicherungssumme und eine lange Nachmeldefrist.

Wo Geschäftsführer und Vorstände persönlich haften

Sparschwein mit Krawatte auf grauem Pfosten, beschriftet "Privatvermögen", mit orangem Streifen
Organe haften persönlich und unbegrenzt, oft trifft es das Privatvermögen.

Organe haften für Pflichtverletzungen mit ihrem gesamten Privatvermögen, und im Streit müssen sie selbst beweisen, sorgfältig gehandelt zu haben. Die meisten D&O-Fälle sind Ansprüche der eigenen Gesellschaft, die sogenannte Innenhaftung.

Typische Auslöser sind Fehlinvestitionen, Verträge ohne ausreichende Prüfung, fehlende Kontrollen im Unternehmen, Verstöße gegen Compliance-Vorgaben oder ein verspäteter Insolvenzantrag. Häufig kommen Ansprüche erst auf, wenn neue Gesellschafter einsteigen, ein Investor die Bücher prüft oder ein Insolvenzverwalter die Vergangenheit aufarbeitet.

Besonders gefährlich ist die Krise. Nach § 15b InsO dürfen Geschäftsleiter nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung grundsätzlich keine Zahlungen mehr leisten. Wer es trotzdem tut, muss die Beträge der Masse erstatten. Der Bundesgerichtshof hat 2020 entschieden, dass solche Ansprüche nach der Vorgängerregel in § 64 GmbHG unter die D&O-Versicherung fallen können (Urteil vom 18. November 2020, IV ZR 217/19). Ob eine Police diese Ansprüche abdeckt, sollten Sie in den Bedingungen nachlesen.

Hinzu kommt die steuerliche Haftung: Nach §§ 34 und 69 AO haften gesetzliche Vertreter für Steuern, die durch ihre Pflichtverletzung nicht oder zu spät gezahlt wurden. Auch nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge können persönlich verfolgt werden. Selbst wenn sich ein Vorwurf am Ende als unbegründet erweist, verursacht die Abwehr erhebliche Anwalts- und Gutachterkosten.

Unbegrenzte Haftung

Organe haften für Pflichtverletzungen grundsätzlich mit ihrem gesamten Privatvermögen, eine Haftungsgrenze sieht das Gesetz nicht vor.

Innenhaftung

Die eigene Gesellschaft, neue Gesellschafter oder ein Aufsichtsrat verlangen Schadensersatz für eine Fehlentscheidung.

Insolvenz

Nach § 15b InsO haften Geschäftsleiter persönlich für Zahlungen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.

Beweislastumkehr

Im Streit müssen Organe nachweisen, dass sie sorgfältig gehandelt haben, nicht die Gesellschaft das Gegenteil.

Steuern und Abgaben

Für nicht abgeführte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge können Geschäftsführer persönlich in Anspruch genommen werden.

Späte Ansprüche

Ansprüche tauchen oft Jahre nach der Entscheidung auf, etwa nach einem Gesellschafterwechsel oder Ausscheiden.

Hohe Abwehrkosten

Schon die Abwehr eines unberechtigten Anspruchs kostet Anwälte und Gutachter, die ohne Versicherung privat zu zahlen sind.

Welche Arten von D&O-Deckungen gibt es?

Metallisches Schild mit drei verschachtelten Schichten, oben spitz zulaufend, mit der Aufschrift "Seite A" in orange
Unternehmens-D&O, persönliche D&O und Side-A-Deckung schützen auf unterschiedlichen Ebenen.

Die meisten Unternehmen schließen eine Unternehmens-D&O für alle Organe ab. Daneben gibt es persönliche D&O-Policen, Selbstbehaltversicherungen für AG-Vorstände, reine Side-A-Deckungen und spezielle Lösungen für Vereine, Stiftungen und Start-ups.

Bei der Unternehmens-D&O ist die Gesellschaft Versicherungsnehmerin und zahlt die Prämie. Alle versicherten Personen teilen sich eine gemeinsame Versicherungssumme. Das ist günstig und verwaltungsarm, hat aber einen Haken: Kündigt die Gesellschaft den Vertrag oder wird die Summe durch Ansprüche anderer Organe verbraucht, steht der Einzelne schlechter da.

Eine persönliche D&O schließt das Organ selbst ab. Sie lohnt sich für Fremdgeschäftsführer, Interimsmanager und Aufsichtsräte, die nicht vom Willen der Gesellschaft abhängig sein wollen. Vorstände einer AG brauchen zudem häufig eine Selbstbehaltversicherung, weil § 93 Abs. 2 AktG bei Unternehmens-D&O-Policen einen Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens zum Eineinhalbfachen der festen Jahresvergütung vorschreibt.

Im Industriegeschäft unterscheiden Versicherer Side A (direkter Schutz der Organe), Side B (Erstattung, wenn das Unternehmen seine Organe freistellt) und Side C (Schutz der Gesellschaft selbst, meist bei Wertpapieransprüchen). Große Programme bestehen aus einer Grundpolice und mehreren Exzedenten. Für kleine Unternehmen bieten Spezialversicherer und Online-Plattformen pauschale Policen mit festen Summen an, die sich ohne Makler abschließen lassen.

Unternehmens-D&O

Das Unternehmen schließt die Police für alle Organe ab und zahlt die Prämie. Die Versicherungssumme teilen sich alle versicherten Personen.

Persönliche D&O

Ein einzelnes Organ versichert sich selbst, etwa als Fremdgeschäftsführer oder Aufsichtsrat, mit eigener Summe und eigenem Vertrag.

Selbstbehaltversicherung

Vorstände einer AG sichern damit den gesetzlichen Selbstbehalt nach § 93 AktG ab, die Prämie zahlen sie selbst.

Side-A-Deckung

Eine Exzedenten- oder Zusatzdeckung nur für die Organe greift, wenn das Unternehmen nicht freistellen kann, etwa in der Insolvenz.

Excedenten-Deckung

Eine zweite Police über der Grundpolice erhöht die Gesamtsumme, wenn ein Versicherer allein nicht genug Kapazität stellt.

D&O für Vereine und Stiftungen

Spezielle Policen für ehren- und hauptamtliche Vorstände von Vereinen, Verbänden und Stiftungen.

D&O für Start-ups und KMU

Pauschale Policen mit festen Summen und Online-Abschluss, oft mit Strafrechtsschutz im Paket.

Unternehmens-D&O
Abschluss durch die Gesellschaft
  • Gesellschaft zahlt die Prämie
  • Alle Organe gemeinsam versichert
  • Gemeinsame Versicherungssumme
  • Kündigung durch die Gesellschaft möglich
Persönliche D&O
Abschluss durch das Organ selbst
  • Organ zahlt die Prämie selbst
  • Nur die eigene Person versichert
  • Summe steht allein zur Verfügung
  • Schutz unabhängig vom Arbeitgeber

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Der Leitfaden zur D&O-Versicherung: wann Organe persönlich haften, welche Deckung und Versicherungssumme passen und wie Sie typische Lücken bei Nachhaftung und Ausschlüssen vermeiden.

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Worauf es bei der Auswahl einer D&O-Police ankommt

Lupe mit orangem Rahmen über deutschem Versicherungsdokument, Wort "Ausschlüsse" vergrößert sichtbar
Die Unterschiede zwischen D&O-Policen stecken vor allem in Ausschlüssen und Fristen.

Entscheidend sind Versicherungssumme, versicherter Personenkreis, Rückwärtsdeckung, Nachmeldefrist und die Ausschlüsse. Weil die D&O nach dem Claims-made-Prinzip funktioniert, zählt der Zeitpunkt, zu dem ein Anspruch erhoben wird, nicht der Zeitpunkt des Fehlers.

Die Versicherungssumme steht meist einmal pro Versicherungsjahr für alle Organe gemeinsam zur Verfügung. Werden Abwehrkosten auf die Summe angerechnet, schrumpft sie im Ernstfall schneller als gedacht. Einige Anbieter rechnen die Kosten nicht an oder stellen die Summe zweimal pro Jahr zur Verfügung. Als grobe Orientierung dienen Umsatz, Bilanzsumme und der größte realistisch denkbare Einzelschaden.

Wegen des Claims-made-Prinzips sind zwei Klauseln zentral. Die Rückwärtsdeckung schützt vor Ansprüchen aus Pflichtverletzungen vor Vertragsbeginn, die beim Abschluss noch unbekannt waren. Die Nachmeldefrist erlaubt es, Ansprüche noch nach Vertragsende zu melden. Fehlt eine ausreichende Nachmeldefrist, kann ein Organ nach dem Ausscheiden oder nach einer Insolvenz ohne Schutz dastehen.

Bei den Ausschlüssen trennen sich gute und schwache Bedingungen. Vorsatz ist immer ausgeschlossen. Bei der wissentlichen Pflichtverletzung sollte der Versicherer Abwehrkosten bis zu einer rechtskräftigen Feststellung zahlen. Achten Sie außerdem auf Regelungen zu Ansprüchen nach § 15b InsO, zur steuerlichen Haftung, zu Bußgeldern und zu Tochtergesellschaften. Die GDV-Musterbedingungen AVB D&O dienen als Mindeststandard, viele Policen gehen darüber hinaus.

Versicherungssumme
Reicht die Summe?

Die Summe gilt meist pro Jahr für alle versicherten Personen zusammen und muss auch Abwehrkosten tragen.

Summe pro Jahr und pro FallMaximierung pro VersicherungsjahrKosten auf die Summe angerechnet oder zusätzlichSeparate Summe für einzelne Organe
Praxistipp: Orientieren Sie die Summe an Umsatz, Bilanzsumme und dem größten denkbaren Einzelschaden, nicht an der Prämie.
Versicherter Personenkreis
Wer ist geschützt?

Neben Geschäftsführung und Vorstand sollten auch Aufsichtsräte, Beiräte, Prokuristen und leitende Angestellte erfasst sein.

Ehemalige und künftige OrganeOrgane in TochtergesellschaftenLeitende Angestellte und ProkuristenErben und Ehepartner
Praxistipp: Prüfen Sie, ob neu gegründete oder erworbene Tochtergesellschaften automatisch mitversichert sind.
Rückwärtsdeckung
Was ist vor Vertragsbeginn passiert?

Eine unbegrenzte Rückwärtsdeckung schützt vor Ansprüchen aus früheren, noch unbekannten Pflichtverletzungen.

Unbegrenzte oder befristete RückwärtsdeckungKenntnisklausel klar formuliertAnrechnung von Vorversicherungen
Praxistipp: Bei einem Wechsel des Versicherers darf keine Lücke zwischen alter und neuer Police entstehen.
Nachmeldefrist
Was gilt nach Vertragsende?

Die Nachmeldefrist entscheidet, ob Ansprüche nach Kündigung, Ausscheiden oder Insolvenz noch gedeckt sind.

Länge der Nachmeldefrist in JahrenGilt sie auch bei InsolvenzVerlängerung gegen Zuschlag möglich
Praxistipp: Achten Sie auf eine Nachmeldefrist von mehreren Jahren, weil Ansprüche oft spät gestellt werden.
Deckungsumfang
Welche Ansprüche sind erfasst?

Innen- und Außenhaftung, Abwehrkosten, Ansprüche nach § 15b InsO und steuerliche Haftung gehören in eine gute Police.

Innen- und AußenhaftungAnsprüche aus § 15b InsOSteuer- und SozialversicherungshaftungStrafrechtsschutz und Krisen-PR
Praxistipp: Lassen Sie sich die Ausschlüsse schriftlich erklären, denn dort steckt der Unterschied zwischen den Policen.
Ausschlüsse
Wo endet der Schutz?

Vorsatz ist immer ausgeschlossen. Kritisch sind weite Ausschlüsse für wissentliche Pflichtverletzung, Kartellrecht oder Kapitalmarkt.

Wissentliche Pflichtverletzung erst nach rechtskräftiger FeststellungKeine pauschalen BranchenausschlüsseKlare Regel zu Bußgeldern
Praxistipp: Achten Sie darauf, dass Abwehrkosten bis zur rechtskräftigen Feststellung einer wissentlichen Pflichtverletzung gezahlt werden.
Selbstbehalt
Was tragen Organe selbst?

Für AG-Vorstände schreibt § 93 AktG einen Selbstbehalt vor. Für GmbH-Geschäftsführer ist er vertraglich frei wählbar.

Gesetzlicher Selbstbehalt bei AG-VorständenHöhe und JahresmaximumVersicherbarkeit über eigene Police
Praxistipp: Klären Sie, ob Ihr Selbstbehalt über eine persönliche Selbstbehaltversicherung abgesichert werden kann.
Schadenservice und Zugang
Wer hilft im Ernstfall?

Im Schadenfall zählen erfahrene Juristen, freie Anwaltswahl und eine schnelle Kostenzusage.

Freie AnwaltswahlVorschuss auf AbwehrkostenErreichbarkeit im SchadenfallAbschluss online oder über Makler
Praxistipp: Fragen Sie nach Beispielen aus der Schadenpraxis, bevor Sie sich allein nach der Prämie entscheiden.
Bedarfscheck in 2 Minuten

Welche D&O-Versicherung passt zu Ihrem Unternehmen?

Beantworten Sie fünf kurze Fragen. Sie erhalten eine persönliche Übersicht per E-Mail. Unser Vergleich: Wir gleichen Ihre Antworten mit allen 40 recherchierten Anbietern ab.

Frage 1 von 5
Welche Rechtsform hat Ihre Organisation?
Die Rechtsform bestimmt, wer als Organ haftet und wie streng.
GmbH oder UG
Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer haften nach § 43 GmbHG.
AG oder SE
Vorstand und Aufsichtsrat, mit gesetzlichem Selbstbehalt.
Verein oder Stiftung
Ehrenamtliche oder hauptamtliche Vorstände.
Andere Rechtsform
Genossenschaft, KG mit GmbH oder Gründung.
Frage 2 von 5
Wie groß ist Ihr Unternehmen?
Umsatz und Bilanzsumme beeinflussen Prämie und passende Anbieter.
Bis 2 Mio. Euro Umsatz
Kleine GmbH, Agentur oder Start-up.
2 bis 50 Mio. Euro
Mittelstand mit mehreren Organen.
Über 50 Mio. Euro
Größere Unternehmen und Gruppen.
Noch in Gründung
Noch ohne Umsatz oder Bilanz.
Frage 3 von 5
Wo ist Ihr Unternehmen ansässig?
Haftungsrecht und Anbieter unterscheiden sich in der DACH-Region.
Deutschland
Haftung nach GmbHG, AktG und InsO.
Österreich
Haftung nach österreichischem GmbHG und AktG.
Schweiz
Verantwortlichkeit nach Obligationenrecht.
Mehrere Länder
Tochtergesellschaften im Ausland.
Frage 4 von 5
Welche Versicherungssumme schwebt Ihnen vor?
Die Summe ist pro Jahr meist für alle versicherten Personen gemeinsam.
Bis 1 Mio. Euro
Einstieg für kleine Gesellschaften.
1 bis 5 Mio. Euro
Üblich im Mittelstand.
Über 5 Mio. Euro
Für größere Unternehmen und Konzerne.
Noch unklar
Ich möchte eine Orientierung.
Frage 5 von 5
Was ist Ihnen am wichtigsten?
Ihre Priorität bestimmt, welche Bedingungen Sie zuerst prüfen sollten.
Schneller Online-Abschluss
Prämie sofort berechnen und abschließen.
Umfassende Bedingungen
Lange Nachmeldefrist, wenige Ausschlüsse.
Niedrige Prämie
Solider Grundschutz zu überschaubaren Kosten.
Persönliche Beratung
Abschluss über Makler oder Vermittler.
Fast geschafft
Wohin sollen wir Ihre Übersicht senden?

Sagen Sie uns, wohin wir Ihre persönliche Empfehlung schicken dürfen. Sie kommt in wenigen Minuten per E-Mail.

Vielen Dank, {vorname}

Ihre persönliche Empfehlung ist unterwegs und kommt in wenigen Minuten per E-Mail. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

Eine D&O-Versicherung abschließen, Schritt für Schritt

Stapel von fünf grauer Ordnern beschriftet "STUFE 1" bis "STUFE 5" mit einem Holzstempel "GEDECKT" oben drauf
Vom Fragebogen bis zur jährlichen Überprüfung führt der Weg zur passenden Police.

Für kleine Unternehmen reicht oft ein Online-Antrag mit wenigen Angaben zu Umsatz, Branche und Finanzlage. Größere Gesellschaften füllen einen ausführlichen Fragebogen aus und holen Angebote über einen spezialisierten Makler ein.

Am Anfang steht eine nüchterne Bestandsaufnahme: Welche Organe gibt es, wie ist die Gesellschafterstruktur, welche Entscheidungen bergen die größten Risiken? Danach fragen Versicherer den letzten Jahresabschluss, Umsatz, Branche, Auslandstätigkeit und bekannte Umstände ab, die zu Ansprüchen führen könnten. Wahrheitsgemäße und vollständige Angaben sind Pflicht, sonst gefährden Sie den Schutz.

Holen Sie mehrere Angebote mit identischer Summe und identischem Selbstbehalt ein, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Fordern Sie die vollständigen Bedingungswerke an und vergleichen Sie Rückwärtsdeckung, Nachmeldefrist, Kostenanrechnung und Ausschlüsse. Industrieversicherer zeichnen meist nur über Makler, Spezialversicherer und Online-Plattformen bieten für kleinere Gesellschaften auch den direkten Abschluss.

Beim Wechsel des Versicherers darf keine Lücke entstehen: Die neue Police sollte nahtlos anschließen und eine unbegrenzte Rückwärtsdeckung bieten. Prüfen Sie die Police danach jährlich. Wachstum, Zukäufe, neue Tochtergesellschaften oder ein Börsengang verändern den Bedarf erheblich.

1 Woche

Risiko einschätzen

Haftungsrisiken der Organe, Gesellschafterstruktur und Finanzlage nüchtern bewerten.

Organe und Gremien auflistenGrößte denkbare Schäden schätzenGesellschaftervertrag prüfen
1
1 bis 2 Tage

Unterlagen sammeln

Versicherer fragen nach Jahresabschluss, Umsatz, Branche und bisherigen Ansprüchen.

Letzten Jahresabschluss bereitlegenTochtergesellschaften auflistenVorschäden und bekannte Umstände notieren
2
1 bis 3 Wochen

Angebote einholen

Online-Rechner, Versicherer oder Makler liefern Angebote mit unterschiedlichen Bedingungen.

Mindestens drei Angebote einholenBedingungswerke vollständig anfordernSumme und Selbstbehalt einheitlich vorgeben
3
1 Woche

Bedingungen vergleichen

Deckungsumfang, Ausschlüsse, Rückwärtsdeckung und Nachmeldefrist gegenüberstellen.

Ausschlüsse Zeile für Zeile lesenNachmeldefrist vergleichenRückfragen schriftlich klären
4
1 Tag

Fragebogen und Abschluss

Den Antragsfragebogen vollständig und wahrheitsgemäß ausfüllen und den Vertrag abschließen.

Bekannte Umstände offenlegenBeginn ohne Deckungslücke wählenGesellschafterbeschluss dokumentieren
5
Jährlich

Police überprüfen

Wachstum, Zukäufe oder neue Organe verändern den Bedarf, die Police wächst nicht automatisch mit.

Summe an Umsatz anpassenNeue Organe meldenVerlängerung rechtzeitig prüfen
6
§ 43
GmbHG: Haftung der Geschäftsführer
§ 93
AktG: Haftung und Selbstbehalt der Vorstände
10 %
Mindestselbstbehalt für AG-Vorstände
§ 15b
InsO: Zahlungsverbot ab Insolvenzreife

Häufige Fehler bei der D&O-Versicherung

Schwarzer Regenschirm mit gebogenem Griff und oranger Etikett „Billipolice" auf weißem Hintergrund
Zu niedrige Summen und kurze Nachmeldefristen lassen Organe im Ernstfall im Regen stehen.

Der häufigste Fehler ist der Glaube, die Betriebshaftpflicht schütze auch die Geschäftsführung. Sie deckt Personen- und Sachschäden, aber keine reinen Vermögensschäden aus Managemententscheidungen.

Ebenso oft ist die Versicherungssumme zu knapp bemessen. Weil sich alle Organe eine Summe teilen und Abwehrkosten sie zusätzlich aufzehren können, reicht ein niedriger Betrag schnell nicht mehr aus. Wer nur auf die Prämie schaut, übersieht außerdem schlechtere Bedingungen bei Ausschlüssen, Personenkreis und Kostenanrechnung.

Kritisch sind Lücken beim Wechsel oder bei der Kündigung. Ohne Rückwärtsdeckung bleiben frühere Pflichtverletzungen ungeschützt, ohne lange Nachmeldefrist fallen spät erhobene Ansprüche aus der Deckung. Gerade in der Insolvenz, wenn die meisten Ansprüche entstehen, wird oft keine Prämie mehr gezahlt.

Auch der Antragsfragebogen birgt Risiken. Verschweigt die Gesellschaft bekannte Umstände, kann der Versicherer im Ernstfall die Leistung verweigern. Und schließlich wächst die Police nicht automatisch mit: Neue Organe, Tochtergesellschaften und höhere Umsätze sollten Sie dem Versicherer melden.

1
Auf die Betriebshaftpflicht vertrauen

Die Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden, keine reinen Vermögensschäden aus Managementfehlern.

Haftungsrisiken der Organe gezielt über eine D&O absichern.
2
Zu niedrige Versicherungssumme

Die Summe teilen sich alle Organe, Abwehrkosten zehren sie zusätzlich auf.

Summe an Unternehmensgröße und größtem Einzelschaden ausrichten.
3
Kurze Nachmeldefrist

Nach Kündigung oder Insolvenz erhobene Ansprüche fallen sonst aus der Deckung.

Auf eine mehrjährige Nachmeldefrist achten, auch für den Insolvenzfall.
4
Lücke beim Versichererwechsel

Ohne Rückwärtsdeckung bleiben frühere Pflichtverletzungen ungeschützt.

Neue Police mit unbegrenzter Rückwärtsdeckung lückenlos anschließen.
5
Fragebogen nachlässig ausfüllen

Falsche oder fehlende Angaben gefährden den Versicherungsschutz im Ernstfall.

Bekannte Umstände und Vorschäden vollständig offenlegen.
6
Nur auf die Prämie schauen

Günstige Policen sparen oft bei Ausschlüssen, Kostenanrechnung und Personenkreis.

Bedingungen vergleichen, nicht nur Preise.
7
Police nicht anpassen

Wachstum, Zukäufe und neue Organe sind in der alten Police nicht automatisch abgebildet.

Die Police jährlich prüfen und Veränderungen melden.

Was kostet eine D&O-Versicherung?

Casio-Taschenrechner mit Münzstapeln und orange Flagge mit Aufschrift "SELBSTBEHALT"
Summe, Umsatz, Branche und Bedingungen bestimmen, was eine D&O-Versicherung kostet.

Für kleine GmbHs beginnen online abschließbare D&O-Policen bei einigen Hundert Euro im Jahr. Für größere Unternehmen und höhere Versicherungssummen kalkulieren die Versicherer die Prämie individuell nach einer Risikoprüfung.

Die Prämie hängt vor allem von Versicherungssumme, Umsatz oder Bilanzsumme, Branche, Finanzlage und Schadenhistorie ab. Finanzdienstleister, insolvenzgefährdete und börsennotierte Unternehmen zahlen deutlich mehr. Selbstbehalt, Nachmeldefrist und Zusatzbausteine wie Strafrechtsschutz oder Krisen-PR verändern den Preis zusätzlich.

Die Prämie einer Unternehmens-D&O zahlt in der Regel die Gesellschaft. Nach dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 24. Januar 2002 führt sie unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn die Police vorrangig das Unternehmen schützt und eine Gesamtdeckung für alle Organe besteht, nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn beim Geschäftsführer. Eine persönliche D&O oder Selbstbehaltversicherung zahlt das Organ dagegen selbst. Klären Sie die steuerliche Behandlung im Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung.

Die Preisangaben im Kosten-Block stammen von den Websites der geprüften Anbieter. Sie gelten für Musterfälle und können sich jederzeit ändern. Ein verbindliches Angebot erhalten Sie nur nach Prüfung Ihrer Unternehmensdaten.

Firmen-D&O für kleine Unternehmen ab 311 € pro Jahr, netto

Online abschließbare Unternehmens-D&O, etwa die Firmen-D&O bei exali ab 311 Euro netto im Jahr. Die Prämie richtet sich nach Umsatz und gewünschter Versicherungssumme.

Persönliche D&O ab 387 € pro Jahr, netto

Eigene Police eines einzelnen Organs, unabhängig vom Unternehmen, etwa die Persönliche D&O bei exali ab 387 Euro netto im Jahr.

D&O für Start-ups ab 575 € pro Jahr, netto

Policen für Gründerteams in den ersten Jahren nach der Gründung, etwa die Startup-D&O bei exali ab 575 Euro netto im Jahr. Investoren verlangen eine D&O oft als Bedingung.

Mittelstand und Industrie individuell nach Risikoprüfung

Für größere Unternehmen und höhere Summen veröffentlichen die geprüften Versicherer keine Preise. Die Prämie wird nach Fragebogen und Jahresabschluss kalkuliert, Industrieversicherer zeichnen meist über Makler.

Wovon die Prämie abhängt

Die Prämie richtet sich vor allem nach Versicherungssumme, Umsatz oder Bilanzsumme, Branche, Finanzlage und Schadenhistorie. Insolvenznahe Unternehmen, Finanzdienstleister und börsennotierte Gesellschaften zahlen deutlich mehr. Selbstbehalt, Nachmeldefrist und Zusatzbausteine wie Strafrechtsschutz verändern den Preis zusätzlich.

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie sich mit der D&O-Versicherung aus?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wer ist in der Regel Versicherungsnehmer einer D&O-Versicherung? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Meist schließt das Unternehmen die Police als Versicherung für fremde Rechnung ab. Versichert sind die Organe, also Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat.
2 Was bedeutet das Claims-made-Prinzip? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. In der D&O-Versicherung zählt der Zeitpunkt, zu dem ein Anspruch geltend gemacht wird. Deshalb sind Rückwärtsdeckung und Nachmeldefrist so wichtig.
3 Wie hoch ist der gesetzliche Selbstbehalt für Vorstände einer AG nach § 93 AktG mindestens? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Schließt eine AG eine D&O für ihren Vorstand ab, muss sie einen Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent des Schadens vereinbaren, mindestens bis zum Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung.
4 Was versteht man unter Innenhaftung? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Bei der Innenhaftung verlangt die eigene Gesellschaft Schadensersatz von Geschäftsführung oder Vorstand. Sie ist der häufigste D&O-Fall.
5 Welche Leistung gehört zum Kern jeder D&O-Versicherung? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Die D&O prüft die Haftungsfrage, wehrt unberechtigte Ansprüche auf eigene Kosten ab und zahlt berechtigte Ansprüche bis zur Versicherungssumme.

Glossar: Begriffe rund um die D&O-Versicherung

Die wichtigsten Begriffe rund um Managerhaftung und D&O-Policen, kompakt und anbieterneutral erklärt.

D&O-Versicherung

Die D&O-Versicherung (Directors and Officers) ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Organe wie Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat.

Organ

Ein Organ ist eine Person, die eine Gesellschaft leitet oder überwacht, etwa Geschäftsführerin, Vorstand, Aufsichtsrat oder Beirat.

Innenhaftung

Bei der Innenhaftung fordert die eigene Gesellschaft Schadensersatz von ihren Organen.

Außenhaftung

Bei der Außenhaftung machen Dritte wie Gläubiger, Behörden oder Insolvenzverwalter Ansprüche direkt gegen Organe geltend.

Abwehrkosten

Abwehrkosten sind Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten, die der Versicherer zur Abwehr unberechtigter Ansprüche übernimmt.

Claims-made-Prinzip

Beim Claims-made-Prinzip ist der Versicherungsfall die erstmalige Geltendmachung eines Anspruchs während der Vertragslaufzeit.

Rückwärtsdeckung

Die Rückwärtsdeckung schützt auch vor Ansprüchen aus Pflichtverletzungen, die vor Vertragsbeginn begangen wurden, aber noch unbekannt waren.

Nachmeldefrist

Die Nachmeldefrist erlaubt es, Ansprüche noch nach Vertragsende zu melden, wenn die Pflichtverletzung in die Vertragslaufzeit fällt.

Selbstbehalt nach § 93 AktG

Der gesetzliche Selbstbehalt verpflichtet Vorstände einer AG, mindestens 10 Prozent des Schadens bis zum Eineinhalbfachen ihrer festen Jahresvergütung selbst zu tragen.

Selbstbehaltversicherung

Eine Selbstbehaltversicherung schließt das Vorstandsmitglied persönlich ab, um den gesetzlichen Selbstbehalt abzusichern.

Side A, B und C

Side A schützt Organe direkt, Side B erstattet dem Unternehmen die Freistellung seiner Organe, Side C versichert die Gesellschaft selbst, meist bei Kapitalmarktansprüchen.

Serienschadenklausel

Die Serienschadenklausel fasst mehrere Ansprüche aus derselben Ursache zu einem Versicherungsfall zusammen.

Strafrechtsschutz

Der Strafrechtsschutz übernimmt Verteidigungskosten in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen versicherte Personen.

Zahlungsverbot nach § 15b InsO

Nach § 15b InsO dürfen Geschäftsleiter nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung grundsätzlich keine Zahlungen mehr leisten, sonst haften sie persönlich.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen rund um die D&O-Versicherung, kurz und anbieterneutral beantwortet. Die Antworten ersetzen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.

Was ist eine D&O-Versicherung?

Eine D&O-Versicherung ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte und andere Organe. Sie prüft Schadensersatzansprüche gegen diese Personen, wehrt unberechtigte Forderungen ab und zahlt berechtigte bis zur Versicherungssumme. Meist schließt das Unternehmen die Police für seine Organe ab.

Braucht ein GmbH-Geschäftsführer eine D&O-Versicherung?

Für die meisten GmbH-Geschäftsführer ist eine D&O-Versicherung sinnvoll, weil sie nach § 43 GmbHG für Pflichtverletzungen persönlich und unbegrenzt haften. Das gilt auch für Gesellschafter-Geschäftsführer, sobald Mitgesellschafter, Investoren oder Gläubiger beteiligt sind. In der Insolvenz kommt die Haftung nach § 15b InsO hinzu.

Wer ist in einer D&O-Versicherung versichert?

Versichert sind die Organe eines Unternehmens, also Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat. Viele Policen schließen auch ehemalige und künftige Organe, Prokuristen, leitende Angestellte und Organe von Tochtergesellschaften ein. Versicherungsnehmer ist in der Regel das Unternehmen.

Was kostet eine D&O-Versicherung?

Online abschließbare D&O-Policen für kleine GmbHs beginnen bei einigen Hundert Euro im Jahr. Für größere Unternehmen kalkulieren die Versicherer die Prämie individuell. Sie hängt von Versicherungssumme, Umsatz, Branche, Finanzlage und Schadenhistorie ab.

Was bedeutet das Claims-made-Prinzip?

Beim Claims-made-Prinzip gilt ein Schaden als eingetreten, wenn der Anspruch erstmals während der Vertragslaufzeit erhoben wird. Der Zeitpunkt der Pflichtverletzung ist dafür nicht entscheidend. Deshalb sind Rückwärtsdeckung und Nachmeldefrist in der D&O-Versicherung besonders wichtig.

Was ist der Selbstbehalt nach § 93 AktG?

Schließt eine Aktiengesellschaft eine D&O-Versicherung für ihren Vorstand ab, muss sie einen Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent des Schadens vereinbaren, mindestens bis zum Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung. Diesen Selbstbehalt können Vorstände über eine eigene Selbstbehaltversicherung absichern. Für GmbH-Geschäftsführer gibt es keine gesetzliche Pflicht zum Selbstbehalt.

Ist die Betriebshaftpflicht nicht ausreichend?

Die Betriebshaftpflicht reicht nicht aus, weil sie vor allem Personen- und Sachschäden Dritter abdeckt. Reine Vermögensschäden aus Managemententscheidungen und Ansprüche des eigenen Unternehmens gegen seine Organe sind dort nicht versichert. Dafür ist die D&O-Versicherung da.

Muss der Geschäftsführer die D&O-Prämie versteuern?

Bei einer Unternehmens-D&O, die vorrangig das Unternehmen schützt und alle Organe gemeinsam versichert, entsteht nach dem BMF-Schreiben vom 24. Januar 2002 in der Regel kein steuerpflichtiger Arbeitslohn. Eine persönliche D&O-Versicherung zahlt das Organ dagegen selbst. Die steuerliche Behandlung sollten Sie im Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung klären.

Brauchen Vereinsvorstände eine D&O-Versicherung?

Für Vorstände größerer Vereine, Verbände und Stiftungen ist eine D&O-Versicherung sinnvoll. Ehrenamtliche Vorstände, die höchstens eine geringe Vergütung erhalten, haften nach § 31a BGB gegenüber dem Verein nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Gegenüber Dritten, Finanzamt und Sozialversicherung bleibt ein Haftungsrisiko, und genau dafür bieten mehrere Versicherer eigene Vereins-Policen an.

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Michael Dobler & Markus Seyfferth
Autoren
Michael Dobler und Markus Seyfferth bilden das Autorenduo hinter den Vergleichen von Dr. Web. Anbietervergleiche sind ihre Spezialität und entstehen grundsätzlich gemeinsam: Praxiswissen aus über drei Jahrzehnten Web trifft auf den strategischen Rundum-Blick eines Chefredakteurs, damit Entscheider ohne Umwege die beste Wahl für ihr Business treffen.
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